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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anästhesie- was sollte man "mitbringen"?



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wjsl
07.04.2012, 21:42
An meinem PJ Haus waren alle in der Anästhesie zufrieden, die Jungassistenten meinten gut eingearbeitet worden zu sein, konnten jederzeit fragen oder Hilfe holen, mussten erst nach eineinhalb Jahren Dienste machen, und Pausen wurden regelmäßig gewährt, auch ein rechtzeitiger Dienstschluss. In den anderen Fächern war es nicht so; denke dass du insofern gute Chancen auf ein humanes Arbeitsklima hast, insgesamt betrachtet.
Sicher wird es oft kritische Situationen geben, aber das ist auch in anderen Fächern so. Wenn du es machen willst würde ich es einfach probieren, du kannst ja immer noch wechseln.

Evil
08.04.2012, 18:10
@Brutus: das sind halt die üblichen Vorurteile: Anästhesisten geben erstmal viel zu viel Volumen, wogegen Internisten knausern und sich erstmal 3 Stunden Gedanken über die genaue Medikamentendosierung machen :-D

MuluGulu
09.04.2012, 12:34
Ich kann dem studentischen Kollegen nur den Tipp geben: Famulieren, famulieren, hospitieren, Praktika.
Was ich dabei gelernt habe: Es gibt unter Anästhesisten Technikfreaks, Super-Hirne, In-anderen-Fachrichtungen-"Gescheiterte", Mütter, Väter und welche, die genau wegen einer Familie Anästhesie machen, es gibt Karrieremenschen und welche mit zeitraubenden Hobbys, die gern pünktlich Feierabend haben, Rettungsrambos und total Entspannte.
Und trotz aller Evidenz find ich es super, dass jeder Anästhesist/in seine Suppe irgendwie anders kocht. Das fängt mit dem Halten der Maske an, geht über die Dosierung des Gases bis zur Tiefe und Pünktlichkeit der Dauer der Narkose.
Und wie bei allen Ärzten gibt es immer welche, die irgendeine Sache nicht so gut können, wie andere. Ich habe das subjektive Gefühl, dass in dieser Situation Anästhesisten aber echte Teamplayer sind und sich gut gegenseitig helfen können, weil einfach mal ein anderer mit in den Saal kommt, oder bei der Notfallintubation daneben steht oder dass der Pfleger merkt, der Arzt gerät ins straucheln und still und heimlich den Oberarzt alarmiert, der aber kollegialerweise vor der Tür wartet, bis er wirklich gebraucht wird.
Und deshalb will ich gerne Anästhesist werden, obwohl ich keine Modelle bastle und kein Super-Student bin. Was mir nur ein bisschen Angst macht, ist das viele rechnen...;), aber ich glaube, selbst daran kann man sich gewöhnen.