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JJ*
27.05.2012, 11:59
Manchmal liegt es auch schlicht am Bewerber, wenn es mit der Stelle nicht klappt. Nur so als Hintergedanke.

LasseReinböng
27.05.2012, 12:29
Generalisierungen sind immer schwierig. Ich bewerbe ich mich derzeit auch und habe Unikliniken auf dem Schirm, die ständig Bewerber suchen...und dann kenne ich aber auch Häuser, wo sich die Bewerbungsmappen stapeln und wo man beim Vorstellungsgespräch im Vorzimmer mit zig anderen Mitbewerbern wartet, die für das Gespräch aus dem anderen Ende Deutschlands angereist sind und dann im Gespräch wie ein Straßenfeger behandelt wird, weil der Chef die Qual der Wahl hat. Und das in einem "Massenfach".

Wenn man wirklich an die Uni will, dann muß man sich eben deutschlandweit bewerben. Was spielt da die Lokalität auch eine Rolle, wenn man von der großen Karriere träumt ? Privates ist dann eh sekundär (oder eher tertiär).

Thomas24
27.05.2012, 18:22
Du wirst sehen; wenn man an die Uni will, kann man sich die selbst mit einer guten DA und guten Noten nicht wirklich frei aussuchen; man fragt, wo eine Bewerbung aussichtsreich sein könnte, aktiviert seine Gutachter, wo sie welche Kontakte haben könnten, sucht nach Ausschreibungen, und mit etwas Glück wird man eingeladen, und mit noch mehr Glück kriegt man auch was. Das ist die Realität.

Falsch- als regelmässig am Auswahlprozess neuer Mitarbeiter für unsere Klinik beteiligter, kann ich über die Aussagen nur grinsen.

Hm ja, Diss. / Noten etc. spielen eine Rolle, aber wesentlich wichtiger sind die Fragen a) Ist überhaupt eine Stelle im Stellenplan frei, bzw. wird absehbar frei? Und b) passt die Bewerberin/ der Bewerber ins Team-
wir haben niemals jemanden, der nach der Papierform ein Superheld, aber im Gespräch ein Autist oder sonstwie nicht überzeugt hat, eingestellt. Denn wir müssen mit diesen Leuten zusammenarbeiten- und da holt man sich niemanden ins Boot, den man für einen Stinkstiefel oder irgendwie sozial auffällig hält, wenn man die Wahl hat.

Und c) sachfremde Erwägungen. Auch der allerbeste Bewerber hat schlechtere Chancen, wenn man mit dem Sohn/ der Tochter eines wichtigen Einweisers um die freie WB Stelle konkurriert, trotz super Examen, DA etc.
Das ist zugegebenermassen unfair, aber das echte Leben ist kein Ponyhof.

wjsl
27.05.2012, 21:49
Ja, besonders wenn die Abteilung von der Verwaltung Einstellungsstop verordnet bekommen hat, was man aber oft erst hinterher weiß. Aber interessant, dass du im zweiten Semester schon so viel zu dem Thema weißt.

@Thomas:
Ich bezog mich eher darauf, dass man teilweise rumtelefoniert und gesagt wird, dass momentan einfach keine Stelle frei sei, ohne dass die besonders viel über einen erfragen würden. Zum Vorstellungsgespräch bin ich zwar schon eingeladen, wie das laufen wird steht unter einem anderen Stern. Aber bei einem Gespräch abgelehnt wurde ich bisher nicht; aber Einladungen haben wohl auch ihre Vorlaufzeit.

Spreche auch nicht nur von meinen Erfahrungen, sondern auch denen von Mitstudenten, die ich eigentlich eher der oberen Kategorie zuordnen würde, die aber dennoch darüber klagen sich bundesweit beworben zu haben und dennoch nichts an der Uni zu finden.

Eigentlich wollte ich aber primär dem Threadsteller nur zu bedenken geben, dass es nicht so ist dass man hergeht und sagt "hier bin ich" und sich die Einrichtung frei aussucht, nur weil ein paar Zeitungen von "Ärztemangel" schreiben.

Evil
27.05.2012, 21:53
Eigentlich wollte ich aber primär dem Threadsteller nur zu bedenken geben, dass es nicht so ist dass man hergeht und sagt "hier bin ich" und sich die Einrichtung frei aussucht, nur weil ein paar Zeitungen von "Ärztemangel" schreiben.
Oh doch, das ist schon seit einigen Jahren so. Aber nur, wenn man auch im Vorstellungsgespräch überzeugt.

wjsl
28.05.2012, 17:21
Und was ist, wenn die Abteilung von der Personalabteilung Einstellungsstop verordnet bekommen hat? Hast du schon erlebt, dass die sich trotzdem darüber hinweggesetzt haben? Wäre mal interessant zu wissen.

Solara
28.05.2012, 17:24
wjsl, ja!

Evil
29.05.2012, 10:39
Und was ist, wenn die Abteilung von der Personalabteilung Einstellungsstop verordnet bekommen hat? Hast du schon erlebt, dass die sich trotzdem darüber hinweggesetzt haben? Wäre mal interessant zu wissen.
Was hat das jetzt mit der obigen Aussage zu tun? Inwieweit eine Personalabteilung "Einstellungsstop verordnen" kann, hängt entscheidend von der aktuellen Besetzungssituation, der Einhaltung des AZG und dem genauen Vertrag des Chef ab, das ist an jedem Haus anders.
Und ja, ich habe schon erlebt, daß ein Chef die Personalabteilung "überzeugt" hat.

wjsl
29.05.2012, 18:02
Interessant; normalerweise will die Personalabteilung an vielen Häusern zuerst kontaktiert werden und weist ausdrücklich auf der Website darauf hin. Aber wenn das so ist, schreib ich in Zukunft die Chefs nur noch direkt an.

Feuerblick
29.05.2012, 20:46
Die Personalabteilung will normalerweise nur bei ausgeschriebenen Stellen die Bewerbung in die Hand bekommen. Initiativbewerbungen gehen IMMER an den Kliniksleiter. :-nix

SarahT.
29.05.2012, 21:00
Mich würde jetzt nur nochmal interessieren, was einem eine "Karriere" bringt? Mehr Gehalt gibt es nicht, für die Sicherung der Stelle braucht man es auch nicht, zugegebenermaßen kann man sich einen kleinen Vorteil im akademischen Schwanzlängenvergleich und machtpolitisch erhoffen, wenn man Wert darauf legt, dafür erkauft man sich das mit deutlich mehr Stress und weniger Freizeit/Lebensqualität/Familienplanung etc.

Also wenn man eine Chefarztposition anstrebt, ist ein universitärer Hintergrund sicher nicht schlecht...

Kackbratze
29.05.2012, 21:58
...aber auch nicht zwingend erforderlich.

wjsl
31.05.2012, 16:33
Als Berufsanfänger denkt man aber vermutlich eher an anderes, als ob man irgendwann mal Chefarzt werden will. Abgesehen davon dass man davon denkbar weit entfernt ist, soll das ja auch nicht unbedingt so erstrebenswert sein; ist angeblich auch nicht mehr so lukrativ wie früher.

Kackbratze
31.05.2012, 17:55
angeblich ist es viel besser als früher.

wjsl
01.06.2012, 01:12
Auch dann noch, wenn wir Anfänger so weit wären? Wollte nur sagen dass ich es seltsam finde da jetzt schon dran zu denken.

Kackbratze
01.06.2012, 05:16
Ohne Ziele macht das Arbeiten nur halb so viel Spass.

Evil
01.06.2012, 12:19
Auch dann noch, wenn wir Anfänger so weit wären? Wollte nur sagen dass ich es seltsam finde da jetzt schon dran zu denken.
Das ist halt Deine persönliche Meinung, die ja nicht unbedingt der Mehrheit entspricht. Möglicherweise finden viele andere Menschen ja eher Deine Ansichten seltsam.

wjsl
01.06.2012, 13:51
Weiß nicht, ob die Mehrheit Chefarzt werden will, wenn sie anfängt. Und falls doch, gibt es dafür wohl ein paar Stellen zu wenig.

WackenDoc
01.06.2012, 14:40
Das nicht- aber die meisten haben nun mal irgendein Ziel, wenn sie anfangen: Sei es die Niederlassung, sei es erstmal der Facharzt und dann schau mer mal, sei es die Forschung oder sei es die Chefarztposition.
Und warum sollte man nicht drauf hin arbeiten.

SarahT.
01.06.2012, 17:48
Wie ist es denn eigentlich, wenn man als Chirurg(in) für immer im Krankenhaus bleibt: Muss man mit 60 auch noch Nachtdienste machen oder wird man dann irgendwann aus Altersgründen verschont?