Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hämato-Onkologie - "stressärmer" ?
Ist eigentlich nicht das Haupt-Thema, aber findet ihr die Freitags-Neu-Leukämie wirklich so aufwändig zu versorgen? Das umfangreichste ist imho das Erstgespräch (ich kann jetzt nur für die ALL sprechen).
KM-Punktion würde erst am Montag durchgeführt, der Patient bekommt übers Wochenende Wässerung, Allopurinol, braucht Furesis im Bedarf, tägliche Blutentnahmen, meist Antibiose. Und man braucht nen vernünftiges manuelles Diff-BB, achso und nen Sono Abdomen sowie Rö-Thorax schadet nicht.
Finde ich ehrlich gesagt für die ärztliche Arbeitszeit nicht schlimmer als nen neuer Infarkt mit ggf. PTCA. Oder bin ich zu weit aus der Erwachsenen-Medizin raus?
Wenn alles glatt läuft, hast du Recht. Es läuft halt nicht immer glatt bei einer neudiagnostizierten Leukämie. Es wird immer Patienten mit Komplikationen ganz früh geben: Blutungen, Infektionen, usw... Und das macht keinen Spass...
Darüber hinaus ist der Stress, dem ein Patient mit neu diagnostizierter Tumorerkrankungen (vor allem Leukämie) ausgesetzt wird, nicht zu unterschätzen. Dass man das Wochenende mit Patienten- & Angehörigengesprächen verbringen muss, ist oft der Fall, oder?
antonia123
09.08.2012, 06:34
ich mag die freitags-leukämien auch überhaupt nicht. aus dem einfachen grund, dass dann u.U. der hämatologische oberazt schon aus dem haus ist und wenn man pech hat, hat der auch am WE keinen dienst dann wird der patient erst 3 tage später von einem hämatologen gesehen. klar kann man das meiste übers telefon regeln aber die patienten die freitags nachmittags kommen sind erfahrungsgemäß schlechter dran als die, die montag morgens kommen. die psychische komponente und fehlende ansprechpartner am wochenende für den patienten kommen noch dazu
Ich hatte weder an der Uni noch meiner PJ-Klinik den Eindruck, dass das stressärmer gewesen wäre; eigentlich war es da eher Gastro, wenn überhaupt (außer natürlich für die, die schon sehr gut sonografierten oder gastroskopieren konnten). Ein Internist hat eben das Problem, dass er für fast alles grundsätzlich als erster angesteuert wird, wenn man nicht weiterweiß. Die spezialisierteren Fächer müssen nicht ständig Angst haben, dass ein internistisches Polytrauma noch Baustellen hat, von denen man gar nichts ahnte, die aber jede Sekunde explodieren könnten.
Wenige Ausnahmen gab es aber schon: Zum Beispiel im Schlaflabor der Pulmonologie; da waren einige Ärztinnen, die teilzeit arbeiteten und eigentlich ein relativ stressarmes Dasein führen zu können (könnte dir sogar die Ansprechpartner des Hauses nennen, glaub da wär aktuell sogar ne Assistentenstelle frei). Insofern denke ich schon, dass man mit entsprechenden Bemühungen und etwas Glück in einer "guten" Nische landen könnte. In der Assistenzzeit ist das aber vermutlich nicht so ohne weiteres möglich, wenn man FA werden will; immerhin muss man alle Stationen durchlaufen. Wie ich das verstanden hab ist es primär Formsache, welcher Abteilung du zugeordnet bist in den ersten Jahren.
Häma/Onkologie hätte meiner Meinung nach aber den Vorteil, dass es das mit Abstand spannendste Gebiet von allen ist. Ich war da zumindest am liebsten, es schienen mir immer viel individuellere Fälle zu sein, und ich habe nirgends so viel gelernt, auch so breit gelernt (mag aber auch am Personal gelegen haben). Wenn ich Innere hätte machen müssen, hätte ich sicher das angestrebt.
Wie ich das verstanden hab ist es primär Formsache, welcher Abteilung du zugeordnet bist in den ersten Jahren.
Nicht zwingend. Für gewöhnlich verbringst du den großteil deiner ausbildung in deiner heimatklinik- dann zwar meist in den betreuten unterfächern in unterschiedlicher dauer, aber wenn du in der meiner klinik in der inneren 2 angestellt bist, muss man 2 jahre its absolvieren...wenn man in der inneren 1 oder 3 ist, dann nur mind. 6 monate...
LasseReinböng
12.08.2012, 19:25
Nicht zwingend. Für gewöhnlich verbringst du den großteil deiner ausbildung in deiner heimatklinik- dann zwar meist in den betreuten unterfächern in unterschiedlicher dauer, aber wenn du in der meiner klinik in der inneren 2 angestellt bist, muss man 2 jahre its absolvieren...wenn man in der inneren 1 oder 3 ist, dann nur mind. 6 monate...
Im Rahmen einiger Vorstellungsgespräche an Unikliniken habe ich meistens folgende Variante angeboten bekommen:
"Halbes Jahr ITS, halbes bis max. 1 Jahr Rotation in andere internistisches Fachgebiete, restliche Zeit im angestrebten Spezialgebiet".
Manche Chefs haben mir auch explizit gesagt, daß sie einen nicht primär zum Internisten sondern zum Kardiologen, Nephrologen usw. ausbilden.
Jetzt hab ich ne Stelle an ner Uniklinik, wo laut Darstellung der OÄ doch mehr Breite in der Ausbildung zu erwarten ist. Die fanden es sogar gut, wenn man sich nicht gleich auf ein Gebiet einschiesst.
EntenFreundin
13.08.2012, 10:50
Die wollen am liebsten einen breit ausgebildeten Spezialisten ;-)
Im Rahmen einiger Vorstellungsgespräche an Unikliniken habe ich meistens folgende Variante angeboten bekommen:
"Halbes Jahr ITS, halbes bis max. 1 Jahr Rotation in andere internistisches Fachgebiete, restliche Zeit im angestrebten Spezialgebiet".
Manche Chefs haben mir auch explizit gesagt, daß sie einen nicht primär zum Internisten sondern zum Kardiologen, Nephrologen usw. ausbilden.
Jetzt hab ich ne Stelle an ner Uniklinik, wo laut Darstellung der OÄ doch mehr Breite in der Ausbildung zu erwarten ist. Die fanden es sogar gut, wenn man sich nicht gleich auf ein Gebiet einschiesst.
Ich wurde vor dem Unterschreiben des Vertrages gefragt, ob ich den "großen" Internisten oder gleich eine Subspezialisierung will. Habe ganz klar gesagt, dass ich Moment lieber ersteres wähle, mir aber gern die Möglichkeit offen lasse die subspezialisierung in der klinik zu absolvieren, meine chefin hat das so mitgetragen. siw ill lieber den breit ausgebildeten als grundlage und dann die spezialisierung.
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