PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachtdienste im 3. Monat?



Seiten : [1] 2

firstdayofwinter
18.04.2013, 21:09
Hallo,

ich brauch ein bisschen Rat oder einfach ein paar Meinungen, um mich vielleicht abzuregen... Habe in März meine 1. Stelle angefangen, beim Vorstellungsgespräch hieß es, nach 2 Monaten macht man erstmal lange Hausedienste (bis 20Uhr) und dann steigert man sich zu Wochenenddiensten (12h von 8 bis 20Uhr) und dann irgendwann macht man Nachtdienste. Jetzt ist es aber so gekommen, dass ich im 2. Arbeitsmonat schon 8 Dienste machen musste (Wochenende und lange Hausdienste), da im Moment Personalmangel herrscht habe ich einfach mal nichts gesagt. Jetzt ist aber der Mai-Plan rausgekommen und ich muss anfang Mai schon 4 Nachtdienste machen, davon 2 am Donnerstag und Freitag, und danach wieder 12h Tagdienst am Sonntag. Das hat mich dann doch etwas geschockt, da ich Berufsanfängerin bin und echt nicht weiß ob ich das hinbekomme, vereinbart war ja sowieso was total anderes, und dass die neuen Kolleginnen nur 4 Tagdienste im 2. Monat machen müssen, nimmt nicht gerade meine Unzufriedenheit.
Ich bin im Moment so aufgeregt, dass ich kündigen könnte, zudem habe ich gesehen, dass eine andere Stelle, die ich lieber angetreten hätte Anfang März, für die ich aber erst einen Vorstellungstermin 3 Wochen nach der Zusage von der jetzigen Stelle bekommen hätte und die ich deswegen aufgegeben habe, immer noch frei ist. Überlege mir fast zu kündigen und mich dort wieder zu bewerben!
Ist das normal, dass man als Berufsanfänger im 3. Monat schon 4 Nachtdienste machen muss? Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht? Von den Assistenzärzten hier hört man, dass offiziell sogar schon im 2. Monat Nachtdienste verteil dürfen, die Oberärzte wissen nichts davon, finden das auch nicht gut, aber "können es nicht beeinflussen".
Was sagt ihr dazu?

Wär froh über ein paar Kommentare!
winter

WackenDoc
18.04.2013, 21:18
Für was genau bist du in den Nachtdiensten verantwortlich? Gibt es noch einne erfahrenen Kollegen im Haus? Hättest du noch eine Intensivstation oder eine spezialisierte Station an der Backe (Stroke, Chest Pain etc.)?

firstdayofwinter
18.04.2013, 21:21
nee zum Glück nicht, also keine Intensiv, ich bin dann nur für die Stationen zuständig, ich glaub insgesamt so 12 bi 15 Stationen, für Intensiv und Ambulanz gibt es jeweils einen anderen Kollegen. Ich weiß, dass ich wahrscheinlich überreagiere, aber es ist die Angst, die mich treibt = = und ich kann mich gerade nicht abregen...

firstdayofwinter
18.04.2013, 21:28
Ich habe auch das Gefühl, dass ich nach 6 Wochen arbeitstätigkeit nicht wirklich schlauer geworden als vorher, obwohl ich im nächsten Monat schon auf die normale Dienstmenge von erfahrenen FÄ komme (7 bis 10). Alles was ich jetzt kann, habe ich im Studium und PJ gelernt, letztens hat mich einer aus der HNO angerufen und gefragt ob ich ein Notfall-Sono machen könnte, da musste ich sagen, kann ich nicht, hab hier das Sono-Gerät grad einmal gesehen. Ich balloniere mich auf mit Zuversicht, die ich nicht habe, versuche zu tun, was ansteht, auf die Patienten kompetent zu wirken, aber im Grunde genommen habe ich nicht mehr drauf wie vor Berufsanfang und weiß nicht, wie ich etwas dazu lernen soll (Sono, Puntionen, ganz zu schweigen von Endoskopie (bin in der Gastro)), fühle mich noch wie ne halbe Studentin, aber vielleicht ist das normal und eines Tages werde ich merken, dass ich plötzlich alles kann, was so ein erfahrener Arzt kann, oder aber dass ich das Leben von Patienten über die Jahre in Gefahr versetze, weil ich es nicht kann.

Nic129
18.04.2013, 21:33
Heyho,

ich kann Dich beruhigen. Bei mir war das damals nicht anders gewesen. Ich habe kaum meine Assistenzarzt-Stelle angetreten, da kam schon nach 5 Wochen der erste Nachtdienst auf den Plan geflattert. Da hat man nicht schlecht gestaunt. Aber ich habe mir da nur relativ wenig draus gemacht. Ich bin sowieso ziemlich Nachtaktiv, also kam mir das eigentlich sehr entgegen, das ich dort in der Nacht herumgeistern durfte. Da kann man auch mal die Ruhe genießen, die man am Tag nicht immer hat. *grins*

Aber bei mir wurde von vornherein gesagt, das es sein kann das ich schnell in den Spät- und Nachtdienst rutsche. Also man hatte mich da schon vorgewarnt, das ich dann nicht eines Tages total verdutzt auf diesen Zettel schaue und die Welt nicht mehr verstehe. Gut, das hat sich halt nach einer Weile alles dann nach und nach gelegt. Jetzt bin ich nur noch über den Tag im Haus.

Aber bei uns war das so, das im Nachtdienst 3 Ärzte sind. Davon 1 Facharzt und 2 Assistenzärzte. Die sind alle zusammen für die Ambulanz, sowie für die 6 Stationen in der Chirurgischen Klinik zuständig. Ab 21 Uhr kann sich der Facharzt ins Bett hauen und seine schönen Träume genießen. Die restlichen Stunden teilt man dann unter den 2 Ass.-Ärzten auf. Also zum Beispiel: 21 - 2 und 2 - 6. Ab 6 Uhr ist man dann wieder gemeinsam unten und bereitet alles für die Frühbesprechung vor.


Viele Grüße

Fr.Pelz
18.04.2013, 21:34
Es gibt hier irgendwo einen Threae "Wann hattet ihr euren ersten Dienst?".
Ich hatte meinen ersten (24h-) Dienst nach 3 Wochen (kannte aber das Haus vom PJ her).

An deiner Stelle würde ich es so machen, dass du die Dienste machst (bedeutet ja auch Erfahrungen und Bezahlung für dich) aber bei jeder Unsicherheit den Hintergrund anzurufen.

THawk
18.04.2013, 21:39
Nett ist es natürlich nicht so früh eine recht hohe Zahl an Diensten von dir zu fordern. Auf der anderen Seite schreibst du, dass du "die gleiche Dienstmenge wie erfahrene Fachärzte hast". Das ist (imho) kein Argument. Warum sollten erfahrene FA mehr Dienste machen als du? Wenn du dienstfähig bist (oder als solche angesehen wirst) kommen eben die Dienste. Da hat der Patient ja auch nicht mehr davon wenn du weniger Dienste im Monat machst sofern er in deinem Dienst kommt.

Du wirst immer vor dem ersten Dienst Schiss haben und dich auch durchaus inkompetent fühlen, weil du einfach bestimmte (durchaus häufige) Fragestellungen nur im Dienst lernst. Es scheint ja ein großes Haus zu sein, d.h. du hast noch mehrere Kollegen im Haus, die du um Rat bitten kannst und ansonsten muss halt der OA ran. Dafür gibt es den Hintergrund, dass er den FA-Standard sicherstellt. Und wenn sie eine junge Anfängerin in den Dienst setzen müssen sie mit der Konsequenz eben leben.

Wichtig ist für dich zu erkennen wo deinen Grenzen liegen, für die brauchst du dich ja auch nicht zu schämen. Insofern ist es gut solche Anfragen wie von deinem HNO-Kollegen abzulehnen. Selbst wenn du schonmal das Gerät angeschaltet hättest - könntest du mit ausreichender Sicherheit deinem Befund trauen? Wenn nein - ablehnen und an kompetenteren Kollegen verweisen.

Der Lernprozess ist ein schleichender - du wirst nicht plötzlich perfekt sein und auch die Fachärzte stehen nicht selten vor neuen Situationen, die sie noch nie hatten. Die haben aber einfach gelernt, rational abzuwägen und den (meist) besten Weg zu gehen. Aber auch die liegen mal daneben. Wer was anderes behauptet, der lügt ;-) Auf der anderen Seite merkt man gerade am Anfang gar nicht, dass man schon einiges gelernt hat und fitter geworden ist, weil es doch immernoch viele offene Fragen gibt. Also - hab Mut :-)
(Die Frage des möglichen Stellenwechsels kann dir natürlich keiner beantworten, aber ich würde dir raten es nicht nur an den Diensten aufzuhängen und nicht zu kündigen bevor du nicht an anderer Stelle eine schriftliche Zusage hast).

firstdayofwinter
18.04.2013, 21:39
Bei uns ist das leider nicht so, da werden einem Sachen vom Chef usw versprochen, da können die Assis nur drüber lachen. Und wenn man dann mal fragt, ob das sein kann, dass die Realität ja nicht wirklich mit dem übereinstimmt, was damals vereinbart wurde, dann kommt da nur "da kann ich aber nichts dran machen", und das ist echt ärgerlich. Bei uns ist es ja zum Glück auch so, dass man nicht alleine da ist, aber der Hausnachtdienst hat wahrscheinlich noch am wenigsten zu tun und die 2 anderen Kollegen haben auch nicht unbedingt Lust, ständig irgendwelche Fragen von einem zu beantworten. Oberärzte sind zu Hause, da gibt es wohl welche, die auch keine Lust haben, bei massiver Hämatemesis z. B. mal in die Klinik zu kommen, sagen dann aber am nächsten Tag, war doch klar, dass die schockig wird oder stirbt.
Ach ja, einerseits denke ich, so ist halt der Job, find dich damit ab, andererseits befürchte ich auch immer, dass Leute, die nichts einfordern/ nicht klagen, dann die dummen sind, die für alles herhalten müssen... Das möchte ich auch nicht für meine Zukunft...

firstdayofwinter
18.04.2013, 21:44
Nett ist es natürlich nicht so früh eine recht hohe Zahl an Diensten von dir zu fordern. Auf der anderen Seite schreibst du, dass du "die gleiche Dienstmenge wie erfahrene Fachärzte hast". Das ist (imho) kein Argument. Warum sollten erfahrene FA mehr Dienste machen als du? Wenn du dienstfähig bist (oder als solche angesehen wirst) kommen eben die Dienste. Da hat der Patient ja auch nicht mehr davon wenn du weniger Dienste im Monat machst sofern er in deinem Dienst kommt.

(Die Frage des möglichen Stellenwechsels kann dir natürlich keiner beantworten, aber ich würde dir raten es nicht nur an den Diensten aufzuhängen und nicht zu kündigen bevor du nicht an anderer Stelle eine schriftliche Zusage hast).

Ich finde das ja gerade so erstaunlich, dass man nach so kurzer Zeit als voll dienstfähig angesehen wird||||

Muss ehrlich sagen, dass ich die andere Stelle lieber gehabt hätte, andererseits kann ich natürlich nicht sagen, ob es da wirklich besser ist. Die haben mindestens eine Diabetologie, die wir angeblich auch haben, aber in Wirklichkeit haben wir gerade mal einen Diabetologen, der hier Konsile macht...

Und ist es normal, dass man erst nach 3 Jahren rotieren kann? Ist es denn überhaupt noch möglich, damit rechtzeitig den Facharzt zu machen? Ich find es nicht schlimm, wenn es länger dauert als die Mindestzeit, aber wenn es von Anfang an so ausgelgt ist, dass man den Facharzt erst in 10 Jahren machen kann, sollte ich vielleicht eh in 1, 2 Jahren wechseln??

WackenDoc
18.04.2013, 21:54
Ob Lust oder nicht- die Frage stellt sich gar nicht.
Du bist Anfänger und hast das Recht, dich abzusichern.
Die ersten Ansprechpartner wären für mich auch erstmal die anderen beiden Kollegen- wenn die motzen, dann halt direkt den Hintergrund anrufen.

So ne ähnliche Besetzung hatten wir damals auch- und bei uns war das klein Problem, sich bei dem Intensivkollegen abzusichern, gerade wenn es z.B. drum ging, dass noch jemand Erfahrenes auf´s EKG schaut- das ist ja beim Hintergrund etwas schwieriger.

Das Problem mit der Anzahl der Diensten versteh ich allerdings auch nicht.

Da meine Abteilung es übrigens nicht geschafft hatte, innerhalb eines Jahres am Sono auszubilden, musste jedes Mal bei ner dringlichen Fragestellung der Hintergrund oder nen anderer Kollege in die Notaufnahme kommen- ganz einfach.

Tip: Immer dokumentieren, dass du den Hintergrund angerufen hast und was der gesagt hat- erst recht, wenn er nicht rein kommen will (oder die Hilfe von einem der anderen beiden Kollegen verweigert wurde).
Zaubersatz: Ich fühle mich dem Krankheitsbild des Patienten nicht gewachsen- ich möchte, dass Sie sich das anschauen/dass Sie rein kommen.

THawk
18.04.2013, 22:15
Ich finde das ja gerade so erstaunlich, dass man nach so kurzer Zeit als voll dienstfähig angesehen wird||||

Muss ehrlich sagen, dass ich die andere Stelle lieber gehabt hätte, andererseits kann ich natürlich nicht sagen, ob es da wirklich besser ist. Die haben mindestens eine Diabetologie, die wir angeblich auch haben, aber in Wirklichkeit haben wir gerade mal einen Diabetologen, der hier Konsile macht...

Und ist es normal, dass man erst nach 3 Jahren rotieren kann? Ist es denn überhaupt noch möglich, damit rechtzeitig den Facharzt zu machen? Ich find es nicht schlimm, wenn es länger dauert als die Mindestzeit, aber wenn es von Anfang an so ausgelgt ist, dass man den Facharzt erst in 10 Jahren machen kann, sollte ich vielleicht eh in 1, 2 Jahren wechseln??

Ist halt immer die Frage wie's organisiert ist und was sinnvoll ist. Du bist damit eben sehr auf die Gastro festgelegt, wenn das für dich okay ist warum nicht. Wenn du aber eher eine Allg.internistin werden willst halte ich 3 Jahre Gastro am Anfang für wenig sinnvoll. Ich bin in der Pädiatrie jetzt nach knapp 3 Jahren voll rumrotiert und arbeite jetzt für längere Zeit im gewünschten Schwerpunkt. Finde ich das bessere System (klappt aber i.d.R. nur wenn man nicht über bestimmte Unterabteilung angestellt ist). Die werden dir wohl am Ende schon das soweit unterschreiben wie du es benötigst.

Arbeite doch erstmal weiter (min. 6 Monate, sodass es für die Weiterbildung angerechnet wird), schau dir die andere Klinik mit Hospitation in Ruhe an und entscheide dich dann. Das Paradies in einer deutschen Klinik zu finden ist sicherlich schwierig (abhängig von den eigenen Erwartungen).

firstdayofwinter
18.04.2013, 22:34
Danke für eure Antworten, ich glaube ich hab mich jetzt etwas beruhigt und werde einfach erstmal mind. 1 Jahr hier weiterarbeiten, das Leben ist ein schweres und wenn man sich aufregt wird es nicht besser :D Vielleicht kaufe ich mir ein edel teures Stethoskop vom extra Geld und werde damit fröhlich sein :D

Gute Nacht...

Andi01
19.04.2013, 05:53
Hi,

was Du beschreibst, ist leider die Realität. Bei uns wird gerade Personal in eine Tochterklinik abgezogen, obwohl jeder Überstunden hat, 1000 Briefe nicht diktiert sind und der Laden insgesamt nicht rund läuft, nur um Honorarärzte zu sparen. An Ausbildung ist dabei nicht mal zu denken.
Wenn Du eine Stelle in der hinterhand hättest, die Du sowieso lieber angetreten hättest, dann kündige doch. Wir haben zur Zeit zum Glück diese Möglichkeiten. Wo arbeitest Du denn etc? Kannst mir ja ne PN schicken...
Gruß
Andi

Leelaacoo
19.04.2013, 07:24
Wenn Du eine Stelle in der hinterhand hättest, die Du sowieso lieber angetreten hättest, dann kündige doch. Wir haben zur Zeit zum Glück diese Möglichkeiten. Wo arbeitest Du denn etc? Kannst mir ja ne PN schicken...
Gruß
Andi

Schlaue Antwort...und dann? Wenn die sagen, prima, die hat 3 Monate Erfahrung, dann kann sie ja gleich in den ND? Dann kennt man ja nicht mal die Klinik...
Ich persönlich finde es in der Inneren als reiner Hausdienst mit 2 (!) internistischen Kollegen + Hintergrund zwar nicht optimal so mit den ND, aber auch nicht unmenschlich...und warum FÄ mehr Dienste machen sollten als Anfänger erschließt sich mir auch nicht (die haben ja auch schon ordentlich Dienste geschoben in ihrem Leben und haben auch andere Aufgaben nebenher). Dass man Angst hat, ist normal und wird auch nach 6 Monaten Schonung nicht besser...Sono muss halt wer machen, der es kann (bei uns grundsätzlich erst Assis ab dem 3ten WBJ, muss halt sonst der Hintergrund ran, fertig).
Mal schön ruhig bleiben und durchatmen!

PS: man frage sich auch ganz genau, warum die Stelle in der "Wunschklinik" noch nicht besetzt ist (nach Monaten!)...wird wohl auch nicht das Paradies sein...

LG Lee

firstdayofwinter
19.04.2013, 19:59
Schlaue Antwort...und dann? Wenn die sagen, prima, die hat 3 Monate Erfahrung, dann kann sie ja gleich in den ND? Dann kennt man ja nicht mal die Klinik...
Ich persönlich finde es in der Inneren als reiner Hausdienst mit 2 (!) internistischen Kollegen + Hintergrund zwar nicht optimal so mit den ND, aber auch nicht unmenschlich...und warum FÄ mehr Dienste machen sollten als Anfänger erschließt sich mir auch nicht (die haben ja auch schon ordentlich Dienste geschoben in ihrem Leben und haben auch andere Aufgaben nebenher). Dass man Angst hat, ist normal und wird auch nach 6 Monaten Schonung nicht besser...Sono muss halt wer machen, der es kann (bei uns grundsätzlich erst Assis ab dem 3ten WBJ, muss halt sonst der Hintergrund ran, fertig).
Mal schön ruhig bleiben und durchatmen!

PS: man frage sich auch ganz genau, warum die Stelle in der "Wunschklinik" noch nicht besetzt ist (nach Monaten!)...wird wohl auch nicht das Paradies sein...

LG Lee

hm, ich hab mich zwar mittlerweile mit den Tatsachen abgefunden, aber verstehe nicht, was nicht logisch daran ist, dass man als Anfänger erstmal weniger machen muss als erfahrene Kollegen? Warum machen bei euch die Erstjahres-Assistenten keine Sonos? Weil die's nicht wirklich können vielleicht? Ich sag ja nicht, dass ich für immer weiter geschont werden möchte, aber wär schon froh gewesen wenn ich erst mal mit 1, 2 Nachdiensten in Mai angefangen hätte und die Gelegenheit gehabt hätte, noch ein bisschen mehr Erfahrung zu sammeln. Ich denke, dass es bestimmte Gründe haben, warum Ärzte mit unterschiedlichen Berufserfahrungen unterschiedliche Aufgaben haben? Naja die Realität ist jedenfalls jetzt, dass man machen muss, ob mans kann oder nicht, und wenn man es überstanden hat, dann kann mans auch irgendwann. Ein Kollege von ner Freundin, die auch in März angefangen hat und unwahrscheinlich viel Arbeit hat meinte zu ihr, als sie sich beschwerte: "learning by killing".

Muriel
19.04.2013, 20:14
Ab dem Moment, in dem man von Chef/Oberärzten wem auch immer als dienstfit angesehen wird, ist man im großen Topf mit allen anderen diensttuenden Kollegen und die Zahl der zu leistenden Dienste sollte sich die Waage halten. Das ist völlig normal, warum auch nicht? Es ist eher so, dass FÄ dann nicht mehr so für die Vordergründe herangezogen werden, wenn schon eine Unterscheidung gegeben ist. Die haben dann auch lange genug den Mist gemacht ;-) Und dass Anfänger qualitativ andere Dinge machen und nicht quantitativ, ist doch eigentlich verständlich, denke ich.

Leelaacoo
19.04.2013, 20:23
hm, ich hab mich zwar mittlerweile mit den Tatsachen abgefunden, aber verstehe nicht, was nicht logisch daran ist, dass man als Anfänger erstmal weniger machen muss als erfahrene Kollegen? Warum machen bei euch die Erstjahres-Assistenten keine Sonos? Weil die's nicht wirklich können vielleicht? Ich sag ja nicht, dass ich für immer weiter geschont werden möchte, aber wär schon froh gewesen wenn ich erst mal mit 1, 2 Nachdiensten in Mai angefangen hätte und die Gelegenheit gehabt hätte, noch ein bisschen mehr Erfahrung zu sammeln. Ich denke, dass es bestimmte Gründe haben, warum Ärzte mit unterschiedlichen Berufserfahrungen unterschiedliche Aufgaben haben? Naja die Realität ist jedenfalls jetzt, dass man machen muss, ob mans kann oder nicht, und wenn man es überstanden hat, dann kann mans auch irgendwann. Ein Kollege von ner Freundin, die auch in März angefangen hat und unwahrscheinlich viel Arbeit hat meinte zu ihr, als sie sich beschwerte: "learning by killing".

Ähmm. also es ist absolut nichts Logisches daran, dass, wenn man schon Dienste macht, man am Anfang weniger macht als die erfahrenen Kollegen...wie wäre das zu begründen? Das Einzige, was man begründen könnte, wäre der Zeitraum, BIS man zu den Diensten herangezogen wird...aber WENN du schon Dienste machst, dann doch genausoviele wie die anderen, das ist überall so (es ist sogar eher so, dass FÄ weniger Dienste machen, weil sie wegen ND-frei weniger ausfallen dürfen, da sie z.B. andere Funktionen wahrnehmen müssen...). Außerdem hast du z.B. sicher noch keinen NA-Schein, also bleiben halt nur die Hausdienste für dich..der Rest (ITS, Notarzt etc.) muss ja auch abgedeckt werden. Und ob du nun 2 ND machst oder 4 ist letztlich egal, es kann ja auch nach 3 Jahren eine Situation auftreten, die man nicht beherrscht...auch als FA, davor ist man nie gefeit.

Ach und mit den Sonos: ja, genau, weil sie es nicht können (ich verstehe auch die etwa herablassende Schreibweise von dir nicht, ist doch klar, dass sie es noch nicht können), und da wir zu einem späteren WB-Zeitpunkt (im2ten WBJ) eine strukturierte Sono-Rotation von 6 Monaten ! haben, damit die Leute auch gescheit schallen und nicht nur froh sind, die Nieren schemenhaft zu erkennen...das ist nämlich Müll und ist als Diagnostikum auch nicht verwertbar bei Anfängern. Dafür ist diesen ganz klar, dass sie dafür nicht die Verwantwortung tragen müssen und den Hintergrund oder den ITS-Arzt rufen, wenn sie eine Sono notfallmäßig brauchen und keiner würde es wagen, deswegen jemandem, der noch keine Sono-Rotation hatte, den Kopf abzureißen.

Aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass du das ja auch gar nicht hören willst...

LG Lee

Relaxometrie
19.04.2013, 20:49
da wir zu einem späteren WB-Zeitpunkt (im2ten WBJ) eine strukturierte Sono-Rotation von 6 Monaten ! haben
Ist das wahr??? Klingt zu gut, um wahr zu sein. In diesen 6 Monaten ist man ausschließlich für Ultraschall zuständig und bekommt auch noch ein gutes Teaching?

Leelaacoo
19.04.2013, 20:52
Ist das wahr??? Klingt zu gut, um wahr zu sein. In diesen 6 Monaten ist man ausschließlich für Ultraschall zuständig und bekommt auch noch ein gutes Teaching?

So isses...3 Monate nur Abdomen, 3 Monate Gefäße (Hals, Hirn und peripher) und Schilddrüse. Oberärzte greifbar, jeweils 2 Wochen Einarbeitung. Keine Stationsarbeit!
Man macht natürlich auch Wochenenddienste oder Hausdienste bis 20 Uhr, aber keine ND, damit man nicht in der Sono-Ausbildung ausfällt...ist also dennoch anstrengend, aber dann kann auch wirklich schallen...

Relaxometrie
19.04.2013, 20:54
So isses.
Klingt gut :-)