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*JJ*
23.10.2013, 21:31
Nicht nur die Human-Mediziner sind frustriert... die VetMed's sind noch schlimmer dran :-(

Liebe VetMed-Studien-Interessierten!

Ich beschäftige mich nicht seit gestern mit dem Traumberuf Tierarzt und bin mir daher der kompletten Angelegenheit bewusst in welches Loch man fällt/fallen kann nach dem Studium!

Jedoch treffe ich immer wieder auf Tierärzte, fast fertige Tierärzte (also Studenten) und solche die es noch werden möchten wie auch ich, die sich über die Entlohnung und Arbeitszeit eines Tierarztes nicht bewusst waren/sind und so im Nachhinein sagen:

"nochmal würde ich das nicht machen"
"Ausbeutung bis aufs Letzte"
"Ich lebe unterm Existenzminimum"
"Meine Familie ist daran gescheitert"
"Entweder Kinder oder Tierarzt sein"
"Ohne Nebenjob könnte ich meinen Kühlschrank nicht füllen"
"24-Stunden Notdienst ohne Entlohnung, klasse!"

==> "ich arbeite momentan für 968,00 EUR netto/40Std. Woche
+ Wochenend- & Notdienst in einer Kleintierpraxis und das ist schon
gut!!!" Danke H. G. (w, 26 Jahre)

Ja das hier sind original Zitate die ich in den letzten Jahren so gesammelt habe. Vorhin bekam ich noch von einem Studenten im 11. Semester, ebenfalls sehr frustriert, einen Link zu diesem Zeitungsartikel aus der Frankfurter Allgemeine vom 19.10.2009

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance ... 71775.html

Traumberuf Tierarzt
„Dann geht man eben nachts putzen“
19.10.2009 · Veterinärmedizin ist eins der begehrtesten Studienfächer. Doch nach dem Examen platzt häufig der Traum: Das Gehalt ist niedrig, die Belastung dagegen hoch.
Von CHRISTINA HUCKLENBROICH

Montagmorgen auf dem Campus der Veterinärmedizinischen Fakultät in Gießen. Maria Stühmer schiebt ihr Fahrrad mit Schwung in einen Ständer vor dem Hörsaalgebäude. Sie hat es eilig: Seit gestern erst wohnt sie in Gießen, heute beginnen die Vorlesungen für die Erstsemester. Veterinärmedizin ist in diesem Jahr das begehrteste Fach der ZVS. Auf einen Studienplatz kommen fünf Bewerber; wer direkt zugelassen werden wollte, brauchte einen Abiturschnitt zwischen 1,1 und 1,5. Die 18-jährige Maria aus Sachsen hätte im Fall einer Absage Wartesemester gesammelt und sich wieder beworben: „Einen anderen Beruf als Tierärztin wollte ich nie.“ Am liebsten möchte sie später im Zoo arbeiten.

Als Maria den Anatomie-Hörsaal betritt, sind schon fast alle Plätze belegt; junge Frauen sind in der Überzahl. Etwas mehr als 1000 Erstsemester beginnen in diesen Tagen mit ihren Vorlesungen an den fünf deutschen Ausbildungsstätten, die das Fach anbieten. Tierarzt ist ein Frauenberuf geworden: 86 Prozent der Studienanfänger sind weiblich. Elf Semester liegen vor ihnen, bevor sie ins Berufsleben einsteigen können.

600 Euro im Monat für eine Vollzeitstelle

Doch mit der ersten Stelle platzt oft der Traum. Ein harter Arbeitsalltag und Löhne, die nicht zum Leben reichen, sind die Realität junger Tierärzte. Das zeigt eine Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Die Doktorandin Bettina Friedrich erreichte mit einem Fragebogen einen Großteil der 4300 deutschen Tierärzte, die in Praxen und Kliniken angestellt sind. Sie sind mittlerweile zu 75 Prozent Frauen. Friedrich fand heraus, dass das Durchschnittsgehalt für angestellte Tierärzte in den alten Bundesländern bei 2500 Euro liegt, in den neuen sogar nur bei 2000 Euro brutto – unabhängig von der Anzahl der Berufsjahre. Die Hälfte der Arbeitnehmer, die diese Angaben machten, hatte zum Befragungszeitpunkt bereits promoviert. Das geringste Gehalt, das männliche Vollzeitangestellte nannten, betrug 900 Euro brutto, bei Frauen knapp 600 Euro. Im Durchschnitt verdienen Männer 550 Euro mehr als Frauen. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Tätigkeitsfeldern. Die niedrigsten Durchschnittsgehälter fließen in Praxen und Kliniken für Kleintiere (2300 Euro brutto), gefolgt von solchen für Pferde (2500 Euro). Am besten schneiden mit 2850 Euro brutto die Praxen für Nutztiere ab, also etwa für Rinder oder Schweine. Für den Beruf sind nie Tarifvereinbarungen getroffen worden.

Pferdeärzte sind am unzufriedensten

Die Hannoveraner Studie beleuchtet auch die Arbeitsbedingungen. Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit der angestellten Tierärzte beträgt demnach 48 Stunden, wobei Notdienste noch nicht berücksichtigt sind. Für 75 Prozent der Angestellten bleibt der Notdienst unvergütet. Viele bemängeln ein fehlendes Privatleben; nicht einmal ein Drittel der angestellten Frauen hat Kinder. Am unzufriedensten sind die Pferdetierärzte. Ein Drittel von ihnen gibt zu Protokoll, während des Arbeitstages überhaupt keine Pause zu haben. Im Schnitt haben sie mit 55 Stunden auch die höchste Wochenarbeitszeit; sie leben viel häufiger allein als Angestellte anderer Praxisarten.

Aber auch Maria Stühmers Traum, Zootierärztin zu werden, wird mit Entbehrungen verbunden sein. „Wenn man mit Zootieren arbeiten möchte, ist es gängig, dass man erst mal überhaupt kein Gehalt bekommt, während man Berufserfahrung sammelt“, sagt die Sprecherin der Bundestierärztekammer, Sabine Merz, die selbst den Titel „Fachtierärztin für Zootiere“ erworben hat. „Dann geht man eben nachts putzen.“

Strapazen für die Eintrittskarte

In der Kleintiermedizin herrschen ähnliche Zustände. So bieten die meisten deutschen Universitäten einjährige Internships für junge Tierärzte an. Die Kleintierklinik der LMU München etwa schreibt in ihrer aktuellen Stellenanzeige, Bewerber mit Doktortitel und Berufserfahrung würden bevorzugt; die tägliche Arbeitszeit gehe von 7.30 Uhr bis nach 19 Uhr. Das Gehalt betrage 600 bis 850 Euro brutto im Monat inklusive Nacht- und Wochenenddiensten. In Gießen werden 850 Euro bezahlt. In Berlin erwartet man ein „überdurchschnittliches Examen“ und zahlt 600 bis 800 Euro. Die jungen Tierärzte lassen sich auf diese Bedingungen ein, weil sie Weiterbildungszeit sammeln möchten, um schließlich den Titel „Fachtierarzt für Kleintiere“ zu erwerben. Viele streben auch eine sogenannte Residency an, eine drei- bis vierjährige internationale Spezialausbildung in verschiedenen Gebieten der Kleintiermedizin, etwa Chirurgie oder Augenheilkunde; das Internship gilt als Eintrittskarte. „Das Gehalt ist während der Residency aber im Grunde genauso niedrig wie im Internship“, sagt Leo Brunnberg, Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät in Berlin. „Man muss in diesem Beruf schon leidensfähig sein und Leidenschaft haben.“

Die 18 Jahre alte Studentin Maria hat sich noch nicht damit beschäftigt, was ihr Traumberuf eines Tages für sie bedeuten wird. „Keine Ahnung“, antwortet sie auf die Frage, ob sie die Gehaltssituation kenne. „Ich mache das alles ja nicht wegen des Geldes.“

Coxy-Baby
23.10.2013, 21:36
Was möchtest du uns denn nun genau mitteilen?

*JJ*
23.10.2013, 21:57
Ich denke das geht aus dem Post heraus...

Auszug Zeitungsartikel: „Man muss in diesem Beruf schon leidensfähig sein und Leidenschaft haben.“

Das Studium sollte genauestens überdacht werden in Bezug auf die Zukunftsplanung.
Das man nicht reich wird in diesem Beruf ist vielen bewusst aber
das man überwiegend unterm Existenzminimum leben muss und darunter kaputt gehen kann nicht.

Es ist schade so viele frustrierte Berichte zu lesen von Tierärzten,
die sich vorab scheinbar keine Gedanken darüber gemacht haben und
für die der Traum zu einer Seifenblase wurde.

Ich möchte keinem das Studium ausreden sondern lediglich zum Nachdenken auffordern,
damit wir später nicht frustriert dem 800EUR-Vollzeitjob entgegen blicken und philosophieren was wäre wenn... ;-)

LG

Coxy-Baby
23.10.2013, 22:01
Vielleicht wäre es dann besser gewesen im VetMed Unterforum einen neuen Thread aufzumachen als sich an diesen alten zu hängen? Denn der Bereich könnte etwas mehr leben gebrauchen.

Brutus
24.10.2013, 10:53
^^ Das ist richtig.

Nur, bitte nicht einfach ein neues Thema mit gleichem Post aufmachen. Einfach Beitrag melden und den Wunsch zu verschieben äußern. Sonst ist das doppelte Arbeit. :-))

Gersig
24.10.2013, 11:30
Hallo, und willkommen im Forum :-)

Spannendes Thema, ich hatte das gar nicht auf dem Schirm. Ist das eine Entwicklung der letzten Zeit oder waren die Tierärzte schon immer so massiv unterbezahlt?

joggi
24.10.2013, 14:21
Hallo, und willkommen im Forum :-)

Spannendes Thema, ich hatte das gar nicht auf dem Schirm. Ist das eine Entwicklung der letzten Zeit oder waren die Tierärzte schon immer so massiv unterbezahlt?

Ich bin niedergelassene Augenärztin und würde mich aus finanziellen Gründen im nächsten Leben eher für ein Tiermedizin- Studium entscheiden. Auch wenn bei den Tiermedizinern die klinische Ausbildung sicherlich kein Zuckerschlecken ist, wird die selbstständige Tätigkeit doch gut honoriert. Ein Tierarzt rechnet im Gegensatz zum kassenärztlich tätigen Humanmediziner jede Tätigkeit ab.
Wenn ich z.B. für die Versorgung eines Kassenpatienten, egal wie häufig er sich vorstellt, im Quartal 12-15 Euro (das ist leider kein Scherz) vergütet bekomme, kann der Tierarzt jede ärztliche Tätigkeit in Rechnung stellen. Die meisten Tierärzte würden für die kassenärztliche Vergütung noch nicht mal anfahren! Meines Erachtens ist das auch völlig ok, denn qualifizierte Arbeit sollte auch entsprechend vergütet werden. Warum eine augenärztliche Behandlung in Ghana mehr kostet als in Deutschland, ist mir unerklärlich.

*JJ*
24.10.2013, 15:08
Schafft man es in die Selbstständigkeit so sind die Chancen auf vernünftiges Einkommen größer, als Angestellter bleibt man jedoch heutzutage auf der Strecke...

Hier noch ein Bericht

http://bundestieraerztekammer.de/index_btk_berufta_details.php

Einkommenssituation, Arbeitsbedingungen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Das Einkommen von angestellten Tierärzten in Kleintier- und Pferdepraxen ist derzeit eines der niedrigsten innerhalb aller akademischer Berufe (Stand 2011). Die besten Gehälter werden in der Nutztierpraxis, im öffentlichen Veterinärwesen oder der Industrie gezahlt. Die Entlohnung in der Kleintierpraxis ist, besonders in Ballungsgebieten mit einer tierärztlichen Bildungsstätte, auf Grund hoher Nachfrage nach Stellen oft niedrig. Jedes Gehalt sollte vorher intensiv verhandelt und schriftlich vereinbart werden. (Empfehlungen der BTK)

Arbeitszeiten sind in allen Branchen sehr unterschiedlich. Hier ist es wichtig, sich gut zu informieren und klar definierte Arbeitsbedingungen, auch für Nacht- und Wochenenddienste, auszuhandeln und schriftlich zu vereinbaren.
Beruf und Familie zu vereinbaren ist in diesem Beruf nicht einfach. Diverse Bereiche in der Nutztier- und Kleintierpraxis sind beispielsweise mit einer Familie gut vereinbar. Das hängt aber vor allem von der Praxisform ab: Mehrpersonenpraxen sind generell besser mit einer Familienplanung vereinbar, da Dienste aufgeteilt werden können.

Aktuelle Informationen zu diesen Themen gibt es immer wieder im Deutschen Tierärzteblatt. Viele Artikel sind auch online frei verfügbar. Die Webseite ist eine weitere Quelle.



Tjaaa.... so ist das :-/

woja
24.10.2013, 19:33
Klar könnte der TA einiges abrechnen... Allerdings ist die zahlungsmoral doch eher... Bescheiden. Mein Chef spricht mittlerweile nichtmal mehr von der Größenordnung eines Mittelklassewagens...

Ich kenn mich bei der kassenärztlichen Abrechnung nicht aus - aber was ist in dieser "flatrate" denn alles drin? Blutentnahme? Laborkosten? Und was kann bei privatpatienten abgerechnet werden? Wie gesagt, ich bin völlig ohne Ahnung!

Feuerblick
24.10.2013, 19:35
Ich bin niedergelassene Augenärztin und würde mich aus finanziellen Gründen im nächsten Leben eher für ein Tiermedizin- Studium entscheiden. Auch wenn bei den Tiermedizinern die klinische Ausbildung sicherlich kein Zuckerschlecken ist, wird die selbstständige Tätigkeit doch gut honoriert. Ein Tierarzt rechnet im Gegensatz zum kassenärztlich tätigen Humanmediziner jede Tätigkeit ab.
Wenn ich z.B. für die Versorgung eines Kassenpatienten, egal wie häufig er sich vorstellt, im Quartal 12-15 Euro (das ist leider kein Scherz) vergütet bekomme, kann der Tierarzt jede ärztliche Tätigkeit in Rechnung stellen. Die meisten Tierärzte würden für die kassenärztliche Vergütung noch nicht mal anfahren! Meines Erachtens ist das auch völlig ok, denn qualifizierte Arbeit sollte auch entsprechend vergütet werden. Warum eine augenärztliche Behandlung in Ghana mehr kostet als in Deutschland, ist mir unerklärlich.Dafür zahlen DEINE Patienten bzw. die Krankenkassen mehr oder weniger brav ihre Rechnung. Das ist bei Tierbesitzern nicht immer der Fall.. insbesondere dann nicht, wenn der "Erfolg" ausbleibt und das Tier eingeht. Meine Tierärztin ist inzwischen dazu übergegangen, sofort vor Ort zu kassieren. :-nix

joggi
24.10.2013, 21:13
Dafür zahlen DEINE Patienten bzw. die Krankenkassen mehr oder weniger brav ihre Rechnung. Das ist bei Tierbesitzern nicht immer der Fall.. insbesondere dann nicht, wenn der "Erfolg" ausbleibt und das Tier eingeht. Meine Tierärztin ist inzwischen dazu übergegangen, sofort vor Ort zu kassieren. :-nix
Also mein Tierarzt rechnet über eine Verrechnungsstelle ab, die dann zur Not auch das Geld einfordert.
Generell glaube ich aber schon, dass die meisten Menschen eher bereit sind Tierarztrechnungen zu bezahlen als irgendwelche sinnvollen medizinischen Zusatzleistungen für sich selbst in Anspruch zu nehmen. Kenne einen Herrn, dem 8 Pferde gehören, für die er monatlich mehrere tausend Euro ausgibt, der ernsthaft über die 20 Euro für eine einfache Glaukomvorsorge nachgedacht hat.:-)

Feuerblick
24.10.2013, 21:42
Tja, für seine Pferde zahlt er auch nicht monatlich hunderte von Euro als Krankenversicherung ;-) Ich kann die Patienten prinzipiell da schon verstehen, auch wenn man natürlich mit sowas nicht knausern sollte... aber.. s.o.

woja
24.10.2013, 21:54
Also mein Tierarzt rechnet über eine Verrechnungsstelle ab, die dann zur Not auch das Geld einfordert.


Wir rechnen zwar nicht über die Verrechnungsstelle ab, aber es liegt einiges beim Anwalt/Gericht... Zwischen einfordern, recht bekommen und Geld bekommen liegt leider ein großer Unterschied...

*JJ*
25.10.2013, 00:58
Hier mal noch ein interessanter Beitrag aus einem anderen Forum von einem Studi, in dem ich dieses Thema auch eröffnet habe...

"copy and paste"

Hallo erstmal :hey:

Danke für diese interessante Diskussionen bzw. den interessanten Beitrag. Das Thema beschäftigt uns wohl alle. Wie viel kann ich verdienen? Und wie viel werde ich dann "zum Leben haben"?

Wie das ganze in Deutschland aussieht, kann ich leider nicht sagen. In Österreich ist aber endlich etwas Bewegung in die Sache gekommen und es gibt zumindest einen Mindestlohntarif für angestellte Tierärzte - abhängig von Berufsjahren (nachzulesen unter http://www.tieraerztekammer.at/service/der-berufseinstieg/mindestlohntarif.html bzw. direkt den Verordnungstext: http://www.tieraerztekammer.at/fileadmin/daten/downloads/Gesetze_VO/VO_angestellte_Tieraerzte.pdf ). Wenn ich das nun durch den "Brutto-Netto-Rechner" vom Bundesministerium für Finanzen jage, dann bleiben da für das erste Berufsjahr bei einer 40-Stunden-Woche in etwa 1.470,03 € über.
Schaut also auf den ersten Blick nicht so schlecht aus. Allerdings kann man dazu noch keinerlei Erfahrungsberichte sammeln, da diese Verordnung erst seit 1.10.2013 (sprich Anfang diesen Monats) gültig ist.

Was aber eher "interessant" wird, sind die Arbeitszeiten. Natürlich gibt es für alles Schlupflöcher (z.B.: Für weniger Stunden anstellen, Überstunden nicht oder nur sehr wenig abgelten, etc....). Hier ist dann aber meiner Meinung nach auch der Tierarzt/Student selbst gefragt: Wer sich ausbeuten lässt, schadet im Endeffekt nicht nur sich selbst, sondern auch allen anderen (Nach dem Motto "Unterbieten wir die anderen Bewerber").

Natürlich ist das leichter gesagt als getan.

Was mich nun natürlich interessiert:
1. Wie schaut es in Deutschland und anderen Ländern denn so aus bezüglich Gehalt/Mindestlohn?
2. Gibt es schon Erfahrungen zur Umsetzung des Mindestlohns in Österreich?
3. Wie war/ist euer Dienstverhältnis? Mehr Stunden, ohne Bezahlung? Müsst ihr das machen oder freiwillig? Wie schaut es bei euch mit der "Zeitaufnahme" aus?

Muss mich nochmal für den "Anstoss" dieses Themas bedanken. :thumbup:

LG
*******

*JJ*
25.10.2013, 01:16
Das Rechnungen nicht bezahlt werden gibt es in jeder Branche, das ist hier ja eigentlich nicht das Thema.

Weil: wie viel schaffen es
a) direkt nach dem Studi in die Selbstständigkeit und
b) wie viele schaffen es irgendwann in die Selbstständigkeit...

Um Berufserfahrung zu sammeln ist man also nach dem Studi gezwungen in das Angestellten Verhältnis zu rutschen
und das was man dort verdient sollte doch bitte mindestens für Miete, Kühlschrank und warmen Popo reichen
was wohl eher die Ausnahme zu sein scheint



Hier noch so ein herrlicher Ratschlag von einem männlichen Vetmed (vorgestern)

Kommentar: "Ich würde es mir noch mal mit dem Tiermedizinstudium überlegen [...] Ich weiß nicht wie viel du weißt, wir sind aber alle frustriert weil die meisten Tierärzte die nicht grade eine Praxis besitzen, 800-1500 Euro kriegen (obwohl Dr.). Wir sprechen hier nicht vom reich werden, sondern vom Überlebensminimum. Es war einfach nur ein Tipp weil viele Freundinnen von mir mit Ketschup und Nudeln ab der Hälfte des Monats leben müssen, du kannst ja machen was dir spaß macht abgesehen vom Geld [...]" Kommentar ENDE!

Fazit: Ich würde den Ketschup weglassen :-)) :-))

Peter_1
25.10.2013, 16:10
@Joggi: irgendiwe kann man das nicht so stehen lassen, statt mit der EBM Pauschale, argumentiere doch bitte mal lieber mit den Umsatzzahlen der KBV, die besagen für die Augenärzte einen Honorarumsatz von 235.908 Euro (2011) aus KV Tätigkeit, zusätzlich kommen dazu jetzt noch die beliebten IGeL und die PKV Patienten (das macht auch noch ein paar Tausend Euronen). Klar ist bei Augenärzten sicherlich innerhalb der Gruppe noch mal wahrscheinlich ein Unterschied zwischen rein konserv. tätigen und operativ tätigen AÄ. Ganz so verarmt sind die Augenärzte aber nicht :)

P.S: um vorzubeugen, ich will damit nicht sagen, dass AÄ angemessen hoch vergütet werden, da wage ich mir kein Urteil zu, aber ganz so dramatisch ist es nicht. Ausserdem ist klar: vom Umsatz zum Nettoeinkommen müssen ca. 70%, evtl mehr (e nach Kostenstruktur) abgezogen werden, aber das geht dem Tierarzt genauso.

joggi
26.10.2013, 00:51
@ Peter_1: tatsächlich ist die Vergütung für operative und konservative AÄ unterschiedlich und dann gibt es auch noch die Länder- KV- Unterschiede. Ich bin der Meinung, dass man mit einer durchschnittlich großen konservativen Kassenarztpraxis allein von den Kassenhonoraren leben können sollte. Für die Betreung von 1200- 1500 Patienten müsste meiner Meinung nach ein Plus herauskommen ohne dass man Igel oder P- Patienten mit einberechnet. Fakt ist leider, dass ich von den Zuwendungen der KV noch nicht mal meine MFAs bezahlen kann.

Aber zurück zum Thema: mich interessiert, wie lange ein Tierarzt durchschnittlich im Angestelltenverhältnis arbeitet und wie die Bedingungen in den größeren Tierkliniken sind. Gibt es für euch keine Tarifverträge?

Espressa
26.10.2013, 10:36
Ich wollte als Kind auch immer Tierärztin werden, mit 13 fand ich die Arbeit von Augenärzten aber auch ganz nett und entschied mich aufgrund der Wirtschaftlichkeit für letzteres. Hatte direkt nach dem Studium einen Job und bald auch ein ansehnliches Gehalt - das wäre in der Veterinärmedizin sicher nicht so rasch gegangen. Selbst wenn man ewig angestellt bleibt, findet man als Augenarzt ordentlich bezahlte Stellen. Bei der Niederlassung gibt's sicherlich unterschiede, ist aber auch schaffbar gut zu verdienen. Ganz abgesehen davon, dass es eine wesentlich bequemere Arbeit ist als zB die eines pferdedoktors...

Peter_1
26.10.2013, 15:27
@Joggi: ich habe bisher keine Insolvenz einer Augenarztpraxis im Umkreis miterlebt und die KV Umsatzzahlen sind der Durchschnitt, klar gibt es da sicher eine gewisse Spannbreite (nach oben und nach unten), je nach Kostenstruktur der Praxen, wie bei allen Selbstständigen halt. Man sollte halt in der Diskussion nicht mit 12 Euro EBM Pauschale hantieren (das wären 72.000 Euro im Jahr bei einer 1500 Scheine Praxis und das ist merkwürdigerweise meilenweit vom durchschnittlichen 238.000 Euro KV Umsatz entfernt, kann irgendwie nicht stimmen, oder?).

Sei es drum, wer hat denn nun belastbae Zahlen was eine Tierarztpraxis im Durchschnitt so abwirft?

Sv86
30.10.2013, 14:17
...das sind die immer wiederkehrenden Horrorgeschichten über die verarmenden Tierärzte. Natürlich ist es nicht mehr so rosig wie es mal war, v.a. in der Kleintierpraxis.

ABER wer möchte, kann als Tierarzt seinen Lebensunterhalt verdienen. Aber eben nicht als ewiger Assitenzarzt in der Inneren KT...