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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neurologie im Vergleich mit Innere



Niero
07.02.2013, 12:02
Servus!
Ich steh quasi am Anfang meiner klinischen Karriere (5.Semester *grins*), bin mir aber recht sicher Neurologin werden zu wollen. Jetzt hört man ja allenthalben, dass von den konservativen Fächern die Innere dasjenigen mit der höchsten Arbeitsbelastung sein soll. Fast immer wenn man was von 80 Stunden Wochen hört geht es in meiner Erfahrung um Innere oder Chirurgie. Ich hab mich immer gefragt inwieweit sich die Innere da von der Neuro unterscheidet? Ist die Arbeitsbelastung im allgemeiner tatsächlich geringer als in der Inneren? Ich könnte mir nämlich so gar nicht vorstellen, woran das liegen sollte, in meiner Vorstellung sind die beiden Fächer eigentlich recht ähnlich (beides große Fächer mit hohem Patientenaufkommen, jeweils v.a. ältere Patienten, viele chronisch kranke, usw.). Was meint ihr?

Miyu
07.02.2013, 12:05
Wer arbeitet denn bitte 80 Stunden-Wochen? Also außer die Leute in Greys Anatomy und ER. :-wow

Niero
07.02.2013, 12:16
Na dann halt 60 oder 70 Stunden. Das ist ja mehr eine symbolische Zahl in dem Zusammenhang ;-)

Mondschein
07.02.2013, 12:53
Das wirst du so pauschal nicht sagen können. Und 80h-Wochen gibts nicht nur im Fernsehen.
Aber die Arbeitsbelastungen sind weniger vom Fach denn vom Haus abhängig. Ich hab in der Neuro PJ gemacht und da wars völlig bekloppt, mit OA-Visite abends um halb neun und so Zeug. Aber das war auch einfach ein totales Organisationschaos dort.
Jetzt arbeite ich in der Inneren, weil mir das letztlich doch besser gefallen hat als Fach.

Du hast recht, dass es vom Arbeitsablauf (Aufnahmen, Visite, verschiedene Funktionsuntersuchungen) schon sehr ähnlich ist, wie sich der Tag gestaltet. Wobei es bei der Inneren nochmal auf die Subspezialisierung ankommt, wo deine Schwerpunkte so liegen, da ist ja manches mehr oder weniger interventionell.

Aber die Arbeitsbelastung hängt vom Haus und den dortigen Strukturen ab. Du wirst in beiden Fächern gut geführte Abteilungen finden, in denen du Spaß hast, was lernst und halbwegs pünktlich gehen wirst. Und du wirst in beiden Fächern Abteilungen finden, in denen Chaos herrscht, du nichts lernst, froh bist, wenn du nicht allzu viele Leute umbringst (um es mal böse zu formulieren) und das Gefühl hast, dich tot zu arbeiten.

Fazit für dich: Mach in beiden Fächern Famulaturen und - wenn die Interessen so bleiben - auch in beidem PJ, dann merkst du, was dir mehr Spaß macht. Und dann such dir ein gutes Haus, wo die Bedingungen für dich passen (im Idealfall findest du dieses Haus schon durch Famulaturen u/o PJ oder du musst halt hospitieren und dir den Laden gründlich anschauen).
Aber wenn du im 5. Semester bist, hast du ja auch noch ein bisschen Zeit für die Entscheidung!

Maja85
07.02.2013, 17:36
Ich bin gerade Privatdackel in der Neuro, wir teilen uns die Premiumstation mit den Internisten. Und wenn ich um 16:15 Uhr mein Telefon fallen lasse und die Düse mache, schauen mir jeden Tag sehnsüchtig eine Kardiologin und ein Gastroenterologe hinterher ;-)

Es gibt solche und solche Abteilungen, das kann man nicht pauschalisieren.

Leelaacoo
07.02.2013, 18:43
Ich kenn ja auch beide Fächer aus nächster Nähe...es nimmt sich nicht viel, finde ich. Es gibt Tage, da kommen unsere Neurologen nicht mehr hinterher, die SU ist auch eine sehr patientenumsatzstarke und anstrengende Station, wenn gut frequentiert...Innere ist per se primär uferlos...da muss man eben seine Ansprüche an Genauigkeit und Organisation an die eigenen Reserven und äußeren Umstände anpassen. Mach was die besser liegt und such eine gute Klinik mit guter Organisation und vernünftigen Rotationsplänen. Allerdings (auch wenn viele meiner jüngeren Kollegen das nicht so sehen): in beiden Fächern kann aufgrund der Struktur und der Patienten ein STETS pünktliches Ende NICHT garantiert werden ;-) Aber das ist ja überall so, auch andere Akademiker machen mal Überstunden, ich finde es nicht gerade passend, dass man jetzt gerade in der Medizin denkt, man würde ab dem 1sten WBJ punkt 16 Uhr alles fallen lassen können....aber gut, meine Meinung dazu wurde hier im Formu auch schon kritisch diskutiert...

LG Lee (die seltsamerweise im März bei ner ITS-Fortbildung als Neurologin draufsteht ;-) Cool, wusste garnicht, dass ich das so nebenbei noch gewuppt habe...)

Thomas24
07.02.2013, 20:06
Allerdings (auch wenn viele meiner jüngeren Kollegen das nicht so sehen): in beiden Fächern kann aufgrund der Struktur und der Patienten ein STETS pünktliches Ende NICHT garantiert werden ;-) Aber das ist ja überall so, auch andere Akademiker machen mal Überstunden, ich finde es nicht gerade passend, dass man jetzt gerade in der Medizin denkt, man würde ab dem 1sten WBJ punkt 16 Uhr alles fallen lassen können....aber gut, meine Meinung dazu wurde hier im Formu auch schon kritisch diskutiert...

Wüsste nicht, was es an der sehr richtigen Meinung zu kriteln gäbe- aber sei´s drum.

Leelaacoo
07.02.2013, 20:57
Wüsste nicht, was es an der sehr richtigen Meinung zu kriteln gäbe- aber sei´s drum.

Du bist eben auch alt...so wie ich...:-D wir altes, unorganisiertes Eisen haben es als Jungassis halt einfach nicht geschafft, uns besser zu verkaufen...;-)
...und dann noch barfuss durch den Schnee bei 40 Grad im Schatten;-)

LG Lee (die dankbar ist, dass sie wohl doch nicht so ganz allein mit ihrer Meinung da steht)

LasseReinböng
07.02.2013, 21:20
Wer arbeitet denn bitte 80 Stunden-Wochen? Also außer die Leute in Greys Anatomy und ER. :-wow

Du vielleicht demnächst, wenn du bei der Stellensuche nicht die Augen aufmachst. Ich habe vorher auch nicht geahnt, daß sowas noch möglich ist, wurde dann aber in der Inneren eines besseren belehrt.

Vielleicht liegt Neurologie aber leicht im Vorteil, was aufwendiges Patientengut anbelangt ? Kann man nicht sagen, daß die Patienten in der Inneren meist kränker, morbider sind als in der Neuro ?

Hellequin
07.02.2013, 22:02
Vielleicht liegt Neurologie aber leicht im Vorteil, was aufwendiges Patientengut anbelangt ? Kann man nicht sagen, daß die Patienten in der Inneren meist kränker, morbider sind als in der Neuro ?
Was das geriatrische Patientengut angeht eher nicht. Da haben die neurologischen Patienten genauso ihre behandlungsbedürftigen internistischen Erkrankungen wie vice versa.

Anne1970
08.02.2013, 05:31
Vielleicht liegt Neurologie aber leicht im Vorteil, was aufwendiges Patientengut anbelangt ? Kann man nicht sagen, daß die Patienten in der Inneren meist kränker, morbider sind als in der Neuro ?
Eindeutig: Nein! :grins:

LasseReinböng
08.02.2013, 11:16
Eindeutig: Nein! :grins:

Ich hätte es etwas anders formulieren müssen: wenn internistische Komplikationen auftreten, wie schnell wird der Patient dann verlegt ? Und was wuppt der Neurologe noch selber ? Ich habe mal kurz auf einer gemischt internistisch-neurologischen Station gearbeitet und hatte dort zumindest den Eindruck, der Patientenfluß geht netto eher in Richtung Innere als umgekehrt.

Maja85
08.02.2013, 16:35
Echt?! Ist bei uns wirklich anders, klar wird bei großen Baustellen eng mit der Inneren zusammen gearbeitet, aber verlegt wird da ganz und gar nicht schnell. Gerade Stroke-Patienten haben ja auch gern mal kardiologische + diabetologische akute Großbaustellen, das machen wir soweit mit, wie wir's können und haben oft konsiliarisch die Oberärzte da.

abcd
08.02.2013, 18:36
Von schnellen Verlegungen in die Innere aus der Neuro, kann ich auch nicht berichten. Und was das Klientel angeht... viele multimorbide ältere Patienten mit nicht rein neurologischen Problemen.