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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wissenschaftliches Medizinstudium?



SirLancelot
06.08.2003, 07:59
Hallo,

mich würde interessieren, inwiefern das, was während des Medizinstdiums gelehrt wird, wissenschaftstauglich ist. Aus verschiedenen Quellen (Medizinstudenten) und eigenen Beobachtungen (Nebenfächer im Grundstudium) scheint es so zu sein, dass den Medizinern im übertragenen Sinne "alles in den Mund gelegt wird". Mit anderen Worten: Bekommt man während des Medizinstudium lediglich einen "Abklatsch " über chemische, biochemische o.ä. Prozesse (multiple-choice-test), oder kann man locker mit den Biologen mithalten?

SirLancelot

Pascal
06.08.2003, 08:06
Wenn du mit Biologen auf ihrem Fach mithalten willst wirst du schon Bio studieren müßen. Wenn es dir generell ums Wissenschaftliche arbeiten geht ist das Med Studium aber auch nicht das ideale. Das erlernt man wohl doch eher in der Dr. Arbeit.

netguru
08.08.2003, 21:11
Wissenschaft ist immer an der Belastungsgrenze. Wenn ich krank bin, will ich aber, daß der Arzt noch alles unter Kontrolle hat. Insofern schließen sich das durchschnittliche Medizinstudium und besondere Kreativität (ich mein jetzt nicht im Sinne von Malen, sondern allgemein produktiv denkend) aus.
Wenn ich mich mal irre, was permanent vorkommt, erklärt mich zwar irgendwann der Mandant, der der Meinung ist, er hätte was erfunden, für bekloppt, und erzählt es 11 weiteren, es stirbt aber niemand.

Lava
08.08.2003, 21:21
In Sachen Bio, Chemie und Physik hinken wir wohl sehr hinterher. Ich bin zwar noch im vorklinischen Abschnitt, aber ich denke, dass es nicht für alle Krankheiten, Veränderungen und Therapien wissenschaftliche Erklärunge gibt. Deshalb ist Medizin keine reine Naturwissenschaft. Aber sie entwickelt sich immer mehr zu einer! Und in deiner Doktorarbeit hast du die Chance, selbst mal daran teilzuhaben. Ansonsten heißt es "standing on the shoulders of giants" - viele Dinge auswendig lernen, die andere gefunden haben.

capucine
08.08.2003, 21:32
Letzlich ist das Medstudium kein wirklich naturwissenschaftliches studium im sinne der biologie oder physik, dh dass ich nicht mit einem biologen mithalten kann aber dafür von vielem anderen eine ahnung habe bzw mehr als eine ahnung...

Die diss ist in der tat das einzige mal im studium,dass man als medstudent wirklich wissentschaftlich arbeiten muss, aber auch nur, wenn man eine sehr gut betreute klinische studie oder experimentelle arbeit macht, an der man auch intellektuell beteiligt ist und nicht nur umsonst als MTA arbeitet (ohne soviel Ahnung wie die MTA zu haben,denn die könnte alles wahrscheinlich schneller und fachkundiger ohne so viel Fehler).

Tut man dies aber , so kann man nach 2 jahren labor jedoch auch gut mit biologen diskutieren ohne dass gefühl zu haben, man hätte "irgentwelche" grundlagen nicht.
Das einzige was uns alle naturwissenschaftlicher berechtigt immer vorwerfen ist dass wir keine ahnung von statistik haben. das ist leider wahr.
schon manche diss ist an der "unfähigen" planung von "pseudo"wissentschaftlern, nämlich Ärzten gescheitert, die die fallzahl falsch berechnet hatten

ein solider grundlagenwissentschaftler als laborleiter ist schon zu empfehlen

:-)

Die Niere
16.08.2003, 10:37
Wenn Du Medizin studierst, hält Dich keiner davon ab noch mehr ins Wissenschaftliche (Theorie) zu gehen, aber das Studium ist imho schon unglaublich vollgepackt mit Dingen, die man wissen soll, da bleibt einfach keine Zeit mehr sich alle en detail näherzubringen...in einigen Fächern (Biochemie) geht das ganze schon ziemlich wissenschaflich zu, aber von dem Fach hörst Du bis auf wenige Basics nach dem Physikum nichts mehr...wenn Du Dich für Wissenschaft interessierst, studier lieber Biochemie, da bist Du näher dran...

gruesse, die niere

SirLancelot
16.08.2003, 11:01
so isset,
die richtige Einstellung des Focus´macht´s....eine gute Mischung aus nah und fern!

Gruss

SirLancelot