Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Änderung der Zweitstudien-Regelung



Seiten : 1 [2] 3

EVT
29.04.2013, 18:22
quereinstieg ist eben totale glückssache.. ich habe meinen platz zum 3. fs auch sofort bekommen, andere müssen auch darauf lange warten. manche bekommen aber sofort einen platz zum 2. oder haben losglück fürs 1.fs.. gibt alles.

ich weiß nicht, ich finde die regelung, dass man nur wartesemester sammelt, wenn man nicht studiert, gut. sonst würde sich doch jeder für interessante fächer einschreiben, dort die plätze wegnehmen^^ und den steuerzahler unmengen an geld kosten. viele würden sich dann bestimmt erstmal in zahnmedizin, pharmazie etc einschreiben.
gaaanz früher gab es fleißprüfungen, sowas finde ich gut, weil ich es unfair finde, dass jemand mit 1.7 genauso lange warten muss wie jemand mit 3.9

ehem-user-21-08-2023-1542
29.04.2013, 18:40
Meinst Du mit Fleißprüfungen diesen Medizinertest von damals? Den fand ich auch gut.

Dein Argument mit dem Parkstudium kann ich nachvollziehen. Andererseits studieren sehr viele Leute Zahnmedizin, um dann quer einzusteigen, was unter diesem Gesichtspunkt auch nicht wünschenswert ist (Das soll kein Angriff sein. Ich bin ja selbst quer eingestiegen.) Ich denke auch, dass Viele ein Parkstudium nicht machen würden, weil sie dann den Bafög-Anspruch verlieren würden.

Fair fände ich aber definitiv, wenn z.B. ein BuFDi (oder wie auch immer das heißt) einen Vorteil gegenüber Leuten, die bereits in einem anderen Studiengang immatrikuliert sind, einbringen würde.

EVT
29.04.2013, 19:19
ne, das ist noch länger her ;-) so in den 60ern.
ich habe ja selber erst zm studiert, aber "damals" hat noch 2.1 gereicht, das finde ich durchaus machbar. die abbrecherquote bei uns war so hoch, da bin ich als wechslerin nicht so stark ins gewicht gefallen, daher habe ich kein schlechtes gewissen.
jetzt sieht das wieder anders aus.
bufdi und fsj bonieren finde ich auch gut, aber dann macht das jeder und es wird quasi plicht, das erstmal ein jahr nach dem abi zu machen. manche wollen vllt. sofort anfangen zu studieren.

PRIND
29.04.2013, 19:25
Ich finde es auch nicht in Ordnung, dass ein Zweitstudienbewerber ab einer bestimmten Abschlussnote, für das Medizinstudium im Prinzip auf Lebenszeit gesperrt ist. Wir alle treffen mal Fehlentscheidungen.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht wo ein Zweitstudienbewerber auf Lebenszeit für ein Medizinstudium gesperrt sein soll? Fakt ist, dass man über eine Zweitstudienquote einen Platz bekommen kann. Allerdings ist - aufgrund der hohen Nachfrage - eine gewisse Qualifikation notwendig. Das ist also kein Problem des Systems, sondern dem Andrang v.a. im Studiengang Medizin geschuldet. Man wird also auch nicht irgendwie gesperrt, oder so. Es erhalten nur X Personen den Vorzug aufgrund einer höheren Qualifikation, was ja auch durchaus nachvollziehbar und fair ist.

Wenn man nicht im Ausland studieren will, keine Lust auf teure Privatunis usw. hat, dann könnte man doch - sofern ich das richtig verstehe - einen zweiten BSc Studiengang belegen, sich dort mehr Mühe geben und dann mit diesem, hoffentlich dann den Qualifikationen entsprechenden, Abschluß bewerben. Wie gesagt bin ich da jetzt nicht 100%ig informiert, aber wüsste jetzt nicht was dagegen spricht. Korrigiert mich falls ich falsch liege :).

Alles meckern und beschweren nutzt leider nix, denn letztendlich liegt es an einem selbst!

ehem-user-21-08-2023-1542
29.04.2013, 19:45
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht wo ein Zweitstudienbewerber auf Lebenszeit für ein Medizinstudium gesperrt sein soll? Fakt ist, dass man über eine Zweitstudienquote einen Platz bekommen kann. Allerdings ist - aufgrund der hohen Nachfrage - eine gewisse Qualifikation notwendig. Das ist also kein Problem des Systems, sondern dem Andrang v.a. im Studiengang Medizin geschuldet. Man wird also auch nicht irgendwie gesperrt, oder so. Es erhalten nur X Personen den Vorzug aufgrund einer höheren Qualifikation, was ja auch durchaus nachvollziehbar und fair ist.

Wenn man nicht im Ausland studieren will, keine Lust auf teure Privatunis usw. hat, dann könnte man doch - sofern ich das richtig verstehe - einen zweiten BSc Studiengang belegen, sich dort mehr Mühe geben und dann mit diesem, hoffentlich dann den Qualifikationen entsprechenden, Abschluß bewerben. Wie gesagt bin ich da jetzt nicht 100%ig informiert, aber wüsste jetzt nicht was dagegen spricht. Korrigiert mich falls ich falsch liege :).

Alles meckern und beschweren nutzt leider nix, denn letztendlich liegt es an einem selbst!

Entschuldige bitte das Wort "gesperrt" (umgangssprachliche Ungenauigkeit):

Wenn jemand ein Studium mit einer zu schlechten Note abschließt, wird er damit rechnen müssen, in Deutschland mit hoher Wahrscheinlichkeit niemals einen Platz im Studiengang Medizin zu bekommen.

Ich hatte die Möglichkeit noch nicht bedacht, ein Zweitstudium zu absolvieren, um dann schlussendlich Medizin studieren zu dürfen. Vielleicht kann man ja Philosophie und Germanistik studieren, mit guter Note abschließen und dann Medizin studieren (??)

Also FlameIngo,falls Du keinen Master-Platz bekommst, studiere doch einfach ne Geisteswissenschaft (bloß kein NC-Fach, denn man darf nur zwei NC-Studiengänge in Deutschland studieren)! Schließe das mit sehr guter Note ab und starte als Drittstudium Medizin. Und merke Dir für die Zukunft: Jeder ist selbst Schuld, wenn er keinen Studienplatz bekommt. Und es darf auch niemand über Ungerechtigkeiten im System diskutieren, wenn er sich durch eigenes Verschulden in die Lage gebracht hat, diesem System zu unterliegen. (Sarkasmus-Schild wohl nicht notwendig)

THawk
29.04.2013, 20:24
Also FlameIngo,falls Du keinen Master-Platz bekommst, studiere doch einfach ne Geisteswissenschaft (bloß kein NC-Fach, denn man darf nur zwei NC-Studiengänge in Deutschland studieren)! Schließe das mit sehr guter Note ab und starte als Drittstudium Medizin. Und merke Dir für die Zukunft: Jeder ist selbst Schuld, wenn er keinen Studienplatz bekommt. Und es darf auch niemand über Ungerechtigkeiten im System diskutieren, wenn er sich durch eigenes Verschulden in die Lage gebracht hat, diesem System zu unterliegen. (Sarkasmus-Schild wohl nicht notwendig)

Da dieser Sarkasmus wohl in meine Richtung geht: Wer hat hier verboten darüber zu diskutieren? Im Gegenteil, wir haben doch darüber diskutiert, aber in einer Diskussion muss eben nicht jeder deiner Meinung sein.

Und ich halte es eben für ehrlicher, wenn man den Grund für Misserfolge erstmal bei sich selbst sucht und nicht "im System".

ehem-user-21-08-2023-1542
29.04.2013, 20:45
Ich habe nicht verboten, zu diskutieren. Und Du musst auch nicht meiner Meinung sein. Und "gegen" Dich ging hier schon mal gar nichts.

Meiner Meinung nach ist es jedenfalls sehr kontraproduktiv, immer und immer wieder Menschen anzugreifen, die ein System in Frage stellen, mit der Begründung, dass sie selbst Schuld an ihrer Lage sind.

PRIND
29.04.2013, 21:36
Die Spitze ging gegen mich, kann ich aber gut mit leben. Ob das eine sinnvolle Art zu diskutieren ist, sei aber dennoch mal dahingestellt...

Das System jedenfalls ist nicht daran Schuld, dass man nach einem Erststudium nicht die Qualifikation für ein Zweitstudium der Medizin erfüllt. Es sind auch nicht die launigen Professoren, nicht die dummen Klausuren, nicht die bösen Leute, die eine Berufsausbildung gemacht haben und dann über die Wartezeitquote "viel einfacher" einen Studienplatz erhalten.

Wer dann als Verantwortlicher noch übrig bleibt, dürfte relativ klar sein... Versteht mich nicht falsch, wie ich zuvor schon sagte, ist auch mir nicht entgangen, dass die Umstellung auf den BA/MA sehr suboptimal gelaufen ist und gerade für Bachelor die Situation sehr angespannt ist. Wenn man meine Posts vernünftig gelesen hat, weiß man auch, dass ich durchaus Verständnis für jemanden habe, der über so eine Situation sehr enttäuscht ist.

Sicherlich macht jeder auch mal Fehler, aber es gibt offensichtlich trotzdem noch genug Leute die trotz all der Schwierigkeiten die Qualifikationskriterien erfüllen.

Ich frage mich halt wie es möglich ist sich hier "hinzustellen", zu sagen "ich wollte mal Medizin studieren, dann wieder nicht, jetzt wieder doch, aber ich kriege keinen Platz, auch nicht für den Master Platz, denn mein Abschluß ist so schlecht und daran ist das System schuld."! Also Leute, bitte! Seid doch ehrlich zu euch selbst und verarscht euch doch nicht selber...

Natürlich darf man, sicherlich auch nicht ganz unberechtigt, Kritik äussern. Natürlich kann man über das Thema diskutieren. Aber doch bitte in vernünftiger Art und Weise, mit sinnvollen Argumenten.

Ich habe Alternativen aufgezählt, die sicherlich nicht super optimal sind, aber einem dennoch die Möglichkeit bieten das Wunschfach zu studieren. Wenn einem das alles viel zu anstrengend und zu teuer ist, dann kann ich das schon verstehen. Aber diese "Ich will alles, aber nichts dafür tun"-Mentalität finde ich doch sehr unangebracht.

Das ist, auch das sagte ich bereits, aber nur meine ganz persönliche Meinung. Jeder kann, darf und soll das für sich halten wie er will. Aber ab einem gewissen Punkt sollte man - vor allem für sich selbst - vielleicht etwas ehrlicher und objektiver über seine eigene Lage nachdenken.

ehem-user-21-08-2023-1542
29.04.2013, 22:45
Die Spitze ging gegen mich, kann ich aber gut mit leben. Ob das eine sinnvolle Art zu diskutieren ist, sei aber dennoch mal dahingestellt...

Das System jedenfalls ist nicht daran Schuld, dass man nach einem Erststudium nicht die Qualifikation für ein Zweitstudium der Medizin erfüllt. Es sind auch nicht die launigen Professoren, nicht die dummen Klausuren, nicht die bösen Leute, die eine Berufsausbildung gemacht haben und dann über die Wartezeitquote "viel einfacher" einen Studienplatz erhalten.

Wer dann als Verantwortlicher noch übrig bleibt, dürfte relativ klar sein... Versteht mich nicht falsch, wie ich zuvor schon sagte, ist auch mir nicht entgangen, dass die Umstellung auf den BA/MA sehr suboptimal gelaufen ist und gerade für Bachelor die Situation sehr angespannt ist. Wenn man meine Posts vernünftig gelesen hat, weiß man auch, dass ich durchaus Verständnis für jemanden habe, der über so eine Situation sehr enttäuscht ist.

Sicherlich macht jeder auch mal Fehler, aber es gibt offensichtlich trotzdem noch genug Leute die trotz all der Schwierigkeiten die Qualifikationskriterien erfüllen.

Ich frage mich halt wie es möglich ist sich hier "hinzustellen", zu sagen "ich wollte mal Medizin studieren, dann wieder nicht, jetzt wieder doch, aber ich kriege keinen Platz, auch nicht für den Master Platz, denn mein Abschluß ist so schlecht und daran ist das System schuld."! Also Leute, bitte! Seid doch ehrlich zu euch selbst und verarscht euch doch nicht selber...

Natürlich darf man, sicherlich auch nicht ganz unberechtigt, Kritik äussern. Natürlich kann man über das Thema diskutieren. Aber doch bitte in vernünftiger Art und Weise, mit sinnvollen Argumenten.

Ich habe Alternativen aufgezählt, die sicherlich nicht super optimal sind, aber einem dennoch die Möglichkeit bieten das Wunschfach zu studieren. Wenn einem das alles viel zu anstrengend und zu teuer ist, dann kann ich das schon verstehen. Aber diese "Ich will alles, aber nichts dafür tun"-Mentalität finde ich doch sehr unangebracht.

Das ist, auch das sagte ich bereits, aber nur meine ganz persönliche Meinung. Jeder kann, darf und soll das für sich halten wie er will. Aber ab einem gewissen Punkt sollte man - vor allem für sich selbst - vielleicht etwas ehrlicher und objektiver über seine eigene Lage nachdenken.

Die Spitze geht gegen niemanden.

Meine leichte Verärgerung bezog sich eher auf den Grundtenor hier. Denn mir scheint es nicht so, dass über Zulassungskriterien diskutiert wird (so wie von FlameIngo ursprünglich angeregt). Vielmehr sehe ich mehrfach Angriffe gegen den Threadersteller. Anstatt die Regelungen für Zweitstudienbewerber zu diskutieren, macht man sich lieber darüber Gedanken, was er/sie in der Vergangenheit hätte besser machen können. Versteht mich nicht falsch, mir ist schon klar, dass auch solche Gedanken aufkommen und dann geäußert werden. Das machen wir alle gerne mal. Selten schafft man es, sachlich und beim Thema zu bleiben.
Nur: Wenn Du schon eine vernünftige Art und Weise forderst, dann solltest Du Dich auch selbst daran halten.
Dein kompletter Kommentar hier besteht leider zu 50% aus haltlosen Unterstellungen. Denk mal darüber nach! Sinnvoll ist es jedenfalls nicht, dem Threadersteller Aussagen in den Mund zu legen, die er definitiv nicht getroffen hat.

Schubbe
29.04.2013, 23:16
Meine leichte Verärgerung bezog sich eher auf den Grundtenor hier. Denn mir scheint es nicht so, dass über Zulassungskriterien diskutiert wird (so wie von FlameIngo ursprünglich angeregt). Vielmehr sehe ich mehrfach Angriffe gegen den Threadersteller.

Aus genau dem Grund habe ich mich hier auch direkt wieder zurückgezogen. Immerhin wurde von einigen zunächst ein unsachlicher Ton kritisiert, bevor sie dann selbst damit anfingen.

Vor dem Hintergrund würde ich vielleicht dazu raten, dass sich hier beide Seiten mal versuchen zu versachlichen und dieses "man hätte es ja wissen müssen/können" Gebashe zu unterlassen. Insbesondere mit dem Hintergedanken, dass der Staat einem das Recht auf freie Berufsausübung garantiert.

Worum es hier in dem Thread geht ist, dass die Hürden für bestimmten Zielgruppen der Zweitstudienregelung unangemessen hoch sind und Beschaffung der dafür notwendigen Qualifikation in keinem Verhältnis zur Studiendauer mehr steht.

maniac89
30.04.2013, 00:16
Die Argumentation ist hier, dass du Studiengänge nicht miteinander vergleichen kannst. Du kannst nicht mal das gleiche Fach universtiätsübergreifend vergleichen. Deshalb würde ich ja am liebsten die Punkteregelung für die Abschlussnote rauswerfen und die Vergabe der Studienplätze nur noch nach der Begründung richten. Dies würde auch beantworten, warum der Staat dir ein weiteres Studium ermöglichen sollte: Sieht er keinen Grund, dann eben nicht.


Du bist ja lustig. Du lehnst eine Vergabe nach Noten ab, da das zu wenig objektiv und vergleichbar ist und plädierst gleichzeitig für eine alleinige Berücksichtigung der Studienbegründing.. die dann äähh.. in welcherlei Hinsicht genau weniger subjetiv sein soll als Noten?!
Ich find diesen Begründungskram höchstgradigen Quatsch (von Doppelappro Zahnmedizin &Medizin mal abgesehen).
Es soll z.B. relativ aussichtsreich sein, sich mit BWL und Begründung Medizincontrolling zu bewerben. Darauf argumentieren dann natürlich auch aller BWLer, man will ja Punkte einheimsen - dabei wollen sie danach nur stinknormale Ärzte werden.

Was ich gut fände: wenn wirklich diejenigen vorrangig zugelassen werden würde, die längere Arbeitslosigkeit und erfolglose Bewerbungen nachweisen können. Das wäre dann auch am ehestem im Interesse des Staates, Stichwort Steuern und so.

Kandra
30.04.2013, 06:08
Worum es hier in dem Thread geht ist, dass die Hürden für bestimmten Zielgruppen der Zweitstudienregelung unangemessen hoch sind und Beschaffung der dafür notwendigen Qualifikation in keinem Verhältnis zur Studiendauer mehr steht.

Wenn man vorher das "richtige" studiert, dann reicht einem ein stinknormaler Bachelor um fürs Zweitstudium zugelassen zu werden.
Was sind denn für dich bestimmte Zielgruppen? Wenn man vorher Geisteswissenschaften oder "irgendwas mit Medien" studiert, dann muss man sich doch nicht wundern, dass man die geforderte Qualifikation fürs Medizinstudium nicht erfüllt. Aber es haben hier auch schon genug Leute bewiesen, dass man es trotzdem schaffen kann, dadurch dass man halt entsprechende Jobs ausübt oder forscht. Oder eben nachweist, dass man seit x Jahren mit der Erstausbildung keinen Job findet.

Es gibt, wie in jeder Quote, keine Regelung, die alle zufrieden stellen kann. Was eventuell anders gemacht werden KÖNNTE, ist die Begutachtung der beruflichen Gründe durch Sachbearbeiter der HSS, man könnte die komplette Punktevergabe an die Unis abgeben. Obs das besser macht, würde ich mal bezweifeln.
Nur nach der Abschlussnote vorgehen, benachteiligt die Bachelor/Masterabsolventen massiv gegenüber den Diplomanden und es gibt einige Studienfächer, die tendenziell bessere Abschlussnoten bekommen als andere..also auch nicht gut.
Wie man es dreht und wendet, ich finde das System, so wie es im Moment ist kaum verbesserungswürdig. Jeder hat mit einer entsprechenden Begründung die Chance auf einen Platz. Ein Abiturient mit einem 2,6er Abi hat keine Chance einen Studienplatz vor Ablauf der Wartefrist von 6-7 Jahren zu bekommen (Losverfahren mal aussen vor), ein Zweitstudienbewerber hat immer die Möglichkeit, seine Situation dahingehend zu verbessern (neuer Job, Forschungsthema etc), dass die Begründung dass nächste Mal für eine Berücksichtigung ausreicht. Muss man halt was für tun..

PRIND
30.04.2013, 07:00
Jeder mit Abitur, oder einer anderen HZB, hat in Deutschland das Recht zu studieren. In manchen Studiengängen gibt es gewisse Eingangskriterien, da es zu viele Interessenten gibt. Wer diese Kriterien nicht erfüllt kann sein Recht zu studieren zurückstllen und warten. Nach einer gewissen Anzahl von JAhren bekommt man dann einen Platz. Wer sein Recht zu studieren dennoch in Ansrpuch nimmt und sein Studium mit dem BSc oder was auch immer abschließt, darf danach sogar immer noch einen weiteren Studiengang belegen. Nur bei speziellen, wie Medizin, gibt es auch hier wieder gewisse Qualifikationen, die man erreichen muss. Sollte das nicht der Fall sein, kann man trotzdem noch das Fach studieren - die Möglichkeiten hierzu wurden genannt.

Warum ich diese Dinge schreibe, die eh jeder weiß? Weil manchen offensichtlich nicht klar ist, dass dieses System ziemlich fair ist. Erst bekommen die Abiturbesten einen Platz (Bestequote und AdH), dann die Warter, die ihr Recht zureckgestellt haben zu studieren (Wartezeitquote), dann Zweitstudienbewerber, die für Medizin müssen div. Kriterien erfüllt haben (Zweitstudienquote). Wer da jetzt rausfällt, hat ja dennoch alle Möglichkeiten irgendwas anderes zu studieren und selbst Medizin kann man dann immer noch studieren (Ausland, Private Uni, eigene Kriterien verbessern etc. pp.).

Es muss Regeln geben und diese sind wie ich finde ziemlich fair.

Und eine Sache vielleicht nochmal: Die Hürden für Medizin sind so hoch, weil es so viele Zweitstudienbewerber mit diesen hohen Qualifikationen gibt. Warum wird also auf das System geschimpft? Ist für mich einfach unverständlich!


Muss man halt was für tun..

Genau meine Meinung!!!

Schubbe
30.04.2013, 11:02
Ich find diesen Begründungskram höchstgradigen Quatsch (von Doppelappro Zahnmedizin &Medizin mal abgesehen).
Es soll z.B. relativ aussichtsreich sein, sich mit BWL und Begründung Medizincontrolling zu bewerben. Darauf argumentieren dann natürlich auch aller BWLer, man will ja Punkte einheimsen - dabei wollen sie danach nur stinknormale Ärzte werden.


Natürlich werden die Begründungen zusammengesponnen, wie es nur geht. Ab einem gewissen Punkt wird es nur ohne Belege lächerlich. Ich kann ja auch nicht berufliche Gründe geltend machen wollen und auf eine Doppelqualifikation plädieren, wenn ich im Studium schwerpunktsmäßig einen vollkommend anderen Weg genommen habe.

Was mich am System stört, ist einfach folgendes:

1. Punktevergabe nach Noten ist willkürlich
2. Es stammt noch aus Diplomzeiten
3. Falsches Erststudium kann verheerende Folgen haben

Um das ganze etwas auszuarbeiten:

Über 1. habe ich bereits genug gesagt und ich glaube kaum, dass man dagegen gescheit argumentieren kann.

Zu 2. sollte man sich im Klaren sein, dass der Bachelor ein "erster berufsqualifizierender Abschluss" sein soll. Was ist dann der Master oder das Diplom? Welcher Bewerber erhält bei gleicher Qualifikation den Vorzug? Es wird wohl der Diplomand sein, da dieser nur bessere Qualifikationen haben kann. Das System berücksichtigt in keiner Weise, dass es inzwischen unterschiedliche Studienabschlüsse gibt.

Zu 3. sollte eigentlich klar sein: Ein Erstabschluss in Japanologie mit 3.6 kann sich welche Zusatzqualifikation holen?! Ich wüsste von keiner, das Medizinstudium ist für diesen Fall so gut wie unmöglich.

WiWi18
30.04.2013, 11:24
Das Problem mit den Noten könnte man ganz einfach beheben, indem man nicht mehr nach tatsächlicher absoluter Note, sondern nach prozentualem Rang bewertet, also z.B. "Wer zu den obersten 10% gehörte bekommt 4 Punkte, wer zu den nächsten 15% gehörte 3" usw. (Prinzip der ECTS-Noten).

Die Sache mit der Begründung finde ich persönlich sehr zweifelhaft, da es dann nur um die Möglichkeit geht, zufällig das Glück zu haben, mit dem alten Studiengang irgendeine Begründung konstruieren zu können. Das ist Willkür.

Möglichkeit 1: Mit den Begründungen wesentlich schärfer umgehen als bisher. Nur zwingende berufliche Gründe und konkrete Forschungsabsichten durchwinken, beim Rest nur nach Abschlussnote vergeben. Dann müsste man die Prozentränge etwas weiter aufschlüssen ("obere 2% 50 Punkte..."), aber das sollte kein Problem darstellen.

Möglichkeit 2: Man spart sich die Zweitstudiumsregel ganz. Das Kostenargument ist ein Witz (ein geisteswissenschaftliches Studium kostet ingesamt so viel wie ein einziges Semester Medizin; nach der hier verbreiteten Logik müsste also man Mediziner jedes Semester über Regelstudienzeit selbst zahlen lassen - zumal Leute, die nach 10 Semestern erfolglosen Erstudium zwangsexmatrikuliert werden, die Zweitstudiumshürde nicht in den Weg gelegt bekommen), das Gerechtigkeitsargument sowieso (wenn man Ausland studiert hat, Papa zufällig einen Prof für die Forschungsbegründung kennt ist alles kein Problem, obwohl die Bedürftigkeit nicht anders ist als bei jedem anderen Bewerber). In keinem anderen Land der Welt gibt es diesen Unsinn, das ist wieder so typisch deutsche staatlich verordnete Zwangsgerechtigkeit, die im exakten Gegenteil mündet.

Nachtrag: Letztlich ist auch nur wieder ein Ausdruck des eklatanten Mangels an Studienplätzen in Medizin...es gibt einen Ärztemangel und einen krassen Bewerberüberschuss für das Studienfach. Beides gesellschaftliche Probleme, die man mit derselben Investition (mehr Studienplätze, z.B. durch Einrichtung neuer med. Fakultäten) beheben könnte und sollte. Aber man versenkt ja lieber Abermilliarden in Prestigebauten und südländischen Steueroasen.

ehem-user-21-08-2023-1542
30.04.2013, 11:31
Ich kenne jemanden, der durch schlechten Abschluss keine Möglichkeit haben wird, in diesem Land Medizin zu studieren. Ich glaube nicht, dass man an dieser Stelle das Losverfahren anführen sollte. Es gibt genug Leute, die sich jahrelang erfolglos bewerben..

Ich würde mir wünschen, dass es für Zweitstudienbewerber auch eine Wartezeitquote gäbe. Wartezeit könnte man z.B. sammeln, indem man sich (ob nun während des Studiums oder erst nach Abschluss) jedes Semester bewirbt.
Früher gab es dieses System übrigens für Bewerber ohne Erststudium.
Ich halte es ohnehin für fairer. Es gibt schon relativ viele Leute, die 10 Jahre lang nicht einen Gedanken an die Medizin verschwenden und sich dann plötzlich überlegen: "Hey, ich will mal was Neues machen. Ach, wie wäre es denn mit Medizin? Die Wartezeit habe ich ja voll"

WiWi18
30.04.2013, 11:34
Ich halte es ohnehin für fairer. Es gibt schon relativ viele Leute, die 10 Jahre lang nicht einen Gedanken an die Medizin verschwenden und sich dann plötzlich überlegen: "Hey, ich will mal was Neues machen. Ach, wie wäre es denn mit Medizin? Die Wartezeit habe ich ja voll"

Naja. Wenn man schon ein Studium abgeschlossen hat geht das mit den Wartesemestern ja nicht mehr...und niemand macht 10 Jahre nichts (bzw. eine Ausbildung o.ä.), nur um dann "spontan" Medizin zu studieren.

ehem-user-21-08-2023-1542
30.04.2013, 11:40
Naja. Wenn man schon ein Studium abgeschlossen hat geht das mit den Wartesemestern ja nicht mehr...und niemand macht 10 Jahre nichts (bzw. eine Ausbildung o.ä.), nur um dann "spontan" Medizin zu studieren.

doch tatsächlich, das gibt es zur hauf.

manchen fällt es nach 4 jahren plötzlich ein, manchen nach 7 jahren...

Erdbeermond
30.04.2013, 11:43
Hey, ich will mal was Neues machen. Ach, wie wäre es denn mit Medizin? Die Wartezeit habe ich ja voll

Naja und selbst wenn. Diese Leute haben genauso ein Anrecht wie die, die das ja schon wollten, seitdem sie drei waren. Sie erfüllen die Kriterien und somit ist gut. Wenn ich mich spontan für irgendwas Bewerbe ohne mir vorher groß Gedanken zu machen und ich erfülle die entsprechenden Kriterien und bekomme somit den Platz und ein anderer, der das zwar schon immer wollte, aber halt gewisse Punkte nicht erfüllt, hat nunmal Pech gehabt, dann ist das so. Du wirst leider kein System finden, in dem alle gleichberechtigt sind.
Aber warum sollte jemand, der 40 ist, sich überlegt, was er noch machen will und feststellt, Hey ich will medizin studieren, das nicht dürfen? Etwa weil andere das mehr wollen?

Es ist so, dass hier jeder die Möglichkeit hat, Medizin zu studieren. Die einen früher, die anderen später. Und wenn man zuerst ein anderes Studium gemacht hat und sich dann entschliesst, ist es hält schwieriger, aber sicherlich nicht unmöglich. Möglichkeiten wurden ja genug genannt.

ehem-user-21-08-2023-1542
30.04.2013, 11:46
Naja und selbst wenn. Diese Leute haben genauso ein Anrecht wie die, die das ja schon wollten, seitdem sie drei waren. Sie erfüllen die Kriterien und somit ist gut. Wenn ich mich spontan für irgendwas Bewerbe ohne mir vorher groß Gedanken zu machen und ich erfülle die entsprechenden Kriterien und bekomme somit den Platz und ein anderer, der das zwar schon immer wollte, aber halt gewisse Punkte nicht erfüllt, hat nunmal Pech gehabt.

Es ist so, dass hier jeder die Möglichkeit hat, Medizin zu studieren. Die einen früher, die anderen später. Und wenn man zuerst ein anderes Studium gemacht hat und sich dann entschliesst, ist es hält schwieriger, aber sicherlich nicht unmöglich. Möglichkeiten wurden ja genug genannt.

Diese Einstellung finde ich sehr heikel. Regeln und Gesetze sollten in Frage gestellt und nicht als gegeben betrachtet werden.