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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Interpretation von pharmakologischen Clearancewerten



Sprawl
01.08.2012, 11:53
Hey, Leute!

Ich hab ein paar Verständnisschwierigkeiten bei der Interpretation der verschiedenen Clearancewerte eines Pharmakons, insbesondere da in allen gängigen Lehrbüchern zwar das Konzept der Clearance, aber nicht die Interpretation der Werte erläutert wird.
Zum einen verstehe ich nicht, worauf sich genau das Volumen bei jedem Wert bezieht? Bezieht sich die Totalclearance auf das gesamte Körpervolumen? Worauf genau bezieht sich die renale Clerance (auf das Plasmavolumen?) Worauf bezieht sich die Clearance, wenn es nicht explizit erwähnt wird (quasi einfach nur eine Clearanceangabe)?
Außerdem verstehe ich nicht, weshalb die HWZ und die Clearance nicht so linear miteinander vergleichbar sind. Wenn man sich mal Metoprolol anschaut: HWZ 3,5h, Clearance 1000ml/min. Wenn sich die angegebene Clearance tatsächlich auf das gesamte Körpervolumen bezieht und man von 70kg ausgeht, kann man übern Daum peilen, dass nach etwa 70min der gesamte Körper von Metoprolol befreit ist (wenn man mal die mögliche Verteilung in tiefere Kompartimente außer acht lässt). Nach der HWZ ist das aber erst nach 17,5h (3,5*5) der Fall. Aufs Plasma bezogen geht die Rechnung natürlich ebenfalls nicht auf.
Und zuletzt ist mir nicht klar, ob man die renale Clearance linear mit der GFR vergleichen kann? Kann man quasi einfach sagen, dass ab einer Clearance von 120ml/min zusätzlich tubulär sezerniert wird? Oder stelle ich mir das zu einfach vor?
Wo ist mein Denkfehler?

Wär lieb, wenn jemand meinen Gedankenknoten lösen könnte. :)