Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hat hier jemand einen Residency Platz bekommen?
Sebastian Hesse
10.12.2012, 21:37
Hallo,
ich bin scheinfrei und mache grade vor dem Hex die USMLE step1.
Grund dafür ist, dass ich gerne eine Residency in MedPed mit Ausrichtung auf Global Health und Infectious Diseases an der Ostküste machen möchte - was von der benötigten Punktzahl als Ausländer leider nicht ganz so einfach ist... (da es sowas in Deutschland allerdings ÜBERHAUPT nicht gibt sind meine Chancen drüben wiederum besser)
Meine Frage wäre, ob es hier jemanden gibt, der in einem der "großen" Krankenhäuser (Boston, NYC, Kalifornien, Providence) es geschafft hat einen Residency Platz zu bekommen und was seine USMLE Step1 Punktzahl dafür war.
Ich komme bei den Probeexamen aktuell auf 230 und gedenke nun meine Prüfung von auf Mitte Dezember auf Januar zu verlegen um es sicher in die 250 Punkte Wertung zu schaffen (d.h. über die 95te Perzentile).
Kann mir jemand aus Erfahrung sagen, dass sich das lohnt? Wäre ermutigend)
Als zweite Frage würde mich interessieren, ob und in welchem Umfang die Step1 beim Hex helfen und ob ich mit einer entsprechend guten Step1 Vorbereitung getrost dann nur 2 Monate aufs Hex noch lernen kann.
Würde mich freuen ähnlich bekloppte zu finden! ;)
liebe Grüße
Sebastian
Med-Ped mit ID und Global Health ist schon recht speziell ... ich denke dass die reine Innere recht einfach mit 230er Scores zu bekommen ist und danach ID, das sollte sehr gut möglich sein. Aber ID hieße ja Fellowship und die sind meistens entweder adulte oder pädiatrische Fellowships. Ich weiß nicht ob es irgendwelche kombinierten Programme gibt. Med-Ped ist etwas kompetitiver als reine Innere oder Pädiatrie (da bist du mit 250er Scores aber gut im Rennen) aber ich würde dir echt Gedanken machen ob denn der Aufwand von Med-Ped nötig ist eben weil der nächste (Fellowship) Schritt so schlecht definiert ist.
Sebastian Hesse
11.12.2012, 08:41
Es stimmt schon, dass man sich immer fragen kann ob es das wert ist - andererseits landet man bei zu viel selbstfragerei dann irgendwann als Allgemeinarzt auf dem Land weil man erkannt hat, dass die Probleme der Welt einen ansich eh nix angehen.
Davon ist meine Wenigkeit allerdings weit entfernt... ;)
Ob es MedPed oder Innere bzw Peds wird weiß ich noch nicht 100% - allerdings hat eben das MassGenereal eines der besten Global Health Programme und da kommt man entsprechend schwer rein. Daher der Stress den ich mir grad antue. An MedPed begeistert mich, dass man dabei einen wirklich guten Überblick über den Menschen bekommt - von der Wiege bis zu Bahre quasi. Und das ist bei ID bzw Global Health durchaus von Vorteil.
Also ich will dich ja nicht demotivieren, aber die Top-Innere Programme im Nordosten wie z.B. Harvard, Yale, BW, Columbia, Cornell, Mount Sinai, NYU etc. sind selbst mit perfekten Scores für Ausländer extrem schwierig. Da braucht es einfach definitiv zusätzlich research oder connections (vllt. über PJ/Famulaturen möglich).
Also ich habe mich dieses Jahr bei ein paar davon einfach mal beworben (Scores >250 in beiden Steps, 5 Monate USCE, sehr gute LORs, allerdings keine namhaften Leute dabei ) und habe keine Interviews bekommen an den Top-Programmen. Auch die knapp dahinterkommenden wie Z.B. Brown haben ne rejection geschickt.
Innere an sich ist sicherlich gut möglich in den USA, aber die Top-Programme in guten locations sind trotzdem einfach extremst kompetitiv. Meds/Peds wird aufrgund der geringen Anzahl der Plätze sicher auch nicht einfacher...aber persönliche Erfahrung hab ich da nicht.
CAli ist als Ausländer ohne Staatsbürgerschaft oder GreenCard leider eh nicht möglich...
Unabhängig davon muss man aber sagen, dass es bestimmt in andren Gegenden Meds/Peds Programme gibt, die zwar zu keiner Top-Uni gehören, dafür trotzdem eine sehr gute Ausbildung bieten...kommt drauf an wie deine Prioritäten halt so sind.
Wenn Du für Innere (oder eben Med/Peds) auf MGH und Konsorten abzielst, dann würde ich mir eher keinen Kopf um die Scores machen. Da brauchst Du als FMG persönliche Verbindungen.
Sebastian Hesse
12.12.2012, 08:06
Guten Morgen,
danke für eure Antworten - dass es Publikationen, Letters und Connections zusätzlich braucht ist mir sogar klar,
glücklicherweise hat mir das Schicksal und der Schweiß auch all das bisher beschert, sodass es jetzt quasi "nur" noch ne gute Punktzahl braucht um tatsächlich weiter zu kommen... und wohl auch viel Glück am Ende.
Vielen Dank aber für die Info Voris, bist du denn trotzdem in die USA gegangen oder erstmal in D geblieben?
Es ist vermutlich sehr demotivierend mit einem so guten Standing Absagen zu bekommen; ich werde meine Ansprüche auch noch relativieren und mich auch bei den kleineren Häusern bewerben (die ja keineswegs schlechter sind), Global Health gibt es aber leider meinst nur bei den großen Namen. Die Greencard ist auch ein Glücksspiel - aber vielleicht klappt es ja :)
Na dann, go for it. 260 brauchste dann auch nicht unbedingt (wobei es natürlich hilft).
Mark-Alexander
15.12.2012, 17:05
Ich war 2008 und 2009 im PJ in Harvard und an der Brown University. Durch das PJ lernst du die entsprechenden Leute kennen. Durch eine Vorsprache und Empfehlung beim Programmdirektor kommst dann rein. Das sind alles Erfahrungen aus der Inneren. Ich bin dann aber aus persönlichen Gründen in Deutschland geblieben. Eine Stelle an einer guten deutschen Uniklinik ist gleichwertig. Die guten Gehälter der US-Ärzte sind rückläufig. Die Arbeitsbedingungen an einer guten Uniklinik in D oder einer guten Schwerpunktpraxis sind in D nicht schlechter. Deine Chancen hier aber viel besser. Es ist in den USA politischer Wille die stark überzogenen Kosten des Gesundheitssystems zurückzuführen. Jedes Jahr sollen die Einkommen der Ärzte real
um 1% sinken. Das spürten 2008 und 2009 schon die US-Kollegen.
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