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FataMorgana
09.02.2012, 07:18
Guten Morgen!

Ich habe eine Frage an die anästhesiologisch Beschlagenen unter Euch:

Verwendet Ihr für die Einleitung bei einer Notsectio noch Succinylcholin?

Ich muss nächste Woche einen Vortrag halten und möchte da ein kleines Fallbeispiel basteln...

Vielen Dank schon mal für Eure Antworten!

mainzer
09.02.2012, 09:33
ja, succi....reichlich...
vorsicht..."verklumpt" mit thiopental soweit ich das grad im kopf hab....immer schön kräftig mit nacl/stero/ringer...nachspülen

ansonsten kann man mal nach seiten/aussagen/papern von frau gogarten aus münchen suchen...die in vielerlei hinsicht die geburtshilfliche anästhesie im positiven sinne revolutioniert....fentanyl zur einleitung ohne nennenswerte apnoe des kindes und so....sehr spannend :-)

Sebastian1
09.02.2012, 09:54
Wir verwenden ebenfalls Thiopental plus Succi.

Und was Frau Gogarten anbelangt; ich habe sie bisher zweimal auf Fortbildungen erlebt, einmal bei uns zum Thema peripartale Notfälle und dann auf dem Repetitorium Anästhesie in MS letztes Jahr, und ich kann dir nur Recht geben, bei geburtshilflicher Anästhesie macht sie wirklich tolle Sachen. Leider sind die noch nicht weit verbreitet.

Brutus
09.02.2012, 10:04
Ich kenn es auch nur mit Trapanal und (genügend) Succi. Fr. Gogarten habe ich mal in MS erlebt. War sehr interessant, was sie so erzählt hat. Leider ist vieles eben nur mit vernünftigen Chefs durchsetzbar...
Aber Fentanyl zur Einleitung wäre v.a. für die Patientinnen eine vernünftige Sache. :-meinung:

Evil
09.02.2012, 12:40
Vor 6 Jahren hab ich das in meinem damaligen Haus mit Tiopental (lecker Knobi), Succi und dann Sevofluran satt eingeleitet. Und sobald das Würmchen draußen war, gab es dann ordentlich Dipi.

mainzer
09.02.2012, 14:07
also mein chef setzt das konsequent um...notsectio's bekommen 0,1 µg fenta zum schnitt...
hatten bis jetzt noch keine atemdepression....bis auf die meines hintergrund-oa's neulich, als ich's geben wollte.. :-)

gnuff
09.02.2012, 17:33
Ich leite alle RSI mit Opiat ein, allerdings nicht Fenta, weil die Anschlagszeit da viel zu lang ist... Alfentanil oder Remifentanil sind da besser geeignet. Die Notsectio ist die einzige Ausnahme, die bekommen weiterhin kein Opiat, aber nicht wegen der zu befürchtenden Atemdepression, sondern wegen der Zeit. Momentan liegen unsere Zeiten für Alarm bis Baby draussen bei 4 - 6 min und das obwohl wir durchs ganze Haus rennen müssen. Pento und Sux haben wir aufgezogen im Notsectiosaal liegen... Opiate müssten extra aufgezogen werden und da würde Zeit verloren gehen. Opiate gibts sobald Zeit dafür ist, meistens ist das Kind da aber schon raus...
Zur Eingangsfrage: Ja, die Alternative wäre Esmeron hochdosiert, aber wir haben letztes Jahr schon Suggamadex gegeben, das ist erst 2015 wieder im Budget... ;-)

Evil
09.02.2012, 17:48
Oder 2 Tage nachbeatmen :-D

gnuff
09.02.2012, 18:07
Oder 2 Tage nachbeatmen :-D

Wobei das wahrscheinlich immer noch billiger ist als Suggamadex zu geben... :-))

FataMorgana
09.02.2012, 23:10
Vielen Dank für die rege Beteiligung!

Das Fallbeispiel, mit dem ich einsteigen möchte, habe ich einer älteren Publikation entnommen. Dort ist die Rede von einer 60 kg schweren, 27jährigen Schwangeren. Es wurden 90 mg Succinylcholin gegeben - wäre das auch heute noch eine real vorkommende Dosis?

Brutus
10.02.2012, 09:30
Jo, würde ich auch so machen. Und weil ich "einfach" denke kommen die restlichen 10 auch noch rein. :-))
Eigentlich wären ja 60mg die "normale" Dosis, aber zur Sectio ohne Opiat und ggf. noch nicht voll angeschlagenem Trapanal möchte ich schon gescheite Verhältnisse haben. Also 1,5faches KG, aufgerundet zur runden Summe...

FataMorgana
10.02.2012, 09:43
Nochmals vielen Dank für die Antwort. Hat jemand von Euch schon mal eine postoperative Apnoe durch Butyrylcholinesterasemangel oder gar eine maligne Hyperthermie nach Gabe von Succinylcholin erlebt?

ehemalige Userin 24092013
10.02.2012, 10:57
Altes KH: Thiopental, Fenta und Succi. Aktuelles KH: Hypnomidate, Fenta, Succi.

Ich hatte noch keine Notsectio in diesem "Ausmass" aber alle anderen Succigaben (bei sonstigen RSI) liefen ohne MH ab. *frohbin*

ehemalige Userin 24092013
10.02.2012, 10:58
Auch kein Butyrylcholinesterasemangel .

Markus-HEX
10.02.2012, 11:15
Wenn wir schon bei der Sectio sind, wie orientiert ihr euch mit dem Narkosegas (bei uns eigentlich fast immer Sevo)? Es kann ja Dosisabhängig eine Uterusrelaxation machen und somit eine atone Nachblutung bestärken.

Ansonsten:

2009 gabe es Stellungnahmen der Berufsverbände und Zeitschriftenbeiträge zu gyn. Anästhesien:
Na-Citrat Trinklösung bei allen Anästhesien
Weiterhin immer RSI, meist Thiopental, Succi (ich hätte bei der 60 kg Dame etwa 250 - 300 mg Trapanal und 100 mg Succi gegönnt).
geringste fetale Atemdepression natürlich ohne Opioid, wenn Opioid, dann scheint ein Remifentanil-Bolus von 0,3-0,5 μg/kg KG zur Intubation (und Perfusor nach Abnabelung) am geeignetstens zu sein, falls eine fetale Wirkung da sein sollte, hält sie nur kurz an. über die Opioidgabe ist der Pädiater zu informieren. Allerdings keine Erfahrung damit, Remifentanil haben wir nicht ständig gebrauchsfertig verfügbar, bei einer Notsectio fehlt dazu die Zeit

FataMorgana
11.02.2012, 12:14
Ich habe mich jetzt im Fallbeispiel für 90 mg Succinylcholin, 250 mg Thiopental und eine Narkose mit Sevofluran entschieden. Das erscheint mit halbwegs real - oder hat jemand Einwände dagegen?

FataMorgana
11.02.2012, 12:27
Noch ein paar Fragen:

Succi 1%, 2% oder 5%?

Weitere Medikamentengaben während der Sectio?

gnuff
11.02.2012, 12:48
Ich habe mich jetzt im Fallbeispiel für 90 mg Succinylcholin, 250 mg Thiopental und eine Narkose mit Sevofluran entschieden. Das erscheint mit halbwegs real - oder hat jemand Einwände dagegen?

Mit 250mg Pento ohne Opiat würde ich Dir auf die Finger hauen... ganz ehrlich, ich finde das ist deutlich zu wenig für eine RSI wenn man sich an das "R" hält. Da bekommt die werdende Mama aller Voraussicht nach noch einiges von der Intubation mit. 90mg Succi ist ausreichendend, aber ich denke, das würde niemand machen... 75mg oder 100 ist (bei mir) normal...

FataMorgana
11.02.2012, 12:51
300 mg Thiopental, oder noch mehr?

Miss
11.02.2012, 13:01
Wir geben meist 500mg Thiopental, das ist der Standard (plus besagte 100mg Succ.). Wenns mal wirklich mit ganz viel Gerenne und ganz suboptimalen Bedingungen (noch keinen Zugang etc.) abläuft, ist die Pflege dankbar, wenn sie nicht groß nachdenken muß. Wenn die Situation relativ geplant ist und ich ne ganz kleine, zierliche Mama habe, dann laß ich auch mal nur 400mg geben, aber ehrlich gesagt, lieber ein bißchen zuviel als zuwenig, ist ja so schon maximaler Stress für die werdende Mutter, und den Blutdruck kriegt man ganz schnell wieder in den Griff.

Opioid und Gas gibts bei mir erst, wenn das Kind draußen ist. Das geht ja meist super schnell...30 sek. bis 2 min nach Schnitt, außer es gibt irgendwelche Probleme. Aber ein bißchen Opioid macht die Kinder auch nicht schlechter.