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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie verhalten bei schwierigem Pflegepersonal



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WackenDoc
20.01.2013, 12:28
Natürlich kann man als Arzt auch mal was vergessen und dann ist es auch nett, wenn die Pflege einen dran erinnert.
Aber manchmal hat man einfach so viel anderes zu tun, dass man eben nicht dazu kommt z.B. die Viggo zu legen. Und egal, ob das dann den Arbeitsablauf der Pflege verwürfelt oder nicht- es hilft ja nix, wenn dann die Pflege ständig rumnölt, weil sich der Arzt dann immer noch nicht zweiteilen kann, aber dann noch mehr Zeit vergeht, weil er sich ständig mit der Nachfrage beschäftigen muss.

Wenn ich noch mit 4 aktuen Koronarsyndromen in der Notaufnahe zu tun hab, dann muss die Viggo bei chronisch exsikkiertem Patienten zur Flüssigkeitssubstitution auf Station eben mal noch ne Stunde warten und dann hilft´s aucht nichts, wenn man deswegen 1. Rumdiskutiert und 2. dann auch noch im 10-min-Abstand anruft.

Peter_1
20.01.2013, 12:34
:-D Genau diese Haltung meine ich. Wenn ich dies und das tue dann reisst das ein und wir müssen noch VIEL MEHR arbeiten.
Der Patient braucht ne Kanüle aber das ist ja nicht MEINE Aufgabe. ICH habe ja soviel anderes tun.....

Ich habe das damals, als ich noch als Pfleger gearbeitet habe, nie verstanden und verstehe es auch heute nicht. Bloß nicht zu viel tun sonst kommen sie mit noch mehr Aufgaben. Diese ständige künstliche Abgrenzung zu "den Ärzten", furchtbar.

:-top
Vielleicht ist es ja auch kein böser Wille des Arztes dass noch keine Flexüle liegt, sondern er/sie hat es ganz simpel einfach bisher nicht schaffen können. Kollegiales Zusammenarbeiten bedeutet: ich sehe, der Kollege/die Kollegin (Ärzte sind auch Kollegen und Pflegekräfte umgekehrt auch!) hat es noch nicht schaffen können, so ich gerade Zeit habe und es kann nehme ich entweder die Arbeit ab, oder aber betrachte es zumindest nicht als persönlichen Affront gegen meine Person/Arbeit, dass es noch nicht geschehen ist. Faulheit gibt es natürlich, ist meiner Ansicht nach aber eher selten. Ich erinnere mich an Zeiten wo ich 12 Stunden nichts gegessen und getrunken hatte, weil keine Zeit dazu da war und mir dann trotzdem sofort süffisant und vorwurfsvoll die vor 2 Stunden angeforderte Flexüle in die HAnd gedrückt wurde, nebst zickigem Kommentar, nachdem ich es wagte mich zum ersten Mal am Tag kurz hinzusetzen. Ich erinner mich genauso und viel lieber an Kollegen, die sahen wie viel Stress man gerade hatte und einen erst mal in Ruhe was trinken liessen, nett begrüssten und einen netten Schwatz hielten, obwohl (!) die wichtige Flexüle schon 2 h wartete und ich erinner mich an Kollegen, die sogar schon ohne viel Federlesen daraus zu machen die Flexüle gelegt hatten, weil sie gerade die Zeit dazu hatten. Mir gehen diese Abgrenzungsgefechte ebenfalls tierisch auf die Nerven, meist aufgrund von Rudelbildung und zur Kompensierung von irgendwelchen Minderwertigkeitsgefühlen, da reicht eine/r der/die querschiesst und schon ist die komplette Teamstimmung versaut.

P.S: Wacken war schneller ...

WackenDoc
20.01.2013, 12:41
Im Gegenzug dazu, dass die Pflege genau auf ihren Tätigkeiten beharrte und uns Ärzten kein Stück entgegen kam, wurde von uns dann aber auch erwartet, dass wir an´s Stationstelefon gehen, mal eben beim Lagern helfen, Blut wegbringen, Patienten aus dem Katheter abholen (war rein fachlich nicht gefordert, wenn die Patienten nicht auf Intensiv mussten) etc.

Lizard
20.01.2013, 12:46
Keine neue Erkenntnis, aber zusammen arbeiten ist angenehmer, als gegeneinander arbeiten. Das verstehen aber viele Leute nicht, oder wollen es nicht verstehen.

Miss
20.01.2013, 12:52
Ich finde ein Tagebuch auch zu kompliziert! Wenn mich was stört, sage ich es! Neulich meinte ein Anästhesiepfleger abschätzend, na wenn der (=Giant) näht, kann es ja noch ´ne Stunde dauern. Ich habe ihm direkt gesagt, solche Sprüche unterlässt er mir gegenüber in Zukunft und war nach 10 Minuten mit der Bauchnaht fertig! Also, nicht alles auf die lange Bank schieben!:-meinung
Ich finde so ne Sprüche auch ziemlich daneben. Du wirst wahrscheinlich schon länger brauchen, aber so ist das halt, wenn man das noch keine Jahre macht. Dann machen wir halt was länger Narkose, kein Problem.
Du denkst dann hoffentlich auch daran, den jüngeren Anästhesiekollegen nicht dumm anzuquatschen, wenn seine Einleitung länger dauert ;-) (ich will Dir persönlich jetzt nichts unterstellen :-) )

So ein Tagebuch finde ich jetzt auch ein wenig übertrieben (Kanonen auf Spatzen?!) und ein bißchen viel Aufwand für so einen Dummschwätzer. Ansprechen ja (ein wenig Wind aus den Segeln nehmen, Grenzen setzen). Aber man muß sich schon im Klaren sein, daß man solche Kollegen eher nicht erziehen kann.

Und ich verstehe schon, wenn Pfleger keine Zugänge legen wollen. Die haben ja auch einfach viele andere Dinge zu tun, die wir denen ja auch nicht abnehmen -einfach, weil ich dazu auch keine Zeit habe, es zum Teil auch nicht so gut kann. Bei uns auf ITS läuft das mit den meisten recht kollegial, da wird mal was übernommen, wenn ich total am Rotieren bin, andererseits helfe ich auch mal beim Lagern oder sonst irgendwas...

Erdbeermond
20.01.2013, 12:53
Das artet jetzt hier doch in ne Grundsatzdiskussion aus. Jeder zeigt die Extreme, die er kennen gelernt hat nach dem Motto, wer noch einen draufsetzen kann, der hat gewonnen.

Ich habe noch keinen einzigen Arzt gesehen, der beim Lagern geholfen hat, Blut weggebracht hat oder ans Telefon gegangen ist. Im Gegenteil, die Stationsärzte verschwinden pünktlichst um 17.00 ganz egal ob die Patienten durchdrehen und noch zehntausend Dinge zu erledigen wären. Die fragen nicht mal, ob noch irgendwelche dringenden ärztlichen Tätigkeiten zu erledigen wären oder nicht.


ich erinner mich an Kollegen, die sogar schon ohne viel Federlesen daraus zu machen die Flexüle gelegt hatten, weil sie gerade die Zeit dazu hatten.
Die kenne ich auch - ebenso wie die Abmahnung die sie bekommen haben, weil der Stationsarzt sich bei der Stationsleitung beschwert hat, warum unqualifiziertes Personal ärztliche Tätigkeiten übernommen hat.


dass wir an´s Stationstelefon gehen, mal eben beim Lagern helfen, Blut wegbringen, Patienten aus dem Katheter abholen (war rein fachlich nicht gefordert, wenn die Patienten nicht auf Intensiv mussten) erc.
Und, hast du es getan?


Der Patient braucht ne Kanüle aber das ist ja nicht MEINE Aufgabe. ICH habe ja soviel anderes tun.....

Nun ja, wenn wir mit zwei Pflegekräften und zwei Schülern im ersten Jahr 42 Patienten versorgen, von denen gut 20 komplett pflegebedürftig sind, mit Essen eingeben, Lagern, etc. dann ist einfach keine Zeit dazu, ärztliche Tätigkeiten zu übernehmen. Denn dann ist auch keine Zeit für ne halbe Stunde Pause oder für pünktliches Nachhausegehen. Da möchte ich sehen, wann du bei fünf Patienten noch ne Braunüle legst.


Bei uns auf ITS läuft das mit den meisten recht kollegial, da wird mal was übernommen, wenn ich total am Rotieren bin, andererseits helfe ich auch mal beim Lagern oder sonst irgendwas...
Von ITS kenne ich das seltsamerweise auch - liegt aber vielleicht auch daran, dass es da einfach entspannter (für die Pflege läuft), wenn halt auf eine PP nur zwei Patienten kommen und nicht vierzig.

WackenDoc
20.01.2013, 13:00
@Erdbeermond: Blut wegbringen z.B. ja- weil sonst wäre es am nächsten Tag immernoch da gestanden und ich hätte die Werte nicht gehabt.
Patienten aus dem Katheter abholen- ja, weil irgendwie mussten die zurück und OA und Abteilungsleiter standen nicht hinter uns.
Lagern- so lange, bis die Pflege mir ein paar Mal wirklich dermaßen an´s Bein gepinkelt hatte, dass es nicht mehr feierlich war.
Telefon- auch ja- weil ist nervig, wenn das während der Visite längere Zeit klingelt.

Dafür haben wir teils ohne Mittagspause jeden Tag 3-4 Überstunden gemacht, die nicht anerkannt wurde und fast jede Visite wurde wegen meist völlig unwichtigen Anrufen gestört, während die Pflege jede 15 Überminuten aufgeschrieben hat und wehe man hat mal während der Übergabe oder auch der Kaffeepause mal ne dingliche Info weitergeben.

Unser Stationspfleger hat mich irgendwann zur Rede gestellt, weil ich eine Stunde nach Feierabend dringend einen letzten Bus bekommen musste und ich deswegen nicht mal eben noch nen EKG (kein Notfall) anschauen konnte.

Lizard
20.01.2013, 13:00
Das artet jetzt hier doch in ne Grundsatzdiskussion aus. Jeder zeigt die Extreme, die er kennen gelernt hat nach dem Motto, wer noch einen draufsetzen kann, der hat gewonnen.
Ja, das bringt gar nichts. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass Verständnis für die anderen Berufsgruppen und ein wenig mehr "miteinander" das Arbeitsleben angenehmer machen (können)



Von ITS kenne ich das seltsamerweise auch - liegt aber vielleicht auch daran, dass es da einfach entspannter (für die Pflege läuft), wenn halt auf eine PP nur zwei Patienten kommen und nicht vierzig.

Autsch, wir sprechen uns wenn Du dann auf der ITS bist :-))
Das arbeiten ist anders, aber garantiert wirst Du Deine 8 Arbeitsstunden mit "nur" 2 Patienten voll bekommen und manchmal wünschst Du Dir auch noch mehr Zeit um die anfallende Arbeit zu bewältigen.

Miss
20.01.2013, 13:06
Von ITS kenne ich das seltsamerweise auch - liegt aber vielleicht auch daran, dass es da einfach entspannter (für die Pflege läuft), wenn halt auf eine PP nur zwei Patienten kommen und nicht vierzig.
Entspannter ist es da wirklich nicht, ist halt anders, und da muß man auch zusammen arbeiten, sonst fährt man alles an die Wand (siehe benachbarte ITS).
Auf der peripheren Station ist es einfach eine andere Art von Arbeit, nicht weniger, nur anders, und die Besetzung ist unterirdisch, weiß ich auch :knuddel:

Jedoch sehr schade, wenn man nur Negativbeispiele kennengelernt hat. Ich schätze die Pflege und die mich (glaub ich) auch, ich hab überhaupt keine Gründe, mich überheblich zu verhalten. Ich nehm denen was ab, und die mir, wie schon gesagt.

Jetzt nun aber komplett OT ;-)

Erdbeermond
20.01.2013, 13:19
Autsch, wir sprechen uns wenn Du dann auf der ITS bist
Das arbeiten ist anders, aber garantiert wirst Du Deine 8 Arbeitsstunden mit "nur" 2 Patienten voll bekommen und manchmal wünschst Du Dir auch noch mehr Zeit um die anfallende Arbeit zu bewältigen.

War ich im Sommer erst für acht Wochen, von dem her weiß ich schon, was da auf einen zukommt - so viel rumgesessen wie da bin ich noch auf keiner Station ;). Aber falls ich keinen Studienplatz bekomme können wir uns gerne ab April nochmal sprechen :-party

Trotzdem freut es mich, dass ihr hier offensichtlich alles Ärzte seid, die mit der Pflege zusammen arbeiten können - von eurer Sorte hätte ich gerne mehr - und nicht solche wie unsere Assistenten gerade, die einen anbrüllen, wenn man fragt, wie viel Insulin man spritzen soll (nein, keine Anordnung, kein Standard - aber nen BZ von über 400).

Peter_1
20.01.2013, 13:24
Um es kurz zu machen: von Kollegen (egal ob Arzt oder Pflegekarft, mir geht es nicht um diese bescheuerte und hysterische Grenzziehung) erwarte ich nicht, dass sie meine Arbeit machen, ich finde es schön wenn sie Verständnis für andere zeigen und sehen dass es ausserhalb ihres eigenen Universums auch "nicht böswillig" zu Verzögerungen, oder Pannen kommen kann. Wenn sie dafür Verständnis zeigen, dann ist alles okay, wenn sie aber eine willkommene Möglichkeit suchen um ihren eigenen Frust auch noch bei mir abzuladen, dann wird es schwierig.
Ich halte das ganze absolut nicht für ein Problem zwischen Ärzten und Pflege, innerhalb der Pflege (z.B. zwischen "Schülern" und "Examinierten" gibt es genau die gleichen Probleme), sondern für ein Problem der individuell daran beteiligten Menschen, egal welche "Funktion" sie haben. Eigentlich geht es uns doch um den Patienten (sollte es zumindest), dann sollten diese Diskussionen auch auf das Ziel "gute Versorgung des Patienten" ausgerichtet werden, aber bei manchen Menschen hat man den Eindruck es ginge ausschliesslich um das "eigene Rudel" und das eigene Ego, dass sich persönlich angegriffen fühlt, wenn die ehernen, ungeschriebenen Gesetze des Hauses gebrochen werden und zwar egal aus welchem Grunde. Diese Menschen können mir persönlich den Buckel runterrutschen, meist versteckt sich bei denen irgendeine Art von Minderwertigkeitsgefühl, oder irgendein persönlicher Frust und das nochmal um es zu betonen: unabhängig von ihrer Funktion (Arzt, Pflege, Reinigungskraft, Papst)!!!

Peter_1
20.01.2013, 13:34
@ Erdbeermond: sorry, aber ich muss es sagen, als jemand der als Zivi, als Rettungssani, als Pflegehelfer und als Arzt in verschiedenen Berufsfeldern der Medizin gearbeitet hat: ich habe in allen Funktionen Idioten und nette Menschen gesehen, die Idioten waren meist deutlich in der Minderzahl. Vielleicht machst Du die Erfahrung ja auch noch?
Vielleicht sprechen wir uns dann in 15 Jahren nochmal (wenn Du dann auf der "bösen Seite der MAcht stehst"), die Weltsicht änderst sich manchmal sehr überraschend und wird deutlich toleranter wenn man mal in anderen Schuhen steht...
Vermutlich wirst Du selber natürlich viel besser sein als die gewöhnlichen Ärzte... denkst Du zumindest jetzt noch...

Erdbeermond
20.01.2013, 13:39
orry, aber ich muss es sagen, als jemand der als Zivi, als Rettungssani, als Pflegehelfer und als Arzt in verschiedenen Berufsfeldern der Medizin gearbeitet hat: ich habe in allen Funktionen Idioten und nette Menschen gesehen, die Idioten waren meist deutlich in der Minderzahl. Vielleicht machst Du die Erfahrung ja auch noch?

Nun ja, ich arbeite seit fünf Jahren im Rettungsdienst, seit drei Jahren im Krankenhaus - ich habe ebenfalls nette und blöde kennen gelernt - es hat sich ungefähr die Waage gehalten.


Vermutlich wirst Du selber natürlich viel besser sein als die gewöhnlichen Ärzte... denkst Du zumindest jetzt noch...
Nein, das denke ich nicht - aber ich werde versuchen, meine Arbeit so gut wie möglich zu machen und mich in meinen Gegenüber reinzuversetzen - damit bin ich bisher auch mit den Blöden wunderbar zurecht gekommen.

Peter_1
20.01.2013, 13:49
Nun ja, ich arbeite seit fünf Jahren im Rettungsdienst, seit drei Jahren im Krankenhaus - ich habe ebenfalls nette und blöde kennen gelernt - es hat sich ungefähr die Waage gehalten.


Nein, das denke ich nicht - aber ich werde versuchen, meine Arbeit so gut wie möglich zu machen und mich in meinen Gegenüber reinzuversetzen - damit bin ich bisher auch mit den Blöden wunderbar zurecht gekommen.

Da habe ich deutlich bessere Erfahrungen als Du, bei mir waren die wirklichen Idioten meist in der Minderheit. Deine 8 Jahre ehren Dich, jedoch hast Du halt noch nicht beide Seiten der Medaille gesehen. Warte halt mal ab wie das Leben dann so als Arzt ist und wir sprechen uns in weiteren 10 Jahren nochmal, wäre sicher interessant...
Wenn Du Deinen Vorsatz wirklich ernst nimmst, dann wird sicher eine gute Ärztin aus Dir, vielleicht wirst Du ja mit der Zeit ja auch etwas "gnädiger" mit Deinem Umfeld.

Erdbeermond
20.01.2013, 14:12
vielleicht wirst Du ja mit der Zeit ja auch etwas "gnädiger" mit Deinem Umfeld.

:D Ich bin doch gnädig - ich kenne superliebe Ärzte, Pfleger, Rettungsdienstler und sonstige, mit denen man super im Team zusammen arbeiten kann, wo es echt Spaß macht. Leider eben auch die Kehrseite und die bleibt einem leider meist besser im Gedächtnis, als die Guten (sollte anders sein).

Absolute Arrhythmie
20.01.2013, 16:04
@raven: der OA kann mir zwar nix im Sinne von kündigen etc, er kann mir aber die Station überbelegen wenn ich im ND alleine bin, er kann öfter mal "vergessen" die Bestellungen freizugeben, etc., etc. Mir gehts auch gar nicht um konkretes Verhalten, eher um was prinzipielles: Wenn ich mich schon nicht traue, mit nem Pfleger Klartext zu reden, wie will ich dann mit nem Vorgesetzten klarkommen, der mir blöd kommt? Meine Erfahrung aus nun fast 7 Jahren Pflege: Immer mutig bleiben und sich nicht unterbuttern lassen. Da hat mans zwar manchmal auch nicht so leicht, aber es traut sich dann auch keiner mehr, dich auf ner Station als "leichtes Opfer" herauszupicken. Und genau das machen manche Leute mit jungen und unerfahrenen Leuten. Ob die nun Ärzte sind oder anderen Pflegepersonal, ist dabei ja zweitrangig.

Fr.Pelz
20.01.2013, 18:27
(...)

Ich habe noch keinen einzigen Arzt gesehen, der beim Lagern geholfen hat, Blut weggebracht hat oder ans Telefon gegangen ist. Im Gegenteil, die Stationsärzte verschwinden pünktlichst um 17.00 ganz egal ob die Patienten durchdrehen und noch zehntausend Dinge zu erledigen wären. Die fragen nicht mal, ob noch irgendwelche dringenden ärztlichen Tätigkeiten zu erledigen wären oder nicht.

(...)

Das finde ich aber wirklich extrem. Das läuft bei uns genau andersrum. Es ist bei uns z.B Standard dass der chirurgische Assi nach der OP beim Umlagern hilft. Blut wegbringen tu ich manchmal, wenn es halt noch rumliegt, und ans Telefon geh ich dauernd, obwohl es natürlich in 95% der Anrufe für die Schwestern ist. Mich nervt das Klingeln halt. Ich muss mir sogar vornehmen, weniger ans telefon zu gehen dh das Klingeln besser zu tolerieren, weil wenn ich rangehe, ich ja meist noch irgendeinen anderen Mist an der Backe habe, der mich in meiner aktuellen Tätigkeit stört...und das pünktlich gehen..hihi...bei uns haben die Schwestern Mitleid mit mir, weil sie nach ihrer Übergabe gehen können und ich bleiben muss bis alles erledigt ist...

Naja war jetzt nichts Konstruktives zur Diskussion, war nur verwundert.

Erdbeermond
20.01.2013, 18:51
In welchen KH arbeitet ihr denn? Vielleicht liegts bei uns ja auch einfach an der Größe - Haus der Maximalversorgung mit 1700 Betten, ca. 42 Pat. pro Station, da jeweils zwei Assistenten und Pflegekräfte morgens 3 (+ Stationsleitung und Aufnahmeschwester), nachmittags 3 und nachts zwei plus entsprechende Helferlein (mal mehr mal weniger) und eine Stationsassistentin - das ist aber schon ne gute Besetzung. Vielleicht liegts ja auch daran, dass einfach jeder so viel um die Ohren hat, dass er nicht bereit ist, über den Tellerrand zu schauen.

und ans Telefon geh ich dauernd, obwohl es natürlich in 95% der Anrufe für die Schwestern ist.
Bei uns genau umgekehrt - niemand ruft im Arztzimmer an, sondern alle bei uns und natürlich :D sind 80% der Anrufe für den Stationsarzt, der natürlich nicht da oder auf Visite ist (wo man ihn nicht stören darf :)

Fr.Pelz
20.01.2013, 19:34
1300 Betten, aber ich glaub das liegt nicht an der Größe, sondern an unterschiedlichen Organisationstrukturen und je nachdem haben sich vermutlich auch bestimmte Dinge eingefahren.

Aber wie gesagt, ich kann nichts zur Diskussion beitragen, ich komme sehr gut mit den Pflegekräften aus. Es gibt eine einzige Schwester, die mich etwas nervt, weil sie ihre Ideen für grundsätzlich besser hält. Manchmal sind sie das, manchmal fühle ich mich aber auch angezweifelt in meinen Anordnungen. (Ich: "die Flexüle=VVK kann gezogen werden". Sie: "die lass ich heute lieber noch drin falls was ist in der Nacht". Pfft. ) Aber da lässt sich drüber hinwegsehen bzw. die ist ja nicht immer da.

Aber so ein feindseliges Klima wie das der TE beschreibt, kenne ich nicht.

][truba][
20.01.2013, 20:07
Alsooo, ich arbeite ja neben dem Studium und habe vor dem Studium auf einer ITS gearbeitet und kann sagen das ich, egal wie schlecht Patienten sind (CVVH, CICA, ECMO und und und) wahrscheinlich einen "stressfreieren" Job hab als die Kollegen auf den ganzen Inneren Stationen die X-pflegebedürftige Patienten (gut) versorgen wollen. Klar ist das stressig und man muss an viel denken, aber nur bei zwei Patienten. Ist (für mich) einfach die stressfreiere Variante.

Das mit den Kollegen ist wie überall. Es gibt solche und solche. Und das sowohl bei Pflegern, als auch bei Ärzten. Es ist ganz einfach. Mit wem ich mich verstehe und wer mir die Hütte (=mein Zimmer) respektvoll hinterlässt (nicht alles zugemüllt, Patienten auf aber nicht wieder zugedeckt, respektlos agiert, mir Anweisungen eher unfreundlich übermittelt) der wird von mir weiterhin repektvoll behandelt aber dem nehme auch ich nix ab.

Stimmt die "Chemie" ist das Leben einfacher. Ich erleichtere meine Arbeit und nehme auch dem Arzt mal die ein oder andere Sache ab (wenns nicht "zu groß" ist). Immer leben und leben lassen.

Und ja, auch wenn es wirklich unglaublich klingt und selten ist, es gibt sie, diese unheimlichen Ärzte. Die sich für nen ZVK alles selbst vorbereiten, Infusionen selbst einspielen und anhängen, dem Patienten mal was zu trinken eingießen und geben, beim Lagern helfen. Sie sind selten aber doch, auch ich habe sie erlebt.

Und ja, es gibt auch die Pfleger/innen die Ärzte immer dumm von der Seite anmachen, wegen nix und Kleinigkeiten die es nichtmal Wert sind ausgesprochen zu werden. Die IMMER was zu lästern haben und insgeheim einfach neidisch sind.

LG Thomas

P.S: In kleineren Krankenhäusern ist das durchaus so (zumindest in meinem :P) das, sollte sich der leitende Oberarzt sich mal über einen beschweren, man ganz schnell eine Verwarnung "von oben" hat.