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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PJ - danach Bewerbung als Stabsarzt?



bonescrusher
11.09.2012, 10:15
Hey Hey,

ich wende mich hier an euch um mal aktuelle Informationen zur Situation von Ärzten bei der Bundeswehr einzuholen.
Ich spiele schon länger mit dem Gedanken mich nach dem PJ dahingehend auszurichten.

Wie werden Quereinsteiger angesehen? Kommt es gut an ein Studium schon in der Tasche zu haben oder wird man eher belächelt?
Wie sieht es mit der Stellensituation aus? Läuft man große Gefahr irgendwo in der Kaserne zu hocken und Prävention zu betreiben oder hat man auch Chancen, eine gute Facharztausbildung zu erlangen und Einsatz in einem BWK?

Mir geht es hier nicht um das Geld, die Nachteile wie Auslandseinsätze usw. sind mir vollstens bewusst. Ich kann mir zwar gar nicht vorstellen, was dort wirklich vor sich geht, aber es reizt mich auch unter erschwerten Bedingungen tätig zu werden ... nur da stellt sich die Frage: kriegt man überhaupt die Möglichkeit dazu oder darf man als Assistenz der Allgmein Med irgendwelchen Soldaten das Simulieren ausreden?

Ich hab öfters gelesen, dass man es sich nicht aussuchen kann, was man machen will? Ist das bei dem Ärztemangel heutzutage immer noch so? Gibt es diesen überhaupt beim Bund?

Für allerlei Infos über das Klima, Arbeitsweise, Ausbildung usw. wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße

anignu
20.09.2012, 20:20
Ui, krasse Idee. Da kann ich mir gut vorstellen dass die jeden mit Handkuss aufnehmen dem sie nicht mehr das Studium finanzieren müssen...

Ich selbst bin Assistenzarzt und in München tätig und kann daher vor allem 2 Dinge sagen:
1. der vielbeschworene Ärztemangel ist in München nicht da. Ich kenn so viele Leute die Stellen wechseln wollen oder auf der Suche sind und nix finden... und auch die Weiterbilder: die brauchen sich nicht mal bemühen, wenn es den Assistenzärzten zu blöd wird weil sie überhaupt nix machen dürfen, dann sollen sie halt kündigen. Die nächsten Bewerbungen liegen schon stapelweise da.
-> differenziere wer es sich leisten kann seine Assistenzärzte schlecht zu behandeln und wer nicht. Stichwort Großstadt - letztes Hinterland
2. ich würde mich nicht verpflichten wollen. Stell dir vor du verpflichtest dich für 10 Jahre und merkst nach 1 Jahr dass die Arbeit bescheiden ist. Was dann? Freikaufen? Oder die Zähne zusammenbeißen für die nächsten 9 Jahre? Und was kommt danach? Wieder in eine normale Klinik?

Und zuletzt noch ein Punkt von Verständnis von meiner Seite. Wenn man z.B. richtig unfallchirurgisch tätig werden will dann sind eher Kriegsgebiete spannend. Da gibts ganz andere Verletzungen als dei berühmten Schenkelhalsbrüche von komplett osteoporotischen Knochen...

Grundsätzlich empfehle ich dir da, wenn du das wirklich sehen willst, eine Hospitation oder (in deinem Fall eher noch) eine Famulatur dort. Ich würd keine Stelle mehr annehmen ohne hospitiert zu haben. Und wenn man erst noch im Studium ist kann man das Nützliche (Klinik wirklich kennen lernen) mit der Pflicht zur Famulatur verbinden.

konstantin
20.09.2012, 21:21
Ich denke, ohne eine militärische Ausbildung hast du relativ wenig Chancen, an Auslandseinsätzen teilzunehmen (bzw. garkeine). In wie weit man diese nach dem Studium noch absolvieren kann, wäre aber interessant zu wissen. Für Ärzte, die sich nach dem Studium für ein Bundeswehrkrankenhaus entscheiden, gibt es ja diese "Mini-Grundausbildungen" in einigen wenigen Tagen, an denen man ganz Grundsätzliches wie Uniform, Ränge, usw. erlernt. Aber eine vollständige militärische Ausbildung, wie sie zum Beispiel die SanOAs während des Studiums durchlaufen, dürfte auch am Stück absolviert einige Jahre in Anspruch nehmen.

Liebe Grüße,
Konstantin

WackenDoc
20.09.2012, 21:46
Ah- da bin ich wohl der Experte für:
Also Verpflichtungszeiten bei Seiteneinsteigern sind flexibel- es muss sich also keiner für 10 Jahre verpflichten- übliche Verpflichtungszeit ist 2-4 Jahre, hängt aber vom jeweiligen Vertrag ab.
Die meisten Seiteneinsteiger werden nicht Allgemeinmediziner, sondern werden Kliniker. Diese werden vornehmlich in einem der BWKs eingesetzt. Es ist allerdings erwünscht, dass man zumidnest eine kurze Zeit in die Truppe geht, um die Gegebenheiten da kennenzulernen. Zum einen wegen einer verbesserten Zusammenarbeit mit den Truppenärzten und zum anderen, damit man die Belastungen der Soldaten bei Begutachtungen besser einschätzen kann.

In den kleinen Fächern, wie Auge, Derma, Uro wird man als Seiteneinsteiger kaum rein kommen, da der Bedarf intern gedeckt werden kann. Die besten Chancen bestehen wohl in der Psychiatrie, Allgemeinmedizin, Anästhesie etc. Als Anfänger direkt nach dem Studium ist es natürlich schwerer als als Facharzt, da eher letztere und weniger Jungassistenten fehlen.

Als Kliniker geht man in der Regel in seiner Fachrichtung in den Einsatz- üblicherweise in ein Feldlazarett oder vergleichbar. Davor gibt es natürlich auch eine entsprechende Ausbildung. Je nach Qualifikation kann man auch als BAT-Arzt eingesetzt werden (das sind die, die die Patrouillen begleiten).

Mit dem Ansehen ist das so ne Sache. In den BWKs gibt es in der Regel nicht so das ganz große Problem, in der Truppe ist es unterschiedlich. Bei den Ärzten ist das allerdings in der Regel recht entspannt. Da geht es mehr um die fachliche Qualifikation und das Interesse.
Die militärische Ausbildung der SanOAs ist übrigens eher mau- die meisten machen ihre Grundausbildung und die Pflichtlehrgänge am Anfang des Studiums und das war´s. Kann man prinzipiell als Seiteneinsteiger auch aufholen und als Kliniker ist das eh nicht so entscheidend.

Wenn du noch die Möglichkeit hast, würde sich tatsächlich eine Famulatur anbieten.
Wenn noch Fragen sind, dann nur zu.

Zuständig für eine Bewerbung wäre übrigens das Personalamt der Bundeswehr. Den Zuständigen für Seiteneinsteiger findest du über die Karriereseite der Bundeswehr.
www.bundeswehr-karriere.de

Übrigens: Soo schlecht ist das Truppenarztdasein gar nicht.

MissGarfield83
21.09.2012, 07:37
Hey Wacken,

also denkst du man kann die militärische Ausbildung wirklich aufholen ? Ich spiele auch mit dem Gedanken, nach dem Facharzt (Ortho /UCh) evtl mich für ein paar Jahre beim Bund zu verpflichten und mir würde der Gedanke nicht gefallen ohne ausreichende Ausbildung irgendwann in ein Krisengebiet zu müssen ...

IceEngine21
21.09.2012, 23:54
@ Wacken

Danke für den tollen Bericht von dir. Paar Fragen meinerseits.

1) Wie hoch besteht die "Gefahr" für einen jungen AssiArzt direkt nach dem Studium ins Ausland versetzt zu werden, wenn man 0 militärische Ausbildung hat und kein Interesse am Krieg selbst angibt? Also, sind Auslandseinsätze für alle verpflichtend?

2) Also die besten Chancen sind in den großen klassischen Fächern?
Schade, denn ich würde gerne für kleinere Fächer dort bewerben (Derma, HNO, Plastische), eben weil ich mir dort eine bessere Stellensituation vorgestellt habe.

3) Gibt es Facharztausbildungen, die die Bundeswehr nicht anbietet? Mir käme da zB Päd in den Sinn...

LG

Kandra
22.09.2012, 06:35
1) Wie hoch besteht die "Gefahr" für einen jungen AssiArzt direkt nach dem Studium ins Ausland versetzt zu werden, wenn man 0 militärische Ausbildung hat und kein Interesse am Krieg selbst angibt? Also, sind Auslandseinsätze für alle verpflichtend?
LG

Wieso möchtest du zur Bundeswehr, wenn du Pazifist bist? Irgendwie schließt sich das in meiner Weltanschauung aus...

WackenDoc
22.09.2012, 18:33
Wenn du Zeitsoldat wirst, musst du dich verpflichten, an Einsätzen teilzunehmen.
Am Anfang bekommt man einen Einweisungslehrgang, wo man die wichtigsten Dinge beigebracht bekommt (Dienstgrade, Rechte und Pflichten, Schießen etc.) und vor den Einsätzen dann nochmal eine spezifische Ausbildung mit Schwerpunkt auf dem jeweiligen Einsatz. Je nach Dienstposten und Einsatz ist die Ausbildung dann mehr oder weniger anspruchsvoll.

Ja, es kann einem Jungassistenten passieren, dass er in den Einsatz geht-hängt aber von der Fachrichtung ab. Internisten z.B. schicken nur Fachärzte in den Einsatz (wobei Assistenten immernoch als BAT-Arzt, ggf. Truppenarzt etc. eingesetzt werden können). Üblicherweise sieht man aber zu, dass die Kliniker (vor allem Seiteneinsteiger ohne Notarztschein) auch in ner Klinik eingesetzt werden.

Dass man so schlecht Stellen in den kleinen Fächern bekommt, liegt daran, dass dort der Bedarf in der Regel intern gedeckt werden kann. Und das ist ja der Sinn der Seiteneinsteiger: Man stellt sie da ein, wo der Bedarf durch SanOAs nicht gedeckt werden kann und das ist halt in den Fächern, die allgemein einen hohen Bedarf haben. Oder auch als fertiger Facharzt.

Keine Weiterbildung gibt es in Fächern wie Pädiatrie, Gyn (wobei in Westerstede tatsächlich eine Ambulanz eingerichtet werden soll in Zusammenarbeit mit der Ammerlandklinik-wie das aber mit Weiterbildung läuft ist wohl noch nicht raus), Rechtsmedizin und Geriatrie. Arbeitsmedizin, Mikrobiologie, Labormedizin etc. gibt es, ist aber nicht einfach dran zu kommen, da geringer Bedarf.

Eine Alternative wäre, sich als Vertragsarzt anstellen zu lassen- da würde man Zivilist bleiben und auch nicht in den Einsatz gehen. Da sind aber vor allem Allgemeinmediziner/Truppenärzte und Fachärzte gefragt.

tanjad13
23.09.2012, 16:07
Man stellt sie da ein, wo der Bedarf durch SanOAs nicht gedeckt werden kann

Wenn das immer so wäre wäre es ja schön ;-)
Aber auch in die kleinen Fächern kommen Seiteneinsteiger rein...

WackenDoc
23.09.2012, 16:12
Auch das kommt vor, aber wesentlich seltener als in den großen. Kann halt auch mal sein, dass sich mal zu wenige SanOA für HNO,Derma,Uro interesieren.
Man wird aber keinen Seiteneinsteiger einstellen, wenn der Bedarf intern gedeckt werden kann.

ycr83
23.09.2012, 16:57
Wacken, weißt du eigentlich, ob es einen Unterschied macht, ob man als ganz "grüner" Quereinsteigt, oder gedient hat? Ich habe 9 Monate GWD + 3 Monate FWD im ZSan (BWZK Koblenz) abgeleistet und hatte mich auch als ROA beworben, die Bewerbung ist allerdings im Sande verlaufen, weil ich zu dem einmal jährlich stattfindenden Lehrgang an der SanAk nie hinkann, sehe es aber durchaus als Option nach dem Studium... Ist das für einen, der schonmal dabei war, irgendwi leichter?

WackenDoc
23.09.2012, 17:12
Damit kannst du sicher im Bewerbungsgespräch punkten und es ist natürlich allgemein nicht schlecht, wenn man schonmal Ahnung von den Grundlagen hat. Ein entscheidendes Kriterium wird es aber nicht sein.
Eine ResOffzLaufbahn kommt bei dir auch noch in Betracht.

bonescrusher
23.09.2012, 21:06
Ein Danke Schön auch von mir an dich WackenDoc! Die Seite hab ich glücklicherweise schon vorher gefunden der SanOAs ... ich hab auch schon unzählige Stellenausschreibungen gefunden.
Wenn dann würde ich mich für Anästhesie interessieren ... deshalb denke ich, dass die Chancen da ganz gut sind.

Die Frage, die sich einem eben selber noch stellt ist, ob man sich Kampfhandlungen aussetzen will, aber das muss sicherlich jeder für sich selber entscheiden?

Arbeitest du zufällig am BWK Ulm?

Ich hab gelesen, dass man sich ja nicht unbedingt die Dienststelle auch ausscuhen kann, prinzipiell kann man doch überall hinversetzt werden oder?
Also nehme ich an, dass der Bund nicht gerade Freundinnen freundlich ist oder? Familie sieht vllt. schon wieder anders aus?

Was ich noch nicht verstanden hab. Wenn man sich verpflichtet, wird man ja zum Stabsarzt befördert mit Approbation oder? Und das ist über dem Hauptmann, die Ärzte werden aber prinzipiell eine Dienststufe höher gezahlt.

Bedeutet das, dass man eine Offizierslaufbahn automatisch einschlägt oder muss dazu die ganze Bundstruktur durchlaufen werden?
Ich hab gehört, dass man gerade als Anästhesist sehr viel ins Ausland muss, so alle 2 Monate?

Wie würdest du die Facharztausbildung beim Bund im Vgl. zum Zivilisten sehen ... sie werben ja damit, dass ihnen das sehr am Herzen liegen würde, ist das auch wirklich so?

Wie sehen die Karrierechancen als Ex-Bundler aus?

Danke für deine Hilfe!!

lg

WackenDoc
23.09.2012, 21:28
Nein, ich bin nicht am BWK Ulm.Die haben allerdings einen sehr guten Ruf was Anästhesie angeht.

Mit den Kampfhandlungen ist so ne Sache: Als SanOffz Arzt kann man immer in den Einsatz kommen und da ist die Gefahr mehr oder weniger groß, in Kampfhandlungen verwickelt zu werden- hängt halt vom Dienstposten ab.
Jemand, der im Feldlazarett/Einsatzlazarett eingesetzt ist, ist weniger gefährdet als der BAT-Arzt, der regelmäßig mit den Patrouillen raus fährt.

Einem Seiteneinsteiger wird man eine Stelle anbieten und die Wahrscheinlichkeit, dass man dort bleibt, ist recht groß. Wie gesagt- eine kurze Truppenarztzeit ist durchaus erwünscht. Weiss aber nicht, ob das alle Fachrichtungen betrifft und wie das aktuell umgesetzt wird. Am besten den Sachbearbeiter beim Personalamt fragen.

Ja- mit Approbation wird man als Stabsarzt eingestellt. Das entspricht vom Dienstgrad dem Hauptmann und hat eine Besoldung von A13. Oberstabsarzt entspricht dem Major und eine Besoldung von A14.
Man würde direkt mit dem entsprechenden Dienstgrad eingestellt und muss nicht erst die anderen Dienstgrade durchlaufen. Im Laufe der Zeit kann man natürlich auch befördert werden. Gerade wenn man als Stabsarzt eingestellt wird, so ca. nach 3 Jahren. Eine Beföderung zum Oberfeldarzt (also eins weiter als Oberstabsarzt) ist schwieriger, weil es dazu eines entsprechenden Dienstpostens bedarf.
Die "normalen" Dienstposten sind alle SA/OSA gekoppelt. Also wenn die Dienstzeit ausreicht, kann man auch befördert werden.

Nein, auch als Anästhesist muss man normalerweise nicht alle 2 Monate in´s Ausland. Üblich ist ein volles Kontingent (4-6Monate) alle 2 Jahre-eine ganz feste Regel gibt es aber nicht und gerade Anästhesisten sind gefragt. Kann also sein, dass man dann was häufiger geht als der Dermatologe. Da gerade die Kliniker auch splitten (=mehrere teilen sich ein Kontingent), sind die Einsatzzeiten oft kürzer, dafür häufiger.

Ich glaub, die Facharztausbildung ist nicht schlechter als im Zivilen und teilweise besser und gerade Anästhesisten sind recht ausbildungsfreudig. Hängt aber sehr vom jeweiligen Chef ab- genauso wie im Zivilen. Auf meiner ersten Stelle in der Inneren war nix groß mit Ausbildung- evtl. ist das aber auch ein fachspezifisches Problem.
Als ehemaliger SanOffz dürfte man keine Probleme haben, eine zivile Stelle zu finden. Die Arbeit ist ja im wesentlichen mit der in einem zivilen Haus vergleichbar.

Für mich als Allegmeinmediziner war es allerdings schon ne große Umstellung, als ich die 6 Monate zivile Weiterbildung in ner Praxis gemacht hab- hängt aber mit dem unterschiedlichen Patientengut und dem Kassensystem zusammen. In der Anästhesie dürfte der Unterschied nicht so groß sein (ihr habt ja auch zivile Patienten)

IceEngine21
28.09.2012, 00:12
Wieso möchtest du zur Bundeswehr, wenn du Pazifist bist? Irgendwie schließt sich das in meiner Weltanschauung aus...

Weil man sich für die Patienten interessiert?!


hängt aber mit dem unterschiedlichen Patientengut

Haha, da kann ich mir schon vorstellen, was du meinst :)

WackenDoc
28.09.2012, 17:06
Unter den Bedingungen würde in meinen Augen eine Vertragsarzttätigkeit mehr Sinn machen.

Unsere Arzt-Patientenbeziehungen sind tatsächlich anders als im Zivilen: Zum einen sind unsere Soldaten jünger, gesünder und eben nicht das unausgelesene Patientengut einer Hausarztpraxis, zum anderen ist man nicht so getrennt von der Truppe, sondern gehört halb dazu (im Einsatz natürlich noch mehr, gerade als BAT-Arzt) und man hat viel mehr Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten, Sozialdienst und Seelsorge.
Führende Krankheitsbilder sind eben nicht das internistische Polytrauma mit DM, pAVK, KHK und Niereninsuffizienz, sondern eher akute Erkrankungen und orthopädische Probleme.

Dafür haben die Patienten oft Erlebnisse, die völlig außerhalb des Erfahrungsschatzes von Zivilisten ist. Und das nicht nur in Auslandseinsätzen. Die meisten sind aber recht umgänglich- da hatten wir in der Praxis deutlich mehr Ausfälle in der Sozialverträglichkeit.
Was sehr schön ist (gerade im Truppenarztbereich, etwas weniger in der Klinik), ist das Fehlen von Budgetvorgaben- wir können unsere Patienten im wesentlichen so behandeln, wie wir es für richtig halten (ok, hat aber auch Nachteile, z.B. was Beschaffung von Geräten und Material angeht- ihr solltet mal mein Sonogerät sehen).
Regresse hat man nicht zu fürchten. Wenn man sich heilfürsorgetechnisch mal nicht an die Vorschriften gehalten hat (z.B. bei Überweisungen oder Rezepten), gibt´s meist erstmal ein "Dudu" und man muss ne Stellungnahme abgeben- in der Regel will einem aber keiner an´s Geld.
Ich hab in den ersten 2 Wochen mehr MRT-Überweisungen ausgestellt als im ganzen halben Jahr in der Praxis.
Genauso Physiorezepte-keine Regelfälle und wenn ich noch nen 2. Satz KG aufschreib, dann ist das so und wird nicht in Frage gestellt.

Edit: Wer ich schon während des Studiums dafür interessiert: Man kann auch bei der Bundeswehr KPP und Famulaturen und sicher auch Hospitationen und andere Praktika machen.
An einem meiner letzten Standorte hatten wir z.B. regelmäßig Schülerpraktikanten.