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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kollegenpfusch - anonyme Anzeige?



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Herzkasperl
27.01.2014, 11:14
Hat denn jemand von euch die Rechtslage genau verstanden? Ich unterliege ja der ärztlichen Schweigepflicht in allen Sachen, die ich so in der Klinik mitbekomme, auch wenn es nicht meine eigenen Patienten sind. Ich weiß, dass ich die Schweigepflicht brechen darf, wenn Gefahr im Verzug ist. Aber auch in so einem abstrakten Fall?

Die ärztliche Schweigepflicht hat damit erst mal nichts zu tun, da Du nicht den Patienten anzeigst. Und berufliche Verpflichtungen (aus Arbeitsverträgen) können grundsätzlich nicht greifen, wenn es um Straftaten geht. Für eine anonyme Anzeige braucht es zwar nicht viel Substantiiertes, da das öffentliche Interesse so groß sein dürfte, dass schnell mal ein Durchsuchungsbeschluss hergeht. Kopien aus der Akte wären aber sicher nicht schlecht, um das Ganze zu untermauern und auch um spätere Manipulationen der Akte (Achtung, wieder Straftat: Urkundenfälschung....) zu erschweren.

Das größere Problem wird aber Deine Anonymität sein. Schon das Posten hier kann am Ende kritisch sein, besonders falls sich die Vorwürfe als falsch herausstellen. Rechtsberatung ist da dringend angeraten, als erstes sicher mal MB oder ein eigener Anwalt.

An die Presse geben ist übrigens etwas ganz anderes - das ist keine zur Verschwiegenheit verpflichtete Strafverfolgungsbehörde, nichtmals ein Organ der Rechtspflege. Finger weg.

Wie "solche Sachen" böse enden können, kann man gerade am Beispiel München-Harlaching studieren. Da war es am Ende so, dass die Vorwürfe schlicht haltlos waren - mit trotzdem massiven wirtschaftlichen Konsequenzen bis hin zu Überlegungen eine ganze Abteilung zuzumachen. Daher die dringende Empfehlung: Mit sehr großzügigem Maß messen, ob es wirklich Fehler sind.

anignu
28.01.2014, 00:04
Ach komm... da wird München-Harlaching zitiert... ( für die die keine Ahnung haben: es geht um die Kinder-Station)

Ein paar Jahre früher war dieser Friedl in Freiburg. Das war ein Mensch der ganz großen Mist gebaut hat (gibt auch Gerichtsurteile dazu). Das ist der Klassiker von ärztlichem Fehlverhalten. Da kann man auch sehr viel vom Umgang mit der Klinikleitung mit solchen Operateuren lernen oder wie es den Assistenzärzten jetzt geht oder dem Chefarzt usw...

Aber ich kann das nur unterstützen: sind es wirkliche "Fehler" oder nur "operationstechnische Mäglichkeiten, die man unter der Gesamtbetrachtung des Patienten in Erwägung ziehen kann"?
Aufpassen. Das Fliegt dir sonst sowas von um die Ohren. Schreib wenn dann hundertprozentige Fehler auf. Nicht Fehler die auch ein Assitenzarzt im ersten Jahr erkennt, hundertprozentige Fehler...

UweWoellner
28.01.2014, 14:17
Wie meine Vorredner schon geschrieben haben würde ich es als erstes mal mit dem CIRS versuchen. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man solche Anliegen mündlich an die Vorgesetzten richtet, wird man immer wieder hingehalten und vertröstet. Liegt aber erstmal was schriftliches Vor - wie zum Beispiel im CIRS - ist der Arbeitgeber im Zugzwang. Die haben dann ggf. Angst, dass eines Tages ein Anwalt kommt und sagt: Lieber Herr Chefarzt, vor einigen Monaten hat doch einer ihrer Mirabeiter auf die Zustände hingewiesen. Wieso haben Sie nicht reagiert?

pieks
28.01.2014, 16:45
Ich würde auch - falls Mitglied beim MB - dort mal anrufen und fragen, wie Du vorgehen könntest.
Alternativ vielleicht - anonym - bei der zuständigen Ärztekammer anrufen und den Fall schildern.

Herzkasperl
29.01.2014, 18:02
Ach komm... da wird München-Harlaching zitiert... ( für die die keine Ahnung haben: es geht um die Kinder-Station)

Ein paar Jahre früher war dieser Friedl in Freiburg. Das war ein Mensch der ganz großen Mist gebaut hat (gibt auch Gerichtsurteile dazu). Das ist der Klassiker von ärztlichem Fehlverhalten. Da kann man auch sehr viel vom Umgang mit der Klinikleitung mit solchen Operateuren lernen oder wie es den Assistenzärzten jetzt geht oder dem Chefarzt usw...



Friedl? Mihatsch, auch nicht aus Freiburg, sondern aus Schwäbisch-Hall. Du bist aber sicher, dass Du weißt, über was Du hier schreibst?

anignu
29.01.2014, 18:56
"Dieser Friedl" ist in meinem Dialekt eine Bekräftigung der Person die dann namentlich folgt. Prof. Friedl ist/war ein Unfallchirurg.

Und ja, der in Harlaching heißt Mihatsch und den hatte ich im zweiten Absatz nicht gemeint. Google mal nach Prof. Friedl.

In Harlaching hatten die dann meines Wissen extrem vielen Pflegekräften die fristlose Kündigung wegen Rufschädigung oder sowas ausgesprochen. Dem Chefarzt hat die Klinikleitung die Stange gehalten auch wenn der Turn-over bei den Assistenzärzten auffällig hoch war...

Herzkasperl
30.01.2014, 14:26
Interessanter Dialekt... Friedl ist mir schon ein Begriff.
Vermehrter Wechsel bei den Assistenzärzten nach Chefwechsel ist aber auch nichts ungewöhnliches und waren dort auch primär nach dem ganzen Hick-Hack, unter anderem weil einfach auch nichts mehr zum Behandeln da war. Die Ärzte waren also ungefragt Opfer der Kampagne gegen den Chef geworden. Interessant an dem Harlaching-Fall finde ich noch anderes: Die Vorwürfe kamen a) primär aus der Pflege, wurden b) an die große Glocke gehängt und vor allem c) stellten sich die konkret vorgeworfenen Fälle einfach als falsch heraus. Da haben also Leute (es waren etwa 20) Sachen unterschrieben, die sie nie selbst alle gesehen haben konnten und die auch niemals in der Akte waren. Zumindest ein Großteil der Unterzeichner hat sich also offensichtlich instrumentalisieren lassen. Dass bei so etwas unbefristete Kündigungen kommen, ist wohl klar.

Also: Vorwürfe selber prüfen/sehen, dann kann (und sollte?) man, möglichst anonym und ohne große Wellen etwas machen.

PrinzessinAmygdala
10.04.2014, 20:00
Was ist denn jetzt eigentlich aus der Geschichte geworden?