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Absolute Arrhythmie
27.11.2013, 05:17
Also ich würde schon mehr als eine Ampulle pro Medikament lagern! Oder wolltest du im Falle einer Tollwut-Epidemie entscheiden müssen wem geholfen wird und wem nicht?

Du musst schon auf ALLES vorbereitet sein!

nie
27.11.2013, 13:15
Es geht um Notfälle... was heißt denn da überschiessender Enthusiasmus. Wie kann man sich denn so auf die 112 verlassen?

vielleicht einfach mal den Leuten Glauben schenken, die am anderen Ende der 112 sitzen und wissen was passiert, wenn man sie anruft. Mit jahrelanger Notarzt/Rettungsdiensterfahrung wird man ja wohl wissen, was im Notfall passiert. Und man weiß auch, was man in Notfallsituationen vorfindet und welches Handeln ind welcher Situation angebracht ist.

Und überleg doch mal ernsthaft: wie oft kommt man als Privatmensch (sei es mit oder ohne Approbation) in Situationen, in denen jetzt und sofort medikamentöse Hilfe angesagt ist und man nicht warten kann, bis der Notarzt kommt? Ich würde dir dringend empfehlen, mal den Notfallmedizinblock abzuwarten und da dann zu lernen, was man noch so alles machen kann bevor man Medikamente in Menschen reinschüttet. Und mal ein realitisches Bild von Notfallsituationen zu bekommen.

Und was den überschießenden Enthusiasmus angeht: ich hab genug Kollegen gehabt, die sich mit Erhalt ihres RA-Examen erstmal ihr Auto zum Rettungswagen aufgerüstet haben. Und dann das ganze Zeug, was ein halbes Vermögen gekostet hat, ein Jahr später ungenutzt wegzuschmeißen, weils abgelaufen ist. Diese bittere Erkenntnis heilt die meistens von ihrem "für den Notfall vorbereitet sein".

Brutus
27.11.2013, 13:35
Hier sitzt ein anderer derer, die am anderen Ende der 112 stehen / sitzen / liegen. :-))
Und in meinem Kofferaum findest Du ein Stethoskop und einen Ambubeutel. Und wenn ich vom Dienst komme oder dahin gehe, noch eine rote Jacke und einen Helm und Sicherheitsschuhe. Medikamente? Wofür? Wo willst Du anfangen, und wo willst Du aufhören? Und vor Allem: wenn Du anfängst mit Medikamenten durch die Gegend zu rennen, dann solltest Du auch ein gewisses Maß an Diagnostik machen können. Also fangen wir mal an: O2-Flasche -> brauchste ein Pulsoxy. Myocardinfarkt-Medis? -> EKG / Monitor / Defi-Einheit (und wer anfängt ohne diese Diagnostik Antifibrinolytika in Menschen zu kippen, kriegt mit dem Paddel aufn Popo!!! Nitro? Oder Akrinor? -> RR-Messung.
Also mit Medikamenten alleine ist es nicht getan! Apropos Medikamente: wenn Du meinst, dass die 112-Menschen nicht nach 10 Minuten da sind, und DU helfen musst: es soll Apotheken geben. Und die gibt es sogar in den meisten Ländern dieser Erde. Manchmal muss man ein bißchen fahren, um eine Notdienstende zu finden, aber es gibt sie. Und das Beste: die hat immer frische, nicht abgelaufene Medikamente vorrätig. :-)
Und ansonsten: Bitte! Bitte! Bitte! Nicht anfangen Patienten nach gutdünken mit Medikamenten abzuschießen und dann die 112 anrufen! Denn ICH habe keinen Bock, DEINE Auswüchse hinterher auszubaden! Wenn ICH an einer Einsatzstelle Medikamente gebe, dann tue ich das nach sorgfältiger Diagnostik und reiflicher Überlegung, ob es sinnvoll ist, vor Ort überhaupt was zu geben. Und wenn ich es dann mache, dann weiß ich, dass ich mit der Ausrüstung des RTW und NEF auch Nebenwirkungen meiner Therapie in den Griff bekommen kann. Kannst Du das von Deinen Möglichkeiten auch behaupten?

Edit: Ach so, zum Thema erlaubt: eine ganz schlechte Idee ist es, Betäubungsmittel mit ins Ausland zu nehmen! Gut, kannst Du versuchen, könnte Dich aber mitunter bis in die Todeszelle bringen... :-nix

Feuerblick
27.11.2013, 16:28
...und man möge mir mal den infektiösen Notfall zeigen, bei dem man nicht erst mal maximal ne halbe Stunde bis zur nächsten Apotheke laufen könnte. Meistens bekommt man mit dem hübschen Arztausweis die Sachen ja gleich zum Mitnehmen... :-nix
Medikamente bevorraten ist einfach eine schlechte Idee. Denn: Du wirst sie in aller Regel nicht brauchen und dann sind sie abgelaufen, WENN du sie bräuchtest. Vom zu investierenden kleinen Vermögen wollen wir mal nicht reden.
UND: Wenn du tatsächlich versehentlich in ein Notstandsgebiet gerätst und da Medikamente vonnöten wären, dann reicht deine eine Packung, die du im Gepäck hast, ganz sicher nicht aus. Willst du dann Hölzchen ziehen lassen, wer das Medikament bekommt? Nicht so prickelnd...

Nina
27.11.2013, 18:07
Hey Myokard,
ich nehme an (und hoffe es ganz stark), dass du einfach deine Fragen unglücklich formuliert hast und deinen Enthusiasmus nicht so ganz unter Kontrolle hast. Hier in Deutschland (oder in Europa) sind, wie schon gesagt, 112 und BLS die Mittel der Wahl sowie eine gute Erste-Hilfe-Ausbildung.
Wenn du dich für medizinische Hilfe in abgelegeneren Gebieten interessierst, dann kannst du dir zum Beispiel die "Liste der unentbehrlichen Arzneimittel" der WHO ansehen (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_unentbehrlichen_Arzneimittel_der_Weltges undheitsorganisation) und die "Reference Books" von Ärzte ohne Grenzen: http://www.refbooks.msf.org/msf_docs/en/MSFdocMenu_en.htm.

WackenDoc
27.11.2013, 18:14
In abgelegenen Gebieten kommt es immer drauf an, wo genau man ist, was man dort tut und wie schnell Hilfe zu bekommen ist.
Selbst in Afghanistan hab ich 2 Antibiotika auf dem Auto gehabt und ganz sicher keinen Impfstoff (mal davon abgesehen, dass man für solche Länder eh einen Impfschutz haben und die Finger von Viechern lassen sollte). Ansonten war Pi mal Daumen das drauf, was ein NEF in Deutschland hat -ok, etwas abgespeckte Version in der Breite der Medis, dafür von manchen mehr).
Plus die "Truppenarztkiste" mit Medikamenten für Husten, Schupfen, Durchfall und Co.
Als Medizinstudent solltest du die Finger von sowas lassen.

Es gibt übrigens Firmen, die kundenorientierte Beratungsleistungen für exotische Länder anbieten (gerade wenn es um längere Aufenthalte, Firmen etc. geht)

Brutus
27.11.2013, 20:39
Und um das Thema Impfung und Tollwut jetzt endgültig vom Tisch zu fegen sei gesagt, dass der Tollwutimpfstoff zur Zeit nicht verfügbar ist! :-))
Nur noch Katastrophenschutzhelfer mit Nachweis des Arbeitgebers bekommen zur Zeit die Impfung...

Absolute Arrhythmie
27.11.2013, 20:59
Und um das Thema Impfung und Tollwut jetzt endgültig vom Tisch zu fegen sei gesagt, dass der Tollwutimpfstoff zur Zeit nicht verfügbar ist! :-))
Nur noch Katastrophenschutzhelfer mit Nachweis des Arbeitgebers bekommen zur Zeit die Impfung...

Ein Grund mehr von solchen Medikamenten einen Vorrat anzulegen!

EVT
27.11.2013, 21:35
und was macht man, wenn man die als reiseimpfung braucht?

Myokard
27.11.2013, 21:59
Ja sorry, war wohl mein Enthusiasmus, habe auch nicht an die Haltbarkeit oder Konservierung gedacht...
Sorry wollte hier auch echt keinen sauer machen... und eigentlich bin ich auch kein Troll^^

Liebe Grüße,
Myokard

Nurbanu
27.11.2013, 22:01
und eigentlich bin ich auch kein Troll^^

Liebe Grüße,
Myokard

Aber uneigentlich schon :D

Coxy-Baby
27.11.2013, 22:06
Sorry wollte hier auch echt keinen sauer machen...

Ach so schnell wird hier keiner sauer, man ist nur wirklich überrascht und bestürzt wenn jemand im 5. Semester mit nem LKW voller Medikamente loszottelt um die Menschheit vor was auch immer zu retten....

Myokard
27.11.2013, 22:39
Ja, irgendwie ziehe ich mit meinem LKW voller Medikamente durch die Lande ;D
vielleicht bin ich ja uneigentlich ein Troll... fand die Szene beim Hobbit auch echt traurig, als die Sonne meine Kollegen versteinert hat... xD

ich wäre aber auch nicht auf die idee gekommen in die leute medikamente zu "schütten"...
schließlich gebe ich auch zu, dass Tollwut wirklich ein blödes beispiel war, aber ich finde das Krankheitsbild ziemlich schrecklich... kurz davor las ich von einem Fall, bei dem einem Mädchen beim Urlaub in Osteuropa nach einem Hundebiss nichts vom Allgemeinmediziner gegeben wurde, und sie später Tollwut bekommen hat... ich fand die Fehldiagnose und die Folgen ziemlich traurig, daher habe ich es als Beispiel genommen...

Coxy-Baby
27.11.2013, 23:09
Ach du warst das beim Hobbit.....
Natürlich sind solche Fälle tragisch, aber nochmal, das muss man erstmal erkennen und dann richtig behandeln... Und das kann man in freier Wildbahn mal nicht so eben, selbst wenn du jemanden hast der nen STEMI hat, was willst du mit dem? Du kannst ihm nichts wirklich gutes vor Ort tun also 112 und ab damit, die freundlichen Herren in Rot werden wegen soviel Quark gerufen "Fuß angestossen" "Kein Geld fürs Taxi um in Krankenhaus zu kommen bei Sodbrennen seit 14 Tagen.."....die freuen sich dann auf richtige Zuweisungen deinerseits...

PS: Sehen wir uns dann zum 2.Teil demnächst im Kino ;-)

Brutus
28.11.2013, 07:15
und was macht man, wenn man die als reiseimpfung braucht?
Tja, ein Kollege hat zur Zeit das Problem. Aber Du bekommst die Impfung wirklich nur mit Bescheinigung des AG über Katastrophenhilfe. Ansonsten bleibt nur noch die Postexpositionsprophylaxe. Dann bekommst Du natürlich den Impfstoff.
Blöder Fall dazu: einem Patienten fliegt eine infizierte Fledermaus ins Gesicht und kratzt die Haut auf. Im Urlaubsland kein Impfstoff zu bekommen, also direkter Flug zurück nach Deutschland. 1 Tag nach Vorfall Impfung, trotzdem 4 Tage später tot. Grund war der Befall der Gesichtnerven und damit direkter Zugang zum ZNS. :-nix

Sebastian1
28.11.2013, 07:19
Ist nicht die Letalität bei 100% bei Nichtgeimpften? Ich habe damals für eine Auslandsreise in ein entsprechendes Gefahrengebiet eine Impfung erhalten, die hält aber wohl auch erstmal nur 3Jahre....zumindest nach Empfehlungen.

Eilika
28.11.2013, 07:58
Die Letalität ist 100% bei Erkrankten. Normalerweise hast du etwa 72h nach Biss/Verletzung, um eine aktiv/passiv-Simultan-Impfung zu machen. Also bevor die Erkrankung ausbricht. Der von Brutus beschriebene Fall ist schon krass!

McBeal
28.11.2013, 08:29
Ich bin ja Ärztin und zweifache Mutter (und die sollen ja die schlimmsten sein ;-) ) und in unserem Haushalt gibt es genau zwei Notfallmedikamente: Salbutamol für mich (binAsthmatikerin) und Prednisolon supp für die Kinder - haben wir trotz diverser Pseudokruppattacken noch nie gebraucht, da hat immer kalte feuchte Luft gereicht. Wobei ich zugeben muss, dass einem das beruhigen und ruhig bleiben leichter fällt, wenn man weiß, wo die Zäpfchen liegen. Mehr nicht.

Wiederhole immer wieder die BLS-Maßnahmen und speicher Dir die 112 ab. Beatmungsmaske ist nicht schlecht, aber im Zweifel ist ja das Wichtigste, dass Du ordentlich drückst. Den Rest erledigen dann die Einsatzleute schon.

LG
Ally

MissGarfield83
28.11.2013, 08:54
Das einzige was ich ständig dabeihab ist sone Faltmaske - die klemmt in ihrer Tasche am Schlüsselbund. Mehr brauchts ja eigentlich auch nicht.

CYP21B
28.11.2013, 12:26
Das einzige was ich ständig dabeihab ist sone Faltmaske - die klemmt in ihrer Tasche am Schlüsselbund. Mehr brauchts ja eigentlich auch nicht.

Dito.
Ich bin auch bisher irgendwie nicht wirklich oft in die Situation gekommen dass ich Erste Hilfe leisten musste. Im Rahmen von kleinere Feuerwehreinsätzen gabs mal paar Kleinigkeiten, da gäbs aber sogar einen Rucksack mit quasi First Responder Ausrüstung und bei größeren Sachen ist sowieso automatisch der Rettungsdienst mit von der Partie.
Wenn man mit dem Auto unterwegs ist hat man auch den Verbandskasten dabei und wenn man eben die "üblichen" Sachen macht kann man damit die Zeit bis der Rettungsdienst da ist ja auch schon ganz gut überbrücken.