Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 5 Jahres Internist und dann Spezialisierung oder direkt 6 Jahres Spezialisierung
ole_cranon
08.12.2012, 08:50
mit der Hoffnung auf eine breitere Ausbildung habe ich erstmal vor, den 5jahresinternisten zu machen. Später dann nochmal die Spezialisierung Gastro oder Rheuma.
Rotieren wird man ja auf beiden Wegen. Bin mal gespannt wie es in der Realität läuft.
Relaxometrie
08.12.2012, 09:41
Vielleicht wäre dem Thread-Ersteller geholfen, wenn folgende Frage geklärt werden könnte:
Kann es sein, daß man nach dem 5+3-Jahres-Modell dann später in der Praxis weniger abrechnen kann, als wenn man die direkte Spezialisierung in 6 Jahren durchläuft?
Abgesehen davon, daß man nicht vorhersehen kann, was die KV in 5-10 Jahren wie abrechnet, ist diese Frage vielleicht trotzdem sinnvoll, da es eher eine grundsätzliche ist.
@digga: Ich kann die Frage leider nicht beantworten und würde auf die KV des entsprechenden Bundeslandes verweisen, in dem Du Dich später in einer Praxis siehst. Aber das ist so viele Jahre vor der Realisierung wohl auch noch nicht zu beantworten.
Mark-Alexander
09.12.2012, 08:51
Es kommt immer darauf an, als was man von der KV zugelassen wurde. Der Ausbildungsweg ist unrelevant. Man sollte natürlich bedenken, dass zur Zeit eine Niederlassung als Facharzt für Innere Medizin oder als Subspezialist schwierig ist, wegen der fast flächendeckenden Niederlassungssperre. Mit dem Facharzt für innere Medizin kann man sich aber in vielen KVs auch aus Hausarzt niederlassen und danach kann man versuchen, eine Sonderbedarfszulassung zu erwirken. Das sollte z.B. im Bereich der Rheumatologie kein unlösbares Problem sein. Den lokalen Markt sollte man natürlich beachten.
EMit dem Facharzt für innere Medizin kann man sich aber in vielen KVs auch aus Hausarzt niederlassen und danach kann man versuchen, eine Sonderbedarfszulassung zu erwirken. Das sollte z.B. im Bereich der Rheumatologie kein unlösbares Problem sein. Den lokalen Markt sollte man natürlich beachten.
Genau diesem Verhalten sollte eigentlich endlich mal der Riegel vorgeschoben werden, hier gehen Jahr für Jahr einige Grundversorgersitze an Praxen die letztlich Spezialistenmendizin betreiben wollen, das ganze geht auf Kosten der hausärztlichen Versorgung der Bevölkerung. So sehr ich persönlich verstehen kann, dass man in diesem reglementierten System alle krummen Wege nutzt um zum Ziel eines KV Sitzes zu kommen, es ist einfach unmoralisch weil es zu Lasten der hausärztlichen Versogung geht.
Halt quer durch die Fachgebiete, viel Orthopädie, viel Psychosomatik/Psychiatrie, aber auch Neurologie, HNO, kleine Chirurgie/Traumatologie, Pädiatrie, Palliativmedizin, Schmerztherapie. Je nach Praxisstandort und eigenem Können/Wissen natürlich.
Nochmal zur Diskussion Allgemeininternist vs Allgemeinmediziner: wenn Du Deine internistische Ausbildung nicht in einer Uniklinik oder einem Maximalversorger machst, bekommst Du auf einer allgemeinen Inneren dieses Spektrum bis auf Pädiatrie und Chirurgie/Orthopädie ganz gut mit. Wenn man dann noch 1 - 2 Jahre in einer Praxis arbeitet, langt das völlig für die hausärztliche Versorgung.
Mondschein
09.12.2012, 14:02
Die Frage ist auch, wann du dich entscheiden musst/ willst. Wenn die Chefs beide WB-Ermächtigungen haben, ist es ja ganz am Anfang erst mal egal.
Ich will z.B. erst den 5Jahres-Internisten und dann später die Spezialisierung machen, aber falls ich meine Meinung ändern sollte, wärs derzeit noch egal, die Anforderungen grad an die ersten Jahre sind da recht ähnlich (abh. von der Subspezialisierung natürlich).
Mark-Alexander
09.12.2012, 16:02
Das ist Unsinn. Bei der Umschreibung vom hausärztlichen Bereich in den Facharztbereich gehen keine Sitze verloren. Es gibt im hausärztlichenVersorgungsbereich fast keine Niederlassungssperre. Die Siuation ist sogar so, dass die meisten Hausärzte in den nächsten Jahren keinen Nachfolger finden werden. Bitte beachtet, dass Ende 2011 die Facharztausbildung verändert wurde. Bei den Hausärzten und den internistischen Subspezialisierungen wurden 100 Diabetesschulungen, 100 Gastroskopien und 100 Echokardiographien in der Basisausbildung gestrichen. Beim Facharzt für Innere Medizin nur die Diabetesschulungen. Die Basisausbildung für den Facharzt für Innere Medizin und die Subspezialisierungen unterscheiden sich jetzt. Siehe aktuelle Logbücher !
Aber sicher gibt es im hausärztlichen Versorgungsbereich noch weitverbreitet Niederlassungssperre, die Niederlassungsfreiheit existiert bislang nur in ländlichen Regionen, nicht in den Städten. Genau da aber gehen die spezialisierten Fachärzte hin, nicht aufs Land.
Und was das mit der geänderten WBO zu tun hat, verstehe ich nicht, kannst Du mir Deinen Gedankengang nochmal erläutern?
Mark-Alexander
09.12.2012, 17:03
Die Basisausbildung für den Facharzt für Innere Medizin reicht für Alles. Die Basisausbildung Innere Medizin für die Subspezialisten reicht nicht für den Facharzt für Innere. Es fehlen 100 Gastros und 100 Echos. ......... Auch in den Städten z.B. Stuttgart finden die Hausärzte keine Nachfolger mehr. In Stuttgart fanden in den letzten beiden Jahren 30 Hausärtze keinen Nachfolger. Das ist unterdessen ein flächendeckendes Problem. In optimaler Lage sucht in Freiburg ein Hausarzt vergeblich einen Nachfolger. Er hat eine gute Praxis. Die Niederlassungssperre für Hausärzte existiert faktisch nicht mehr. Siehe Praxisbörse der KV BW. Mehrere Hundert Hausarztpraxen werden angeboten. Aber nur eine handvoll Facharztpraxen.
Gute Informationquelle zur Marktbeurteilung !!!
Die Basisausbildung für den Facharzt für Innere Medizin reicht für Alles. Die Basisausbildung Innere Medizin für die Subspezialisten reicht nicht für den Facharzt für Innere. Es fehlen 100 Gastros und 100 Echos. ......... Auch in den Städten z.B. Stuttgart finden die Hausärzte keine Nachfolger mehr. In Stuttgart fanden in den letzten beiden Jahren 30 Hausärtze keinen Nachfolger. Das ist unterdessen ein flächendeckendes Problem. In optimaler Lage sucht in Freiburg ein Hausarzt vergeblich einen Nachfolger. Er hat eine gute Praxis. Die Niederlassungssperre für Hausärzte existiert faktisch nicht mehr. Siehe Praxisbörse der KV BW. Mehrere Hundert Hausarztpraxen werden angeboten. Aber nur eine handvoll Facharztpraxen.
Gute Informationquelle zur Marktbeurteilung !!!
Es gehört ja jetzt eigentlich nicht mehr zum Threadthema, aber ich kann es so nicht stehen lassen.
Lieber MA, es ist eben genau das Problem, dass es immer weniger Hausarztnachfolger gibt während es im Spezialistenbereich (noch) nicht so einen Mangel gibt (bzw. teilweise nach wie vor sogar eine Überversorgung). Ein Aufkauf von Hausarztsitzen mit dem Ziel sie in einen Spezialistensitz umzuwandeln verschärft das Problem, da eben der Sitz nicht hausärztlich besetzt ist und folglich noch weniger Hausärzte/zu versorgenden Patienten resultieren. Auch ist es absoluter Quatsch zu sagen es gäbe keine Niederlassungssperre mehr für Hausärzte, ich habe keine Ahnung woher Deine Infos kommen, für die meisten Großstädte trifft das jedenfalls nicht zu, die Tatsache, dass jemand in Freiburg keinen Nachfolger findet ist da jedenfalls kein Gegenargument (kann ja sein, dass der Kollege "veraltete" Preisvorstellungen hat). Mit der WBO hat das primär gar nischt zu tun, sondern einfach mit der Frage ob ein Arzt der einen Hausarztsitz kauft auch den Job als Hausarzt ausfüllen will, oder eben nicht. Bei zweiterem müsste eigentlich seitens der KV ein Riegel vorgeschoben werden. Dein hier beschriebens Vorgehen (Aufkauf eines Hausarztsitzes und spekulieren auf Sonderbedarf in der Spezialistenebene) ist in größeren Städten beliebt und führt dazu, dass es eine weitere Aufblähung der Spezialistenebene gibt während der Mangel an HÄ verschärft wird. Sehr beliebt ist auch Hausarztsitze in spezialisierten intern. Gemeinschaftspraxen, oder MVZ zu kaufen, die dort tätigen spez. Internisten machen dann aber gar keine hausärztliche Tätigkeit. Ich finde da läuft gerade in den Städten einiges schräg und zu Lasten der hausärztlichen Grundversorgung.
Mark-Alexander
09.12.2012, 19:37
Das Problem könnte man damit lösen, dass man die Hausärzte besser bezahlt. Eigentlich ein einfacher Lösungsansatz.
Die Niederlassungssperre für Hausärzte existiert faktisch nicht mehr. Siehe Praxisbörse der KV BW. Mehrere Hundert Hausarztpraxen werden angeboten. Aber nur eine handvoll Facharztpraxen.
Gute Informationquelle zur Marktbeurteilung !!!
Dann schau mal in die Praxisbörse Westfalen-Lippe (das ist die KV mit dem niedrigsten hausärztlichen RLV ;-)). Da sind nur die ländlichen Regionen wie Sauerland oder Münsterland offen, selbst der Rand des Ruhrpott ist noch gesperrt. Soviel zur Marktbeurteilung.
Relaxometrie
09.12.2012, 21:01
Eine Frage zu "gesperrten Bezirken": bedeutet das, daß man dort für das gesperrte Fach keine neue Praxis eröffnen darf, aber sehr wohl eine Praxis übernehmen darf? Oder kann es auch sein, daß Praxen, die vor der Übergabe an einen Nachfolger stehen, nicht übergeben werden dürfen, weil sich die Bedarfsplanung mittlerweile geändert hat, und diese Praxis "zu viel" ist?
Mark-Alexander
09.12.2012, 21:12
Siehe KV-BW! Fast alle Bezirke sind offen oder partiell offen für Hausärzte. Sogar Stuttgart! NRWler sind BW Willkommen. Wir haben zudem die gut dotierten Hausarztverträge. Trotzdem will auch in BW kaum jemand Hausarzt werden. .... Die KV kauft keine Hausarztsitze. Wir haben zu wenig Hausärzte..
Beides ist möglich. Kommt wohl immer auf die aktuellen Launen an. Zumindest bei uns im KV-Bezirk in meinem Fach. Schwierig ist es v.a. dann, wenn eine Einzelpraxis bzw. deren Sitz vakant wird irgendwo ländlich abgeschieden und dann der Aufkauf durch eine städtische Großpraxis geschieht, die sich den Sitz einverleibt, pro forma wenige Stunde in der Woche jemanden dorthin abstellt aber eigentlich nur das Patientengut dem Stammsitz zuschustern möchte. Das kann für ältere Leute ohne Auto ein Riesenproblem werden. Meine Chefs hatten bei der KV um Erlaubnis gefragt, zusätzlich zu unserer Praxis, die in einer Kreisstadt zentral gelegen ist, eine Zweigstelle (ohne neuen Sitz!) Zu eröffnen, um genau für das eben angesprochene ältere Patientengut einen Service bieten zu können. Die Grundversorgung wäre dort gewährleistet, speziellere Untersuchungen könnten trotzdem nur an der Hauptpraxis durchgeführt werden aufgrund der Infrastruktur. Abgelehnt, weil dann die Versorgung am Hauptsitz leiden würde. Dass erstens ja nur die Leute, die sonst fahren müssten, entlastet würden und dass zweitens sogar jemand genau dafür eingestellt werden sollte, interessierte nicht. Eigentlich traurig. Zumal es dort, wo das geplant war, weit und breit keinen Kollegen gibt.
Relaxometrie
09.12.2012, 22:14
Beides ist möglich.
Ohh, daß man seine Praxis gar nicht übergeben DARF, hätte ich nicht für möglich gehalten. Daß man unter Umständen keinen Nachfolger findet, ist eine Sache.......daß man aber nicht übergeben darf, führt bestimmt bei manch einem Praxisinhaber, der den Erlös der Praxis in seine Altersbezüge eingerechnet hat, zu finanziellen Problemen.
Meine Chefs hatten bei der KV um Erlaubnis gefragt, zusätzlich zu unserer Praxis, die in einer Kreisstadt zentral gelegen ist, eine Zweigstelle (ohne neuen Sitz!) Zu eröffnen
Die Begründung für das Ablehnen der Zweigstelle verstehe ich nicht so ganz. Wenn eine Zweigstelle eröffnet wird, für die dann auch noch ein Arzt eingestellt wird, bleibt am Haupsitz doch alles beim Alten.
Oder wird das Einrichten einer Zweigstelle so gesehen, daß man sich durch dieses Vorgehen daran vorbeimogelt, daß zwar kein Kassensitz mehr zu haben ist, man durch das Konstrukt "Zweigstelle" aber doch noch einen Praxis eröffnet.
Was ist abrechnungs-/verwaltungstechnisch oder sonst eigentlich der Unterschied zwischen einem "echten" Kassensitz und einer Zweigstelle? Wenn es um das von der KV gewünschte Verhältnis "Bevölkerungszahl : Praxisanzahl" geht, ist es doch egal, ob ich die Praxis als Einzelsitz, oder als Zweigstelle führe.
Eigentlich schon. Denn ohne neuen Sitz ändert sich am RLV ja auch nichts, sprich Scheine, die mehr gemacht würden, würden ja eh nicht bezahlt werden. Für unsere Fachrichtung besteht übrigens laut KV in unserem Bezirk eine 170% ige Überversorgung. Wenn wir das unseren Patienten erzählen, die, sofern sie nicht in die freie Sprechstunde kommen oder aber mit akuten Beschwerden selbstverständlich jederzeit dran kommen, sechs Monate auf einen Termin warten müssen...
Ohh, daß man seine Praxis gar nicht übergeben DARF, hätte ich nicht für möglich gehalten. Daß man unter Umständen keinen Nachfolger findet, ist eine Sache.......daß man aber nicht übergeben darf, führt bestimmt bei manch einem Praxisinhaber, der den Erlös der Praxis in seine Altersbezüge eingerechnet hat, zu finanziellen Problemen.
Das ist auch noch nicht ganz durch, die Erneuerung der Bedarfsplanung ist ja noch nicht fertig. Außerdem bekommt der abgebende Arzt von der KV eine Entschädigung (deren Höhe aber auch noch nicht klar ist).
Siehe KV-BW! Fast alle Bezirke sind offen oder partiell offen für Hausärzte. Sogar Stuttgart! NRWler sind BW Willkommen. Wir haben zudem die gut dotierten Hausarztverträge. Trotzdem will auch in BW kaum jemand Hausarzt werden. .... Die KV kauft keine Hausarztsitze. Wir haben zu wenig Hausärzte..
Fast alle ist auch in BW daneben, von, wenn ich richtig gezählt habe, 46 Planungsbereichen sind 17 "partiell geöffnet" und 7 "offen", der Rest ist zu. Dass es zu wenig Hausärzte gibt, klar keine Frage, was mich nur ärgert ist, dass das Verhalten der eigenen Kollegen diesen Mangel auch noch verschärft.
Ich hab da mal ne blöde Frage...
Ich habe mich noch nicht entschieden, welchen Weg ich genau gehen werde. Im Moment tendiere ich zum allgemeinen Internisten, aber evtl. käme auch der zB Pneumologe oder Allgemeinmediziner in Frage.
Jetzt will ich eben erstmal in der Inneren anfangen, da ich ja für alle Varianten 3 Jahre als Basis absolvieren kann/muss.
Wenn ich jetzt immer schön in ein Internisten-Logbuch dokumentiere und mich dann aber umentscheide - kann ich das dann trotzdem zur FA-Prüfung einfach zusammen mit Teilen aus nem anderen Logbuch vorlegen?
Solange ich im Endeffekt alles geforderte irgendwie vorweisen kann...
Und muss ich eigentlich irgendwo melden, wenn ich von Innere zu Allgemeinmedizin umschwenke oder interessiert die das erst bei der Prüfung, was ich eigentlich so gemacht habe? o0
Vielen Dank :)
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