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ehem-user-19-08-2021-1408
24.03.2012, 06:06
Ich vermute eher sogar, es wird der gegenteilige Effekt auftreten:
Alle Studenten fangen an Allgemeinmedizin zu hassen und es wird in 5-10 Jahren noch weniger Hausärzte geben.

Außerdem müsste man ja schon fast die Approbationsordnung ändern.... Wie bitte will man 6000-7000 Praxen finden, die die PJ Anforderungen halbwegs erfüllen sollen.

UNIBOOKS
24.03.2012, 11:33
Ob ein Pflichttertial das Problem lösen wird kann ich nicht sagen, aber auch in der Chirurgie und Inneren
gibt es Nachwuchsprobleme, vorallem aber in der Chirurgie. Wenn ich mich nicht täusche gibts schon ein Chirurgie Tertial im PJ. Trotzdem faziniert es nicht jeden, und trotzdem fehlen angehende Chirurgen.

Das gleiche könnte man auch auf Hausärzte bzw. Allgemeinmediziner übertragen, wobei die Ihre besonderen Probleme haben, wie z.B. Finanzierung der Praxen, wurde aber weiter oben schon erwähnt. Ganz ehrlich ist das überhaupt noch Zeitgemäß.:-nix

Lizard
04.05.2012, 16:42
http://openpetition.de/petition/online/pflichttertial-allgemeinmedizin-verhindern

Shizr
09.05.2012, 12:40
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/klinikmanagement/article/812821/zankapfel-allgemeinmedizin-pj.html
Jetzt wird auch noch von einem Pflichtquartal gesprochen, was eine noch dämlichere Idee ist als das Pflichttertial.

Der dumme, unverschämte Kommentar von Herrn Weigeldt bezüglich des Examens setzt dem ganzen noch die Krone auf.


Und was der Mann für Vorstellungen von der Attraktivität seiner Fachrichtung hat, entbehrt jeden Kommentares.
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/812077/bundesrat-pj-pflichtquartal-allgemeinmedizin.html

WackenDoc
09.05.2012, 13:05
Ist schon erschrecked, wie weltfremd man sein kann.

Ich denke übrigens, dass ein großer Teil des Problems in der Haltung der universitären Kollegen uns Allgemeinmedizinern gegenüber liegt.
Da ist man doch schon als "normaler" Krankenhausarzt nur noch Mediziner zweiter Klasse.
Und man kann sich mal anschauen, wie viel Platz Allgemeinmedizin im Studium überhaupt einnimmt.

Keenacat
09.05.2012, 16:34
Und was der Mann für Vorstellungen von der Attraktivität seiner Fachrichtung hat, entbehrt jeden Kommentares.
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/812077/bundesrat-pj-pflichtquartal-allgemeinmedizin.html


Laut der Tischvorlage für die Abstimmung im Bundesrat sollen die Universitäten zunächst für zehn Prozent der Studierenden einen PJ-Platz in der Allgemeinmedizin anbieten, später soll die Quote auf 20 Prozent steigen.
Das macht doch überhaupt keinen Sinn, wenn das ganze zum Pflichtteil erhoben wird? Wie will man da denn den Bedarf an Plätzen decken, mit popeligen 10 bis 20%? :-???

Healix
09.05.2012, 16:47
Wobei ich Quartale an sich keine schlechte Idee finde, aber eher mit entgegengesetztem Verwendungszweck - zwei Wahlfächer wären bestimmt für viele Studenten schön, und schaden wirds keinem. Aber Quartale nur, damit dann noch mehr Pflichtfächer durchgesetzt werden können, ist doch Schwachsinn.

Shizr
09.05.2012, 17:00
Wie will man da denn den Bedarf an Plätzen decken, mit popeligen 10 bis 20%? :-???
Alter Entwurf. Der war noch gut und sinnvoll.

Ursprünglich ging es ja in Bezug auf die Allgemeinmedizin um zwei Dinge.
Blockpraktikum zwei statt einer Woche (durchaus sinnvoll, keine Frage, man könnte wohl auch noch andere Blockpraktika verlängern)
Unis müssen zukünftig PJ-Plätze verpflichtend für 10%, später für 20% vorhalten. Ebenfalls sinnvoll, obwohl ich mich frage, wie viele Unis Leuten das Allgemeinmedizin-PJ verweigern müssen, weil nicht genug Plätze da sind.


Dann wurde die bescheuerte Idee vom Pflichttertial geboren, später die noch bescheuertere vom Pflichtquartal und jetzt haben wir den Salat.


Schön mit anzusehen btw, wie die anderen Fachverbände an einem Strang ziehen und eine gemeinsame Stellungnahme herausgeben, Tenor "Lasst den Scheiß". MB, Hartmannbund und bvmd vertreten so ziemlich die gleiche Auffassung.
http://www.bdi.de/allgemeine-infos/aktuelle-meldungen/ansicht/article/vierteiliges-praktisches-jahr-fuer-medizinstudierende-gefaehrdet-qualitaet-der-aerztlichen-ausbildun.html


Und was sagt Herr Weigeldt vom Hausärzteverband? Man dürfe die Studentenproteste nicht zu ernst nehmen, die würden schließlich auch das Examen ablehnen, wenn man sie fragen würde.


Ich fänd ein Quartals-PJ übrigens auch mit hypothetisch zwei Wahlfächern groben Unfug. Bei der Tertialsregelung seh ich wesentlich mehr Spielraum für Rotationen innerhalb der Pflichtbereiche Innere und Chirurgie.
Alternativ, im Sinne eines echten Kompromisses:

Innere, Chirurgie, Allgemeinmedizin sind PJ-Pflichttertiale. Zwei davon nach eigener Wahl muss man machen, das dritte Tertial ist wie bisher ein reines Wahlfach.

epeline
09.05.2012, 17:01
Der dumme, unverschämte Kommentar von Herrn Weigeldt bezüglich des Examens setzt dem ganzen noch die Krone auf.

:-meinung Fühlte mich dadurch auch ziemlich beleidigt!

Keenacat
09.05.2012, 17:04
Alternativ, im Sinne eines echten Kompromisses:

Innere, Chirurgie, Allgemeinmedizin sind PJ-Pflichttertiale. Zwei davon nach eigener Wahl muss man machen, das dritte Tertial ist wie bisher ein reines Wahlfach.

Smart. *gefaelltmir*

Healix
09.05.2012, 17:16
Smart. *gefaelltmir*

Ich vermute aber mal, dass das mancher chirurgischen Abteilung gar nicht gefallen würde :D

Keenacat
09.05.2012, 17:18
Ich vermute aber mal, dass das mancher chirurgischen Abteilung gar nicht gefallen würde :D

Das gilt auch für die Internisten. :-))

Healix
09.05.2012, 17:42
Naja, tendenziell würden wohl eher mehr Leute Allgemeinmedizin + Innere wählen als Allgemeinmedizin + Chirurgie... Aber ich finde Quartale mit 2 Wahlfächern wirklich eine gute Idee. Die wenige Stunden bis wenige Tage dauernden Kurse für die meisten Fächer erlauben doch keinen echten Einblick, und es dürfte doch genug Leute geben die sich Einblicke in mehr als ein Wahlfach wünschen. Dass man in manchen Häusern in Chirurgie / Innere nicht gut rotiert liegt ja nicht unbedingt an der Dauer des Tertials / Quartals / whatever, und von 4 auf 3 Monate zu kürzen macht ja nicht allzuviel aus. Zudem ein Tertial ja durch die Fehltage quasi immer nur aus 3 Monaten besteht...

epeline
09.05.2012, 17:58
naja, die fehltage bleiben dabei hoffentlich trotzdem erhalten!

könnte mir bei quartalen dann aber vorstellen, dass man nciht mehr alle am ende nehmen darf odre so....

Feuerblick
09.05.2012, 18:04
Der Witz ist doch auch, dass man von Seiten Allgemeinmediziner gar nicht ad hoc ausreichend PJ-Plätze (sprich: Betreuung, Untersuchungszimmer etc) zur Verfügung stellen KÖNNEN und das Ganze selbst bei langfristiger Planung einen Haufen Geld kosten wird. Von der Suche nach "lehrfreudigen" Allgemeinmedizinern reden wir mal gar nicht. Da dürfte es einige geben, die sich schöneres vorstellen können, als zwischen Budget und Regelleistungsvolumen auch noch mehr oder weniger motivierte Studenten zu betreuen... :-meinung Aber man hat ja beim HEx auch nicht auf die dummen Studis gehört - will es aber jetzt wieder zurück zum alten "vor PJ UND nach PJ eine Prüfung" zurückdrehen und verkauft das dann auch noch als geniale neue Idee :-wand

Miyu
09.05.2012, 18:04
Herr Weigeldt ist ja einer von der ganz smarten Sorte....

Brutus
09.05.2012, 18:12
Aber man hat ja beim HEx auch nicht auf die dummen Studis gehört - will es aber jetzt wieder zurück zum alten "vor PJ UND nach PJ eine Prüfung" zurückdrehen und verkauft das dann auch noch als geniale neue Idee :-wand

Ja, aber wenn man die doofen Studis fragt, dann lehnen die ja sowieso das Examen ab. :-))

Ich finde vor allem gut, dass erstmal nur für 10% der Studenten Platz geschaffen werden soll, später dann 20%.
Wie stellen die sich das denn vor? Es wird gelost, wer verpflichtend zum Allgemeinmediziner muß? Oha! Klage, ick hör dir trapsen! Andernfalls können ja nur 10% des Jahrgangs überhaupt zur Prüfung zugelassen werden...

Feuerblick
09.05.2012, 18:16
Seit wann beschäftigen sich denn Politiker mit stichhaltigen Argumenten und solchen überflüssigen Details?? :-)) Schon gar während des Wahlkampfes... Nee, nee, Brutus... du glaubst auch noch an das Gute im Politiker, oder? ;-)

Evil
09.05.2012, 19:30
Naja, daß der Hausärzteverband so ein Herumwurstelverein ist, ist ja nix neues, man denke nur an das bayerische Debakel mit der Rückgabe der KV-Zulassungen. Und Herr Weigelt als oberster Bonze macht da keine Ausnahme.

Ich weiß schon, warum ich nicht in dem Bonzenverein bin.

StellaMaris
10.05.2012, 09:50
[...]
Alternativ, im Sinne eines echten Kompromisses:

Innere, Chirurgie, Allgemeinmedizin sind PJ-Pflichttertiale. Zwei davon nach eigener Wahl muss man machen, das dritte Tertial ist wie bisher ein reines Wahlfach.

So fände ich es auch gut und annehmbar. Auch mit einer Aufteilung in Quartale könnte ich mich noch eher anfreunden als mit drei Pflichttertialen und gar keiner Wahlmöglichkeit fürs PJ mehr.
Das Medizinstudium bietet sowieso schon sehr wenige individuelle Gestaltungsmöglichkeiten, da sollen einem die wenigen Wahlmöglichkeiten, die man hat, nicht auch noch genommen werden.

Und der Kommentar von Herrn Weigeldt mit dem mißratenen Bezug aufs Examen ist unter aller Schublade - so begeistert man angehende Mediziner bestimmt nicht für sein Fach!