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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 2 Wochen alter Säugling mit Trinkschwäche



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Brutus
23.07.2012, 15:09
Konvertiert wird sie wieder mit Adenosin unter Intubationsbereitschft, EKG läuft.
Warum Intubationsbereitschaft? (Oder meintest Du generell REA-Bereitschaft?) Adenosin macht doch m.W. nur eine "kurze" Asystolie. Atmen tun die Patienten doch eigentlich weiter. Und eigentlich fängt die Pumpe doch nach 1-2 Monitorlängen wieder an...


Umschlag in SR bei 300µg/kg. Nach der letzten Adenosingabe hat das Kind einen SR, kein Vorhofflattern. In keinem der EKGs findet sich eine Delta-Welle. Das jetztge EKG zeigt eine rechtsventrikuläre Hypertrophie und ST Senkungen in den Brustwandableitungen.
Da der diensthabende OA eh da ist, macht der auch gleich noch ein Echo vor und nach Kardioversion. Vorher zeigt sich eine herabgesetzte Kontraktilität beider Kammern, PFO mit Li-Re-Shunt, Trikuspidalinsuffizienz. Nach der Kardioversion deutliche Besserung der Pumpfunktion des rechten Ventrikels, aber weiterhin bestehende herabgesetzte Kontraktilität des linken Ventrikels.
Als Prophylaxe starten wir mit Propranolol (nach den norwegischen Leitlinien).
Blut haben wir auch noch abgenommen: Troponin i 634ng/l, CK-MB masse 19,8µg/l, ProBNP >1444pmol/l. CK 153U/l, CRP neg, Leu 11,8 10*9/l, Hb 15,5g/dl, venöse BGA: pH 7,21, pCO2 5,0kPa, BE-11,7mmol/l, HCO315mmol/l, pO2 6,0kPa. BZ 0,3mmol/l.
Irgendwie machen mich Eure Einheiten da oben ganz wuschig. :-)
Gehen wir denn nur von einem kardialen Geschehen aus? Irgendwie denke ich immer noch an was supranasales.
Ach so, wie sehen denn die Kammerkomplexe aus? Breite oder schmale QRS? Da sie ja nun schon zum 2. Mal diese Symptome bietet, würde man sie nicht Antikoagulieren? Gerade auch wegen des PFO?

FirebirdUSA
24.07.2012, 16:09
Oha, mit meinen MRT-Interpretationsfähigkeiten ist es nicht weit her... Unsere Radiologen haben sich so ausgedrückt: Signalintens in T1 und in der Diffusion, als Zeichen für verminderte Diffusion. Ausserdem hohes Signal in Flair, aber niedriges Signal in T2.


Dann ist das aber mal nicht unspezifisch!!! Hyperintens in T1 ist eigentlich nur Blut oder Kalk. Zusammen mit diffusionsgestört (wenn dann dunkel in der ADC-Map, hell in der Diffusion mit hohem b-Wert), hell in FLAIR und dunkel in T2 hört sich für mich nach Mikrohämorrhagien an, DD eingeblutetete embolische Infarkte bei offenem PFO bei dem passenden Echobefund. Anonymisierte Bilder hast du nicht, oder?

Naibaf
25.07.2012, 07:28
Kurze Frage zur Terminologie. Hat das Kind nun einen VSD oder ein PFO (also ASD)?

Enni
28.07.2012, 09:16
Kurze Frage zur Terminologie. Hat das Kind nun einen VSD oder ein PFO (also ASD)?

Bei der Neugeborenenuntersuchung war ein Herzgeräusch gehört worden, im Echo am 3. LT hat man einen VSD gesehen. Jetzt im Alter von 3 Wochen, nach der 2. gesicherten SVT-Episode dazu noch ein PFO mit Li-Re-Shunt.


Dann ist das aber mal nicht unspezifisch!!! Hyperintens in T1 ist eigentlich nur Blut oder Kalk. Zusammen mit diffusionsgestört (wenn dann dunkel in der ADC-Map, hell in der Diffusion mit hohem b-Wert), hell in FLAIR und dunkel in T2 hört sich für mich nach Mikrohämorrhagien an, DD eingeblutetete embolische Infarkte bei offenem PFO bei dem passenden Echobefund. Anonymisierte Bilder hast du nicht, oder?

Nee, die Bilder sind im Archiv, da müsste ich einen Antrag stellen, damit sie mir wieder freigeschaltet werden. Ich kann zur Zeit nur di Beschreibung lesen.


Gehen wir denn nur von einem kardialen Geschehen aus? Irgendwie denke ich immer noch an was supranasales.
Ach so, wie sehen denn die Kammerkomplexe aus? Breite oder schmale QRS? Da sie ja nun schon zum 2. Mal diese Symptome bietet, würde man sie nicht Antikoagulieren? Gerade auch wegen des PFO?

Wir sind von einem kardialen Geschehen ausgegangen. Kammerkomplexe im EKG schmal. Antikoaguliert haben wir nicht.

Bei dem BZ von 0,3mmol/l hat das Kind dann noch mal Glukose bekommen und hatte in den folgenden Messungen stabile Werte > 3,0mmol/l. Eine Episode am Nachmittag mit Zyanose. Nach einer vollen Windel scheint alles erstmal wieder gut. Am Abend, also 6 Stunden nach der Aufnahme, wird die Kleine wieder zyanotisch und atmet mit einer Frequenz von 80-100/min. Die HF liegt bei 140/min. SpO2 fällt auf 60%. Unter Vorlage von 100% Sauerstoff, 70%.

Brutus
28.07.2012, 15:49
Bei dem BZ von 0,3mmol/l hat das Kind dann noch mal Glukose bekommen und hatte in den folgenden Messungen stabile Werte > 3,0mmol/l. Eine Episode am Nachmittag mit Zyanose. Nach einer vollen Windel scheint alles erstmal wieder gut. Am Abend, also 6 Stunden nach der Aufnahme, wird die Kleine wieder zyanotisch und atmet mit einer Frequenz von 80-100/min. Die HF liegt bei 140/min. SpO2 fällt auf 60%. Unter Vorlage von 100% Sauerstoff, 70%.
Hmm. Also HF stabil, Oxygenierung schlecht. Als Anästhet täte ich jetzt mal vorsichtig mit dem Schnorchel winken. Und würde mir mal Gedanken darüber machen, ob die Herz-Kreislaufschiene wirklich der richtige Ansatz ist. Unter kontrollierten Bedingungen stabilisieren sehen, ob sie die Atmung nach ausgleichen wieder normalisiert...
Was sagt der Pulmonologe zu dem Fall? Und den Neurologen sollte man evtl. auch noch konsiliarisch dazu bitten...

Enni
03.08.2012, 10:16
Die ganze Situation hat sich in der Nacht weiter verschlechtert, das Kind wurde dann intubiert und mit Katecholaminen und Simdax stabilisert. Unser Kardiologe äusserte zwischendurch den Verdacht, dass es eine Kardiomyopathie sein könnte. Mit dieser Verdachtsdiagnose wurde das Baby nach Oslo verlegt (ca 1 Stunde mit dem Flieger, Hubschrauber konnten wir nicht bekommen, weil das Wetter zu schlecht war). Da wurde das Kind dann auf Flecainid eingestellt und innerhalb kurzer Zeit deutlich besser. 3 Tage später wurde sie zurück verlegt. Das Echo hat sich normalisiert und das EKG zeigte einen regelmässigen Sinusrhythmus. Nachdem mit Flecainid angefangen wurde, hatte sie keine weiteren SVTs mehr. Jetzt, ein halbes Jahr später haben wir ein Kontroll MRT gemacht, das als unauffällig beschrieben wird. Bei der letzten Kontrolle hier war das Kind altersgerechet entwickelt. Die Vorstellung beim Neuropädiater hat keine neuen Informationen zu Tage gefördert.
Geplant ist, dass die Kleine mit Flecainid behandelt wird, bis sie 1 Jahr alt ist. Danach soll es ausgeschlichen werden. Rückblickend wissen wir immer noch nicht genau, was passiert ist. Warum die Hypoglykemien? Warum die klinischen Krampfanfälle?

FirebirdUSA
05.08.2012, 12:02
Danach soll es ausgeschlichen werden. Rückblickend wissen wir immer noch nicht genau, was passiert ist. Warum die Hypoglykemien? Warum die klinischen Krampfanfälle?

Krampfanfälle: Ich tippe auf embolische Infarkte mit Einblutung von der MRT Beschreibung des ersten MRs, die können sich bei so kleien Kindern mal als Krampfanfälle äußern. Für die Hypoglykämie hab ich dir keine Erklärung.

Medi85
20.08.2012, 09:21
Also, ich habe hier sehr interessiert mitgelesen, habe allerdings leider fachlich nichts Fundiertes beizutragen... Gibt es noch eine weitere "Auflösung" von eurer behandelnden Seite? :-winky und danke für den Fall!