Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mehr Molekularbiologie im Studium?
Das Problem ist halt einfach, dass einerseits Medizinstudenten ein verdammt heterogener Haufen sind bezüglich ihrer Perspektiven, und andererseits das Medizinstudium halt kein klassischens Naturwissenschaftliches Studium ist, sondern ein bunter Mix aus naturwissenschaftlichen Grundlagen und akademisierter Berufsausbildung. Und irgendwie muss man das alles in 6 Jahren unterbringen, und gleichzeitig allen gerecht werden.
Also ich fänd es auch interessant, wenn zusätzliche Kurse für wissenschaftlich Interessierte angeboten würde. Aber auf freiwilliger Basis bitte (viele Unis machen es ja schon)!
tja, zu spät...
Leelaacoo
14.01.2012, 20:30
Tja, wenn dann in einem Krankenhaus dann alle fleißig forschen, dann wird man merken, dass leider keiner mehr in der Ambulanz sitzt...
Die, die total tolle Molekularbiologen werden wollen, sollen dies bitte werden...die, die mit 29 jahren habilitieren wollen und ihr Labor lieben....bitte, gerne....
Der Rest von uns hängt dann mal locker von Wissen unbefleckt in Ambulanzen, Intensivstationen, OPs und versorgt total banal die Patienten.
Meine Erfahrung: ich weiß, wo was steht, wenn ich was wissen will...zur Not auch Studien, für mehr habe ich weder Zeit noch Kopf und bis ich mir heute morgen die Grundlagen der Thrombophilie und der Gerinnung hergeleitet hätte, wäre die Patientin, die wir reanimiert haben einfach mal tot gewesen...mit gutem alten "Handwerk" wars dann doch einfacher und erfolgreicher. Und deswegen braucht man nicht meh Theorie, sondern einfach mehr Praxis im Studium...aber das ist ein altes Lied...und die Medizin ist was Titelgeilheit und Paperwut angeht einfach hoffnungslos. Ich finde, wer forschen will, soll die gerne und Vollzeit tun...wer als Arzt an der basis arbeiten will, soll bitte von abstrusen Forschungsvorhaben entlastet werden...eierlegende Wollmilchsäue sind grundsätzlich weder gut in dem Einen noch in dem Anderen, Ausnahmen bestätigen die Regel.
LG Lee (hab Rücken nach dem Drücken....und morgen wieder Dienst, ganz ohne molekulare Problematiken)
(und bevor das Argument kommt, dass das "Handwerk" auch der Forschung zu verdanken ist...ganz klar, da danke ich auch dafür...und der Patient...aber trotzdem muss ja nicht jeder Mediziner die Welt neu erfinden...sonst müssten wir ja alle Kinder in Höhlen aussetzen, damit die schön selbständig evolutionieren, als Eigenleistung sozusagen)
Ich finde, wer forschen will, soll die gerne und Vollzeit tun...wer als Arzt an der basis arbeiten will, soll bitte von abstrusen Forschungsvorhaben entlastet werden...eierlegende Wollmilchsäue sind grundsätzlich weder gut in dem Einen noch in dem Anderen, Ausnahmen bestätigen die Regel.
Seh ich auch so. Habe auch zwangsweise "so nebenbei" forschen müssen, habe es gehasst, weil ich einfach keine Zeit dafür hatte und rausgekommen ist natürlich auch nichts dabei. (Wie war der Slogan? Forschung ist die beste Medizin...)
Coxy-Baby
14.01.2012, 20:40
LG Lee (hab Rücken nach dem Drücken....und morgen wieder Dienst, ganz ohne molekulare Problematiken)
darf ich dir da den Lucas empfehlen, er ist zwar nicht promoviert oder habilitiert und hat auch keine molekularbiologischen Grundlagen, verrichtet aber trotzdem seine Arbeit zuverlässig, kaum zu glauben aber wahr.... ;-)
papiertiger
14.01.2012, 21:48
bah, ne, ganz böses, lautes teil. *schüttel*
Und ja - ich denke auch, wenn es an etwas fehlt, dann doch eher an der Praxis. Heterogenität und dass nur ein kleiner Teil der Absolventen überhaupt in die Forschung möchte ist die eine Seite - als noch stärkeres Argument gegen "mehr Molekularbiologie" empfinde ich persönlich aber was hier auch schon angesprochen wurde, nämlich dass, aus der Sicht der Medizin, die Molekularbiologie nur eine von sehr vielen Hilfswissenschaften ist. Warum dann nicht auch mehr Statistik, mehr Psychologie, Soziologie, mehr Physik/Medizintechnik/Ingenieurswissenschaften?
Fassen wir zusammen:
Wir haben die eine Fraktion, die größtenteils noch nicht studiert und sich Gedanken darüber macht, dass man mit einem besseren Verständnis der Molekularbiologie plötzlich die Medizin revolutionieren kann, und auf der anderen Seite die, die das Studium weitestgehend hinter sich haben und eigentlich nur in Ruhe praktisch arbeiten wollen, und in die Forderung nach mehr Molekularbiologie im Studium ihre schlechten Erfahrungen mit aufgezwungener Forschung projizieren...
Das ist auf dem besten Weg, ne Popcorn-Diskussion zu werden ;)
Kann man sich nicht einfach vertragen? ;)
Kackbratze
15.01.2012, 00:05
Du hast die Postings nicht gelesen oder nicht verstanden.
Deine Zusammenfassung ist nicht korrekt.
Versuch es doch erneut!
@ Kackbratze:
ach, bezogen auf den Teil, der nach meinem vorherigen post kam, bin ich mit meiner zusammenfassung eigentlich ganz zufrieden, danke! Zum Rest hab ich meine Meinung ja schon geschildert gehabt. Aber du hast es wahrscheinlich nicht gelesen oder nicht verstanden...
LG Lee (hab Rücken nach dem Drücken....und morgen wieder Dienst, ganz ohne molekulare Problematiken)Musst Du arme selber drücken? Ich mach's mir immer am Kopfende gemütlich und bastel was mit den Atemwegen... ;-)
Da stehen doch immer soviele andere rum, die drücken können...
Leelaacoo
15.01.2012, 19:00
Musst Du arme selber drücken? Ich mach's mir immer am Kopfende gemütlich und bastel was mit den Atemwegen... ;-)
Da stehen doch immer soviele andere rum, die drücken können...
Lyse und überbordender weiblicher Reproduzierungsdrang der Pflegekolleginnen ( = 3 Schwangere in der Schicht) verhindern bisweilen meine königliche Am-Kopf-Stellung...und an tolle Dinge wie Lucas mag man bei uns ja garnicht denken...immerhin hat man sich schon nach Drängelei meinerseits dazu durchgerungen, eine (!) EZ-IO zu bestellen, statt weiter BIGs zu verschießen...
Zum Thema gibts eher daher wenig zu sagen, weil Studium und Arbeit einfach derart auseinanderliegen, dass eine Disskussion von beiden Seiten grundsätzlich eher schlecht funktioniert...ich habe gerne Biochemie gelernt (Asche auf mein Haupt...), aber an die meisten Dingen habe ich aktuell nur noch stark verschwommene Erinnerungen und vermisse auch nicht das blinde Aufsagen diverser Zyklen...ich hab aber das Buch noch...und bisher nie wieder die Zeit oder die Notwendigkeit gehabt, mich da wieder hinein zu vertiefen...aber das Studium war doch so weit ausführlich in diesen Dingen, dass ich zumindest glaube, dass ich mich wieder einarbeiten könnte, wenn man mir die Pistole auf die Brust setzt und 6 Monate bezahlten Urlaub gibt ;-)
Reicht doch!
LG Lee
Kyutrexx
15.01.2012, 19:54
*lach* ... vielen Dank, ich glaub das trifft den Nagel auf den Kopf :D.
Ist übrigens nicht nur im Studium so: ich erinnere mich noch an meine Ausbildung ... was ich da gelernt habt ... pfff ... 50% haste danach nie wieder gebraucht.
DAMALS wusste ich zumindest mal, was Normalisierung relationaler Datenbanken ist, aber da krähte nie wieder n Hahn danach ^^.
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