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Rico
18.04.2014, 17:12
Schonmal was von Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehört? :-???

Wenn sie in dem Haus bliebe, wo sie war, dann hätte sie einen Anspruch (!!) auf solche Arbeitszeiten innerhalb der ersten drei Jahre, da müsste man auch irgendwie damit klar kommen. Wenn die Klinik, die sie einstellen sollte, sowas nicht will, dann darf sie grundsätzlich keine Frauen im gebärfähigen Alter einstellen, denn auch eine "Bestandsmitarbeiterin" könnte ja schwanger werden und genau so arbeiten wollen.

Außerdem gibt es ja auch Jobs, für die nicht soviel Kontinuität erforderlich ist, z.B. Funktion, Ambulanzen, zusätzliche Kraft auf Station.

Die Einstellung ist ja von vor-vorgestern! Das geht in zahlreichen Kliniken problemlos, dass der Oberarzt es gerne bequem beim Dienstpläne machen hat ist kein Grund!

Und vor die Wahl gestellt, ob ich eine 50%-Kraft oder gar niemanden hab, würd ich immer ersteres wählen, denn die nimmt mir Arbeit ab an den Tagen an denen sie da ist und nicht ich mache ihre Arbeit, wenn sie nicht da ist!

wischmopp
18.04.2014, 17:57
@Rico: Willst Du mein Chef sein? *träum*

Ich hab ja noch wenig Bewerbungserfahrung, aber was Du beschreibst wäre ohne Diskussion das Optimum (und rein theoretisch auch durchaus legitim!) aber in meinem Umfeld hier nur sehr schwer zu finden.
Das mag aber vielleicht wirklich an der Großstadt liegen...

Meine Erfahrung bisher ist leider auch, dass Teilzeitstellen in der Form, wie die TE sie beschreibt (bis mittags) so gut wie gar nicht zu finden sind... und wenn, gibt es Bewerber ohne Ende.

Ich lasse mich aber sehr gerne eines Besseren belehren, mein Traum wäre es wie gesagt auch, ich wäre auch sehr gern dabei, wenn mein Sohn aufwächst...

Muriel
18.04.2014, 19:31
Das mit dem Anspruch sind stimmt leider nicht ganz. Man hat Anspruch auf eine Teilzeitstelle, aber leider nicht darauf, wie die Stunden aufgeteilt werden. Bei einer 50% Stelle kann der AG auch verlangen, eine Woche voll und die kommende dafür gar nicht zu arbeiten.

the_expert
18.04.2014, 20:22
Setzt die Kritik hier nicht an der falschen Stelle an?

Wenn ein Arbeitgeber eine Frau zu bestimmten Konditionen einstellt, dann wissen alle vorher woran sie sind. Der Frau genau das aber zum Vorwurf zu machen, ist sicher angenehmer, als es mit dem Arbeitgeber zu klären, der diese Situation erst geschaffen hat.

Wenn es vorher ausgemacht war, kann man ja später nicht so tun, als würde diese Frau immer mitten am Tag einfach alles stehen und liegen lassen und sich nach Lust und Laune aus dem Staub machen.

Rico
18.04.2014, 20:42
Das mit dem Anspruch sind stimmt leider nicht ganz. Man hat Anspruch auf eine Teilzeitstelle, aber leider nicht darauf, wie die Stunden aufgeteilt werden. Bei einer 50% Stelle kann der AG auch verlangen, eine Woche voll und die kommende dafür gar nicht zu arbeiten.


Ist das wirklich so? Meinst Du die betrieblichen Gründe, die gegen eine Teilzeittätigkeit sprechen? Die muss der Arbeitgeber nachweisen und darlegen, wieso das nicht geht. Und dafür liegen die Hürden recht hoch. Gerade bei einem großen Arbeitgeber wie einem KH wird der sich schwer tun zu beweisen, dass in seine Organisationsstruktur eine Teilzeitstelle nicht reinpasst. Das ginge z.B. bei einem Schichtdienst auf einer ITS nur schlecht bis gar nicht, aber wenn man dort während der Teilzeit nicht eingesetzt werden will und es in der Abteilung Tätigkeiten gibt auf denen das möglich ist, dann wird der AG sich damit nicht durchsetzen können.

Mara202
19.04.2014, 20:16
Das ist nicht richtig, in vielen KH ist diese Art der TZ - Arbeit Gang und Gebe. Gerade in der Medizin kann und wird nicht gewährleistet werden, dass man bei Teilzeitarbeit pünktlich rauskommt bzw. ein anderer Kollege ab mittags übernehmen kann. Von daher ist es für viele Häuser weitaus attraktiver vier Tage voll jemanden zu haben und für einen selber auch, als dafür fünf Tage halb zu arbeiten und jeden Tag zwei Überstunden zu schieben.
Ich wollte jetzt einfach mal wissen, wie das bei euch in der Praxis umgesetzt wird. Ich wäre für ein paar Erfahrungen dankbar.

Colourful
19.04.2014, 20:43
Wir haben aktuell zwei Kolleginnen, die vier Tage die Woche halbtags arbeiten. Geht und die Klinik hat sich hier aktiv dafür entschieden zwei Leute mit 50% einzusetzen- geht alles.

Muriel
19.04.2014, 22:27
Rico: eine Woche voll, die nächste gar nicht zu arbeiten, ist ja Teilzeit, womit der AG seiner gesetzlichen Pflicht nachkommt. Nur hat im Normalfall das entsprechende Elternteil (bevor hiddl meckert ;-) ), das am Mittag sein Kind aus der Betreuung abholen will/muss nix davon. Auf diese Art und Weise hat schon so manche Klinik wiederkehrende Mütter vergrault.

McBeal
20.04.2014, 12:38
Genau, so ist es leider. Auch Schichtdienst wird leider verlangt, da kann ich aktuell mitreden. ;-) Inklusive der Problematik, dass der Partner bei Spätdiensten dann seinen Arbeitsplatz eher verlassen muss, damit die Kinder abgeholt werden können.

LG
Ally

Muriel
20.04.2014, 19:20
Wobei ich durchaus verstehen kann, dass ein Arbeitgeber angefressen ist, wenn nur er sich auf das wiederkehrende Elternteil (meist Mütter) mit Dienstzeitwünschen einstellen soll, während der andere AG (meist der des Mannes) keine Schwierigkeiten hat. Insgesamt wäre eine gerechtere Aufteilung wünschenswert, dies scheitert jedoch ja sehr häufig alleine schon daran, dass meist für ein Paar klar ist, dass einer Teilzeit macht und der andere voll. Sinnvolle, sich ergänzende 30h-Konzepte wären gut.

Mara202
23.04.2014, 07:08
Muriel, da hast du total recht. Frauen haben es immer noch schwerer als die Männer - in mancher Hinsicht.
Was für TZ Modelle kennt ihr denn so aus der Klinik bzw. was wäre klug? (Auch in Hinsicht auf den Urlaubsanspruch)

Mysteriom
26.04.2014, 21:33
Hi,
ich finde die Gedankengänge auch überraschend, aber nachvollziehbar. Die Option einer Partnerschaft in der Abteilung würde ich aber eher als ungünstig ansehen, da das der Horror sein kann, wenn es scheitern würde.
Die Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit sind sicher auch stark vom Fach abhängig. Bereiche wie Radiologie, Pathologie, Mikrobiologie und Anästhesie scheinen mir da ja naturgemäß am ehesten geeignet. Bei uns in der Patho werden solche Modelle verwirklicht, selbst auf OA-Ebene. Es gibt ja auch (sogar städtische) Häuser, die eine eigene Kita haben, was das ganze natürlich auch noch mal erleichtert. Unser Haus wirbt sogar ganz gezielt mit Kita und Arbeitszeitmodellen. Als Problem könnte sich aber ggf. der Ausbildungsstand erweisen, d.h. Teilzeitmodelle als Assistent in Ausbildung, und dann noch in einem klinischen Fach... Das habe ich noch nicht zu Ohren bekommen. Aber wer weiss. Viele Häuser und Abteilungen machen heute Kompromisse, die früher undenkbar gewesen wären. Viele sind ja froh, wenn sie Muttersprachler bekommen, von daher...
Good luck auf jeden Fall!
LG Mysteriom

Muriel
26.04.2014, 21:45
Teilzeitmodelle in auch während der WB sind nicht mehr so furchtbar unüblich. Ich kenne dies aus so ziemliche jedem Fach mittlerweile.

Grombühlerin
26.04.2014, 21:47
Ein Nachteil bei einem Partner der gleichen Abteilung kann sein, dass ihr- wenn die Abteilung klein ist- nie zusammen Urlaub nehmen könnt :-)

Mysteriom
26.04.2014, 21:57
Das ist ja bemerkenswert, dass das heute geht mit Teilzeit in der Ausbildung, aber klar, der Markt steuert so was schon. Bei mir ist das schon etwas her, wir wären mit einer solchen Forderung ausgelacht und vor die Tür gesetzt worden... Aber die Chefs vom selbstherrlichen alten Schlag sterben ja auch langsam aus. Und es gib nicht mehr wäschekörbeweise Bewerbungen...

Muriel
26.04.2014, 22:03
Wann hast du deine WB begonnen?

Mysteriom
26.04.2014, 22:16
Anno 96. Langs ists her :-)

Muriel
27.04.2014, 19:48
Jaja^^ Aber zu den Zeiten war das ja nun wirklich noch etwas ganz Anderes.

Rico
27.04.2014, 21:06
War man da noch Medizinalassistent oder schon AiP? :-D

Muriel
27.04.2014, 21:08
Bader oder so bestimmt.