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Grübler
21.09.2017, 20:54
Die Frage zur ASA Klassifikation war auch super. "Welchen Patienten würden Sie als ASA 3 klassifizieren?" - und dann irgendwelche Kurvorstellungen zu Patienten und deren Vorerkrankungen. (Inklusive jungen Gesunden, die aber als Notfall liefen und so). Da stellt sich ja die Frage: Welche Revision der ASA-Klassifikation legen die für die Frage zugrunde? Die neueste - oder doch eine der Vorgängerversionen, die auch noch umherschwirren? Oder es war eine Frage für ne getarnte Studie. Wobei die ASA Klasse ja durchaus auch subjektiv ist (was auch schon gezeigt wurde). Davon Punkte abhängig zu machen, fand ich nicht cool.

Mal sehen, was das alles gibt. Hab schon jetzt keine Lust mehr zu warten ;-) (Ist wie damals in der Uni ;-P )

Jukka666
27.09.2017, 18:10
Hallo!

Falls es weiterhilft, ich habe das EDAIC im September 2016 in Salzburg geschrieben und Part II in Göttingen dieses Jahr bestanden.

Folgendes kann ich beitragen:

Vorweg:
- ich habe am OLA = On-Line Assessment teilgenommen. Kann ich nur empfehlen, ist eine Real-Life-Fake-Prüfung am PC. Ca. 5 Monate vor der schriftlichen. Da sieht man, ob man schon mal so bestehen würde oder ganz katastrophal abschneidet. Und ob man mit der Zeit zurechtkommt.

Part I:

- FRCA-Fragen im Netz bis zum Erbrechen und Erreichen von >90% durchkreuzen. :-)

- Dabei wirklich jedes angeschnittene Thema nachlesen und lernen. Wenn also ARDS gefragt wird, ARDS nachlesen. Und mindestens ein Paper/Leitlinie dazu gelesen haben.

- Die Klassiker: "Physics, Pharmacology and Physiology (Cross und Plunkett), sowie "Dr. Podcast for the Primary FRCA + Final" intensiv lernen. Und damit meine ich wirklich fast auswendig. Die Kurven und Diagramme, das sind ESA-Lieblingsthemen.

- Physio: ein gutes englisches Buch gelesen haben. Ich hab zusätzlich aus "Principles of Physiology for the anesthetist" (Power, Ian) gelernt

- Physik und Technik: 2016 kamen tolle Sachen wie Funktionsweise von Hygrometer und Rotameter und Zeugs aus dem 5.Jahrhundert nach Christus dran...kann man schlecht lernen. Tip: wenn Euch so was begegnet, nicht leichtfertig abtun, sondern lieber gelesen haben für den Hinterkopf.

- Pharma: Ich hab mir die Kindl-Edition von "Pharmakotherapie in der Anästhesie und Intensivmedizin; Tonner" bei Amazon gekauft. War super fürs iPhone und für langweilige Narkosen im OP...

- "Anästhesie, Fragen und Antworten: 1655 Fakten für Facharzt und DESA". War ganz okay zum einmal durchlesen, brauchts aber nicht unbedingt wie ich fand.

- Anatomie für Regionalanästhesie lernen, es kamen Klassiker wie Unterarm-/Handnerven dran, aber auch individuelle Techniken dran.

Die schriftliche war definitiv bestehbar. Bestehensgrenze war bei uns 66% für Paper A und 71% für Paper B, also für Basics und Klinik. Ich habe exakt gleich viele Punkte in A und B, obwohl jeder denkt, die Klinischen Fälle sind leichter.
Vieles ist kontrovers und subjektiv formuliert, ob man z.B. eine Thoraxdrainage im Rettungswagen legt bei instabilem Thorax bevor man intubiert, obwohl man praktisch vor der Klinik steht...das sind Dinge, die jeder Notarzt hier individuell auch mal anders machen wird.

Ich hab die schriftliche auf Englisch gekreuzt, weil ich das Deutsche irgendwie komisch formuliert/übersetzt fand.

Fazit: viele Details und z.T. Fokus auf Techniken und Geräte (teilweise vorsintflutlich) sowie Physik und Physiologie. Mit den genannten Büchern absolut machbar, aber streckenweise zermürbend.

Part II:

- Der wahre Knochenbrecher... :-)
- Absolut zermürbend, aber irgendwie auch befriedigend (wenn man es besteht).. Stundenlanges warten auf 4 Einzelprüfungen.
- Es sind alles nette Prüfer. Man kriegt aber null Feedback oder Rückmeldung, die Zeit schreitet schnell voran und es ist im Handumdrehen rum.
- Es wurden Dinge gefragt wie Anatomie der Bronchien aufmalen bis zur x-ten Verzweigung, Leberanatomie, Polyzythämia vera, Erythropoetin-Stoffwechsel, Röntgenbilder befunden, Pharmakokinetik Morphin aufmalen, Logarithmische Zerfallskurven etc. etc.
- Die oben genannten Bücher nochmal auswendig lernen.
- Bei Wikipedia alle Medikamente die man kennt nachschlagen, die Strukturformeln zumindest mal gesehen haben (wurde ich tatsächlich gefragt!). Kurven wie z.B. M3G/M6G-Metabolite von Morphin bei Niereninsuffizienz malen können, 3Kompartimente-Modell malen können etc.
- Viel reden dabei, niemals stocken und Zeit füllen, die unterbrechen einen schon, wenn sie was bestimmtes fragen müssen.
- Ansonsten aus der eigenen Erfahrung berichten und die klinischen Fälle so darstellen, dass man Ahnung zeigt (oder vortäuscht...) :-)
- Dann geht auch das. Leider hat es einige durchgehauen, die auch ein gutes Gefühl hatten. Dazu brauchts nicht viel und gelernt hatten alle.

Fazit insgesamt:

- Wert auf Details und vermeintlich unwichtiges legen. Wenn man glaubt "das fragen die doch nie", dann fragen die genau das... :-)

Viel Erfolg!

Heuschrecke
26.10.2017, 11:07
Die Ergebnisse sind da :-party

Judith87
26.10.2017, 19:38
Die Ergebnisse sind da :-party

Wo findet man sie denn?

MuluGulu
01.11.2017, 13:49
Ich möchte an dieser Stelle meine Erfahrungen teilen, weil ich hier auch von den Nachrichten von euch profitiert habe.
Habe nun Teil 1 bestanden, bis zum Teil 2 muss ich aber noch bis mindestens 2019 warten.
Leider muss ich sagen, dass KollegIn Jukka666 meiner Meinung nach für Teil 1 maßlos zu viel gelernt hat.
Ich bin Anästhesist einer Uniklinik ohne Rotation in die Intensivmedizin, habe alle Fächer inklusive Kardioanästhesie 3-6 Monate lang durchgearbeitet und jetzt im 4. WBJ die Prüfung gemacht.
Da ich in Deutschland keinen Platz bekommen und für den Zeitraum der Prüfung keinen Urlaub bekommen habe, war meine Lernmotivation äußerst gering. Ich habe es trotzdem geschafft ein paar Basics zu wiederholen (Physik für Mediziner die klassischen relevanten Formeln nochmal durchgelesen, Biochemie für Anfänger nochmal die Grundlagen der chemischen Verbindungen gelesen, im Physiobuch dann Herz, Lunge, Niere gelesen). Außerdem mir ein paar Rezeptoren, second messenger und Hormonkreisläufe angeguckt, motorische Endplatte, Rezeptoren etc. Was man meiner Meinung nach aus dem FF können muss ohne lange zu denken: Alles was mit Acetylcholing etc zu tun hat. Das waren gefühlt die meisten Fragen.
Dann habe ich die Fragen für die Facharztprüfung durchgelesen (aber nur die Grundlagen geschafft) und ein englisches FRCA Buch von dem ich vor Jahren mal ein PDF runtergeladen habe (aus Versehen natürlich) dort habe ich die Antworten mit Erklärungen gelesen ca 100 von 600 Seiten und das auch immer nur während ich meine Tochter auf der Schaukel angewippt habe, also nix mit Lernen)

Ich habe alles NUR gelesen, nix explizit auswendig gelernt, dann doch frei bekommen und bin einfach mal hin. Für den klinischen Teil habe ich absolut NULL gelern, aber man liest ja in den 4 Jahren FA Ausbildung doch gelegentlich mal nen Artikel oder FOAM Artikel.
Ich hab zwei Kinder, mache Sport und bin 70h pro Woche in der Klinik und auf dem Weg dorthin/zurück und was soll ich sagen, es hat gereicht.

Also, für die schriftliche Prüfung scheint das mit ein bisschen Glück zu reichen.
Mir ist aber klar, dass das für den mündlichen Teil 2 nicht reichen wird, aber dann muss ich halt nochmal neu Gas geben.

Jukka666
02.11.2017, 06:45
@MuluGulu:

Dann hast du ein sehr gutes Gedächtnis oder bist klüger als der Rest von uns, da gratuliere ich dir aber sehr...;-)

Wenn du meinen Post nochmal aufmerksam liest, dann wirst du feststellen, dass ich nur bei den „Klassikern“ geschrieben habe, man solle sie fast auswendig lernen.
Den Rest habe ich ebenfalls „nur“ gelesen. Halt mehrfach.
Nicht nur du hast noch ein Privatleben...

Ich glaube schon dass du sehr viel gelernt hast und denke trotzdem dass das für Teil 1 von Vorteil ist. Denn für Teil 2 habe ich mir diese Aufzeichnungen einfach nochmal angeschaut und wiederholt.

Wenn man sich die Bestehens-Listen anschaut, haut es ca. 40% weltweit durch.

Bei den Kosten denke ich also, lieber mehr gelernt (oder „gelesen“ wenn du das bevorzugst) zu haben als zu wenig ist sicher von Vorteil. :-)

MuluGulu
02.11.2017, 10:20
Neben dem Privatleben hätte ich das mit der Klugheit ggf noch erwähnen sollen. Nein im Ernst, ich bin nicht sonderlich schlau. Es gibt vielleicht Kollegen die erst alles können wollen bevor sie sich zu so einer Prüfung trauen. Hätte ich deinen Post gelesen hätte ich mich wohl auch nicht getraut Anzutreten.

Mit anderen Worten: man bekommt 600 Aussagen zu seinem Job gestellt, von denen man ca 65% richtig beantworten muss. Man muss sich einige Dinge in Erinnerung rufen aber für den theoretischen Teil nicht das gesamte Fachgebiet en detail beherrschen. Es gibt auch viele allgemeine Fragen.
Sorry, falls ich mich da unglücklich ausgedrückt habe.

Jukka666
03.11.2017, 06:06
Ich wollte den eindruck vermitteln, dass die Prüfung - wie ich auch mehrfach geschrieben hatte - absolut machbar ist. Aber eben nur, wenn man dafür gelernt hat.
Alles andere finde ich wäre doch eine größere Enttäuschung für die Leute, quer durchs Land an einen Prüfungsort zu ziehen, und „einfach mal so hingehen“. Und ggf. Ein ganzes Jahr vergeudet zu haben. Dafür wärs mir auch zu teuer.
Klar gabs allgemeine Fragen. Aber eben auch sehr doofe und spezifische.
Vielleicht haben wir uns beide zu ungenau ausgedrückt. :-)

Jedenfalls sollte es niemanden entmutigen da nicht teilzunehmen!

Grübler
06.11.2017, 17:49
Und auch ich hab es offensichtlich geschafft :-)) Bin schon gespannt auf die ausführlichen Resultate. Nach Analyse der Grob-Ergebnisliste hatten wir diesmal eine Bestehensquote von (nur) 58% (ermittelt mit Strg-F auf "Pass" und "Fail"). Dafür, dass regelhaft so 2/3 bestehen, erscheint die Zahl etwas niedrig. Na gut, bin ich doppelt froh ;-)

Mein Lernen hab ich quasi als verschärfte Facharzt-Vorbereitung gesehen. Die "Physics and Pharmacology for the FRCA" hab ich mir als Lernkarten fürs Tablet erstellt, mit zusätzlichen Karten aus anderen Lehrbüchern und Strukturformeln etc. pp. (was man wohl auch so für die Mündliche braucht), bspw. "1000 Fragen Anästhesie" oder "Fragen und Antworten". Nebenher wurde dann immer und immer wieder der Stoff gepaukt (Anki bzw. AnkiDroid ist ein cooles Programm, und auch noch kostenlos :-) )

Das war für die schriftliche Prüfung streckenweise sicher zu viel, hat aber einen guten Eindruck über die gewünschten Themen gebracht. Und für die Mündliche werde ich größtenteils halt noch mal alles wiederholen, und dann sollte ich schon ganz gut gewappnet sein. Bereiche um zu vertiefen gibt es ja immer, aber dafür habe ich noch Zeit. Und Prüfungsprotokolle gibt es auch noch, die bearbeitet und gefiltert werden müssen...

Die Fragen waren von klinisch-orientiert bis hin zu Anatomie, 1. Semester breit gestreut. Teils erstaunlich, was die aus der Grabbelkiste des Medizinstudiums wieder hervorgeholt haben :-))

MissGarfield83
07.11.2017, 10:48
Hybt ihr eigentlich irgendein Kreuzprogramm genutzt? Z.b. eines für die FRCA Fragen?

Maulwurf33
10.12.2017, 01:51
Hallo, kann man in Erlangen und Göttingen die mündliche Prüfung immer auf Deutsch machen, oder ist es Prüfer-abhängig, ggf. Englisch?

Jukka666
10.12.2017, 20:34
Also wenn du die mündliche Prüfung auf Deutsch "gebucht" hast, dann wird die auch auf Deutsch sein. Die Prüfer müssen keine Deutsche sein, macht sich in der Prüfung aber kaum bemerkbar.
Ich jedenfalls habe den Schweizer Kollegen kaum verstanden, den spanischen Professor sehr wohl...:-)
Ansonsten hatte ich eine ungarische Prüferin, einen Österreicher, einen Briten und drei Deutsche, wenn ich recht erinnere.

Maulwurf33
10.12.2017, 23:26
Jukka666: danke für die Antwort, wusste gerade nicht ob man die Prüfungssprache "buchen" kann...Da Deutsch keine Muttersprache für mich ist, hatte ich in letzter Zeit genug zu tun um mein Deutsch zu verbessern..Englisch ging dabei irgendwie zur Seite ..na ja...es wäre auf jeden Fall für mich mehr komfortabel auf Deutsch geprüft werden...Falls es möglich ist die Sprache zu wählen..ist es schon mal gut. ☺

Grübler
15.12.2017, 11:09
Und es geht weiter. Juni in Zürich. Noch wer dabei?

Grübler
23.06.2018, 15:49
War ich jetzt tatsächlich der einzige, der in diesem Durchgang das DESA abgeschlossen hat?

Der Vollständigkeit eine kurze Zusammenfassung von mir:

Hingehen!

Die Tiefe der Fragen war tatsächlich nicht besonders schrecklich (wie in manchen Protokollen suggeriert wird) - es ging größtenteils darum, dass man zu den Themen was sagen bzw. Zusammenhänge erklären konnte. Die einzige explizit gefragte Formel war die Parkland-Formel und die 9er-Regel. Ansonsten halt der Herzzyklus und die Abbildung über das Anfluten von volatilen Anästhetika. Die Themen kamen so oder so ähnlich alle in den letzten Prüfungsprotokollen vor. Durcharbeiten lohnt sich!

Insgesamt ein nettes, professionelles Klima. Nach der Ergebnisverteilung kamen die Prüfer, die man hatte, noch auf einen netten Plausch zu ihren Prüflingen (die dann noch da waren). Und ein Glas Champagner (bei den horrenden Prüfungsgebühren) war dann auch drin.

((Ich hätte trotzdem keinen Bock, noch mal in dem Ausmaß dafür zu lernen. Hab mir da einen mega-Stress gemacht - und letztendlich ging das alles schön glatt über die Bühne :-) ))

mainzer
24.06.2018, 04:53
War ich jetzt tatsächlich der einzige, der in diesem Durchgang das DESA abgeschlossen hat?

Der Vollständigkeit eine kurze Zusammenfassung von mir:

Hingehen!

Die Tiefe der Fragen war tatsächlich nicht besonders schrecklich (wie in manchen Protokollen suggeriert wird) - es ging größtenteils darum, dass man zu den Themen was sagen bzw. Zusammenhänge erklären konnte. Die einzige explizit gefragte Formel war die Parkland-Formel und die 9er-Regel. Ansonsten halt der Herzzyklus und die Abbildung über das Anfluten von volatilen Anästhetika. Die Themen kamen so oder so ähnlich alle in den letzten Prüfungsprotokollen vor. Durcharbeiten lohnt sich!

Insgesamt ein nettes, professionelles Klima. Nach der Ergebnisverteilung kamen die Prüfer, die man hatte, noch auf einen netten Plausch zu ihren Prüflingen (die dann noch da waren). Und ein Glas Champagner (bei den horrenden Prüfungsgebühren) war dann auch drin.

((Ich hätte trotzdem keinen Bock, noch mal in dem Ausmaß dafür zu lernen. Hab mir da einen mega-Stress gemacht - und letztendlich ging das alles schön glatt über die Bühne :-) ))


vielleicht blöde Frage...habe dazu allerdings noch nicht viel gefunden...woher kamst du an Prüfungsfragen...?

LasseReinböng
24.06.2018, 12:18
Kenne nur diese Seite, wurde aber auch schon gepostet: http://dr-nowacki.de/

Ansonsten eben die ganze FRCA-Literatur bei Amazon ?

Grübler
24.06.2018, 15:32
Genau so ist es!

Rettungshase
24.06.2018, 17:27
@ Grübler: Womit hast du dich denn bitte wie lange vorbereitet?

Diese 1670 Fragen Anästhesie?
Physics in Anaesthesia?
Heck Fresenius Repetitorium?

Grübler
24.06.2018, 18:35
Oh, das war etwas länger. Ich hatte gedacht, ich bereite mich auf DESA vor, und dann wird die FA-Prüfung ein Klacks (war auch so :-)) ). Insgesamt tatsächlich >1 Jahr, regelmäßig immer ein bisschen. Mein Privatleben hab ich nicht eingeschränkt - das wäre ja noch schöner. Aber wenns langweilig hinterm Narkosegerät war, hab ich halt Lernkarten gemacht, oder Studenten Kram erklärt, nach dem sie mich gar nicht gefragt hatten ;-) Ab und zu noch ne nette Grafik auf die Einschubblätter der Protokolle gekritzelt. Sah manchmal aus wie bei nem verrückten Professor :-))

Kann ich sehr empfehlen: https://apps.ankiweb.net/ - Man kann Lernkarten am PC erstellen (mit Bildern, Sounds, Latex-Formeln wenn man will) und dann wahlweise als Datei oder über die Cloud auf das Smartphone ziehen. Komplett kostenlos. Optimal!

Literatur:
(Die meisten untenstehenden Bücher hab ich durchgearbeitet und Lernkarten erstellt, weil das einfach viel zu viel zum "mal eben durchlesen" ist. Wo ich die Liste jetzt sehe :-oopss Zwischendurch hab ich immer mal wieder einen Rappel bekommen und nochmal bei Amazon geshoppt ;-) Aber wie gesagt, wenn man sich nicht stresst, sondern kontinuierlich dran bleibt, schafft man tatsächlich auch was an Literatur. Und systematisch sollte man an die Sache herangehen.)

- Altklausur von der ESA-Homepage
- Beispielfragen von Klausur und der mündlichen Prüfunge auf der ESA-Homepage :-))
- Prüfungsprotokolle s.o.

1. Physics, Physiology und Pharmacology for the Anesthetist (Plunckett et al.) - absolut gutes Buch mit vielen hilfreichen Grafiken und Erläuterungen. Wird immer wieder empfohlen und auch abgefragt, mündlich und letztlich auch schriftlich - zu Recht!

2. Anesthesia Science Viva Book (Bricker) - Auch ein richtig gutes Buch. Zu jedem Anästhesie-relevanten Prüfungsthema gibt es 1-2 Seiten, auf denen das abgehandelt wird. Kein großes Blabla, sondern -sehr sympathisch geschrieben- Fokussierung aufs Wesentliche. Ist ja immer noch genug ;-) Tatsächlich eins meiner Lieblingsbücher in der Vorbereitungsphase

3. Anästhesiologische Pharmakotherapie (Thiel, Roewer) - Ein richtig gutes Buch über Anästhesie-relevante Medikamente, Interaktionen, Kinetiken etc. pp.; ich finde, das lohnt sich, selbst wenn man kein DESA machen will. (und dazu auch noch sehr relevant Kapitel, v.a. zur allgemeinen Pharmakokinetik/dynamik und natürlich den gängigen Medis)

4. West's Respiratory Physiology - Das Kursbuch von Herrn West für seine Physiologie-Studenten in Amerika. Absolut genial und hochrelevant für Anästhesisten. In kurzen Sätzen und relativ einfachen Worten werden durchaus diffizile Sachverhalte erklärt. Ein kleines Buch, was ich für wirklich sinnvoll halte! (Meins hatte einen lustigen Weg hinter sich: Geschrieben in den USA, gedruckt in China, verkauft in Jordanien über Amazon und verschickt nach D - einmal um den Globus :-)) ).

5. Anästhesie, Fragen und Antworten (1670 Fakten) - für die Schriftliche sicher ne ganz gute Vorbereitung (der Grad der Verrücktheit der Fragensteller deckt sich gut mit der ESA), in der mündlichen fand ich's nicht so relevant. Die Fragen waren in Teil 2 eher auf Verständnis und Erklären ausgelegt, als auf Rumstochern in Fußnoten, was in diesem Buch gern gemacht wird.

6. Dr Podcast Scripts for the Final FRCA - das wird immer wieder empfohlen. Ich fand es aber sehr mühsam. Lange Strecken der Texte wiederholen sich (z.B. dass man bitte immer strukturierte Antworten geben soll blabla - selbstverständlich!); Die wirklichen Fakten und Zusammenhänge muss man sich richtiggehend aus den langen Fließtexten herausfiltern. Ich war sowieso schon immer der Kurzlehrbuchtyp ;-) Lustigerweise war ein Kommentar von Prüfern nachher: "Wir hatten da so einen Prüfling, der wollte bei jeder Antwort immer wieder mit ABCDE anfangen". Das wird einem halt in diesem Buch beigebracht. Man kann es auch übertreiben. Die Fakten sind eigentlich in Ordnung und auch von der Menge her, mir wars aber zu viel Bla drumherum.

7. Ward's Anesthetic Equipment - Cooles Buch, aber wenig relevant. Wenn man jemals den Aufbau von Ventilen und Vaporen und allem anderen Zeug in der Anästhesie begreifen wollte, das Buch der Wahl. Hat mich nur bedingt bei der Vorbereitung weitergebracht, ist aber ein sehr tolles Buch zum Stöbern!

8. Anesthesia Review - Blasting the Boards - Ein Buch zur Vorbereitung auf amerikanische Board-Prüfungen. Sehr stichwortartig geschrieben. Nett, zur Wiederholung ganz gut...

9. Anesthesia Secrets - Hab ich nicht mehr komplett durchbekommen. Vermittelt sehr spezielles Wissen, bei dem einem manchmal die Lampe im Kopf angeht ;-) Ich habs aber auch ohne gut durch die Prüfung geschafft. Sicher eine nette Lektüre in einsamen Nächten hinterm Narkosegerät.


Wenn ich filtern müsste für ne neue Prüfung: Die Werke 1-4 reichen dafür locker aus. (plus evtl 5 für die Schriftliche). Außerdem gibt es Lieblingsthemen: Kardiovaskulär und pulmonal natürlich, Morphin (alles, was man finden kann), Doppellumentubus, Augenanatomie und Anästhesie, Propofolkinetik, Pharmakokinetik rauf und runter (Vd, Loading Dose, Infusionsrate, Clearance, HWZ etc pp), Anästhesiegase (inklusive Specials wie Lachgas, Halothan, Methoxyfluran).

Das war jetzt relativ viel Text. Puh ;-) Ich habs letztendlich so gemacht, dass ich die Bücher zu Lernkarten umgearbeitet habe. In der Schlussphase dann halt noch die Protokolle, und dann hat's gut geklappt. Ich hatte einen großen Respekt vor der Tiefe, in die man fragen kann; aber letztendlich waren es vor allem Fragen aus den Altprotokollen und halt wirklich viel auf Verständnis und Erklären gemünzt. Und der Basic Sciences Teil ist wirklich deutlich anstrengender als die Clinical Sciences.

Weitere Fragen beantworte ich selbstverständlich gerne :-) Bin nur froh, dass es jetzt vorbei ist ;-)