Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auslandssemester/Studienjahr in den USA
Bierdoctor
22.07.2013, 19:52
Hallo Leute,
In den klinischen Semestern möchte ich ein Semester an einer Med School in den USA machen, um genauer zu sein an einer Ivy-League Universität im Osten.
Ich habe schon viel Informationen gesammelt, nur leider finde ich fast ausschließlich etwas über mögliche Famulaturen und das PJ and besagten Unis.
Wenn keine andere Möglichkeit besteht, werde ich mich auch dahingehend orientieren, nur meine Frage an euch; Wisst ihr etwas darüber? Kennt ihr jemanden der das probiert/gemacht hat?
Über jegliche nützliche Information würde ich mich sehr freuen.
Das die Chancen gering sind und der Aufwand sehr groß, ist mir bereits bewusst.
LG
Bierdoctor ;)
Das Unterfangen ist praktisch unmöglich.
Früher gab es wenige Unis in Deutschland, die hierfür Austauschprogramme hatten, allerdings nicht mit Ivy League Universitäten. Die Programme von denen ich gehört habe sind aber zum größten Teil eingestellt worden.
In Baden Württemberg gab es auch mal ein Programm mit der Boston University,ob es das immer noch gibt, weiß ich aber nicht. War aber nur offen für Studierende in BaWü.
Bierdoctor
23.07.2013, 13:29
Hey,
Danke für deine Antwort.
Ja es gibt ein paar Programme dafür, leider nicht für Mediziner!
Ich erwäge auch eher eine externe Bewerbung bei den Unis selbser, als es über die LMU zu versuchen, ihre Austauschprogramme belaufen sich nur auf ERASMUS innereuropäisch und PJ-Austausch mit der Ivy League.
Nur selbst diesbzgl. finde ich keine Informationen von deutschen Studenten.
LG
expredator
23.07.2013, 22:56
Wieder so ein verwoehnter Abiturient oder Vorkliniker, der meint, nach den Sternen greifen zu muessen. Was ist denn deiner Meinung nach so besonders an den Ivy League Unis, was du nicht auch hierzulande oder gar an anderen "nicht-so-top-Unis" in den USA findest?
Mach doch erstmal dein Studium fertig, das ist schon aufwaendig genug, danach kannst du von mir aus fuer ein Postdoc o.ae. an deine heissgeliebten Ivy League Unis gehen. Alles andere ist Traeumerei.
Alles andere ist Traeumerei.Wie bei dir? so hört sich dein konstruktiver Beitrag nämlich an...
Hat die LMU noch ein Austauschprogramm mit Harvard? Wenn ja wäre das ja perfekt. Soweit ich weiß kann man an der TU noch für ein oder Tertiale in die USA gehen, da gibt es noch halboffizielle Austauschmöglichkeiten. Diese wären die besten Möglichkeiten. Denn ein Semester bringt wenig. Wenn überhaupt müsstest du dann die Studiengebühren für ein halbes Jahr zahlen (20.000-40.000 USD je nach Uni, für ein halbes Jahr wohl gemerkt). Und dir wäre wahrscheinlich nichts anerkannt für dein Studium in Deutschland. Im ersten und zweiten Jahr machen die Studenten in den USA die ganze Vorklinik und quasi die ersten drei klinischen Jahre und alles ist relativ hart strukturiert. Die meisten Unis betreiben auch noch systembasierten Unterricht - es kann also sein dass du nach einem Semester alles über den Kopf weißt, aber sonst nichts. Daneben gibt es Longitudinalkurse die sich über alle 4 Jahre umfassen wo man schwer einfach mitten drin einsteigen kann.
Ich will dich nicht von deinem Traum abhalten aber eine Famulatur oder ein PJ Tertial in den USA ist realistischer und würde dir wahrscheinlich mehr bringen. Warum willst du unbedingt ein Semester machen?
Coxy-Baby
25.07.2013, 22:01
Fürn Lebenslauf wahrscheinlich, sonst dürfte es doch keine Gründe geben oder?
Fürn Lebenslauf wahrscheinlich, sonst dürfte es doch keine Gründe geben oder?
Stimmt, grad die Ostküste in den USA ist ja relativ uninteressant was Indian Summer und sonstige Spektakel betrifft.
Auch diese ganzen Vollpfosten die es für Famulaturen nach Indien, Afrika und Südamerika verschlägt tun dies sicher nur für ihren Lebenslauf.
Coxy-Baby
25.07.2013, 22:58
Bitte noch einmal den ersten Beitrag lesen, dem Threadersteller ging es NICHT um Famulatur/PJ.
Achso, das verändert alles. Dann ersetze bitte "Famulatur" in meinem Beitrag durch Auslandssemester in Indien etc...
in den usa zu studieren ist einfach cool und ganz anders als in deutschland. ist auch nicht mit einer famulatur oder pj zu vergleichen, hatte ich mir auch überlegt und gerne gemacht, aber bei medizin als ausländer leider eher unmöglich.
Ich hab irgendwie das Gefühl, dass das ziemlich assi von den Amis ist. Haben wir hier nicht auch ne Ausländerquote? Zumal der Staat das Ganze dort ja NICHT finanziert. Man läge also nicht mal denen auf der Tasche. Würde auch gern in die USA oder min. England im Studium. Wohl eher wegen der Erfahrung und auch, weil ich Englisch LK hatte, und mir Englisch sprechen für eine längere Zeit wohl sehr viel Spass machen würde. Ausserdem ist es immer gut, wenn man in einer medizinischen Umgebung im Ausland wr, damit man für evtl. Später auch sprachliche (medizinische) Vorkenntnisse mitbringt. Klar heisst ne Hemikolektomie dort hemicolectomy, aber ich denke der KH Alltag besteht nicht nur aus den Fachbegriffen (vor allem im Umgang mit Patienten). Naja, aber ich hab ja noch zeit :)
Ich hab irgendwie das Gefühl, dass das ziemlich assi von den Amis ist. Haben wir hier nicht auch ne Ausländerquote? Zumal der Staat das Ganze dort ja NICHT finanziert. Man läge also nicht mal denen auf der Tasche. Würde auch gern in die USA oder min. England im Studium. Wohl eher wegen der Erfahrung und auch, weil ich Englisch LK hatte, und mir Englisch sprechen für eine längere Zeit wohl sehr viel Spass machen würde. Ausserdem ist es immer gut, wenn man in einer medizinischen Umgebung im Ausland wr, damit man für evtl. Später auch sprachliche (medizinische) Vorkenntnisse mitbringt. Klar heisst ne Hemikolektomie dort hemicolectomy, aber ich denke der KH Alltag besteht nicht nur aus den Fachbegriffen (vor allem im Umgang mit Patienten). Naja, aber ich hab ja noch zeit :)
Was heißt hier assi? Du kannst dich ja für die Medschool in den USA bewerben. Wenn du dich gegen deine Mitbewerber behaupten kannst dann kriegst du den Studienplatz, so einfach ist das. Ist ja nicht so dass keine Ausländer in den USA Medizin studieren.
Coxy-Baby
26.07.2013, 19:09
Achso, das verändert alles. Dann ersetze bitte "Famulatur" in meinem Beitrag durch Auslandssemester in Indien etc...
Es ging auch nicht um ein Auslandssemester in Indien sondern um ein Semester an einer Ivy-League Uni, an der man wahrscheinlich studientechnisch nichts angerechnet bekommt und dafür mal eben einige zehntausend Euro bezahlen darf (Was kostet der Spass? (http://blog.collegetuitioncompare.com/2013/05/2013-ivy-league-tuition-cost-comparison-chart.html) ), natürlich sind Auslandserfahrungen was tolles aber mit der Prämisse es muss Ivy-League sein, poliert man wahrscheinlich einfach nur den Lebenslauf auf, denn rationale Gründe kann ich keinen finden.
Was heißt hier assi? Du kannst dich ja für die Medschool in den USA bewerben. Wenn du dich gegen deine Mitbewerber behaupten kannst dann kriegst du den Studienplatz, so einfach ist das. Ist ja nicht so dass keine Ausländer in den USA Medizin studieren.
Also als ich mich mal ein bisschen informiert hab, habe ich gelesen, dass es für Ausländer nahezu unmöglich ist, in den USA zu studieren. Wenn du tipps hast, freu ich mich über ne pn :)
Also als ich mich mal ein bisschen informiert hab, habe ich gelesen, dass es für Ausländer nahezu unmöglich ist, in den USA zu studieren. Wenn du tipps hast, freu ich mich über ne pn :)
Naja, du brauchst einen abgeschlossenen Uniabschluss und hervorragende Noten im Abi und in der Uni. Du solltest dich außeruniversitär irgendwie ausgezeichnet haben ... wohltätige Vereine oder ähnlichem. Der Trend geht dazu dass viele Bewerber schon Forschungserfahrung mit in die Medschool bringen. Eine Erstauthorenschaft wird nicht vorausgesetzt aber Mitarbeit in einer Gruppe über eine längere Zeit wird schon gern gesehen. Als Ausländer musst du auch hervorragende Englischkenntnisse mitbringen. Und du benötigst ein überdurchschnittliches Ergebnis bei den MCATs. Wenn du all diese Voraussetzungen erfüllst kannst du dich auf einen Studienplatz bewerben. Der Bewerbungsprozess ist relativ aufwendig und teuer (aber letztendlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein wenn man die Studiengebühren berücksichtigt).
Als Gaststudent an einer medizinischen Hochschule (nicht im PJ) zu studieren ist quasi ausgeschlossen. Das Curriculum ist ganz klar durchstrukturiert und genau auf die Studenten zugeschnitten, die dort ihr studium auch angefangen haben. Wenn man sich auf den Websites der Unis umsieht, wird auch immer explizit ausgeschlossen an den Core-Clerkships im 3. Jahr, als Externer, teilzunehmen.
Bleiben also noch Rotationen im letzten Studienjahr, was sehr empfehlenswert ist, eben nicht nur an Ivy-Leauge-Einrichtugen.
Das gesamte Studium in den USA zu absolvieren, ist für Ausländer durchaus möglich. Erfordert allerdings ne Menge Durchhaltevermögen, harte Arbeit und Frustrationstoleranz, und nicht zuletzt einen sehr tiefen Geldbeutel.
Der Weg führt ausnahmlos über ein Bachelorstudium mit eingen vorgeschriebenen Kursen (sog. Pre-Med). Je nach dem, was man für einen Lebenslauf mitbringt, ist es hier noch möglich Stipendien zu bekommen, damit die Geschichte nicht schon hier in einem sechsstelligen Schuldenberg endet. Wenn man das Bachelorstudium mit ausnahmslos hervorragenden Studienleistungen (und einer Menge Engagement nebenher) zu Ende bringt, kann man sich für einen Studienplatz an einer der rund 140 medizinischen Hochschulen bewerben. Und das ist dann tatsächlich das Nadelöhr. Da der Run auf diese Studienplätze unter den Amerikanern so groß ist, gibt es wenig Gründe zusätzlich auch noch Ausländer zuzulassen. Es gibt allerdings einige Einrichtungen, die jedes Jahr zwei bis drei Ausländer aufnehmen. Ein Kollege von mir hat das auf diesem Weg geschafft.
Klingt ja echt happig. Da studiert man doch echt lieber günstig in Deutschland und freut sich, dass wir so ein einigermassen korrektes System haben, in dem man kein sehr grosses Geld für seine Bildung zahlen muss (Semestergebühren sind mehr als genug)
Ich sehe keinen großen Vorteil darin als Deutscher in den USA komplett zu studieren. Man hat die extrem hohen Kosten. Das Studium dauert in aller Regel länger als bei uns (4 Jahre college + 4 Jahre med school, manchmal gehts auch in 7 Jahren). Und auch mit US Abschluß sind die Chancen nicht unendlich hoch in ein kompetitives Fach zu kommen. Zudem kann man kaum nach Deutschland zurück kehren, da man hier noch länger brauchen wird um die Schulden zurück zu zahlen.
MIt dem deutschem Studium und hohem Eigenengagement (Forschung, USMLEs) kann man das ganze schneller und deutlich günstiger schaffen. Das Niveau des Studiums kann man schwer pauschal vergleichen, ich würde aber sagen, dass sich gute und sehr gute deutsche Absolventen keinesfalls vor den US Absolventen verstecken brauchen.
Tigerettes15
21.08.2013, 18:16
Ich kann mich Gomer nur anschliessen. Ich wuerde von einem Auslandssemester abraten. Ich habe viele Famulaturen und ein Teil meines PJ in den USA gemacht und bin jetzt hier im letzten Jahr meiner Residency und werde danach noch 3 Fellowship machen. Ich kann beide Systeme also sehr gut vergleichen. Da eines meiner Hauptaufgaben die Unterrichtung der US medical students ist, kann ich sagen, dass ich das deutsche System wesentlich besser finde. In den USA ist alles sehr strukturiert und verschult. Man lernt eher um die USMLE zu bestehen..."good book knowledge" aber "bedside knowledge" ist besser in Deutschland. Ich habe damals in Greifswald studiert und wir hatten wesentlich mehr "hands on" Erfahrung. Viele der US Studenten haben noch nicht einmal Blutabgenommen wenn sie fertig sind mit dem Studium.
Wenn du also wirklch was lernen willst dann mach lieber PJ oder Famulatur, dass bringt mehr auch fuer den Lebenslauf. Kontake hier sind wichtig und sehr gute Refrenzschreiben wenn du dich fuer Residency bewerben willst und die kriegst du fast ausschliesslich durch Famulatur oder PJ. Aber auch selbst da haben viele Unis strikte Regeln wegen liability und lassen Auslaender oft nur zuschauen. Ich hatte Glueck und duerfte das Gleiche wenn nicht sogar mehr machen als die US Studenten.
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