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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Approbation und Psychotherapie-Problem?



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wjsl
15.02.2012, 22:53
Ich hab das PJ schon hinter mir; bei der Eingangsuntersuchung hieß es das sei nicht so schlimm, und die haben nur HBV-Antikörpertiter bestimmt, und eben normales Blutbild. Das hat dann gepasst und keiner hat mehr was gesagt. Aber Approbation ist halt schon was "Größeres"; dachte ich zumindest. Bewerbungen dann erst recht...

Feuerblick
15.02.2012, 22:56
Du hast dir die Aussage von Wackendoc zur Eigen- und Fremdgefährung aber schon durchgelesen, oder? Es geht darum, dass man aus gesundheitlichen Gründen niemandem (auch nicht sich selbst) einen Schaden zufügt. Das hat auch aber nicht ausschließlich etwas mit Leistungsfähigkeit zu tun. Und nein, das ist keine Diskriminierung! Du bekommst fast immer eine Approbation. Suchterkrankungen oder schwere psychische Störungen, bei denen einfach absehbar ist, dass andere Schaden nehmen könnten, fallen allerdings raus. Ein gut eingestellter Epileptiker wird seine Appro bekommen, keine Frage. Warum sollte jeder einen HIV-Test machen? Zum einen gibt es sehr definierte und gut vermeidbare Übertragungswege für diese Krankheit und zum anderen gibt es durchaus Erkrankungen, die sich leichter übertragen lassen und auch nicht gerade förderlich für die Gesundheit und langes Leben sind :-nix Um HIV würd ich mir da wirklich zu allerletzt Gedanken machen...

Deinen Impfpass brauchst du für die Einstellungsuntersuchung. Mit deiner Approbation hat er nichts zu tun. Warum auch? Wir haben hier in Deutschland schließlich keinen Impfzwang. Wenn du meinst, du möchtest nicht geimpft sein, dann ist das deine Entscheidung und im Falle einer Infektion von dir selbst oder anderen auch ganz alleine dein Problem und dein Gewissen. :-nix

Im übrigen finde ich deinen mangelnden Kenntnisstand in diesen Dingen für einen PJler oder eine PJlerin schon ganz schön erschreckend...

wjsl
15.02.2012, 23:09
Warum? Mir war einfach nicht klar, woran man fest macht, wer ab welchem Punkt eine Gefährdung darstellt. Was ist eine "schwere" psychische Erkrankung? Wo fängt das an, und wo hört es auf? So unproblematisch beantwortbar scheint mir die Frage nämlich nicht zu sein.

Das mit dem HIV-Test war nur ein Beispiel. Mit dem ich ebenso ausdrücken wollte, dass die Beurteilung "gefährdend" nicht ganz so leicht zu stellen ist, wie das hier dargestellt wird. Klar müsste man mehrere Erregertestungen machen, würde man es ganz genau nehmen; was die Problematik verdeutlicht.

Ich bin übrigens geimpft; hab nur den Pass verloren. Ja, das war fahrlässig, aber ich kann es leider nicht mehr ändern.

Keenacat
16.02.2012, 09:40
Das is aber nicht wirklich dein Ernst, oder?

Nochmal: Dieser Wisch zur Approbation bezieht sich nicht auf aktuelle Arbeitsfähigkeit, du kannst ihn auch bekommen, wenn du beispielsweise grad ne Leukämie hast. Die Ausübung des Berufs ist dir dann nämlich grundsätzlich möglich, stellt für dich keine Gefahr dar und deine Krebserkrankung ist auch keine Gefahr für andere.
Ich zitier das mal für dich aus der ÄAppO:

6. eine ärztliche Bescheinigung, die nicht älter als einen Monat sein darf, aus der hervorgeht, dass der
Antragsteller nicht in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des Berufs ungeeignet ist
Du musst dafür schon komplett zur Ausübung ungeeignet sein. Das träfe zum Beispiel zu, wenn du wie bereits erwähnt aktuell süchtig bist (Zugang zu Medikamenten und Gefahr für andere im berauschten Zustand) oder für eine floride Schizophrenie.
Infektionskankheiten machen dich nicht zur Berufsausübung ungeeignet, das gilt auch für HIV. Deshalb fragt da auch keiner nach. Der Beruf stellt für dich keine Gefahr dar und bei den vorausgesetzten Vorsichtsmaßnahmen stellst du auch keine außergewöhnliche Gefahr für andere dar.

Es kommt ja nicht von ungefähr, dass man diese Bescheinigung so problemlos von jedem ausstellen lassen kann. Wenns "nicht so einfach" wär, würd man ja zumindest mal einen Gang zum Amtsarzt erwarten.

WackenDoc
16.02.2012, 12:28
Übrigens habe ich geschrieben, dass Epilepsien zu Einschränkungen führen KÖNNEN.
Und nochmal die Frage: Wie willst du die Leistungsfähigkeit messen? Willste bei jedem nen Belastungs-EKG machen? Und welchen PWC würdest du da zugrunde legen?

Wie schon ausgeführt wurde, geht es im Wesentlich um aktive Suchterkrankungen und Psychosen. Die meisten anderen in Frage kommenden Krankheiten führen in der Regel dazu, dass das Medizinstudium nicht erfpolgreich abgeschlossen werden kann.
Die Impfungen haben- wie schon erläutert wurde- rein gar nichts mit der Approbation zu tun. Das ist eine arbeitsmedizinische Angelegenheit. Von denen solltest du allerdings schonmal gehört haben (Stichwort: G42)

Zum Thema HIV und Hepatitiden bei Ärzten gibt es übrigens reichlich Artikel in den entsprechenden Fachzeitschriften.