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SuperSonic
18.09.2012, 19:06
Welchen Leitlinien? S3-Leitlinie der AWMF (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-044l_S3_Harnwegsinfektionen.pdf) vom 17.06.2010:

akute unkomplizierte Zystitis der nicht schwangeren Frau --> Fosfomycintrometamol einmalig oder Nitrofurantoin über 7 d (Retardpräparat 5 d) sind Mittel der 1. Wahl

akute unkomplizierte Pyelonephritis der nicht schwangeren Frau --> Ciprofloxacin oder Levofloxacin über 7-10 d sind Mittel der 1. Wahl

Evil
18.09.2012, 19:11
Das steht in der S3-Leitlinie der DEGAM (http://leitlinien.degam.de/uploads/media/Brennen-beim-Wasserlassen-Langfassung.pdf) von 2009 anders. Demgemäß sind Nitrofurantoin und Trimethoprim Medikamente der ersten Wahl.

SuperSonic
18.09.2012, 19:18
Im Zweifel würde ich mich an der neuesten LL orientieren, und dort wird TMP wegen der zunehmenden Resistenzen nicht mehr als Mittel der 1. Wahl empfohlen.

WackenDoc
18.09.2012, 19:33
Na klasse, jetzt haben wir 2 gültige Leitlinien, die sich wiedersprechen. Die DGAM-Leitlinie empfiehlt dann auch noch eine 3-tägige Behandlung.
Und Nitrofurantoin ist auch noch Off-Label.

SuperSonic
18.09.2012, 19:53
Und Nitrofurantoin ist auch noch Off-Label.
Nicht bei akuter unkomplizierter Zystitis!

Die Anwendungsbeschränkung gilt nur für
– Suppressivtherapie chronisch-obstruktiver Harnwegsinfektionen bei Patienten mit angeborener oder erworbener Abflussbehinderung der Harnwege
– Reinfektionsprophylaxe chronisch rezidivierender aszendierender Harnwegsinfektionen
wegen der möglichen pulmonalen UAW v. a. bei Langzeittherapie.

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18.09.2012, 20:00
Ist die DEGAM-Empfehlung nicht primär auch für den Allgemeinmediziner gedacht? Die von Sonic verlinkte LL ist ja federführund von der Gesellschaft für Urologie wenn ich's recht in Erinnerung habe. Letztlich entstehen die Dinger ja via Votum. Also durchaus denkbar, dass da auch mal anderes abgestimmt wurde bzw. andere Faktoren/Perspektiven eine Rolle spielten...

Im äußersten Zweifel halt die Neuere :-)

Gruß LOGO

PS: Ist in der Prüfung doch schon toll, wenn die Kollegen sehen, dass man prinzipiell das Wort "Leitlinie" schonmal kennt ;-)

WackenDoc
18.09.2012, 20:07
Bei uns Allgemeinmedizinern wird wohl ganz gerne HWI gefragt.
Ich glaub, die werden was blöd schauen, wenn ich dann nachfrag: Welche Leitlinie soll ich denn für meine Antwort zugrunde legen?
Und das ganze ist dann auch noch von der örtlichen Resistenzlage abhängig.

Genau- DEGAM ist die Allgemeinmedizingesellschaft. Die Leitlinie davon heisst auch nicht "Harnwegsinfekte", sondern "Brennen beim Wasserlassen".
Jedenfalls fliegt das Cotrim jetzt irgendwann bei mir raus- muss nur mal schauen, was ich statt dessen nehm. Kann ja schlecht nen halbes Jahr lang Resistenzen bestimmen und dann mal schauen. Hm- wäre mal nen Promotionsthema- wie unterscheiden sich die Resistenzen bei meinen Schäflein (die ja aus ganz Deutschland kommen) von der lokalen Hausarztresistenzlage.