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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was hat euch das Blockpraktikum Allgemeinmedizin gebracht?



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Hades
23.12.2016, 09:59
Kurze und knappe Option "nix" fehlt.

Spieler29
01.01.2017, 10:48
Ich hatte vor dem Blockpraktikum schon eine ganz ordentliche Famulatur in der Allgemeinmedizin. Das Blockpraktikum war jedoch äußerst schlecht, ich konnte davon keinen Lerneffekt mitnehmen. Bedenklich empfand ich dabei die fachlichen Lücken des Allgemeinmediziners, der jedoch sehr überzeugt war von seinem falschen Wissen sowie seine nicht vorhandene Händehygiene.
Besonders witzig empfand ich, dass dieser Arzt für das Blockpraktikum der Universität prüfen und benoten durfte. Letztlich nahm ich zähneknirschend die 2 mit nach Hause mit der Aussicht, nie wieder in der Allgemeinmedizin tätig sein zu müssen und dass die Noten eh latte sind.

Mw253
06.04.2017, 21:11
Ich wurde hauptsächlich als billige Arbeitskraft benutzt. Immer schonmal Anamnese/ körperliche machen. Der HAr hat dann übernommen, und ich konnte schon den nächsten abarbeiten. Ohne Nachbesprechung oder Lerneffekt. Und dann erzählt er noch, dass er Geld dafür bekommt. Der HA war ganz klar auf das Geld als auch die Arbeitskraft der Studis angewiesen. Und er hat durchaus immer betont, dass es alles freiwillig sei. Allerdings braucht man durchaus ja den Schein und da es damals im letzten Semester vor dem Stex war, konnte ich auch schlecht abbrechen, ohne eine Semester zu verlieren. Insgesamt eine eher bittere Erfahrung.

myvan
09.04.2017, 08:28
Mein Blockpraktikum in der Hausarztpraxis eines älteren Allgemeinmediziners war auch nicht wirklich lehrreich. Die meiste Zeit hat der Arzt den erkälteten Patienten Antibiotika verschrieben, mit dem Kommentar an mich, dass es ja eigentlich nicht notwendig sei, aber dass die Patienten mit einem Rezept zufriedener aus der Praxis gehen würden.
Die Famulatur dagegen war super. Das Blockpraktikum zusätzlich war überflüssig.

WackenDoc
09.04.2017, 09:31
VIelleicht als Tipp für die, die es noch vor sich haben:
Auf der Homepage der DEGAM gibt es einige Leitlinien, genauso wie auf AWMF.de. Vielleicht pickt ihr euch da ein paar Themen raus und fragt den Hausarzt ob er einen passenden Patienten für euch hat (vielleciht mit was übersichtlichem wie Halsschmerzen oder so anfangen) oder falls er das nicht will- einfach mal abgleichen, was sagt die Leitlinie, wie wird der Patient behandelt.
Dann habt ihr vielleicht einen besseren LErneffekt.

roxolana
09.04.2017, 18:01
Ich fand mein Blockpraktikum eigentlich ganz nett. Ich habe einige Check-Up 35 selbstständig durchführen dürfen. Und der Arzt war ein sehr guter Chiropraktiker, das fand ich spannend.

SineNomine
14.04.2017, 16:49
Ich hatte vor dem Blockpraktikum schon eine ganz ordentliche Famulatur in der Allgemeinmedizin. Das Blockpraktikum war jedoch äußerst schlecht, ich konnte davon keinen Lerneffekt mitnehmen. Bedenklich empfand ich dabei die fachlichen Lücken des Allgemeinmediziners, der jedoch sehr überzeugt war von seinem falschen Wissen sowie seine nicht vorhandene Händehygiene.
Besonders witzig empfand ich, dass dieser Arzt für das Blockpraktikum der Universität prüfen und benoten durfte. Letztlich nahm ich zähneknirschend die 2 mit nach Hause mit der Aussicht, nie wieder in der Allgemeinmedizin tätig sein zu müssen und dass die Noten eh latte sind.

hatte n ähnlich sinnfreies Blockpraktikum... in der Variante hats imho in der Approbationsordnung nix zu suchen.

SevenSeals
27.11.2022, 09:08
Kann mich meinen Vorredner anschließen: Im BP hätte man auch ein Möbelstück sein können. Der Arzt war furchtbar und hat weiblichen Patienten gegenüber unangebrachte "Witzchen" gemacht.

In der Pflichtfamulatur war ich bei einem Allgemeinmediziner, der auch suchtmedizinische Betreuung macht und das hat echt sehr viel Spaß gemacht und ich hab viel gelernt.

Dooly
27.11.2022, 11:28
Ah, interessant, ein historischer Thread aus den Anfangszeiten der Pflichtfamulatur in der hausärztliche Versorgung. Ist auch interessant das ganze in 5 Jahren noch mal anzuschauen, nachdem die neue ApprO umgesetzt ist und die Unis noch mehr Lehrpraxen akquiriert haben. Vielleicht ist die Bewertung auch davon abhängig, in welchem Semester man die Praktika macht. An meiner Uni hat man i. d. R. das BP Allgemeinmedizin eher am Ende gemacht und war nahezu komplett frei in der Organisation. Umso weiter man im Studium ist, umso besser kann man einerseits Berichte von höheren Semestern einordnen und andererseits hat man ja auch selbst nen klareren Fokus. Ich kenn eigentlich nur Leute, die zufrieden waren. Famu haben manche auch einfach direkt nach dem 1. klinischen durchgemogelt. Hier gibt es bekanntermaßen Adressen, wo man einfach die Unterschrift bekommt.

Bei mir war beides sehr lehrreich. Hatte die Famu bei ner Kinderärztin nach dem 6. Semester gemacht. U-Untersuchungen/Meilensteine, Impfschema, häufige Infektionserkrankungen, häufigsten Anlässe für Notfallvorstellungen haben sich während der Arbeit so eingeprägt, dass ich es bis zum M2 recht gut abrufbar hatte und mir die Erfahrungen sogar heute noch was bringen. In meine Famulaturzeit fielen auch zwei Dienste in der Notfallpraxis, sowie sehr viele Dienste auf der benachbarten Geburtenstation. Ich hab mich sehr gut mit den MFAs verstanden und hab auch einige MFA Aufgaben übernommen, weil seitens der Praxis die Option bestand, dass ich dort als Aushilfe anfange zu arbeiten, was ich mich nicht getraut habe, in aller Deutlichkeit abzulehnen, weshalb ich gewissermaßen ein bisschen eingearbeitet wurde. Die Ärztin war ein richtiges Arschloch. Noch nie so einen schlimmen alten Menschen persönlich getroffen. Die Person war auch echt mal eine Lehre fürs Leben.

BP war dann im 9. Semester in einer sehr gut laufenden Schwerpunkt- und hausärztlichen Praxis, die ich schon seit dem 1. Semester über meinen Hiwi Job kenne, weil es auch ne Studienpraxis ist. Die ersten ca. 4 Tage hab ich mir jeden Bereich einmal anschauen sollen, Terminsprechstunde/hausärztliche Versorgung, Akutsprechstunde, Hausbesuch, „Funktion“ usw. und danach durfte ich aussuchen, was ich machen will. Hab mich für die Akutsprechstunde entschieden. Da hatte ich dann mein eigenes Behandlungszimmer, mir wurden Patient*innen zugewiesen, die ich erst allein gesehen hab, dann ner Ärztin oder nem Arzt vorgestellt hab, noch mal kurz zusammen gesehen und dann gemeinsam dokumentiert.

FuchsiBuchsi
27.11.2022, 16:23
Das BP Allgemeinmedizin hat mich vollkommen von der Idee Allgemeinmediziner zu werden geheilt. Dieser kleine Keim wurde erfolgreich erstickt.
Ne, also von 8 bis 21 Uhr in der Praxis zu arbeiten, in der vermeintlich langen Mittagspause die Hausbesuche zu machen, 20 Uhr noch Patienten anzurufen, dass man noch Impfstoff für heute übrig hat.... ne, sicher nicht. Ich würde mich nicht als unmotiviert bezeichnen, aber das ist keine langfristige Perspektive. :-keks

Dooly
27.11.2022, 17:07
Übel, auf solche Arbeitszeiten hätte ich auch keinen Bock. Ja, das ist auch ein sehr relevanter Unterschied zu den Praxen, in denen ich war. Für mich war es genau andersherum: Praxis und insbesondere hausärztliche Versorgung hätte ich vorab komplett ausgeschlossen, aber nach den Praktika fand ich den Job gar nicht so schlecht.