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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Flohbefall- richtig Angehen!



Nette
11.02.2014, 12:07
Hallo zusammen.

Aus aktuellen Anlass möchte ich den "leidigen Weg der Flohbekämpfung" hier mal erörtern.

Es werden immer noch Fehler in
1. der Wahl des Spot-ons gemacht
2. das Präparat wird falsch angewendet
3. die Umgebung falsch oder gar überhaupt nicht mit behandelt und
4. danach nicht die mögliche Übertragung des Bandwurmes auf das Tier angegangen...

Zuerst möchte ich nochmal betonen, dass der Flohbefall kein Zeichen mangelnder Hygiene und Sauberkeit ist.
Durch Kontakt mit Artgenossen gelangen Hund und Katze schneller an die lästigen Parasiten als wir denken.
Liegt ein massiver Flohbefall vor, können sie auch zur Blutmahlzeit auf den Menschen gehen. Das macht sich anhand von kleinen roten Flohstichen (meist an den Beinen) bemerkbar.

Zum Floh:
Der Entwicklungszyklus dauert unter günstigen Bedingungen ungefähr 21 bis 30 Tage. Es lebt nur der
erwachsene Floh auf dem Haustier und von dessen Blut. Die Eier, Larven und Puppen befinden sich in der
Umgebung (Hundeplatz, Teppich, Parkettritzen etc.). Die Larven ernähren sich von dem getrockneten Kot der erwachsenen Flöhe, der zusammen mit den Floheiern ständig vom Tier in die Umgebung herabrieselt und aus unverdautem Blut besteht.
Zur Verpuppung spinnen die Larven einen Kokon. Die Entwicklungszeit der Flöhe in den Puppen beträgt, abhängig von der Umgebungstemperatur, ca. 9 bis 19 Tage. Die schlupfbereiten, erwachsenen Flöhe können
jedoch bis zum Auftreten von spezifischen Schlupfreizen (Druckreize, Veränderung des CO2-Gehalts) in ihrer Puppenhülle bis zu 5 Monaten verharren! Die Puppen sind wegen des sie umgebenden Kokons sehr unempfindlich gegen klimatische Einflüsse und Insektizide.

Prävention:
Gelegentliche makroskopische Kontrolle mit dem Flohkamm nützt schon sehr viel um einen frühzeitigen Befall mit Flöhen festzustellen. Genauso wichtig ist es auch auf Symptome zu achten, wie andauernder Juckreiz.

Behandlung:
Um das Tier zu behandeln gibt es gebräuchliche Präparate wie Frontline, Stronghold, Advantage und Exspot.
Die Mittel wirken ungefähr 4 Wochen indem sie sich in den Talgdrüsen der Tiere anlagern und beim Flohstich in den Parasiten übertragen werden.
Bei der Wahl des Präparates muss man ausprobieren ob es (beim eigenen Tier) die gewünschte Wirkung hat.

Eine zusätzliche gründliche Reinigung der befallenen Wohnung ist immer erforderlich und unumgänglich!
Das tägliche Staubsaugen ist am wichtigsten um die neugeschlüpften Larven und die überlebenden Flöhe zu
erwischen. Danach ist es wichtig auch den Staubsaugerbeutel direkt zu entsorgen, da der Entwicklungszyklus der Flöhe auch dort drinnen weiter verläuft!
Ecken und Nischen sind besonders zu beachten, da die Flöhe an diesen Stellen gerne ihre Eierablegen. Die Decken der Haustiere sollten oft und heiß gewaschen werden.
Sind danach immer noch nicht alle Flöhe ausgemerzt kann man noch die sogenannte "Chemie-Bombe" vom Tierarzt kaufen. Das Präparat heißt "Indorex-Fogger" (die genaue Handhabung steht auf der Dose).

Eine Woche nach erfolgreicher Flohbekämpfung ist es ratsam dem Tier eine Wurmkur zu verabreichen, da der Floh ein Überträger des Bandwurms ist!!!!


!Wichtig!
Ätherische Öle, wie Teebaumöl, sind für Katzen gefährlich weil ihre Leber die Substanzen nicht abbauen kann.
Genauso dürfen Katzen auf keinen Fall Exspot aufgetragen bekommen! Sie können lebensbedrohliche Vergiftungserscheinungen davon tragen, weil sie die im Präparat vorhandene Menge an Permethrin nicht verstoffwechseln können.

Flöhe sind lästig und manchmal schwer zu bekämpfen. Doch ich denke dass mit den oben stehenden Tipps die Bekämpfung ganz gut zu händeln ist ;-)

Lg, Nette