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PrinzessinAmygdala
22.01.2014, 22:19
Hallo!

Arbeite seit kurzem auf einer Intensivstation. Ist schon eine ganz schöne Umgewöhnung von Normalstation auf ITS. Stehe vor ganz neuen Herausforderungen und schlag mich durch.

Würde gerne wissen, wie es bei euch so war? Kamt ihr direkt gut zurecht? Musstet ihr euch erstmal eine ganze Zeit lang durchbeißen? Wie unterschiedlich habt ihr das alle so weggesteckt bzw. angegangen?

Und diejenigen, die bereits studieren: Hat euch die Erfahrung geholfen? Fallen euch im Studium bestimmte Dinge leichter? Wenn ja, welche?

Hab ganz viele Fragen und bin recht neugierig auf eure Geschichten und Erfahrungen. :-)

Auf geht´s!! ;-)

PrinzessinAmygdala
22.01.2014, 22:37
Sehe grade, dass ich es besser ins Pflege- und Intensivforum gepostet hätte :-D

EVT
23.01.2014, 10:15
ich habe direkt nach dem abi 9 monate in der pflege auf einer intensivstation verbracht, ich fands super. umgewöhnung von normalstation gabs ja nicht, aber danach fand ich normalstation erstmal langweilig^
wenn du die psychische belastung meinst, damit hatte ich nie probleme, auch jetzt zum ende vom studium hin nie.
ich habe dort viel gelernt, was mir im studium schon sehr geholfen hat, mehr als wenn man das kpp auf einer normalstation gemacht hätte glaube ich.
man kennt die ganzen geräte, mehr medikamente, arbeitsabläufe, krankheitsbilder..

Absolute Arrhythmie
23.01.2014, 10:32
Als was hat du da gearbeitet, evt? Bist du GuK?

Ich werd bei Gelegenheit am Rechner was dazu schreiben, hab nach dem Examen zwei Jahre auf ITS gearbeitet.

EVT
23.01.2014, 10:55
ne, fsj, was mir natürlich als kpp angerechnet wurde. daher habe ich auch verbracht und nicht gearbeitet geschrieben ;-) wobei ich schon viel gearbeitet habe, war gut ins team eingebunden u durfte nachher auch viel alleine machen.daher denke ich ja auch, dass ich dort mehr als beim kpp auf einer normalstation gelernt habe.
in den weiteren semesterferien der vorklinik war ich auch immer wieder dort.
famulaturen später auf intensiv oder notaufnahme waren dann aber nochmal anders, weil man da ja mit der pflege weniger zu tun hatte, aber die vorerfahrung hat natürlich geholfen. auch beim notfall kurs in der uni oder wenn man da auf intensiv war, war man nicht direkt erschlagen.

Absolute Arrhythmie
23.01.2014, 11:18
Ich habe die Frage eher so verstanden, dass es die TE eher interessiert hat, wie man als examinierter Neuling mit der Belastung auf intensiv klar gekommen ist.
Und die hab ich nach dem Examen als enorm viel höher empfunden als vorher, obwohl ich schon in der Ausbildung auf its War.
Also nimm es mir bitte nicht übel, aber ich glaub nicht, dass ein fsj damit vergleichbar ist.

EVT
23.01.2014, 11:38
die belastung auf intensiv im vergleich zur schule war noch höher :-))
klar ist ein fsj damit nicht vergleichbar, daher habe ich es ja auch dazu geschrieben. aber da ich exakt die gleiche arbeit wie die pfleger gemacht habe (war immer mit einem den ganzen tag zusammen), hatte ich natürlich schon einen einblick.
aber wenn man als fsjler in einem jahr schon so viel lernt, kann es als guk nur noch höher sein. daher wollte ich meine erfahrung dazu kurz vor ende der klinischen kurse an der uni teilen, denn danach war ja auch gefragt und das kannst du als ersti nicht beurteilen ;-)
ansonsten ist es hier auch ein freies forum in einem freien land.

Maja85
23.01.2014, 12:34
Ich denke, es ist die gefühlt größere Verantwortung weil kränkere Menschen, welche die Threadstellerin meinte plus Arbeitsbelastung bei vielen kritischen Situationen gleichzeitig. Das geht, denke ich, der Pflege nicht anders als den Ärzten, die zum ersten Mal auf Intensiv sind. Diesen Druck merkt man als FSJler genauso wenig wie als Student (war als Student auch viel auf Intensiv), da man ja weiß, dass die Verantwortung bei den anderen liegt. Es ist also wirklich überhaupt nicht vergleichbar. Wirst du schon noch merken.

EVT
23.01.2014, 12:46
ich weiß gar nicht, warum ihr mich hier so anzickt :-nix
es ist doch jedem klar, dass man sich als praktikant, student, famulant, pjler, was auch immer, zwar in die arbeitsabläufe einarbeiten kann, aber nie die verantwortung tragen muss, die nur der approbierte arzt trägt. natürlich macht es das ganze deutlich entspannter, aber ich darf hier ja wohl schreiben, dass ich viel praktisches gelernt habe, was mir im studium hilft?
danach hat sie auch gefragt.
ein forum lebt vom austausch... nicht von zensur. es wird immer jemanden geben, der mehr erfahrung hat, aber sollen sich deshalb alle anderen sich gar nicht mehr äußern?
dann berichte du doch mal von deinen erfahrungen.

Absolute Arrhythmie
23.01.2014, 15:55
@EVT: Hmm, ich kann nix zickiges dir gegenüber raislesen, ich empfinde grade eher dich als zickig, und frag mich was das soll?
Ich hab mich lediglich gefragt, ob deine Antwort (so interessant sie für dich auch sein mag) im Sinne dessen war, was die TE wissen wollte. That's it.
Ich kann natürlich (wie du ja freundlicherweise angemerkt hast :-D) nichts bezüglich des Studiums sagen, aber dafür umso mehr über die Verantwortung, die man trägt, wenn man hauptverantwortlich für andere Menschen ist.
Und ja, ich hab auch ne Ausbildung gemacht und auch vorher freiwillige Praktika, ich kann das schon vergleichen ;-)

@PrinzessinAmygdala: Hier mein versprochener Erfahrungsbericht.
Wie schon erwähnt, hab ich direkt nach meinem Examen '09 auf ITS angefangen, und dort 2 Jahre gearbeitet.
Der Anfang war ziemlich heftig, denn obwohl ich nach meinem ITS-Einsatz während der Ausbildung dachte, ich wär allmächtig ( :-)) ), hab ich schnell gemerkt dass ich eigentlich keine Ahnung von irgendwas hatte.
Ich hab damals in der Kardiochirurgie gearbeitet, wo die Patienten nach OP natürlich auch sehr schnell sehr kritisch werden können, es gab viel Maschinerie (invasives Monitoring, CVVHDF, IABP, ECMO), alle Patienten waren zumindest zeitweise Katecholaminpflichtig, alle beatmet post-OP, viele mit Durchgangssyndrom.
Das war schon ziemlich krass am Anfang, ich hab mich oft überfordert gefühlt .
Auch den emotionalen Druck hab ich als hoch empfunden, so viele schwerstkranke Menschen und vor allem der Umgang mit den Angehörigen in so einer Situation, ich fand das schon belastend.
Nichts desto trotz hat es mir enormen Spaß gemacht, es gibt mMn nichts besseres als Intensivstation, und ich will auf jeden Fall später zurück :-love

Nach zwei Jahren, als ich dann allmählich fitter und sicherer wurde, hatte ich dann leider ein großes physisches problem und musste den Bereich wechseln.
Im Nachhinein war das auch okay, so hab ich die Chance gehabt nochmal was ganz anderes kennen zu lernen, was sonst völlig an mir vorbei gegangen wäre, aber die Erfahrung auf ITS will ich nicht missen.

PrinzessinAmygdala
23.01.2014, 22:43
Ich selbst hab von Normalstation auf Kinderintensiv gewechselt. Und obwohl mein Examen schon über zwei Jahre her ist, hab ich das Gefühl wieder ziemlich von vorne anzufangen. Das ist mitunter ganz schön anstrengend und ab und an auch recht frustrierend, schließlich war man vorher topfit und sehr selbstständig. Wollte daher mal hören, ob es anderen auch so erging. Ob es vielleicht Tipps gibt. Empfinde die Arbeitsbelastung auch schlimmer als die psychische. Mit letzterer komm ich noch zurecht.

EVT
24.01.2014, 13:30
keine sorge, ich bin im real life keine zicke, ganz im gegenteil.
ich fand die sofortige frage, als was man da gearbeitet hat, impliziert die hier im forum übliche (jetzt nicht speziell auf dich oder diesen thread hier bezogen) überzeugung, dass man bei manchen sachen ja überhaupt nicht mitreden könne, weil man dies und jenes noch nicht gemacht habe, weil einem jahrelange erfahrung etc. fehlt, also besser gar nichts schreiben sollte und einem die erfahrenen ärzte erstmal alles erklären müssen und dann sowas kommt wie: du wirst schon sehen, geh erstmal arbeiten... das wirkt arrogant und von oben herab. da wird sich über schüler lustig gemacht, über manche user gelästert, bei neulingen sofort rumgezickt und auf die boardsuche verwiesen...

genauso deine bemerkung, dass man die psychische belastung als fsjler nicht beurteilen könne. da gebe ich dir recht, dazu habe ich mich ja auch gar nicht geäußert, sondern zu den praktischen tätigkeiten.
zu dem vorteil im studium hat sich ja immer noch keiner geäußert.
denn wie viele antworten soll es denn hier geben, wenn nur fertige ärzte, die jetzt auf intensiv arbeiten und vor dem studium als guk erst auf normal, dann auf intensivstation gearbeitet haben, antworten dürfen? nicht so viele denke ich.

wie gesagt, ich erachte es nicht für nötig, vor jeden post erstmal zu schreiben: eigentlich kann ich das ja gar nicht beurteilen, ich bin ja noch nicht soweit, ohne erfahrung kann man das gar nicht richtig beurteilen... irgendwie ist es für mich immer klar, dass man natürlich als student oder schüler noch eine andere sichtweisen hat, aber jeder war mal student und sollte etwas nachsichtiger mit jüngeren sein. sonst könne man hieraus ja auch ein fachärzte forum machen, von denen es aber schon genug gibt.

][truba][
24.01.2014, 13:38
Ich habe nach dem Abitur meinen Zivildienst, ähnlich wie EVT, auf einer Intensiv verbracht, danach die Ausbildung absolviert und im Anschluss auch gleich auf einer Intensivstation begonnen.

Ich arbeite auch jetzt, während des Studiums, noch auf besagter ITS und kann dich beruhigen. Es dauert ca. ein Jahr (oder etwas länger) bis man sich relativ sicher fühlt. Du musst dich in den ersten Monaten darauf konzentrieren keine Fehler zu machen und kannst dabei erst langsam dein eigenes "Konzept" erstellen. Man muss seine eigene Zeiteinteilung finden, was du peinlich genau machst, was vlt nicht so genau, wann du was machst etc. pp. Noch dazu kommen die zu bedienenden Geräte, wovon es ja auch eine Menge gibt und die Zusatzarbeit bedeuten. Andere Medikamente als auf Station (mehr parenteral, weniger oral), andere Dokumentation etc. pp.

All das wirst du für dich selber strukturieren und dann gut mit der Situation klar kommen. Ich erinnere mich noch an meine ersten Monate. Sie waren gruselig. Jedes mal hab ich gehofft nicht solche "Wracks" abzugreifen (man entschuldige die Umgangssprache hier ;-) ) damit ich alles in Ruhe schaffe. Inzwischen ist es völlig egal, was es für Patienten sind.

Mit der psychischen Belastung hatte ich nie Probleme. Ich habe immer gut und gewissenhaft gearbeitet (und mache es noch) und wenn es dann mal nicht sein sollte, dann sollte es nicht sein.

Ich finde allerdings die ITS deutlich entspannter als eine Normalstation. Klar, man hat schon teilweise sehr schlechte Patienten aber ich fände es viel schlimmer und schwerer 16 Patienten betreuen zu müssen und dabei nichts zu vergessen/falsch zu machen. Da sind mir die 2-3 Patienten doch lieber und einfacher. Allerdings fehlt mir der direkte Vergleich da ich nur aushilfsweise direkt nach dem Examen 2 Monate auf eine Normalstation musste. Hiervor ziehe ich aber definitiv meinen Hut. Für mich die schwere Arbeit.

LG Thomas

P.S: Es hilft mir etwas im Studium aber man hat auch keinen riesigen Vorteil.
P.S.S: Ich finde EVT kann hier seine Erfahrungen genauso posten wie die anderen Kollegen. Er/Sie hat in den 9 Monaten sicherlich auch Einblick in die Thematik erhalten (auch wenn eine Ausbildung und anschließende Verantwortung höher sind) und kann beurteilen ob man es im Studium gebrauchen kann, oder auch nicht.

PrinzessinAmygdala
24.01.2014, 16:25
Danke für die bisherigen Antworten. Auch Sichtweisen von Nicht-Pflegern sind erwünscht, auch wenn ich in meiner Fragestellung erstmal nach Pflegern gefragt habe. :-)

PrinzessinAmygdala
27.04.2014, 12:01
Zwischenstand. Werde den Job auf ITS Ende Mai schmeißen. Ging gar nicht mehr. Habe die ganze Zeit geglaubt, ich könnte nix und wäre zu dumm. Bin da so niedergemacht worden. Letztendlich hab ich aber erfahren, dass ich wahrlich nicht die erste bin, die da aufhört. Wenn man nicht von Anfang an perfekte Glanzleistungen bringt, hat man schon verloren.

Absolute Arrhythmie
27.04.2014, 20:53
Dann liegt es vielleicht einfach an der Station. Denn meiner Erfahrung nach legt sich das Insuffizienz-Gefühl irgendwann. Wohin wirst du denn wechseln?

PrinzessinAmygdala
03.05.2014, 10:36
Wahrscheinlich in die Dialyse. Da hab ich dann auch keine Nächte mehr und immer sonntags frei. Ist auch mal ganz chillig. Besonders noch ein Jahr bevor das harte Studienleben losgeht.

Sebastian1
03.05.2014, 11:03
das harte Studienleben

Der war gut :-))

Miss
03.05.2014, 15:42
Kann auch nur aus ärztlicher Sicht berichten, auch wenn sich das Thema für die TE anscheinend schon erledigt hat.
Bin so im 3. Jahr als Anästhesistin auf unsere ITS gekommen, das ist schon ein ziemlicher Schock gewesen -und das wird für alle Berufsgruppen ähnlich sein. Während man mit einiger Intensiverfahrung einfach an nervige oder auch nur total unbedarfte naive Angehörige gewöhnt ist oder auch an kritische Patienten und viel Verantwortung und auch sterbende Patienten gewöhnt ist, ist das am Anfang echt sehr ungewohnt. Man wird Dinge gefragt, was denn jetzt gemacht werden soll -und man denkt, *ich weiß es doch auch nicht* :-oopss aber man muß sich halt was überlegen, und das funktioniert dann besser oder schlechter :-)) man bekommt Tipps von Kollegen und der Pflege (wenn sie wollen ;-) und auch nicht alles ist hilfreich) -und es wird besser :-)
Das hab ich sowohl selbst erlebt, als auch bei Kollegen gesehen, ob nun ärztlich oder pflegerisch. Der Vorteil der Pflege ist, daß es einfach mehr sind, die sich gegenseitig besser unterstützen (meistens jedenfalls und zumindest bei uns so beobachtet) -und bei ihnen nicht noch das Problem dazu kommt, daß sie von den Ärzten auflaufen gelassen werden ;-) das passiert nämlich gerne mal umgekehrt. Man ist halt darauf angewiesen, daß man zusammenarbeitet, die sagen mir, wenn jemand bspw. nicht mehr pinkelt, die Katecholamine sich verdoppeln oder die Temperatur rasant ansteigt -das kriegt man sonst nämlich nicht immer sofort mit, und ich nehm im Gegenzug auf die Rücksicht oder helf mal was.

Funktioniert ganz gut.

Bei uns wird die Pflege auch ziemlich lange eingearbeitet, wenn sie von woanders kommen oder Berufsanfänger sind. Wenn schon das bei Dir nicht wirklich geklappt hat (das ist ja wirklich ne andere Welt), dann wird wahrscheinlich der weitere Zusammenhalt auch nicht so der Hit sein :-oopss

LasseReinböng
03.05.2014, 16:18
Studien sind kein Zuckerschlecken !