Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Assistenz Gynäkologie- Abtreiben Pflicht?
Bei meinen Gyn-Berührungspunkten wurde es immer so gehandhabt, dass man halt angesagt hat ob man will oder eben nicht... Fertig.
Brauch man IMO auch nicht so viel ethisches Blabla drum machen. Irgendwer macht es eh irgendwo... Die Natur macht es ständig - so what?!
Die Beratung eines Arztes ist doch rein medizinisch oder nicht? Es wird erklärt wie sie abläuft und was für Risiken es gibt.
Die psychologische Beratung macht doch ein Psychologe?
In der Realität dürfte die Grenze doch etwas -ich sage mal- fluider sein. Der Gesprächsbedarf dürfte deutlich über Aufklärungsbogen durchgehen hinausgehen - auch wenn man diesbezüglich nicht der Hauptadressat ist ;-)
Keenacat
18.09.2012, 20:49
Die Beratung eines Arztes ist doch rein medizinisch oder nicht? Es wird erklärt wie sie abläuft und was für Risiken es gibt.
Man kann Patienten ohne weiteres gezielt und ergebnisorientiert beraten. Meine Patienten springen auch nicht auf und rufen "Oh, großartig, bitte stechen Sie mir mit einer langen Nadel in meinen Spinalraum!", wenn ich denen mit ner SPA komme. Wenn ich schlampig aufkläre oder meine Worte schlecht wähle, wollen die alle ne Vollnarkose.
Feuer, ich glaub wir haben völlig differierende Ansichten darüber, WER seine Meinung aus der Medizin raushalten muss. Ich finde, alle - du findest, dass einige Gyn-Kollegen genau das nicht tun, ist schon ganz ok so.
Theorie und Praxis bei dieser Thematik klaffen auseinander:
http://www.tiqua.org/?p=563
Feuerblick
18.09.2012, 21:01
Siehste, Keena... nix verstanden. Ich finde, dass die eigene Meinung nie etwas bei Aufklärungen und Beratungen zu suchen hat. Und daher halte ich eine neutrale Schwangerschaftsberatung (NICHT das Aufklärungsgespräch, das sind zwei Paar total unterschiedliche Schuhe) für durchaus machbar - egal, was man selbst denkt. :-nix
Eine Beratung der Schwangeren, die letztlich einen Beratungsschein nach sich zieht (ohne den meines Wissens keine Abtreibung jenseits einer dringlichen medizinischen Indikation stattfinden darf), ist nicht eine Aufklärung über Ablauf und Risiken einer Abtreibung. Eine Beratung bedeutet, dass der Schwangeren erklärt wird, welche Alternativen es zur Abtreibung gibt, d.h. Adoption, staatliche Hilfen für alleinstehende Mamis etc. Diese Beratung sollte übrigens in der Regel die Alternative "nicht abtreiben" als bessere Alternative darstellen. Was auch der Grund ist, warum Berater und Durchführender zwei verschiedene Menschen sein müssen. Die reine Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen des Eingriffs selbst macht der durchführende Arzt. :-nix
Siehste, Keena... nix verstanden. Ich finde, dass die eigene Meinung nie etwas bei Aufklärungen und Beratungen zu suchen hat. Und daher halte ich eine neutrale Schwangerschaftsberatung (NICHT das Aufklärungsgespräch, das sind zwei Paar total unterschiedliche Schuhe) für durchaus machbar - egal, was man selbst denkt. :-nix
Eine Beratung der Schwangeren, die letztlich einen Beratungsschein nach sich zieht (ohne den meines Wissens keine Abtreibung jenseits einer dringlichen medizinischen Indikation stattfinden darf), ist nicht eine Aufklärung über Ablauf und Risiken einer Abtreibung. Eine Beratung bedeutet, dass der Schwangeren erklärt wird, welche Alternativen es zur Abtreibung gibt, d.h. Adoption, staatliche Hilfen für alleinstehende Mamis etc. Diese Beratung sollte übrigens in der Regel die Alternative "nicht abtreiben" als bessere Alternative darstellen. Was auch der Grund ist, warum Berater und Durchführender zwei verschiedene Menschen sein müssen. Die reine Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen des Eingriffs selbst macht der durchführende Arzt. :-nix
Das finde ich auch, denn wenn man Abtreibungen durchführt, heißt es doch nicht, dass man neutraler beratet als jemand, der sie nicht durchführt. Die persönliche Meinung ist bei der Beratung doch irrelevant und beim Vollziehen kann es ja jemand anderes machen.
Kackbratze
18.09.2012, 21:38
Kommt auf die Klinik an. Kann auch beim Gynnie hängen bleiben. Oder bei der Seelsorge.
Oder bei der Hebamme. Oder bei den Schwestern.
Überall anders.
Will man ganz sicher gehen, dass man als Gyn keine Interruptios machen muss, geht man vorzugsweise an ein konfessionelles Haus (sofern man damit keine Probleme hat), die machen das ganz sicher nicht und haben trotzdem die volle Weiterbildung.
Aber auch sonst meine ich mich zu erinnern, von den gyn. Freunden gehört zu haben, dass sie eine Interruptio durchführen können, wenn sie es möchten, aber nicht müssen, wenn sie es aus Gewissensgründen ablehnen.
Will man ganz sicher gehen, dass man als Gyn keine Interruptios machen muss, geht man vorzugsweise an ein konfessionelles Haus (sofern man damit keine Probleme hat), die machen das ganz sicher nicht und haben trotzdem die volle Weiterbildung.
Aber auch sonst meine ich mich zu erinnern, von den gyn. Freunden gehört zu haben, dass sie eine Interruptio durchführen können, wenn sie es möchten, aber nicht müssen, wenn sie es aus Gewissensgründen ablehnen.
Man sollte es sicherlich wissen wie es geht, denn wenn die Schwangerschaft die Frau schädigt wäre es ja medizinisch ratsam abzutreiben.
Wissen wie es geht, klar!
Selber durchführen geht aber wohl nach individueller Entscheidung für oder gegen.
Der Eingriff an sich ist ja kein Notfalleingriff, sondern kann geplant werden, so dass entsprechende Kollegen da sind, die das durchführen können/wollen whatever.
Meine Gyn-Famulatur beschränkte sich leider auf ein konfessionelles Haus, also gar keine Abbrüche.
EntenFreundin
18.09.2012, 22:43
Danke jijichu hatte ich nicht gefundenn. (Bin noch Erstsemester)
Etwas off topic:
Warum interessiert sich ein Erstsemestler (erstes Vorklinisches nehme ich mal an), der noch 6 Jahre Zeit hat zu entscheiden in welche Richtung es mal gehen soll und erstmal andere Sorgen (Physikum!) hat, denn so intensiv für dieses Thema ?
luckyscrub
18.09.2012, 22:47
Will man ganz sicher gehen, dass man als Gyn keine Interruptios machen muss, geht man vorzugsweise an ein konfessionelles Haus (sofern man damit keine Probleme hat), die machen das ganz sicher nicht und haben trotzdem die volle Weiterbildung.
Es gibt da auch die ein oder anderen konfessionellen Häuser, die Interruptiones durchführen, vor allem, wenn es durch den Chef an der Uniklinik abgelehnt wird.
Jeder Gyn kann selber entscheiden, ob er durchführt oder nicht. Das kann sich im Laufe des Berufslebens schon auch mal ändern.
Habe medizinisch indizierte Interruptiones und auch einen Fetozyt gesehen....ob ich jetzt eine 5. Wunschinterruptio durchführen wollte weiss ich nicht......hab mich ja nun doch gegen Gyn entschieden nach 2 Gyn-Famulaturen und Gyn-PJ.
Sebastian1
18.09.2012, 22:57
Größeres nichtkonfessionelles Haus: Wird angeboten, aber nicht von allen durchgeführt. Wird auch keiner zu genötigt (im Übrigen nicht nur nicht bei den Gynäkologen, sondern zum Beispiel auch bei den OTAs, Anästhesie und -pflege).
Um die Ausgangsfrage also nochmal klar zu beantworten: Nein, man muss nicht selbst Interruptiones durchführen, um Gynäkologe zu sein/werden. Machen im Übrigen bei uns auch von den Gyns nur die allerwenigsten.
Etwas off topic:
Warum interessiert sich ein Erstsemestler (erstes Vorklinisches nehme ich mal an), der noch 6 Jahre Zeit hat zu entscheiden in welche Richtung es mal gehen soll und erstmal andere Sorgen (Physikum!) hat, denn so intensiv für dieses Thema ?
Ich interessiere mich für alles was den Arztberuf angeht. Selbst wenn ich keine Medizin studieren würde, hätte ich es gerne gewusst. Das hat ja nichts mit mir persönlich zu tun und was ich machen möchte.
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