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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : A46/B8 - Tag 3 - Propofol



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jijichu
11.10.2012, 18:39
Bei solchen Sachen kann das IMPP meiner Ansicht nach nicht mit Häufigkeit argumentieren - die Praktiken unterscheidenen sich von Haus zu Haus...

pvr15
11.10.2012, 18:57
Ich wiederhole mich nur ungern, aber für Etomidat gilt das gleiche. Und Eto wird nun einmal sehr häufig eingesetzt, ganz im Gegensatz zu Thiopental.

Keenacat
11.10.2012, 19:12
ganz im Gegensatz zu Thiopental.

Thiopental ist Einleitungshypnotikum bei Notsectiones bzw. generell in der Schwangerschaft und zudem DAS Medikament bei Sojaallergie (Kreuzallergen übrigens u.a. mit Birkenpollen).

(Kleines Anekdötchen am Rande: mein Haus hat nur Propofol und Thiopental. Eto ist komplett abgeschafft worden.)

patkher
11.10.2012, 20:14
Na ja, dann mal sehen was IMPP dazu sagt, ich habe mich gegen Propofol entschieden, weil es im Text stand "SEHR unter Übelkeit gelitten", angenommen Propofol kann auch Übelkeit machen, ist es aber so ausgeprägt ??? und ach ja noch was, bei der Einleitung mit Propofol wird oft gesagt "es kann leicht brennen", klar dass die Schmerzempfindung unterschiedlich ist, aber hat man da furchtbare Schmerzen???, Barbiturate sind ja dafür bekannt, dass sie starke Schmerzen auslösen können, v.a. wenn sie ins Gewebe gelangen, was hier nicht der Fall war, aber trotzdem.

Keenacat
11.10.2012, 20:24
klar dass die Schmerzempfindung unterschiedlich ist, aber hat man da furchtbare Schmerzen???

Einige merken nichts, einige verspüren leichte Wärme und Kribbeln, andere haben ziemlich starke Brennschmerzen. Kommt auch drauf an, ob man es schön langsam in die laufende Infusion gibt oder im Bolus reinkloppt.

Brutus
11.10.2012, 22:43
Eto macht aber auf Grund seiner Darreichungsform als Emulsion eine Venenreizung. Und zur Einleitung bei Allgemeinanästhesien wird eigentlich in der Regel 2%iges Propo verwendet. Außerdem macht Prop eine retrograde Amnesie, so dass die Dame sich eigentlich gar nicht an das Brennen erinnern können dürfte...
Zur Einleitung von Allgemeinanästhesien wird in der Regel 1%iges Propofol benutzt! Ich habe in 10 Jahren Anästhesie noch nie 2%iges gesehen! Und dass Propofol eine retrograde Amnesie machen würde wäre mir neu! Ganz im Gegenteil, die Patienten können sich in der Regel sehr genau daran erinnern, was in den Sekunden vorm Einschlafen gewesen ist. Dies gilt insbesondere für Kinder!


Ich wiederhole mich nur ungern, aber für Etomidat gilt das gleiche. Und Eto wird nun einmal sehr häufig eingesetzt, ganz im Gegensatz zu Thiopental.
Etomidate wird zur Zeit sehr kritisch hinterfragt! Und immer mehr Kliniken nehmen es aus dem Sortiment aufgrund neuer Studienlagen... Von daher würde ich Deine Aussage so nicht stehen lassen wollen. Etomidate wird mitnichten sooo häufig eingesetzt wie Du es darstellst, ganz im Gegenteil zum Thiopental! Es ist nun mal DAS Einleitungsmedikament für Sectiones.

Sebastian1
12.10.2012, 00:27
Ohne die genaue Fragestellung zu kennen mal aus Sicht eines Anästhesisten: Das Brennen bei Propofol ist eine ganz typische Nebenwirkung. 2% werden zur Einleitung im Übrigen NICHT regelhaft verwendet, da selbst das 1% noch gut schmerzhaft ist. Bei 0,5% allerdings ist diese UAW deutlich weniger ausgeprägt, weswegen zum Beispiel bei uns regelhaft die ersten 100 mg immer 0,5% aufgezogen werden.

Bei Thiopental oder Eto ist diese UAW deutlich weniger ausgeprägt als bei Propofol.

andréw
12.10.2012, 05:03
Auch ich kenne den Wortlaut der Frage nicht wirklich, aber aus eigener Erfahrung weiss, dass Propofol schon sehr schmerzhaft sein kann und es war 1 prozentig, welches auch bei uns im Hause zur Einleitung genommen wird. Ach ja Thiopental wird bei uns, aus mir unerfindlichen Gründen, nicht nur bei Sectiones genommen, von mir nicht, aber dies ist Geschmacksache und vermutlich ging´s in der Frage nicht darum....

Cicero
12.10.2012, 08:57
Also, für alle Fachärzte die mitdiskutieren: Es ging in der Frage darum, dass sich eine Frau über ihre letzte Narkose beschwert hat, weil sie zum einen fürchterlich brechen musste und, was sie schlimmer fand, ein heftiges Brennen an der Injektionsstelle verspürt habe.

Für Propofol spricht das Brennen, und auch wenn PONV auch bei Propofol vorkommt, bei Thiopental deutlich häufiger und auch das brennt. Und an dem Haus, an dem ich PJ gemacht habe, wurde das regelmäßig verwendet. Wohl, weils billiger ist und der Chef den Gewinn erhöhen wollte (war kein ganz kleines Haus...)

rkp31
17.10.2012, 19:43
Ich habe diese Frage mit den gesammelten Argumenten beim IMPP angezweifelt.