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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studium Humanmedizin – „Reine“ Kosten für das Studium?



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Heerestorte
18.05.2019, 12:29
Hier bekommt man in der Vorklinik gratis Präpbesteck, Laborkittel, Schutzbrille etc.
In der Klinik dann Stethoskop, Reflexhammer, Pupillenleuchte geschenkt.
Kittel und Hosen gibt es am Wäscheautomaten mit dem Klinikausweis auch kostenlos.

Praktika und Prüfungen kosten auch nichts. Auch nicht die Staatsexamen.
Pro Semester zwischen 160-170€ Semesterbeitrag und Semesterticket 125€,
außer man fährt Fahrrad oder wohnt so nah an der Uni, dass man zu Fuß geht/mit dem Fahrrad fährt.

marykasper99
20.06.2019, 09:00
Nein, man zahlt keine Gebühren für Praktika und Prüfungen. An meiner Uni bekam man auch die Kittel von der Uniklinik geliehen (musste halt Pfand für die Wäschereikarte zahlen aber das bekommt man ja irgendwann wieder) und die einzigen Dinge, für die ich zwingend Geld ausgeben musste, waren Stethoskop, Relfexhammer und Pupillenleuchte. Präpbesteck und Kittel gabs bei uns damals noch gratis, das käme mittlerweile dann auch noch dazu. Aber im Endeffekt habe ich inkl. Wäschereikartenpfand im kompletten Studium keine 200 € für zwingend nötige Sachen ausgegeben.

Ich wollte mal fragen, wie die Praktiken generell aussehen? Bekommt man eine Entlohnung? Ich komme ursprünglich aus Österreich und dort ist es üblich, dass man fürs Praktikum eine Entlohnung bekommt. Ich wollte mal nachfragen, wie es hier in Deutschland ausschaut?

Feuerblick
20.06.2019, 09:14
Die Praktika, die hier gemeint sind, sind Bestandteile der jeweiligen Kurse (z.B. Chemie, Biochemie etc.), finden an der Uni statt und werden natürlich nicht entlohnt. Es handelt sich quasi um praktischen Unterricht, nicht um ein Praktikum im eigentlichen Sinne.
Bei Famulaturen und PJ kann es anders aussehen.

davo
20.06.2019, 10:34
Ganz genau. Das sind einfach Praktika, die fest ins Medizinstudium integriert sind. Dafür gibts weder in Österreich noch in Deutschland eine Bezahlung.

Bei Famulaturen ist eine Bezahlung in Deutschland unüblich (außer bei der Hausarztfamulatur, die, wenn man sie in ländlichen Regionen absolviert, von manchen Bundesländern vergütet wird). In Österreich ist eine Famulatur-Bezahlung ebenfalls unüblich, allerdings gibt es hin und wieder Ausnahmen (so bekommt man z.B. in Vorarlberg €500/Monat).

Im PJ bekommt man in Deutschland je nach Krankenhaus eine Bezahlung von €0-861/Monat - der Durchschnitt dürfte bei €300-400/Monat liegen. In Österreich haben sich €650/Monat als gängiger Standard der PJ-Bezahlung durchgesetzt.

Aber man kann, mit wenigen Einschränkungen (so muss man z.B. die Hausarztfamulatur in Deutschland machen), Famulaturen und PJ ja auch im Ausland machen. Z.B. auch in der Schweiz, wo man bei geschickter Klinikwahl noch viel mehr Geld bekommen kann (auch nach Berücksichtigung der höheren Lebenshaltungskosten).

CYP21B
27.06.2019, 08:58
Ich weiß ja nicht wie bei euch die Bibliotheken ausgestattet waren, aber an meinen Studienort wäre man mit nur ausleihen nicht hingekommen. Das hatte auch nichts mit guter Planung zutun. Aber man konnte ein Buch kein ganzes Semester behalten wenn das vorbestellt war was bei den gängigen Werken Standard war.

davo
27.06.2019, 14:54
Bei uns hat sich fast jeder einen Atlas gekauft, sodass immer viele Atlanten in der Bib verfügbar waren. Dasselbe für die anderen großen Fächer - es gab so viele Käufer, dass die Leihbücher immer gut verfügbar waren. Man musste halt etwas intelligent sein beim Vorreservieren - so reservieren, dass man dann vier Wochen vor dem Prüfungstermin das Buch bekommen hat.

Außerdem bietet unsere Uni Online-Zugang zu unzähligen Springer-E-Books - inkl. Download-Möglichkeit. Damit hat man eine enorme Auswahl an immer verfügbaren Lehrbüchern.

Außerdem gibt es ja einen lebhaften Gebrauchtmarkt. Mit weniger als €100 kann man sich für die drei großen Vorklinik-Fächer problemlos gebrauchte Bücher kaufen - inkl. Atlas. Und dank der Möglichkeit des Wiederverkaufs sind die echten Kosten bei diesem Vorgehen minimal.

CYP21B
28.06.2019, 17:16
Naja bei uns hatte auch jeder einen eigenen Atlas. Für den Präpsaal wurde dann aber doch der aus der Bib genommen.
Aktuelle Bücher waren trotzdem immer Mangelware. Kann aber vermutlich am Unistandort liegen. Ebooks gab's während Vorklinik so gut wie nicht und während Klinik auch noch zu wenig Auswahl. Man kann sicher für 100 Euro Bücher kaufen ist da dann aber bzgl Titel und Auflage sehr eingeschränkt. Atlas hätte es damals in dem Rahmen Thieme nicht gegeben da das gerade erste bzw zweite Auflage war.
Vielleicht hat sich das innerhalb der letzten zehn Jahre aufgrund zunehmender Ebooknutzung entspannt.

davo
28.06.2019, 17:58
Schon klar - aber wer sagt, dass der Atlas unbedingt das neue Thieme-Flaggschiff sein muss? Wer sagt, dass man viel Auswahl haben muss? Das ist meines Erachtens Luxus. Man kann mit sehr wenig Geld auskommen, wenn das Geld knapp ist. Dann muss man halt mit der einen oder anderen Einschränkung leben - das wird einen aber kaum am erfolgreichen Studium hindern.

Beim Atlas kann man z.B. stattdessen einen alten Sobotta kaufen. Ich hab meinen in bestem Zustand für nur €30 gekauft. Oder man kauft sich den Tillmann-Atlas, den es schon seit fast 15 Jahren gibt - der kostet heute neu nur €40, war also wahrscheinlich auch damals eher günstig. Den Gray gibts auch noch, der kostet heute neu €35.

CYP21B
11.07.2019, 11:46
Naja gerade beim Anatomieatlas ist das mit Thieme nicht nur eine andere Auflage weils eben über die klassischen Atlasinhalte hinaus geht. Wenn das dann gleich Luxus ist weiß ich auch nicht. Da gibt's sicher sinnvollere Sparoptionen. Man kann sicher mit sehr wenig Geld in den Bereich auskommen wenn es unbedingt sein muss. Da muss man dann aber uU viel mehr Zeit investieren weil man ständig in die Bib muss oder es eben didaktisch nicht so gut aufbereitet ist.
Es wird heute ja auch kaum noch jemand mit nen alten Exaplan lernen nur weil der billiger ist als Amboss und Tablet.

Arrhythmie
17.07.2019, 05:57
Ich hatte nie einen eigenen Atlas :-dance

nie
17.07.2019, 13:37
Ich hatte einen und hab nie reingeguckt ;-) 2 meiner 3 Sobottabände sind quasi unbenutzt... genauso wie fast jedes andere Buch, das ich mir gekauft habe.
Die einzigen Bücher, die ich wirklich genutzt habe, waren die für die großen Fächer der Vorklinik. Und die hatte ich alle für 5-10 € gebraucht vom Bücherflohmarkt.

Choranaptyxis
17.07.2019, 14:15
Ich möchte meinen Anatomie Atlas und er hat sich definitiv rentiert. Hatte aber auch "nur" den Netter, einbändige Ausgabe, vorletzte Version. Den gab es sehr günstig damals bei Ebay vom Händler, als gerade die aktuelle Ausgabe raus kam, um die 30€, wenn ich mich recht erinnere. Da viel die Entscheidung leichter und ich fand die Zeichnungen echt gut.

epeline
17.07.2019, 14:47
Ich hätte da noch alle 3 prometheus bände, quasi wie neu. Falls jemand Interesse hat ��

ButSure
11.08.2019, 10:11
Ich habe mir die Prometheus-Atlanten gekauft, weil ich sie als eins der essentiellen Nachschlagewerke für Mediziner halte. Ein solches Buch ist nicht nur die Wissensbar sondern auch ein Schmuckstück. Das kann man schon als Student sowie auch später als Arzt mal im Schrank stehen haben, ohne dass es schadet.