Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Cyber-Mobbing
Hoppla-Daisy
17.11.2011, 20:18
Im übrigen ist an der Schule meiner Tochter tatsächlich eine Kölner Theatergruppe engagiert worden, die dort in den nächsten Tagen ein Stück mit dem Titel "rausgemobbt.de" aufführen wird. Für die älteren Jahrgangsstufen gibt es dann das Stück "rausgemobbt 2.0". Die Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern die Verhaltensweisen im Internet bewusster zu machen.
Ferner soll noch eine Veranstaltung der Initiative "Eltern + Medien" stattfinden (für Eltern und Oberstufenschüler).
Ich denke, nach diesen Veranstaltungen wird einigen Eltern wahrscheinlich ein Licht aufgehen - oder auch nicht. Zumindest nicht bei denjenigen, die nicht da waren.
Es ist wirklich gut, dass die Schule sich da auch einbringt, zumal die Schüler ja in den Pausen (und leider auch im Unterricht teilweise) nix Besseres zu tun haben, als ständig ihre Handys in den Flossen zu haben. Aber Aufklärung und Sensibilisierung durch die Eltern kann das auf keinen Fall ersetzen. Bewusstmachen der Problematik kann aber genau dazu beitragen.
Leider ist ein Problem aber auch, dass es nicht wenigen Jugendlichen schei$$egal ist, ob sie mit ihren Aktionen andere verletzen oder ihnen sogar ernsthaft schaden. DAS wiederum haben wir wohl dem allgemeinen Werteverlust zu danken. Schöne neue Welt...
Puh! Nach dem Ansehen dieses Films hatte ich irgendwie spontan das Bedürfnis, mich in die ICQ Konten meiner kleinen Schwestern zu hacken (12 und 9 Jahre), um diese dann unzugänglich zu machen... :-nix
Dann dachte ich: Man kann Kinder nicht von diesen Dingen fernhalten, sollte man vermutlich auch nicht. Allerdings muss man ihnen den richtigen Umgang wirklich von klein auf beibringen was das Preisgeben eigener Daten, Fotos etc. angeht.
Diese Netzwerke wie Facebook, StudiVZ/SchülerVZ und andere entwickeln sich jedoch häufig viel schneller als Eltern ihre Erziehung anpassen können oder wollen.
Bleibt die Frage: Wo ziehe ich Grenzen? Wo muss ich meine Kinder von diesen Entwicklungen fernhalten, weil ich keine andere Möglichkeit sehe sie zu schützen?
Alles in allem bleibt für mich immer wieder eine gewisse Angst im Hinterkopf und das jedes Mal, wenn ich meine kleinen Schwestern im ICQ online sehe... :-((
Kackbratze
18.11.2011, 16:11
Bleibt die Frage: Wo ziehe ich Grenzen? Wo muss ich meine Kinder von diesen Entwicklungen fernhalten, weil ich keine andere Möglichkeit sehe sie zu schützen?
Glücklicherweise bin ich "Vertrauensperson" eines Familienmitglieds (12 Jahre), weswegen ich versuche, seine Online-Fähigkeiten zu unterstützen und gezielt zu kontrollieren (sanft zu kontrollieren).
Facebook und StudiVZ wurden von den Eltern erst stumpf verboten, später wurde dann (man möchte speien) im Rahmen einer "hab mich lieb, ich bin dein Wochenendpapa"-Aktion ein StudiVZ-Account unter väterlicher Kontrolle angelegt und der Junge danach damit alleine gelassen. Toll, oder? (um das Beispiel der Feuerwaffe aufzugreifen) Sekunden später hat er danach heimlich einen Facebookaccount zusätzlich angelegt.
Immerhin habe ich ihn dazu bekommen fast nix zu posten, so dass die Aktion wieder im Sande verläuft, da er mit seinen Freunden sowieso telephonischen Kontakt hält und die meisten Sachen die gepostet wurden eh nur unnütz waren.
Youtubevideos postet er nicht, auch wenn das kurzfristig durch sein hormongeschütteltes Hirn durchfloss, da Klassenkameraden das auch machen. Ich hab ihn die Videos einfach anschauen lassen und danach noch ein paar private Perlen von anderen Usern gezeigt, weswegen er sich auf das anschauen wieder zurückgezogen hat. Es ist nicht cool, sich vor aller Welt lächerlich zu machen.
Auf seinem Handy hat er keinen Internetzugriff, die Konfiguration wurde entsprechend entfernt bzw. wenn er zugreifen würde, wäre es auf der Telephonrechnung sichtbar und dann müsste er sich rechtfertigen.
Ansonsten haben wir es mit einer whitelist versucht, klappt nicht, zu kompliziert. Blacklists sind noch schlechter zu führen.
Was ihm viel geholfen hat ist die Tatsache, dass wir peinliche Videos gezeigt hatten, die absichtlich und unabsichtlich ins Netz gekommen waren, wodurch er weiss, dass er damit aufpassen muss, weil JEDER auf sowas zugreifen kann.
StudiVZ und Facebook sind für ihn uninteressant und er hat die Postings dort auchschon als teilweise gefährlich erkannt. (Einbrecher, Perverse, Vollidioten)
Klar, wenn ich sehe, dass er gesurft hat checke ich den Verlauf, etc., aber bisher ist da nix Schlimmes bei gewesen. *puh*
Ich versuche ihm klarzumachen, dass das Internet nicht ein friedlicher Raum ist und das er absolut auf seine Schritte darin achten muss.
Seine Eltern sind immer am Schwanken zwischen einem stumpfen Internetverbot, was allein schon durch die Schule konterkariert wird, da gewissen Informationen nur online für die Schüler abrufbar sind, und einem laissez faire, was dann wieder, wenn er irgendwas gemacht hat, was ihnen nicht gefallen hat, mit dem stumpfen Verbot geahndet wird.
Verständnis oder Erklärungen finden nicht statt.
Wenn ich ihm auch das Internet verbieten würde, würde er alles nurnoch heimlich machen, womit die letzte Form der Kontrolle und auch der möglichen Fehlerbehebung passe wäre.
Hoppla-Daisy
18.11.2011, 16:23
Ich bin ja irgendwie froh, dass meine Tochter mich als Freundin bei Facebook "geaddet" hat. Nicht, dass ich da jetzt scharf drauf war, aber irgendwie zeigt es mir, dass sie mir doch ganz schön vertraut und nicht meint, ich würd sie da kontrollieren. Natürlich hab ich sowas wie ne Kontrolle (wenn ich das möchte), aber so lange diese Offenheit besteht, mach ich mir ehrlich gesagt keine großartigen Gedanken in Bezug auf Facebook.
Mir machen - wie im Film gezeigt - solche Videoaktionen viel mehr Schiss, die - sind wir mal ehrlich - zu schnell gemacht sind, ohne dass man da großartig drüber nachdenkt.
Clara Cecilia
18.11.2011, 17:19
I
Leider ist ein Problem aber auch, dass es nicht wenigen Jugendlichen schei$$egal ist, ob sie mit ihren Aktionen andere verletzen oder ihnen sogar ernsthaft schaden. DAS wiederum haben wir wohl dem allgemeinen Werteverlust zu danken. Schöne neue Welt...
ein sehr wichtiger Hinweis finde ich, um noch mal zum Thema zürück zu kommen - denn es geht beim Thema Cyber-Mobbing nicht nur darum, wie wir unsere Kinder, Bekannte Kinder, jüngere Geschwister e.c. davor schützen Opfer zu werden, sondern auch darum, warum heute das Hänseln und das andere Ausgrenzen, was es schon immer in der Schule gab, so extreme Formen annimmt und das liegt nicht am Internet und an den neue technischen Möglichkeiten, sondern m.E. auch daran, dass Empathie für viele ein Fremdwort ist, weil zu viele kleine Egoisten erzogen werden, das Kind (oft das Einzelkind) immer mehr im alleinigen Mittelpunkt steht und es gewohnt ist, dass nicht es sich auch mal Gedanken um andere (Eltern, Freunde, Geschwister) macht, sondern sich alles um ihn/sie dreht - will sagen wir erziehen diese neue Generation und deswegen ist es eben auch zu kurz gegriffen, nur davor zu schützen, wie man selbst clever genug ist, mit dem Internet richtig umzugehen und die Internetschritte unserer Kinder, uns bekannten Kinder e.c. wie hier so ausgiebig beschrieben, zu begleiten und heimlich zu kontrollieren
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