Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Möglichkeiten in der Forschung



Seiten : 1 [2]

ProximaCentauri
13.07.2012, 21:06
@ Kensington: erlaubt die Tatsache, dass man einen Master in Medizin gemacht hat nicht in dem Fall auch eine formal leichtere Zulassung zu einem PhD-Programm, einfach weil es sich um ein "Bologna-Master" handelt?

Ich bin zwar nicht Kensington, aber: Wenn ich einen Dr. phil. nat. / Dr. rer.nat. haben möchte, muss ich dazu auch eine Leistung im entsprechenden Fachbereich erbracht haben. D.h. dass mir ein Medizin-Master nicht grundsätzlich erlaubt einen Dr. phil. abzuschliessen. Genausowenig, wie ich mit einem Biochemie-Master nicht einen Dr.med. machen kann. Es gibt aber die Sonderfälle von MD-PhD-Programmen, wo aufgrund der Ähnlichkeit der Fächer den Medizinern gewisse Leistungen angerechnet werden, so dass nur noch eine gewisse Menge an zusätzlichen Vorlesungen erbracht werden muss und nicht mehr ein komplettes BSc/MSc-Studium, wie das sonst nötig wäre.

Beim MD/PhD-Programm hier ist es max. möglich 10% in der Klinik tätig zu sein während der PhD-Arbeit, da diese hier bei uns im Allgemeinen Vollzeitstellen an einem Forschungsinstitut sind.

par
14.07.2012, 07:18
Hey, ProximaCentauri, danke für deine Antwort!

Ich habe mich wirklich nur auf den bürokratischen Aspekt bezogen: Einstieg in ein - ruhig auch internationales - PhD-Programm (über 3 nicht 5 Jahre, wo ja ein Master Äquivalent" integriert ist) über Staatsexamen vs. M.Sc.-Abschluss. Natürlich sollte es inhaltlich einen Bezug zum Studium geben. Dass du mit einem Biochemie-Master nicht einen Dr.med. machen kannst, hängt auch etwas mit der Sonderrolle des Dr.med. zusammen. Du kannst aber mit einem Biochemie-Master in sehr viele (auch eher theoretische) PhD-Programme aufgenommen werden, eben wie du auch geschrieben hast unter Auflagen => Mit dem M.Sc.-Abschluss brauchst du dich für die Wahl deines PhD formal nicht einzuschränken. Muss man sich mit M.med. oder "Staatsexamen" formal auf MD/PhD-Programme beschränken? => deine Antwort wäre in diesem Kontext gemäß


D.h. dass mir ein Medizin-Master nicht grundsätzlich erlaubt einen Dr. phil. abzuschliessen

ja! Richtig?
Ich hoffe, ich habe es gerade "konfus-mäßig" nicht auf die Spitze getrieben :-blush

ProximaCentauri
14.07.2012, 10:04
Hey, ProximaCentauri, danke für deine Antwort!

Ich habe mich wirklich nur auf den bürokratischen Aspekt bezogen: Einstieg in ein - ruhig auch internationales - PhD-Programm (über 3 nicht 5 Jahre, wo ja ein Master Äquivalent" integriert ist) über Staatsexamen vs. M.Sc.-Abschluss. Natürlich sollte es inhaltlich einen Bezug zum Studium geben. Dass du mit einem Biochemie-Master nicht einen Dr.med. machen kannst, hängt auch etwas mit der Sonderrolle des Dr.med. zusammen. Du kannst aber mit einem Biochemie-Master in sehr viele (auch eher theoretische) PhD-Programme aufgenommen werden, eben wie du auch geschrieben hast unter Auflagen => Mit dem M.Sc.-Abschluss brauchst du dich für die Wahl deines PhD formal nicht einzuschränken. Muss man sich mit M.med. oder "Staatsexamen" formal auf MD/PhD-Programme beschränken? => deine Antwort wäre in diesem Kontext gemäß


Also ich kann jetzt natürlich nur von den Unis sprechen, die ich kenne...
Im Normalfall braucht man für einen MSc und ein PhD einen BSc-Abschluss davor. Es gibt teilweise die Möglichkeit, mit zusätzlichen Leistungen auch sonst in ein MSc-Programm aufgenommen zu werden, allerdings werden dort häufig zusätzliche Leistungen im Umfang von 1-2 Jahren BSc-Studium erwartet. Ich kann mit einem BSc-Abschluss in Biochemie z.B. auch keinen MA in Philologie machen, wenn ich keine Zusatzleistungen erbringe. Wenn ich aber einen MSc in Physik habe, kann ich z.B. in manchen interdisziplinären Feldern dann auch einen Dr.phil. machen, wenn ich die Dr.-Arbeit nicht strikt in der Physik geschrieben habe. Aber grundsätzlich ist es wohl vorgesehen dass man von einem BSc -> MSc -> PhD, BMed -> MMed -> MD etc.pp.

Es gibt einige interdisziplinäre Programme, wo auch mal z.B. Linguisten in der Informatik gesucht werden, o.ä. Allerdings ist das die Ausnahme von der Regel.
Das heisst, wenn man mit einem MMed gerne einen Dr.phil. hätte, ist der Weg normalerweise über MD/PhD-Programme, die einfach quasi die Zusatzleistungen regeln. Es kann aber unter Umständen auch möglich sein, die zusätzlichen Leistungen ausserhalb eines solchen Programmes zu erbringen, je nach Uni. Bei uns muss man z.B. weniger als 60 ECTS-Punkte erbringen müssen damit man wechseln kann, wenn festgestellt wird, dass einem mehr Leistungen fehlen, dann ist es nicht möglich, und man muss z.B. schauen ob man den Master mit Zusatzleistungen absolvieren kann und dann ein PhD macht. Wenn man aber komplett fachfremd ist und die 60 ECTS nirgendwohin reichen, muss man halt einen 2. Bachelor absolvieren.

par
14.07.2012, 10:39
Merci! :-top

Peter_1
14.07.2012, 18:53
Moin EchnatOn,

fang auf gar keinen Fall an so einen Kram wie Neurowissenschaften, MolMed, oder ähnliches zu studieren.
Fang erst mal an Medizin zu studieren, schnupper dann während Deiner med. Diss. in die "Forschung" rein, beschäftige Dich mal mit den Lebensläufen von Habilitanden und frage diese Leute aus. Wenn Du dann noch Bock drauf hast, dann ist es wirklich das richtige für Dich. Meiner Meinung nach hat man als Studi und Schüler oft hehre und komplett falsche Vorstellungen von "Forschungskarrieren". Wenn man dann ein Studium absolviert hat, was hauptsächlich auf diese meist prekäre Arbeitsform vorbereitet, dann hat man spätestens nach der Diss. das Nachsehen. Besser Medizin studieren und alle Möglichkeiten offen haben, auch wenn man dann kein "reiner" Naturwissenschaftler ist.

Thomas24
14.07.2012, 18:57
Meiner Meinung nach hat man als Studi und Schüler oft hehre und komplett falsche Vorstellungen von "Forschungskarrieren". Wenn man dann ein Studium absolviert hat, was hauptsächlich auf diese meist prekäre Arbeitsform vorbereitet, dann hat man spätestens nach der Diss. das Nachsehen.

Ja, das ist zwar richtig, aber das sind alles erwachsene Menschen, die ihres eigenen Glückes Schmied sind...

Peter_1
14.07.2012, 19:04
Zur Frage des akad. Grades: Es ist meiner Meinung nach völlig Wumpe welchen tollen Grad man nun da vor sich her trägt, entscheidender sind die Forschungsleistungen, zusätzl. Sprachkenntnisse, Auslandsaufenthalte, Veröffentlichungen und das Profil der Forschungsgruppe. Weiterhin ist es sicher relevant was für eine Forschung betrieben wird, so werden klinische Forschungsgruppen in der Regel eher von Ärzten geleitet, während es in der Grundlagenforschung gemischter ist.

Peter_1
14.07.2012, 19:05
Ja, das ist zwar richtig, aber das sind alles erwachsene Menschen, die ihres eigenen Glückes Schmied sind...
Als Partner einer promovierten Naturwissenschaftlerin finde ich es sehr wichtig hier Aufklärung zu betreiben....
Wer nach differenzierter Aufklärung und persönlichem Erleben das Ganze immer noch toll findet, für den ist es wahrscheinlich wirklich der richtige Weg :-meinung

par
14.07.2012, 20:02
Zur Frage des akad. Grades: Es ist meiner Meinung nach völlig Wumpe welchen tollen Grad man nun da vor sich her trägt, Es ist mehr als klar, dass das nicht im Vordergrund steht! :) Es wurde lediglich diskutiert, welche Wege man formal einschlagen kann und welche nicht. Es ging nicht darum, wie man am Ende möglichst viele Titel zusammenbekommt ;)

Echnat0n
15.07.2012, 18:12
Danke für eure Beiträge! Hat mich ein gutes Stück weitergebracht!