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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 2 A16 / B43 - Schizophrenia simplex / schizoide Störung



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Unregistriert
09.04.2014, 16:32
Schizoide Persönlichkeitsstörung passt aus mehreren Gründen nicht. Erstens müssten die Symptome länger bestehen und zweitens passt mMn die Antriebsstörung nicht dazu (der schizoide würde zumindest noch den ganzen Tag World of Warcraft spielen und nicht die Wand anstarren).
Eine Schizophrenie im Frühstadium hingegen verläuft exakt wie in der Frage, vor allem der Leistungsknick ist sehr typisch.

Unregistriert
09.04.2014, 16:38
Der Vorposter hat es sehr schön begründet. Dazu könnte man noch ergänzen, dass jemand, der "nur" eine Persönlichkeitsstörung hat, keinen Erlöserwahn hat.

Unregistriert
09.04.2014, 16:41
dito :)

Unregistriert
09.04.2014, 16:47
Laut Dozenten nun die Schizo. simplex, finde ich aber weiterhin fragwürdig...

Unregistriert
09.04.2014, 16:54
Sehe ich genauso - fragwürdig und sollte überprüft werden. Die Diskussion zeigt das ja. Sind gerade mal vier Stunden vergangen und es gibt für beide Diagnose nachvollziehbare pro und Contra.

Ein weiterer Aspekt gegen Schiziphrenia simplex:
Ich finde das sehr gewagt, einem 18Jährigen den stempel Schizophrenie aufzudrücken. Und dann noch ein Subtyp, den das ICD10 nicht empfiehlt! Ob in dem Alter überhaupt schon die diagnose gestellt werdenn kann? Gewagt! Höchstens retrospektiv, aber nicht wie hier vorliegend.

Unregistriert
09.04.2014, 16:56
Gerade bei der Schizophrenie ist aber eine frühe Diagnosestellung prognoseverbessernd.

Unregistriert
09.04.2014, 17:02
Und die hebephrene Schizophrenie wird doch auch in jungen Jahren diagnostiziert (laut Amboss Beginn 15.-25. LJ).

Mera1412
09.04.2014, 17:05
Ich hab auch die Schizophrenia simplex genommen, weil ich mich an unseren Psychiatrie Unterricht vor 2 Jahren erinnert habe, wo ein ähnlicher Patient im Fall vorkam (-plötzlich zurückgezogen und verwahrlost, -redet mit niemanden, weil er von einem Wahn heimgesucht wird, -etwa Anfang 20)
Wenn man sich den Text in docCheck durchliest, findet man den Patienten auch wieder.

Unregistriert
09.04.2014, 17:08
"Eine Schizophrenie im Frühstadium hingegen verläuft exakt wie in der Frage, vor allem der Leistungsknick ist sehr typisch." Das mag für eine Schizophrenie schon stimmen, hier steht aber ausdrücklich Schizophrenia Simplex: Zitat ICD 10: "Eine Störung mit schleichender Progredienz von merkwürdigem Verhalten..."

Unregistriert
09.04.2014, 17:13
Schizoide Persönlichkeitsstörung scheidet schon deshalb aus, weil sie primär keine produktiv-psychotischen Symptome beinhaltet. Die angedeutete messianische Wahnidee des Patienten könnte damit nicht erklärt werden.

Unregistriert
09.04.2014, 17:17
Das gilt vor Allem mal für die Schizophrenia SIMPLEX: Zitat ICD10: "die charakteristische Negativsymptomatik des
schizophrenen Residuums (Affektverflachung und Antriebsminderung) entwickelt sich OHNE vorhergehende produktive psychotische
Symptome."

Unregistriert
09.04.2014, 17:17
Für ne schiz. PS braucht man:

Mindestens drei der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen müssen vorliegen:

wenn überhaupt, dann bereiten nur wenige Tätigkeiten Freude;
zeigt emotionale Kühle, Distanziertheit oder einen abgeflachten Affekt;
reduzierte Fähigkeit, warme, zärtliche Gefühle für andere, oder Ärger auszudrücken;
erscheint gleichgültig gegenüber Lob oder Kritik von anderen;
wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einem anderen Menschen (unter Berücksichtigung des Alters);
fast immer Bevorzugung von Aktivitäten, die alleine durchzuführen sind;
übermäßige Inanspruchnahme durch Phantasien und Introvertiertheit;
hat keine oder wünscht keine engen Freunde oder vertrauensvollen Beziehungen (oder höchstens eine);
deutlich mangelndes Gespür für geltende soziale Normen und Konventionen. Wenn sie nicht befolgt werden, geschieht das unabsichtlich.

Die im Text erwähnten "Wahnvorstellungen" können auch als Phantasien gewertet werden mMn.

Tempest
09.04.2014, 17:26
Die beschriebene "messianische" Idee mutet eindeutig wahnhaft und nicht nur wie ein schizoides "fantasiereiches Innenleben" an.
Zudem beschreiben die Eltern die prämorbide Persönlichkeit als "aufgeweckt, gesellig, vital", mit vielen sozialen Kontakten - hier scheint also keine langsame Persönlichkeitsentwicklung, sondern vielmehr ein aus der Primärpersönlichkeit nicht zu erklärender Wandel vorzuliegen.

Unregistriert
09.04.2014, 17:43
...der sich ebenso wie bei der PS "schleichend" entwickelt.

Unregistriert
09.04.2014, 17:44
ich glaub wir kommen auf keinen nenner. anfechten?

Unregistriert
09.04.2014, 17:45
Ich glaub es wird hier keine Lösung geben.. Außerdem hilft die Diskussion ja hier nicht viel, sondern das muss an das IMPP.
Man muss ja auch bedenken, dass sich auch Medi Learn irren kann.. :) Sagt ja niemand, dass das die Lösungen des IMPP sind^^

Tempest
09.04.2014, 17:54
...der sich ebenso wie bei der PS "schleichend" entwickelt.

Schleichend, aber in völligem Widerspruch zur prämorbiden Persönlichkeit und daher nicht als Persönlichkeitsstörung zu deuten.
Und diese Erlöseridee bekommt man auch noch eher in der Schizophrenie-Kategorie unter als bei der Schizoidie.

Unregistriert
09.04.2014, 18:37
Dann sollten sie nicht "simplex" hinschreiben, die sich explizit durch die fehlenden Plussymptomatik auszeichnet - auch in der Duale Reihe: Schizophrenia Simplex ist mit großer diagnostischer Unsicherheit behaftet, wegen fehlender produktiver Symptome.

CBehrendt1988
09.04.2014, 21:11
kann auch nicht verstehen, warum hier für die Schizophrenia SIMPLEX getextet wird, wenn als argument der messias-WAHN (PLUS-Sympptom) angeführt wird!

SIMPLEX => KEINE plus-symptome

-hätte man nicht simplex geschrieben, wäre die antwort klar
-so muss man sich aber ernsthaft fragen, ob das nicht als überwertige idee oder Phantasie in einer schizoiden PS entwickelt hat...

Unregistriert
09.04.2014, 21:15
Schizo. Simplex:

Hier setzt die Krankheit im Erwachsenenalter langsam und schleichend ein, wobei die auffallenden halluzinatorischen und paranoiden Symptome fehlen. Aus diesen Gründen wird sie auch als blinde Psychose bezeichnet. Die an Schizophrenia simplex Erkrankten werden von ihrer Umwelt als „seltsam“ oder „verschroben“ empfunden und ziehen sich mehr und mehr zurück. Die Schizophrenia simplex ist gekennzeichnet durch das Vorhandensein von Negativsymptomen und schreitet langsam fort. Sie kann therapeutisch kaum beeinflusst werden und hat also eine eher ungünstige Prognose. Die Suizidrate unter Betroffenen ist hoch.

Im Allgemeinen gilt dieses Störungsbild als schwer diagnostizierbar, unter anderem wegen starker definitorischer Überschneidungen mit der schizotypen Störung. In der ICD-10 wird sogar von der Diagnosestellung abgeraten. Im DSM-IV ist die Schizophrenia simplex gar nicht definiert.

Das sagt Wikipedia.

"Schizophrenia simplex
Seltener und mit großer diagnostischer Unsicherheit behafteter Subtyp der Schizophrenie. Die Schizophrenia simplex ist eine symptomarme Form, vor allem fehlen die produktiven Symptome wie Wahn oder Halluzinationen. Im Sinne eines schleichenden Krankheitsprozesses kommt es zunehmend zu einem durch Negativsymptomatik geprägten Bild (Residualsyndrom)." - Duale Reihe

Ich finde die PS passt weiterhin besser.