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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Klausurfrage Anästhesie



SkYSkYSkY
13.11.2012, 19:05
Hey Leutz,

hab hier ne meiner Meinung nach blöde Klausurfrage:

20. Diabetiker mit Schmerzen im Epigastrium und seit 3 h Erbrechen. Halsveneneinflussstauung,
schwache periphere Pulse, ST-Hebung im EKG, welche Therapie?
a. Morphin iv
b. Schrittmacher
c. Betablocker
d. Flüssigkeit
e. Nitrat

Als Lösung (allerdings von Studenten des letzten Jahres) wird D angegeben....

Also für mich hat der ja nun nen V.a. MI, wo einerseits andere Dinge erstmal wichtiger sind und Volumen prinzipiell kontraindiziert ist. Nun gut.... er hat 3h erbrochen, also vielleicht doch erstmal ne Vollelektrolytlösung. Allerdings fehlen mir da einfach zu viele Informationen um ne gute Antwort zu geben. Ich würde den RR messen und dann Nitrat geben, Morphin is aber sicherlich auch nicht falsch. Myo + Tropo bestimmen, EKG im Verlauf wiederholen und bei dringendem V.a MI dann eben das komplette Programm (O2, ASS, Heparin, Clopi, Herzkatheter).
Was meint ihr?

Keenacat
13.11.2012, 19:14
Schreit Hinterwandinfarkt, wenn man mich fragt. Nitrat versuchen, dann auf jeden Fall Mo gegen die Schmerzen. Flüssigkeit? Eher nicht so dringend.
:-meinung
Könnt aber auch ne Aortendissektion sein --> Mo, Betablocker bei hohem RR.

Eilika
13.11.2012, 20:09
Bei Vd. auf Rechtsherzinfarkt braucht es aber zum Beispiel reichlich Flüssigkeit. Daran hab ich zuerst gedacht, als ich die Frage gelesen habe. Und gerade der Rechtsherzinfarkt macht ja nicht soo selten primär abdominelle Schmerzen.

teletubs
13.11.2012, 20:44
Kann mich Eilika nur anschliessen...

//stefan
13.11.2012, 20:53
Ich mich auch. Gegen die Dissektion spricht die obere Einflussstauung und der epigastrische Schmerz. Mit dem Diabetes wollten sie evtl. verwirren oder den typischen Infarktschmerz maskieren.

SkYSkYSkY
13.11.2012, 21:04
Ich danke euch allen :)! Hätt ich in der Klausur im Eifer des Gefechts jetzt aber wahrscheinlich nicht dran gedacht. Finde auch, dass das eben aus den Infos nicht eindeutig ableitbar ist. Hätte da jetzt gestanden "in den rechten präkordialen Ableitungen" oder sowas.... aber ihr habt natürlich Recht.

Cheerio!

Der SkY

WackenDoc
13.11.2012, 21:32
Mo oder Flüssigkeit.
Für Nitrate ist wahrscheinlich der Druck zu niedrig.

Lizard
14.11.2012, 10:18
Bei Vd. auf Rechtsherzinfarkt braucht es aber zum Beispiel reichlich Flüssigkeit. Daran hab ich zuerst gedacht, als ich die Frage gelesen habe. Und gerade der Rechtsherzinfarkt macht ja nicht soo selten primär abdominelle Schmerzen.
Ok, gehen wir mal von einem Rechtsherzinfarkt aus. Der Patient hat ja gestaute Halsvenen, was für eine Rechtsherzbelastung spricht. Ich sehe gerade nicht wie noch mehr Volumen, die Rechtsherzbelastung verbessern soll. *aufdemschlauchsteh*

gnuff
14.11.2012, 10:30
typisch Theoretiker... EKG geklebt aber keinen Blutdruck gemessen und alles was in der Anamnese wichtig wäre fehlt... wer formuliert solche Fragen? Kopf --> Tischplatte

mit den Angaben gar keine Therapie...

SkYSkYSkY
14.11.2012, 13:33
So sehe ich das auch.... nur leider gibt es diese Antwortmöglichkeit nicht :)
Aber hey.... es geht noch viel blödsinniger..... aus einer Klausur von 2009:

Frage 17: Wie oft treten unerwartete Ereignisse im Zusammenhang mit medizinischen Maßnahmen
auf?

17.1: 1 / 20.000
17.2: 1 / 30.000
17.3: 1 / 1.000
17.4: 1 / 10.000
17.5: 1 / 100

echt... da fällt einem nix mehr ein....

Aber vielleicht nochmal eine ernstgemeinte Frage: Welcher Parameter ist "der beste" für bakterielle Infektionen? Procalcitonin, CRP oder Leukozyten?

Der "beste" is doch wieder großer Mist.... schnellste, spezifischste oder was auch immer, aber so absolut?

Aber danke nochmal für eure Mühe...

WalterSobchak
14.11.2012, 15:35
Ist das etwa SO als Klausurfrage gestellt worden? :-((
CrP ist ja immer irgendwie wegweisend, auch wenn sich die Geister an ner numerischen Grenze für "bakterielle Infektion" scheiden. PCT ist wohl am sensitivsten und ich mach das auch gern mit, wenn Klinik und CrP mich nicht wirklich weiterbringen...

dantheg
15.11.2012, 05:06
Ok, gehen wir mal von einem Rechtsherzinfarkt aus. Der Patient hat ja gestaute Halsvenen, was für eine Rechtsherzbelastung spricht. Ich sehe gerade nicht wie noch mehr Volumen, die Rechtsherzbelastung verbessern soll. *aufdemschlauchsteh*

Rechtsherzinfarkte sind sehr vorlastabhängig, das heißt um genug Kontraktilität zu bekommen müsst du eine ordentliche Dehnung gewährleisten. 10-20 Liter beim Rechtsherzinfarkt reinschütten ist schon mal drinnen.

Natürlich ist die Klausurfrage ungünstig gestellt.

UweWoellner
15.11.2012, 10:40
Der Pat. hat doch wahrscheinlich ein hypotones Kreislaufversagen bei MI. In der Situation sind Nitrate glaube ich kontraindiziert und Flüssigkeit würde tatsächlich Sinn machen.

Brutus
15.11.2012, 12:06
Der Pat. hat doch wahrscheinlich ein hypotones Kreislaufversagen bei MI. In der Situation sind Nitrate glaube ich kontraindiziert und Flüssigkeit würde tatsächlich Sinn machen.
Und wenn er nun einen RR von 220/120mmHg hat und daher die St-Hebungen resultieren? Will ich ihm da noch ein paar Liter Kristalloide draufschütten? Neee. Die sollen die Fragen vernünftig stellen und dann kriegen sie auch einen Therapievorschlag.
Wenn mir ein RA / Schwester / Bruder nur ein EKG vorlegt und aufgrund dessen wissen möchte, ob er Nitro oder Mo oder einen Betablocker geben soll, dann kriegt er / sie / es die Hammelbeine langgezogen... Die Basics sollten schon drin sein, bevor ich die Situation des Patienten noch weiter verschlimmer...

UweWoellner
15.11.2012, 16:01
Und wenn er nun einen RR von 220/120mmHg hat und daher die St-Hebungen resultieren? Will ich ihm da noch ein paar Liter Kristalloide draufschütten? Neee. Die sollen die Fragen vernünftig stellen und dann kriegen sie auch einen Therapievorschlag.
Wenn mir ein RA / Schwester / Bruder nur ein EKG vorlegt und aufgrund dessen wissen möchte, ob er Nitro oder Mo oder einen Betablocker geben soll, dann kriegt er / sie / es die Hammelbeine langgezogen... Die Basics sollten schon drin sein, bevor ich die Situation des Patienten noch weiter verschlimmer...

Laut Fragentext hat er aber schwache periphere Pulse. Klar ist die Frage ohne weitere Angaben nicht ganz eindeutig, aber ich würde Flüssigkeit ankreuzen, falls diese Frage so in der Klausur gestellt wird ;)

Sebastian1
15.11.2012, 22:55
...was nichts daran ändert, dass die Frage so bescheiden formuliert wurde, das man mehrere Antworten (oder keine) rechtfertigen könnte. Und das ist in einer Klausur ziemlich doof.

Brutus
16.11.2012, 00:17
Laut Fragentext hat er aber schwache periphere Pulse.
Und? Ich habe RR-Werte weit jenseits der 200mmHg gesehen, die ganz bescheidene periphere Pulse hatten. Und auf der anderen Seite Werte deutlich unter 100mmHg, die wiederum wunderbar zu tasten waren... :-nix