Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie viel Diagnostik kann man sich leisten oder ist notwendig? Anfängerfragen
Leelaacoo
21.08.2013, 19:39
Oh ja...ich finde blinde Bestimmung von D-Dimeren oder Troponin ganz toll...vor allem bei Schlaganfallpatienten ist die Troponinbestimmung ohne Symptome oder EKG-Veränderungen des Patienten immer ganz phantastisch...
Vor allem für den ITS-Kollegen, der von den Neuros angerufen wird mit der immer gleichen Frage :"Und was sollen wir jetzt machen?" ...aber gerade beim Trop muss ich sagen, dass unsere jüngeren Innere-Kollegen auch nicht wissen, dass dieses bei cerebralen Ereignissen mitgeht... das IMPP sollte mal lebensrelevantes prüfen...aber was red ich da....
Lg Lee (in Stilldemenz versunken....)
Oder D-Dimer ein-zwei Tage postoperativ. Ich könnt alle schlagen die das Abnehmen...
Das mit der richtig guten Anamnese kapiert man aber erst, wenn man mal einen erfahrenen Kollegen sieht der durch eine gute Anamnese einen eigenen hochgefährlichen Verdachtsbefund völlig entschärft...
Und noch ein Kommentar zu den zügigen Entlassungen: das finde ich an sich gar nicht so schlecht. Die Patienten die länger liegen bekommen ja erst so Komplikationen wie nosokomiale Pneumonie und HWI (den nitritpositiven, nicht den anderen) und multiresistente Keime wenn sie nur lang genug bleiben. Außerdem hospitalisieren sie und werden komplett gaga. Aber das Problem sollte halt behoben sein. Und nicht nach ein paar Tagen rausschmeißen und wenn die Patienten am nächsten Tag schlechter wiederkommen sagen "ist kein Bett mehr frei, sie müssen in eine andere Klinik". Sowas gibts auch...
FirebirdUSA
22.08.2013, 11:06
Oh ja...ich finde blinde Bestimmung von D-Dimeren oder Troponin ganz toll...vor allem bei Schlaganfallpatienten ist die Troponinbestimmung ohne Symptome oder EKG-Veränderungen des Patienten immer ganz phantastisch...
Sowohl das eine als auch das andere ist ganz beliebt bei unseren Neuros, deswegen hat man pro Woche dann auch 5-7 Patienten im Schall zum Ausschluß TBVT. Ich hab bei denen noch nie eine gefunden...
Christoph_A
22.08.2013, 11:12
Naja, wobei die D-Dimere einzig und allein bei nem gezielten Verdacht auf ne TVT ne Bestimmungsberechtigung haben-kein D-Dimer=>keine Thrombose.
Allerdings werden diese Dinge wie Smarties bestimmt, da is was dran. Gilt übrigens auch und besonders fürs Trop-besonders gern post Infarkt, bei Niereninsuffizienz oder einfach mal grundsätzlich bei hypertensiver Entgleisung durch jüngere Kollegen bestimmt und dann vehement eine Koronarangiographie/Rekoronarangiographie gefordert...... :-)
John Silver
25.08.2013, 15:30
Welche Parameter wann bestimmt werden, welche Diagnostik lohnt oder nicht - das sind Dinge, die man eben von Fall zu Fall entscheiden muss, und nicht nach einem Schema F.
Was viel wichtiger ist, jedoch heutzutage immer mehr aus dem Blick gerät, ist die Frage, ob man einem Patienten geholfen hat. Dafür braucht es nicht zwangsläufig eine Diagnose oder kausale Therapie. Heutzutage lassen sich immer mehr Kollegen zu DRG-Verwaltern erziehen, ohne zu hinterfragen, was sie eigentlich machen. Verweildauer vorbei - entlassen? Das ist in jedem Fall ein Armutszeugnis für die behandelnden Ärzte, und da soll mir bloß keiner von Rahmenbedingungen schwafeln. Rahmenbedingungen kann man sich diktieren lassen, aber man kann auch Widerstand leisten. Viele Kollegen nehmen den ganzen Mist geradezu als gottgegeben hin, und fangen an, genau solche Medizin zu betreiben. Das kotzt mich an. Die Verweildauer soll und darf nur bei elektiven Patienten eine Rolle spielen, und dazu führen, dass Abläufe besser strukturiert und zeitlich geplant werden, damit ein Patient nicht tagelang stationär rumliegt, ohne dass etwas passiert. Wenn aber ein Patient leidet, dann ist mir die Verweildauer egal; der Patient wird erst entlassen, wenn ihm geholfen wurde, und klar ist, wie es weitergeht.
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