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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zweitstudium mit 29 / Checkliste für die Entscheidungsfindung



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LotF
17.01.2014, 16:45
Nurbanu, das ist so nicht richtig und nein, man erwirbt dann quasi mit Hochschulabschluss sein Abitur und muss sich regulär bewerben, soweit ich das noch richtig im Kopf habe. Einfach mal bei HSS nachfragen.

Nurbanu
17.01.2014, 17:16
Aber dann ist man doch kein Zweitstudent, wenn der Abschluss als Abinote gewertet wird?

Bei HSS frage ich nicht nach, mich betrifft es nicht. Ich kenne den 08/15 Zweitstudenten, wie er auf HSS beschrieben wird:
Studium an einer deutschen Hochschule abgeschlossen


:-nix

LotF
17.01.2014, 17:49
Eben, ich habe im Kopf, dass wenn man bspw. eine Fachhochschulreife besitzt, einen FH Bachelor macht, man noch kein Zweitstudent ist. Finde hierzu aber adhoc keine Quelle. Evt. hat sich das zwischendurch geändert!? Aber die Frage ist berechtigt, denn in Niedersachen kann man bspw. auch ohne Abitur mit entsprechender Ausbildung studieren. Daher: bei HSS nachfragen (nicht du Nurbanu, sondern die jeweils interessierte Person).

lio
17.01.2014, 18:00
Im Merkblatt für Zweitstudienbewerber steht dazu:

Auch wer erst durch den Abschluss des Erststudiums die Berechtigung für das nunmehr angestrebte Studium erworben hat, muss seinen Zulassungsantrag als Zweitstudienbewerber stellen. Solche Bewerber können sich nicht darauf berufen, dass sie vorher gar keine Hochschulzugangsberechtigung besaßen, die ihnen die Aufnahme ihres jetzigen Wunschstudiums ermöglichte. Sinn eines Studiums ist jedoch nicht die Vermittlung einer Studienberechtigung; dies ist nur eine Nebenfolge.

Nurbanu
17.01.2014, 18:11
Interessant. Danke.

LotF
17.01.2014, 18:14
ach lio danke! Ich wusste doch, dass ich dazu schonmal was gelesen habe, hatte aber eindeutig die falschen Suchbegriffe eben benutzt :)

Basti1989
18.01.2014, 14:26
Als Zweitstudent geht man durch, wenn man vorher in Deutschland studiert hat, und das geht nur mit Abi. Von daher verstehe ich deine Frage nicht.
Man kann auch ohne Abi, also mich Fachabitur oder der Meisterprüfung alle bachelor Studiengänge studieren, zuminstest an meiner örtlichen Uni.

davo
18.01.2014, 18:20
Hallo zusammen,

ich überlege im Zweitstudium (Erststudium BWL and erst einer Berufsakademie und dann an der London School of Economics & Cambridge, deswegen in Deutschland rechtlich Erststudium Medizin) Medizin zu studieren. Losgehen würde es erst im September 2014. Ich würde einen gut bezahlten Job in der Unternehmensberatung und die Promotionsmöglichkeit an einer sehr renommierten internationalen Uni verlassen. Deswegen würde mich interessieren: Welche Informationen / Erfahrungen / Eindrücke sollte ich sammeln um mich ganz bewusst für das Studium entscheiden zu können (Vorlesungen besuchen, Lernstoff sichten, Krankenhaus-Alltag kennen lernen?)? Welche Themen muss ich durchdenken um so ein Studium durchzuziehen, falls es mal hart wird? Wie funktioniert das als Altstudent mit der sozialen Integration / Anerkennung bei den Profs /Umgang damit eine Karriere hinter sich zu lassen? Mein Ziel wäre mir dem Studium die "Corporate Career" hinter mir zu lassen und langfristig freier, hoffentlich sinnvoller und unabhängier z.B. als Hausarzt zu arbeiten. Ich habe die nächsten Monate das Glück einen Tag die Woche frei zu haben, in dieser Zeit könnte ich Vorlesungen besuchen, Versuchen Mini-Praktika etc zu machen.... Wo sammelt man Informationen und lässt sich bei so einem Schritt beraten?

Über jeden Hinweis und Gedankenanstoß würde ich mich sehr freuen!

Meine Erfahrung: mit den Mitstudenten/Profs wirst du keine Probleme haben. Manche Leute wundern sich natürlich warum man sich das antut, aber die meisten finden das völlig OK. Allerdings kostet das Studium extrem viel Zeit, auch im Vergleich zu einer anspruchsvollen Karriere. Deshalb braucht man viel Sitzfleisch und eine hohe Frustrationstoleranz. Das Studium ist nicht schwerer als WiWi, aber halt viel intensiver. In den ersten vier Semestern hast du hauptsächlich Anatomie, Biochemie, Physiologie, Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik) und diverse "kleinere" Sachen (wie z.B. medizinische Psychologie, medizinische Soziologie, Terminologie, uvm.) Deshalb ist da sehr viel auswendig zu lernen, obwohl man sich natürlich viel Zeit sparen kann wenn man verständnisorientiert lernt. (Aber auch dann muss man noch immer unheimlich viel auswendig lernen.) Das Studium ist extrem faszinierend, aber du musst dir halt vor Augen halten dass du erst Ende 2020 wieder Geld verdienen würdest und frühestens Ende 2025 als Hausarzt arbeiten könntest. Wenn du damit leben kannst dann ist es sicher eine Überlegung wert - ich z.B. bereue meine Entscheidung überhaupt nicht.

Ich persönlich würde dir ein Buch wie "Der menschliche Körper" von Kugler, "Der Körper des Menschen" von Faller und Schünke oder "Mensch Körper Krankheit" von Huch und Jürgens empfehlen. So bekommst du einen guten Überblick darüber was dich in den medizinischen Fächern der ersten vier Semester erwartet. Das ist IMHO sinnvoller als sich die Medizin-Lehrbucher selbst zuzulegen (die diese meist sehr schnell in die Tiefe gehen und für sich genommen zu isoliert wirken - dadurch dass man viele Fächer gleichzeitig besucht bekommt man an der Uni die Zusammenhänge gut vermittelt).

Ansonsten wäre es natürlich sehr empfehlenswert eine Hospitation bei einem Hausarzt zu machen - je länger desto besser. Und idealerweise auch im Krankenhaus. Denn was bringt es wenn dir das Studium zusagt, wenn du dann draufkommst dass der Job nichts für dich ist.

Aber zusammenfassend kann ich sagen dass du dir des Alters wegen keine Gedanken machen solltest. Das Alter wird definitiv kein Problem sein.

EVT
18.01.2014, 19:59
naja, sooo viel zeit kostet es auch nicht ;-) vllt. in der klausurenphase oder vorm physikum, aber sonst...

stupor
22.02.2014, 17:26
Hallo Marie,

deine Überlegungen kann ich nachvollziehen! Und gehe mit meinen in ganz ähnliche Richtungen wie du.
Aus deinen Zeilen entnehme ich, dass du das Ganze sehr rational zu klären versuchst. Das ist klug. Entscheidender ist aber zunächst, welche Bedürfnisse du hast, was du mit einem Medizinstudium assoziierst und weswegen du gerade die Tätigkeit als Arzt als eine Art Ausweg begreifst aus dem straffem Programm am freien Markt!?
Ich gehe momentan den Weg, dass ich Menschen aus meinem Netzwerk befrage, Finanzierungsmodelle durchgehe und viel recherchiere.
Kläre zunächst mal alle Gründe, die dich zu einem Medizinstudium verleiten - denn es ist ein harter Weg, der auch einiges an Einbußen mit sich bringt. Und die Zeit an der Klinik ist durchaus sportlich und nicht weniger unfrei als das, was du gegenwärtig machst.

Sprich dich auch mal gezielt Ärzte an in deinem Netzwerk. Ich mache das auch, und habe kommenden Dienstag z.B auf diesem Weg einen Termin bei einem erfahrenen Facharzt, mit dem ich meinen Studienwunsch mal durchdeklinieren werde ;-)
Ansonsten kann ich nur sagen: wenn du es wirklich willst, du dir deiner Beweggründe klar bist und es nicht nur eine Fluchtgeburt ist als auch das Finanzielle geklärt ist - nur zu: bewirb dich und versuch deine Glück.

Ansonsten freue ich mich auf dein Feedback.

Marie2014
21.04.2014, 18:21
Lieben Dank für die super hilfreiche Antwort!

Marie2014
21.04.2014, 18:28
Hallo zusammen,

also jetzt 3 Monate später - bewerbe ich mich tatsächlich. In meiner Endauswahl sind Heidelberg, Heidelberg Mannheim (wegen der Ortsschlüsselung, ich erhoffe mir über die Sozialkriterien gezogen zu werden), München, Frankfurt, Regensburg... aber leider kann ich die Unis noch gar nicht einschätzen. Ist der Ruf der Uni für Mediziner überhaupt wichtig oder zählt nur das Physikum und die Uni Rankings usw. sind eigentlich ein BWLer Phänomen? Gibt es Unis an denen die Vorklinik viel härter (oder besser: einfacher ;-) )ist als anderswo? Wird man an den großen Unis abgefertigt - oder haben die Heidelberger, Münchner und Frankfurter unter euch trotzdem das Gefühl eine gute Ausbildung zu kriegen? Hat man an kleinen Unis (Regensburg) die gleiche Auswahl und Ausbildung wie an den großen - nur bessere Betreuung - oder wünscht man sich an größere Fakultäten?

Liebe Grüße! Marie

Ehemaliger_user10082014
22.04.2014, 19:22
Sicher, dass du in die Erststudienquote fällst? Habe auch eine Freundin die von einer Berufsakademie in Hessen als Zweitstudiumsbewerberin eingestuft wurde, da die meisten Berufsakademien staatlich anerkannt sind und hochschulrechtlich den Fachhochschulen gleichgestellt sind - würde da zumindest noch einmal nachfragen im Zweifelsfall :-)

LotF
22.04.2014, 20:00
Hochschulen sind z. B. Universitäten, frühere Gesamthochschulen, Pädagogische Hochschulen, Musikhochschulen, Kunsthochschulen, Sporthochschulen, Bundeswehrhochschulen, Kirchliche Hochschulen, Fachhochschulen einschließlich der Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung. Berufsakademien* sowie Vorgängereinrichtungen der Fachhochschulen, z. B. Höhere
Fachschulen und Ingenieurschulen, zählen nicht dazu.

* Die baden-württembergischen Berufsakademien haben zum 1. März 2009 Hochschulstatus erhalten und heißen
jetzt „Duale Hochschulen“. Studienbewerber, die dort ihren Abschluss nach dem 28. Februar 2009 erworben haben, gelten als Zweitstudienbewerber

Quelle: http://hochschulstart.de/fileadmin/downloads/Merkblaetter/M08.pdf

Ist schon ziemlich eindeutig geregelt oder nicht?

Marie2014
22.04.2014, 21:43
....lieben Dank für den Hinweis, haben mir schon schriftlich bestätigen lassen, dass sowohl mein BA Abschluss (vor 2009) als auch die ausländischen Abschlüsse nicht wirksam sind und ich somit 20 Wartesemester habe. Ich wurde auch schon in den letzten Jahren angenommen - ich kam nur erst dieses Jahr ernsthaft auf den Gedanken ich könnte zukünftig genauso viel für weniger Geld arbeiten und während meine Freunde Familien gründen ein Zweitstudium anfangen. ;-) Jeder Jeck ist anders ;-)

SineNomine
25.04.2014, 00:09
also jetzt 3 Monate später - bewerbe ich mich tatsächlich. In meiner Endauswahl sind Heidelberg, Heidelberg Mannheim (wegen der Ortsschlüsselung, ich erhoffe mir über die Sozialkriterien gezogen zu werden), München, Frankfurt, Regensburg... aber leider kann ich die Unis noch gar nicht einschätzen. Ist der Ruf der Uni für Mediziner überhaupt wichtig oder zählt nur das Physikum und die Uni Rankings usw. sind eigentlich ein BWLer Phänomen? Gibt es Unis an denen die Vorklinik viel härter (oder besser: einfacher ;-) )ist als anderswo? Wird man an den großen Unis abgefertigt - oder haben die Heidelberger, Münchner und Frankfurter unter euch trotzdem das Gefühl eine gute Ausbildung zu kriegen? Hat man an kleinen Unis (Regensburg) die gleiche Auswahl und Ausbildung wie an den großen - nur bessere Betreuung - oder wünscht man sich an größere Fakultäten?

Liebe Grüße! Marie

Also das Ranking ... es kann ggf. von Vorteil für ne Karriere in der Spitzenwissentschaft sein, aber da ist der Zug in dem Alter fast schon abgefahren ;)
Für alles andere .... isses eigentlich latte. Nebenbei ist das Physikum erst recht egal. Für meine 1 im Physikum kann ich mir auch nix kaufen und ich wage mal die Prognose, daß sie auch zukünftig völlig egal sein wird, es sei denn Du magst Deine Zimmerwand damit dekorieren.

Du kannst ggf. überlegen ob Dir die Modellstudiengänge wie Köln, Berlin oder andere zusagen oder ob Du den klassischen studiengang vorziehst. Wäre für mich eher ne Überlegung als das "Ranking". Die Ausbildungsqualität ist am wenigsten am Ranking ablesbar, eher schon die Forschungsreputation. Die aber in unserem Falle imho eher vernachlässigbar ist.
Die Ausbildung vergleichen kann man kaum, dafür müßte man wirklich 2x an verschiedenen Orten studieren, aber jeder flucht über das ein oder andere, egal an welcher Uni. Ich würd mir da wirklich andere Kriterien vornehmen :-)

Zur Vorklinik, ja, da gibts sicher Unterschiede, aber das müßtest Du dann auf Fach und Prof runterbrechen.

Letztlich würd ich bei der Ortswahl vor allem meinem Gefühl folgen (und ggf. familiären oder finanziellen Erwägungen, so von Relevanz)