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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 3 Wochen Studium - keine Lust mehr auf Vorlesung?!



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Kandra
03.11.2013, 15:59
Bei uns haben sie eine eigentlich interessante aber "leider" nicht klausurrelevante Vorlesung auf den taktisch sehr unklugen 8 Uhr Termin gelegt. Die ersten paar Male war ich sogar da und eine Dozentin freute sich total, weil ca. 40 (von 200 ^^) Studenten anwesend waren. Letztes Semester hatte sie wohl einen Termin am Ende des Semesters und hielt die Vorlesung dann vor 4 Leuten.
In der Vorklinik war ich auch fast nie in Vorlesungen, das konnte ich mir besser zu Hause beibringen. Jetzt in der Klinik gehe ich im Moment fast in jede, einerseits weils wirklich interessant ist, andererseits weil die Klausuren in den Fächern sehr auf den Vorlesungen beruhen und man kaum andere Infos benötigt um zu bestehen. Da lohnt es sich dann schon.

davo
03.11.2013, 20:32
Ich bin jetzt seit drei Wochen an der Uni. Und es läuft ganz gut eigentlich.

Nur habe ich eben ein Problem mit einer der Hauptinstitutionen des Studierens: Der Vorlesung.

Ich kann, egal ob Physik, Chemie oder Bio, von dieser Veranstaltung einfach in keinster Weise irgendwie einen Zuwachs an Wissen verbuchen. Das liegt erstens daran, dass ich 7:30-10:00 Uhr morgens einfach nicht aufnahmefähig bin, 200 Kommilitonen im Raum eine Ablenkungsquelle sondergleichen sind, mir nach einer halben Stunde auf diesen Bänken alles weh tut, und ich mir bei manchen Dozenten denke, dass ich mir das Skript auch nicht vorlesen lassen brauche, weil ich Lesen schon in der 1. Klasse gelernt habe.

[...]

Und ob man vom Auslassen der Vorlesung gravierende Nachteile zu erwarten hat?

Ich sag mal so: ob es wirklich gut läuft wirst du erst nach den ersten Prüfungen wissen.

Kommilitonen lenken einen nicht ab, von denen lässt man sich höchstens ablenken. In den meisten Fällen liegt es an einen selbst ob man sich ablenken lässt oder nicht.

Vielleicht sind die Vorlesungen bei euch schlecht, keine Ahnung. Mir persönlich helfen die meisten Vorlesungen bisher enorm - weil ich dadurch einen guten Überblick gewinne, sprich die großen Zusammenhänge verstehe, und relativ viel schon in der Vorlesung lerne, also mit minimalem Aufwand. Das setzt natürlich voraus dass man sich konzentriert, dass man die richtige Einstellung hat, dass man ordentlich nacharbeitet. Die meisten Folien erschließen sich einem ohne dass man sie durch die Infos aus dem Vortrag ergänzt nicht wirklich, deshalb sind Folien in den allermeisten Fällen kein gleichwertiger Ersatz für den Vorlesungsbesuch.

Vorlesungen sind auch für soziale Kontakte wichtig - gerade in den Prüfungsphasen ist es wichtig sich mit anderen austauschen zu können. Das ist wenn man nur selten in die Vorlesungen geht vermutlich schwieriger.

Es ist sicher möglich auch ohne Vorlesungen zu bestehen - es gibt ja etliche sehr gute Lehrbücher, und etliche lebende Beweise. Aber ob das immer der beste Weg ist, da bin ich mir nicht sicher. Ich habe ein wenig den Eindruck, und das ist natürlich eine unqualifizierte Ferndiagnose, dass du vielleicht einfach mit einer negativen Einstellung ("bringt sowieso nix") in die Vorlesungen gehst und dann, wenig überraschend, auch nichts daraus mitnehmen kannst. Ich würde einmal versuchen mit einer besseren Einstellung hinzugehn und auch wirklich zu versuchen dich auf die Vorlesung statt auf die Kommilitonen oder auf den Sitzplatz zu konzentrieren. Mitdenken, mitschreiben, usw. Dann hat man auch gute Chancen etwas zu lernen.

Absolute Arrhythmie
03.11.2013, 21:07
Naja,davo, deine Meinung spiegelt jetzt zb nicht meinen Eindruck wieder. Zum Beispiel muss ich im Chemie praktikum nächste Woche alles über Säuren und Basen wissen, während der Prof in seiner Vorlesung noch über Atomorbitale spricht. Du hast Ja Eine der Aufgaben gesehen, die ich lösen musste, Da Hilft mir die Vorlesung null. Und den Austausch mit Kommilitonen hab ich deutlich effizienter in der Lerngruppe in der bib. Vorlesungen sind zum zuhören da, nicht um Inhalte zu diskutieren.
Ich will hat nicht sagen dass Vorlesungen alle blöd sind, aber es nervt mich grad so ein bisschen dass du nach drei Wochen Uni so tust als hättest du die ultimative Wahrheit gefunden.

epeline
03.11.2013, 21:41
Habe mir die Antworten der Anderen jetzt nicht durchgelesen, kann aber zu deiner Frage damit beitragen, dass ich auch nie in Vorlesungen war. Zwar immer hochmotiviert vor Beginn des Semesters, das hat aber nach spätestens 2 Wochen nachgelassen, von daher bist du mit 3 Wochen noch fleißiger als ich, was das VL-Besuchen angeht.
Mach dir nichts draus, das handhaben viele so und man kann trotzdem gut bescheid wissen und in Klausuren und im Examen gut abschneiden :-)
Irgendwann entwickelt man auch eine gewisse Kenntnis darüber, welche Vorlesungen schlecht und welche tatsächlich gut sind (eher wenige). Da geht man dann auch gerne mal für längere Zeit hin :)
Bei Interesse kannst du dir ja auch im Netz die Folien angucken und dann themenspezifisch spontan entscheiden, wohin du gehen willst.

Nessiemoo
04.11.2013, 22:29
Ich gehe ja zu nach Möglichkeit echt zu jeder Vorlesung... aber nur deswegen weil ich LEIDER ein totaler auditiver Lerner bin. Ich würde ja total gerne zu Hause bleiben und in Schlafanzughosen mir mit Lehrbüchern alles klar machen, das kann ich aber einfach nicht. Deshalb gehe ich hin, versuch da mich so gut zu konzentrieren wie ich kann, und dann brauche ich eben nur wenige Stunden um alles nachzuarbeiten im Unterschied zu den vielen vielen langen Stunden die auch für dasselbe Stoffmenge brauchen würde ohne VL.

Also wenn du es wirklich selbst erlernen kann, geniesse es lerne zu hause :)

In der Klinik finde ich die VL teilweise cool, weil man allmöglichen Chef-persönlichkeiten mal kennenlernt ^^

Echinococcus
05.11.2013, 13:13
Bis auf Mibi hab ich ich glaube ich bei keiner Vorlesungsreihe bisher Quoten jenseits der 50% erreicht und bin trotzdem immer gut gefahren. Gerade in der Vorklinik hast du viel mehr davon, dir das Wissen daheim anzueignen. Schlaf lieber aus, hat mir auch gut getan.

smanpodg
05.11.2013, 13:13
Ich gehe ungern in die Vorlesungen. Das, was einem dort an didaktisch aufbereitetem Stoff präsentiert wird, ist schlichtweg eine Frechheit. Vor allem die Q Fächer in der Klinik sind ein absoluter Witz.... Lernen aus dem Buch ist da Gold wert. Mit den Skripten kann auch kein Mensch was anfangen. Und da rede ich nicht von einzelnen Vorlesungen, Nein! Alle sind miserabel.

sun.flower
05.11.2013, 14:14
Und da rede ich nicht von einzelnen Vorlesungen, Nein! Alle sind miserabel.

Redest du von der Klinik oder beziehst du auch die Vorklinik mit ein?

smanpodg
05.11.2013, 14:27
Alle sind miserabel.

Ich meinte alle Vorlesungen, die nach ÄAppO vorgeschrieben sind und in Erlangen abgehalten werden.
Wenn mal ein Dozent annehmbar, bis gut ist, reisst der nächste das Ruder um 180° rum. Wenn der Vortrag annehmbar bis gut ist, dann sind die Folien oder Skripte schlecht. Gutes Unterrichtsmaterial gibt es auch, nur nicht für die Studenten, weil Cooooooooopyright.. und so weiter und so fort. Nichts war auch nur im geringsten mal oberhalb der magischen 60% angesiedelt, dass man mit Fug und Recht befriedigend sagen konnte. Gut war nichts. Sehr gut... ok, ich muss ja noch ein zwei drei Semester, aber ich denke, da kommt nicht mehr viel^^ Am besten ist immer der Aufruf der Dozenten zu beginn: "Evaluieren Sie uns ganz gut bitte, sonst bekommen wir kein Geld für die Lehre...." Hohn und Spott....

bugger
05.11.2013, 14:41
Mir geht es ganz ähnlich, nur hat diese Erkenntnis bei mir erst im dritten Semester eingesetzt... Also jetzt grade... Ich bin auch ein absoluter Nachtlerner, und lerne am liebsten zwischen 19 und 3 Uhr, weil das einfach viel entspannter ist... Ich nehme aus VL auch nix mit, da aber in unserem Semester die Anwesenheitsquote in Vorlesungen gefühlte 95% beträgt und auch zum Pflegen sozialer Kontakte gehe ich trotzdem manchmal hin... Vielleicht auch aus schlechtem Gewissen... Aber das brauchst du echt nicht haben.

ProximaCentauri
05.11.2013, 16:37
Ich habe z.B. im dritten Jahr ab Oktober keine einzige Vorlesung mehr besucht, momentan besuche ich evtl. 50% davon. Ich lerne eh nicht besonders gut aus den Vorlesungen, da kann man die Zeit tatsächlich auch effizienter nutzen.

ehem-user-04-04-2022-1208
05.11.2013, 19:07
Stimme der Person aus Erlangen zu ! Grausam hier (manchmal). Schön daheim bleiben und Bücher nehmen :)

Muriel
05.11.2013, 19:18
Ich glaube ja, Vorlesungen sind ein universitäres Relikt aus alten Zeiten, in denen die Lehrbuchfülle und die Möglichkeit, sich diese zu leisten, nicht so ausgeprägt war. Da waren die Dozenten tatsächlich noch Lehrende und keine Selbstdarsteller ihres abgefahrenen Forschngsgebietes.

Hoppla-Daisy
05.11.2013, 19:26
In meiner Klinikzeit (und auch in der Vorklinik, man höre und staune!) hab ich mehr als nur ein paar wenige sehr gute Vorlesungen erlebt. Ich fand es auch in den meisten Fällen hilfreich, einfach nur da zu sitzen und die Materie schon mal gehört zu haben, bevor ich mich ans Lesen begab. Und durch Beispiele/Fallgeschichten hat sich einiges quasi eingebrannt, so dass es mir heute noch in den Sinn kommt. Vor allem, wenn Patienten zu Gast in der Vorlesung waren und man deren Krankengeschichte live gehört hat. Manchmal "musste" auch einer aus den Bänken nach vorne kommen und sich bestimmte Dinge aus der Nähe anschauen und dann berichten. Nie werde ich das Bild der Faszikulationen der Zunge als Frühsymptom im Rahmen einer ALS vergessen. Wenn man sowas mal live gesehen hat, bleibt das auch auf ewig haften.

fruehlingsluft
06.11.2013, 08:14
Ich meinte alle Vorlesungen, die nach ÄAppO vorgeschrieben sind und in Erlangen abgehalten werden.
Wenn mal ein Dozent annehmbar, bis gut ist, reisst der nächste das Ruder um 180° rum. Wenn der Vortrag annehmbar bis gut ist, dann sind die Folien oder Skripte schlecht. Gutes Unterrichtsmaterial gibt es auch, nur nicht für die Studenten, weil Cooooooooopyright.. und so weiter und so fort. Nichts war auch nur im geringsten mal oberhalb der magischen 60% angesiedelt, dass man mit Fug und Recht befriedigend sagen konnte. Gut war nichts. Sehr gut... ok, ich muss ja noch ein zwei drei Semester, aber ich denke, da kommt nicht mehr viel^^ Am besten ist immer der Aufruf der Dozenten zu beginn: "Evaluieren Sie uns ganz gut bitte, sonst bekommen wir kein Geld für die Lehre...." Hohn und Spott....

Ansichtssache.
Die Q-Fächer sind wirklich schlecht, da reicht für die Klausuren aber auch das Kreuzen von 3 Altklausuren am Abend vorher. Die richtig klinischen Fächer find ich aber bis jetzt im Durchschnitt gut. Fast überall sind Patienten dabei, in Kardio hat der Prof am Ende jeder Vorlesung eine Klausurfrage verraten, und trotzdem war die Vorlesung jedes Mal gerammelt voll, einfach weils so gut war (die Klausurfragen wurden natürlich sofort auf Facebook in der Semestergruppe gepostet, das war also sicher nicht der Grund zu kommen).
Wenn man alles schlecht finden WILL, selbst schuld.
Ich sitz lieber kaffeetrinkend mit meinen Kommilitonen in der Vorlesung als alleine bücherlesend in der Bib.

Absolute Arrhythmie
06.11.2013, 10:26
Ich sitze lieber mit meinen Kommilitonen in der bib, wo ich auch kommunizieren kann, als gemeinsam auf ne große Wand zu glotzen. Aber ich denke dass ist alles ne typfrage.

Nurbanu
06.11.2013, 10:42
Ich sehe es genau andersrum. Kommunizieren in der Bib schwer und No Go wegen "Lärm", in der vollen Vorlesung einfacher.

Absolute Arrhythmie
06.11.2013, 10:51
Wir haben einen Bereich in dem man nicht leise sein muß :) ideal für Lerngruppen.

Elena1989
06.11.2013, 11:30
Ich bleib morgens lieber im Bett :-))

Ich denke, man muss sich einfach klar machen, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt. Ich war im ersten Semester in fast jeder Vorlesung, aber vor allem weil ich es aus der Schule so gewohnt war. Erst als es dann etwas eng wurde mit Anatomietestaten hab ich angefangen die Vorlesungen zusammenzustreichen (hab eh nix mitgenommen). Im zweiten Semester war ich dann in gar keiner Vorlesung, im dritten und vierten sporadisch.

Jetz in der Klinik gehe ich normalerweise am ersten Tag der Faches (wir haben Blöcke) in die Vorlesung und entscheide dann, ob mir das was bringt. Meistens lautet die Antwort "Nein" und ich lass es daraufhin bleiben. Oder gehe nur aus Gründen der sozialen Kontakte hin. Das hat sich aber nach den ersten sechs Wochen eh immer erledigt, weil dann Vormittags Pflichtveranstaltungen sind. Die Nachmittagsvorlesungen finden für mich dann aber nur in der Theorie statt :-))

Ich denke einfach, es muss jeder selber wissen. Mit ganz wenigen Ausnahmen drifte ich in Vorlesungen nach zehn Minuten geistig sowieso ab und dann bleib ich lieber daheim. Es gibt aber sicher auch Menschen, die durch das Zuhören schon enorm viel mitnehmen, dann lohnt es sich eventuell.

Man braucht aber kein schlechtes Gewissen haben, wenn man nicht hingeht. (Gut, ich hab das am Anfang des Semesters immer, das legt sich dann aber wieder ganz schnell :-)) )

fruehlingsluft
07.11.2013, 19:31
Ich sitze lieber mit meinen Kommilitonen in der bib, wo ich auch kommunizieren kann, als gemeinsam auf ne große Wand zu glotzen. Aber ich denke dass ist alles ne typfrage.

Ja. Ich wollte eigentlich nur ein bisschen meine Uni verteidigen.
Typsache ist es auf jeden Fall und ich bin der Typ, der jetzt noch nicht die Eigenmotivation besitzt, sich mit Buch in die Bib zu setzen (meine Freunde auch nicht, deswegen fallen Lerngruppen jetzt schon eh raus). Da kenn ich mich zu gut, als dass ich mit dem Vorsatz nicht in die Vorlesung gehen würd. Ich brauch das einmal in Häppchen vorgekaut und dann lern ich auch nur mit dem jeweiligen Skript, ich hab in 7 Semestern dafür außer dem Prometheus und den Medilearnskripten kein einziges Buch genutzt, bin trotzdem noch nie durchgefallen.
Grenzen hat die Sache aber trotzdem, Vorlesungen ab 7.30 wie dieses Semester lass ich auch weg.