PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 1 Jahr GuK-Ausbildung, dann Medizin



Seiten : [1] 2 3

lionheartx
25.11.2012, 22:12
Hallo Leute.
Vorweg, das ist eine eher spezielles Anliegen, das ich hier habe, und sowas gibt die Forensuche irgendwie nicht so recht her. ^.^

Also, ich habe einen Abischnitt von 1,4. Habe mich letztes WiSe fürs Studium der Medizin beworben, jedoch leider an meiner Wunschuni im Auswahlgespräch recht schlecht abgeschnitten und keinen Platz bekommen. Da ich für den Fall "vorgesorgt" hatte, habe ich im September dann eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger begonnen.

Mein Plan war jetzt, ein Jahr diese Ausbildung zu machen, sie abzubrechen, und mich dann nächstes WiSe erneut zu bewerben.

Warum nicht einfach einen Bundesfreiwilligendienst oder FSJ machen, könntet ihr jetzt fragen.. aber ich hatte immer den Eindruck (der sich jetzt auf Station bestätigt) dass man da wirklich nur bessere Reinigungskraft auf Station ist, und relativ wenig Umgang mit Patienten, Ärzten und eben viele organisatorische und medizinischen Abläufe gar nicht so mitkriegt. Ganz zu schweigen davon, dass ich in der Ausbildung richtig viel theoretisches Wissen mitnehmen kann, dass ich in nem FSJ nicht kriegen würde. Ebenso der Einblick in viele verschiedene Stationen. Und ich arbeite auch schon mein KPP ab.

So waren jedenfalls meine Argumente.

Ich habe das Gefühl, dass mir die Ausbildung schon jetzt enorm viel gebracht hat... nämlich einerseits die Erkenntnis, dass ich aufjedenfall im Krankenhaus arbeiten kann und will, UND dass ich das NICHT im Pflegerischen tun will. So sehr es Spaß macht, so sehr mir die Arbeit mit Patienten Freude macht, ist einfach nicht meins, nicht länger als unbedingt nötig.

Long story short.
Denkt ihr das ist eine vernünftige Idee, die Ausbildung nur ein Jahr zu machen? Oder sollte ich sie unbedingt zu Ende machen, auch wenn es absolut nicht mein Ding ist?

Und außerdem, ist eine abgebrochene Ausbildung überhaupt als KPP anzurechnen? Weil auf der Seite des LPA steht:

"Auf den Krankenpflegedienst sind anzurechnen ( § 6 Abs. 2 ):
[...]
eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung als Hebamme oder Entbindungspfleger, als Rettungsassistentin oder Rettungsassistent, in der Krankenpflege, Kinderkranken-
pflege oder Altenpflege sowie erfolgreich abgeschlossene Ausbildung von mindestens einjähriger Dauer in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe."

Das würde ja bedeuten, dass mir das eine Jahr Ausbildung, was ich mache, mir in der Hinsicht nichts nützen würde, OBWOHL ich da in pflegerischer Hinsicht gleich viel oder mehr mache, als in einem FSJ/BFD im gleichen Zeitraum.


Danke schonmal an der Stelle an alle, die meine Wall of text bis hier hin überlebt haben. :D

unc89
26.11.2012, 10:26
Wenn dir die Ausbildung keinen Spaß macht, solltest du sie nicht weiter machen... was ist denn so furchtbar im pflegerischen Bereich? Liegt es vielleicht nur an der Station und du könntest in einem anderen Bereich genug Freude an dem Beruf finden?
Ob dir die angebrochene Ausbildung auf dein Pflegepraktikum angerechnet wird, kommt auf dein Prüfungsamt an. Dort kannst du nachfragen, wenn du deine Uni schon kennst. Meiner Erfahrung nach werden abgebrochene Pflegeausbildungen meist nicht anerkannt (sonst würde zukünftige Medizinstudenten kurz ne Ausbildung anfangen, Geld für ihre Arbeit bekommen und nach drei Monaten abbrechen - und die, die wirklich in der Pflege arbeiten möchte, bekommen keinen Ausbildungsplatz...) Eine abgeschlossene Ausbildung wird eigentlich immer als Pflegepraktikum anerkannt... Aber die drei Monate sollten dich nicht davon abhalten, einen ungeliebten Beruf aufzugeben...
Was würdest du denn statt der Ausbildung machen?
Viele Grüße!

Absolute Arrhythmie
26.11.2012, 12:45
Wenn du einen Platz zum nächsten WiSe bekommst und lieber studieren willst, warum in aller Welt solltest du dann die Ausbildung fertig machen? oO
Du hast ja ne sehr kurzfristige Kündigungsfrist während der Ausbildung, das heißt du kannst ja wirklich erst dann kündigen, wenn du weisst, dass du den Platz hast.

Sticks
26.11.2012, 13:58
nimm das Studium an, wenn es kommt!
hast du schon einmal über die Krankenpflegehelfer Ausbildung nachgedacht? Ok, das Niveau ist nicht besonders hoch, aber du hättest eine abgeschlossene Ausbildung.

lionheartx
26.11.2012, 14:48
Wenn dir die Ausbildung keinen Spaß macht, solltest du sie nicht weiter machen... was ist denn so furchtbar im pflegerischen Bereich? Liegt es vielleicht nur an der Station und du könntest in einem anderen Bereich genug Freude an dem Beruf finden?
Ob dir die angebrochene Ausbildung auf dein Pflegepraktikum angerechnet wird, kommt auf dein Prüfungsamt an. Dort kannst du nachfragen, wenn du deine Uni schon kennst. Meiner Erfahrung nach werden abgebrochene Pflegeausbildungen meist nicht anerkannt (sonst würde zukünftige Medizinstudenten kurz ne Ausbildung anfangen, Geld für ihre Arbeit bekommen und nach drei Monaten abbrechen - und die, die wirklich in der Pflege arbeiten möchte, bekommen keinen Ausbildungsplatz...) Eine abgeschlossene Ausbildung wird eigentlich immer als Pflegepraktikum anerkannt... Aber die drei Monate sollten dich nicht davon abhalten, einen ungeliebten Beruf aufzugeben...
Was würdest du denn statt der Ausbildung machen?
Viele Grüße!


Ich finde es NICHT(!) furchtbar, wirklich, das hast du missverstanden. Es macht mir Spaß, die Arbeit mit den Patienten ist erfüllend und in der Schule wird wirklich gut gelehrt. (Ausnahmen gibt es auch.)

Ich meinte es so, dass ich mir sehr unsicher bin, ob ich das für 3 Jahre durchziehen will, wenn ich es nicht unbedingt muss. Weil eben auch viele Inhalte drin sind, die ich nicht brauche. Viel Pflegewissenschaft usw. Und auch der Anspruch und die Ausrichtung ist eine ganz andere, als ich sie habe

Aber wenn ich die Ausbildung abbreche nach einem Jahr, ist das ja dann für die Katz. Wenn es nicht anerkannt wird. Da könnte ich auch anstatt dessen ein Jahr Bufdi machen, das würde mir ja sogar mehr nützen, weil es ja auch als KPP anerkannt wird.

Naja, "statt" der Ausbildung würde ich dann studieren. Und ich denke, mein Abi ist nicht so schlecht, dass ich sie unbedingt brauche, oder?



Wenn du einen Platz zum nächsten WiSe bekommst und lieber studieren willst, warum in aller Welt solltest du dann die Ausbildung fertig machen? oO

Naja, weil so eine Ausbildung vorher auch laut Aussage meiner Eltern "nicht schaden kann". Aber irgendwie ist es ja auch verschwendete Zeit.


Danke erstmal für eure Antworten.

PrinzessinAmygdala
26.11.2012, 16:07
Also an vielen Unis muss man schon die Zusage zum Studium haben, damit das KPP gilt. Da wird dann ja auch so ein extra Formular ausgefüllt. Oder eben, wie du schreibst, muss die Ausbildung abgeschlossen sein. So ist es z.B. in NRW.

Erdbeermond
26.11.2012, 17:13
Also ich bin weder der Meinung, dass dir Inhalte wie Pflegewissenschaft noch eine Pflegeausbildung als Arzt schaden.
Im Gegenteil, du lernst wunderbar den Umgang mit Patienten, siehst viele verschiedene Bereiche im Krankenhaus, wodurch du dir später mal evtl leichter mit der Fachwahl tust und vor allem: Wenn die Schwester zu dir sagt "Herr Doktor, SIE wissen doch gar nicht, wie schwer wir es in der Pflege haben!" dann kannst du sagen, dass du genau das Gleiche auch schon gemacht hast.
Im Übrigen habe ich festgestellt, dass vor allem die Krankenpfleger-Ärzte oftmals viel selbstständiger und teamfähiger sind, als die, die direkt nachm Abi studiert haben.

Absolute Arrhythmie
26.11.2012, 17:36
Das kann man sich hinterher, als unausweichlich Betroffener immer schön reden, ich würde die Ausbildung nicht durchziehen, wenn ich eigentlich studieren möchte. Kann ich nach über drei Jahren in der Pflege nur so sagen. Ich mein, schlimm ist es nicht als Schwester zu arbeiten, aber wenn du die Wahl hast ein Jahr später mit dem Studium anzufangen oder drei, ja meine Güte, wer würde denn dann wirklich drei Jahre länger in Kauf nehmen? Allein schon aus finanziellen Aspekten.

EVT
26.11.2012, 17:44
wenn du studieren willst, dann nimm natürlich den platz sofort an! gar keine frage. kannst du schneller als arzt arbeiten und geld verdienen.
willst du denn unbedingt nach dresden? wenn du nächstes mal wieder keinen platz bekommst, was machst du dann? ausbildung fertig und danach nochmal probieren? mit 1.4 kann man, wenn man sich richtig bewirbt, sofort einen platz bekommen.
dass leute mit einer ausbildung besser mit patienten umgehen können, würde ich so pauschal auch nicht unterschreiben. ist eher eine typsache. es gibt auch viele ex-schwestern, die eher so schüchterne mäuschen sind.

Sticks
26.11.2012, 17:45
Im Übrigen habe ich festgestellt, dass vor allem die Krankenpfleger-Ärzte oftmals viel selbstständiger und teamfähiger sind, als die, die direkt nachm Abi studiert haben.


Die Erfahrung habe ich in sechs Jahren Klinikarbeit auch gemacht!

Erdbeermond
26.11.2012, 17:46
Nein, so war das nicht gemeint. Wenn ich die Wahl hätte (mit so einem Abitur hätte ich nen TMS hingelegt und gut wärs gewesen), ist es meiner Meinung nach nicht sinnvoll, ne Ausbildung durchzuziehen.
Aber wenn ich das schon machen MUSS, dann finde ich, dass das durchaus seine Vorteile hat und das man damit auch durchaus Vorteile hat, die ein Abitur-und-gleich-Studium-Arzt vielleicht nicht hat.
Deswegen finde ich nicht, dass es verschwendete Zeit ist. Und wenn ich ein halbes Jahr vor dem Ende der Ausbildung stehen würde, würde ich es mir glaub ich auch nochmal überlegen, ob ich abbreche (gut, das ist beim TE nicht der Fall)

Absolute Arrhythmie
26.11.2012, 17:49
Tja, beim TE ist es aber eben nicht wie bei uns "Wartern". Jemandem mit nem 2,x Abi würd ich auch anraten die Ausbildung zu beenden, aber nicht mit 1,4. Da gibt es ja wirklich realistische Chancen irgendwo noch nen Platz zu ergattern.

EVT
26.11.2012, 18:04
die wenigsten werden wohl mit 1.4 überhaupt eine ausbildung anfangen ;-)

lionheartx
26.11.2012, 18:08
Also ich muss sagen, ich hatte auch schon einen Studienplatz in Halle, ganz ohne TMS. Aber da war ich gerade schon in die Stadt (Dresden) umgezogen wo ich jetzt meine Ausbildung mache, und wollte nicht innerhalb von einer Woche wieder umziehen, und mein perfektes Zimmer in meiner Traumstadt aufgeben. Da wollte ich eben lieber noch ein Jahr hier erstmal noch die Ausbildung machen und dann es nochmal mit besserer Vorbereitung im Dresdner Auswahlgespräch probieren, nächstes Jahr. Wenn es dann nicht klappt, kann ich immer noch dorthin ziehen, wo es geklappt hat... aber so leichtfertig wollte ich meinen Traum vom Studium in Dresden nicht aufgeben.

Den TMS mache ich natürlich auch noch.


Ich stimme euch auch zu, dass eine Ausbildung im Pflegebereich auf das Verhalten als Arzt / den Patientenumgang sicherlich positive Auswirkungen hat.

Melina93
26.11.2012, 21:04
Also ich bin weder der Meinung, dass dir Inhalte wie Pflegewissenschaft noch eine Pflegeausbildung als Arzt schaden.
Sehe ich genauso. Allerdings ist das keien Vorraussetzung, um später ein guter Arzt zu werden. Dann doch lieber gleich studieren, um dann länger als Arzt zu arbeiten und so seine eigenen Erfahrungen zu machen. Dadurch wird man sicher auch ein "besserer" Arzt.

Im Übrigen habe ich festgestellt, dass vor allem die Krankenpfleger-Ärzte oftmals viel selbstständiger und teamfähiger sind, als die, die direkt nachm Abi studiert haben.
Halte ich trotz vieler "Beweise" für ein Klischee. Und teamfähig ist man oder ist man eben nicht. Ich persönlich denke nicht, dass man das richtig lernen kann. Und selbstständig ist man mit einem Abi von 1,4 sicher auch zu einem gewissen Teil. Sehe deshalb keinen Grund, warum man grundlos eine Ausbildung machen sollte. Auch wenn diese natürlich Vorteile hätte.

lionheartx
26.11.2012, 21:29
Ja.. aso ich denke Arroganz und Überheblichkeit lassen sich auch durch eine Krankenpflege-Ausbildung nicht heilen. :D


Aber andererseits kann man sich eben durch die Ausbildung schonmal besser in die Schwestern/Pflegerschaft "hineindenken", man lernt den Ablauf eben schon sehr gut kennen. Und für mich persönlich eben auch, dass ich meine Schüchternheit etwas überwinde, und halt etwas in ne richtige Arbeitswelt reinzublicken.

Aber - dafür reicht eben auch ein Jahr.
Danke nochmal an alle, die geantwortet haben. :)

EVT
27.11.2012, 22:29
ich glaube, es liegt nicht an der ausbildung, wenn man weniger schüchtern wird, sondern einfach am alter ;-)
persönlichkeit, außerschulisches engagement und auslandserfahrungen bringen viele schon vor dem studiumsbeginn mit 19 in eine bessere lage als manche mit 25 und abgeschlossener ausbildung.
ich bin jetzt an der dritten uni und überall habe ich (wenige natürlich, aber doch ein paar pro semester) leute kennengelernt, die ich als herrisch und aggressiv beschreiben würde u die hatten alle eine ausbildung hinter sich... keine ahnung, ob die sich für fähiger gehalten haben als die jungen abiturienten. jedenfalls auch keine gute eigenschaft.

][truba][
28.11.2012, 17:57
Da hab ich aber auch genug Beispiel die so aus der Schule kommen.
Das ist einfach die Persönlichkeit solcher Menschen und das hat nix mit Ausbildung, Abischnitt oder so zu tun.
Am ehesten wohl noch mit der Erziehung ;)

Übrigens denke ich das du natürlich den Studienplatz annehmen solltest. Allerdings muss ich auch sagen das es natürlich nicht wirklich Sinn macht einen Ausbildungsplatz zu nehmen bei dem man weiß das man diesen nur ein Jahr macht (in deinem Fall machen muss).

Da wärst du, dein Ausbildungsbetrieb und der der den Platz dafür nicht bekommen hat mit einem freiwilligen Jahr oder Bufdi besser gefahren. Aber wenns so kommt, Platz natürlich annehmen!

LG Thomas

PumpkinSouup
28.11.2012, 18:30
same here! :D mache auch GuK-Ausbildung & habe auch vor nächstes Jahr abzubrechen wenn ich dann hfftl meinen Studienplatz habe. Dass ein Jahr nicht als KPP anerkannt wird, höre ich hier zum ersten mal - ich hoffe mal, dass es doch anerkannt wird. Versteh ich ehrlich gesagt auch nicht, weil man ja mehr macht als die KPPler und das auch noich für längere Zeit...

EVT
28.11.2012, 19:30
aber ist halt nicht das gleiche ne.. die deutsche bürokratie eben. wie schon gesagt wurde, wenn es anerkannt würde, würde jeder die ausbildung anfangen und sofort wieder abbrechen, wenn er seine zeit rum hätte. ich frage mich sowieso, wie es genug pflegekräfte geben kann, wenn so viele es nur als überbrückung zum studium machen. ich als pflegeschule würde keine leute mit 1er schnitt annehmen. eine freundin von mir hat ein 2, irgendwas abi u hatte große probleme, einen ausbildungsplatz zu bekommen, weil sie dachten, sie wolle medizin studieren. will sie aber gar nicht.
wenn ich 6 jahre hätte warten müssen (ok hätte ich, wenn ich nicht zm gemacht hätte), hätte ich auch die guk ausbildung gemacht und danach gearbeitet. aber für nur ein jahr hätte ich ein fsj gemacht. u danach dann, falls nötig, die ausbildung. aber muss ja jeder selber wissen, früher fertig sein mit der ausbildung ist auch nützlich.