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*Neuritis Ulcerosa*
27.05.2014, 15:13
...das sollte ein Pharmazeut eigentlich wissen.

Ich glaube, die Anna ist Zahni ;-) Das schützt natürlich nicht vor pharmakologischen Grundkenntnissen :-D

Phosphorsalzperle
27.05.2014, 16:36
Dann kannst Du ja mal problemlos den Unterschied erläutern.

Coffein und Chlorphenamin als Bestandteile von Grippostad sind übrigens sehr wohl Aufputschmittel, das sollte ein Pharmazeut eigentlich wissen.

aber hauptsächlich wird Grippostad wegen der Schmerzmittel genommen, oder nicht? Sonst könnte man sich auch Coffeintabletten reinpfeiffen, ist irgendwie leichter.
Also wer sich wirklich mit Grippostad "doped" ist Anfänger ;)...ne mal im Ernst kann ich mir nicht vorstellen, dass es so missbräuchlich verwendet wird.

Muriel
27.05.2014, 18:36
Wenn ich nur etwas gegen Schmerzen haben möchte, werfe ich Ibu oder so ein. Wer Grippostad einnimmt, will "fit" werden. Der Hersteller ist ja bei der Namensfindung auch nicht doof. "Ich habe eine Grippe und muss die schnell weg bekommen, damit ich bald wieder fit bin. Ah, Grippostad hilft da bestimmt". Der Verbraucher weiß nicht unbedingt, ob/dass da Coffein drin ist, aber dass es "besser" als normale Schmerzmittel ist, das weiß oder erhofft er sich zumindest.

Coxy-Baby
27.05.2014, 18:59
Ich glaube, dass die Mehrheit viel zu schnell zu Schmermitteln greift. Dabei tut es manchmal auch ein Spaziergang an der frischen Luft, eine vernünftige Mittagspause oder ein kleines Erholungsschläfchen. Der Körper sieht schon einen Sinn hinter seinen Schmerzsignalen, die sollte man ernst nehmen.

Was ich mich immer bei solchen Kommentaren frage, geht ihr auch arbeiten? Wenn man morgens um 10:00 Uhr Kopfschmerzen bekommt, was macht man dann? Siesta?Spazieren? ..oder nehm ich einfach ne Novalgin?

Brutus
27.05.2014, 20:11
dieser vergleich ist unsinn. es sind doch völlig andere voraussetzungen, ob ein leistungssportler medikamente nimmt, um seine leistung zu steigern oder ob ein kranker medikamente nimmt, um mal ein paar tage während einer leichten krankheit einigermaßen fit zu sein.
Nöö, beide riskieren ihre Gesundheit. Und der Kranke riskiert auch noch die Gesundheit seiner Mitmenschen.


wir reden hier auch von aspirin und co und nicht von aufputschmitteln.
Richtig, wir reden von Aspirin, mit einem ja nicht so ganz unerheblichen Nebenwirkungsprofil... :-nix

anna1708
29.05.2014, 10:42
@ ihr wisst schon wer
du kannst ja mal dem selbstständigen malermeister, unternehmensberater oder zahnmedizinstudenten, der bei dir angeschlagen am schalter oder in der praxis steht, vorschlagen, "sich doch mal ne auszeit zu gönnen" oder (als geheimtipp) "mal einen spaziergang" zu machen - halt einfach mal zu hause zu bleiben...

natürlich sollte man nicht leichtfertig mit medikamenten um sich werfen, aber lasst mal die kirche im dorf. grippemittel und auch coffein hier gleich als "aufputschmittel" zu bezeichnen, halte ich für stark übertrieben. das klingt immer gleich nach potenziellem drogenopfer.

Solara
29.05.2014, 11:00
Soll er es nur nehmen, die gesundheitliche Rechnung kommt.
Dann ist man eben statt weniger Tage mehrere Wochen außer Gefecht gesetzt.

Immer wieder interessant, wie unverzichtbar sich einige Menschen sehen und wie unwichtig sie ihre Gesundheit nehmen - obwohl sie doch eigentlich eine gewisse Grundintelligenz besitzen ...

Anna, was studierst du nochmal?

Lissminder
29.05.2014, 13:18
Was ich mich immer bei solchen Kommentaren frage, geht ihr auch arbeiten? Wenn man morgens um 10:00 Uhr Kopfschmerzen bekommt, was macht man dann? Siesta?Spazieren? ..oder nehm ich einfach ne Novalgin?

Ich glaube du solltest dich mal fragen, ob du das richtige Maß da gerade triffst. Ich rede nicht von Blau machen oder leichten Kopfschmerzen, ich rede von einer richtigen Grippe mit Fieber. Zu deiner Frage, ich gehe studieren und im Pharmaziestudium ist es quasi üblich auch krank zu erscheinen. Wir haben Fehlzeiten von 10 % da kann man nicht mehr als einen Tag im Labor fehlen, sonst darf man das ganze Semester wiederholen.
Aber gut, dass schluckt man, weil man an einem System wie du Uni nur sehr schwer etwas ändern kann....aber für mein späteres Arbeitsleben stelle ich mir einen gesünderen Umgang vor. Wir wollen doch schließlich alle bis 65 oder länger arbeiten.

Solara
29.05.2014, 13:29
Lissminder, nicht nur Pharmaziestudenten haben eine erlaubte Fehlzeit von nur 10%, das ist bei den HM auch nicht anderes seit 10 Jahren.

Brutus
29.05.2014, 13:56
@ ihr wisst schon wer
du kannst ja mal dem selbstständigen malermeister, unternehmensberater oder zahnmedizinstudenten, der bei dir angeschlagen am schalter oder in der praxis steht, vorschlagen, "sich doch mal ne auszeit zu gönnen" oder (als geheimtipp) "mal einen spaziergang" zu machen - halt einfach mal zu hause zu bleiben...
Das Stichwort liegt hier auf "Beratung". Klar ist es einfacher, die Grippostadt aus dem Regal zu nehmen und 3,75€ zu kassieren. Und es ist ja sicherlich auch so, dass das einem Patienten mit einer verstopften Nase nicht weh tun wird. Aber nichtsdestotrotz muss man eben erstens sehen, dass aus der verschnupften Nase auch mal eine Pneumonie / Myocarditis werden kann und zweitens alle Medikamente eben ein z.T. nicht unerhebliches Nebenwirkungsspektrum haben. Und gerade Leute, die meinen, sie müssten sich fit machen, um arbeiten gehen zu können, werfen sich dann eben mal ein "bißchen" mehr ein, damit sie eben fit genug sind... und ein paar Tabletten Paracetamol comp. mehr können ja ansich nicht schaden, oder? ;-)


natürlich sollte man nicht leichtfertig mit medikamenten um sich werfen, aber lasst mal die kirche im dorf. grippemittel und auch coffein hier gleich als "aufputschmittel" zu bezeichnen, halte ich für stark übertrieben. das klingt immer gleich nach potenziellem drogenopfer.
Nunja, Frau Steffens ist ja der Meinung, dass viele, gerade ältere Patienten, geradezu multipel medikamentenanhängig sind. Und diese Gefahr ist ja gerade bei den "harmlosen" Grippemedikamenten zwecks fitmachen nicht von der Hand zu weisen. Oder warum sind nicht unerheblich viele Menschen alleine von Nasenspray abhängig? :-nix

EVT
29.05.2014, 18:09
Humanis haben aber nicht jedes Semester jeden Tag von morgens bis abends Pflichttermine im Labor, ohne oder nur mit kleiner Pause, da kann man eine Fehlzeit von 10% leichter verschmerzen.

Kandra
29.05.2014, 18:31
Humanis haben aber nicht jedes Semester jeden Tag von morgens bis abends Pflichttermine im Labor, ohne oder nur mit kleiner Pause, da kann man eine Fehlzeit von 10% leichter verschmerzen.

Naja, ich muss zwar nicht von morgens bis abends im Labor sein, aber Pflichttermine habe ich genauso fast jeden Tag. Wenn man dann mal 2-3 Tage oder noch länger richtig krank sein sollte hat man mit der 10%-Regel auch schnell ein Problem.

Solara
29.05.2014, 18:42
Kandra hat ja bereits geantwortet - scheint dann in Göttingen ein Paradies zu sein - denn auch bei uns waren immer Pflichtermine, gerne quer durch die Stadt verteilt, da hilft eine Pause von 45 min gar nichts, weil du da mit Hängen und Würgen schaffst, von Punkt A nach Punkt B zu kommen.
Nur im Labor stand man da halt nicht. Dafür auf Station, im OP, Seminar whatever.

EVT
29.05.2014, 20:20
Gut, im Block ist man auch den ganzen Tag in der Klinik, aber es ist ja nicht immer Block ;-) Wie es in Modellstudiengaengen ist, weiss ich aber nicht.
In Berlin oder so hat man natuerlich den Nachteil, dass man durch die ganze Stadt muss, an einer Campusuni entfaellt das.

Man muesste mal die Unterrichtsstunden vergleichen, aber gerade habe ich auf die schnelle nur was fuer Medizin mit PJ und Pharmazie ohne PJ gefunden, aber ich glaube, dass im PJ sehr viele der Stunden anfallen, sodass man das nicht so gut vergleichen kann. Wisst ihr, wie viele Stunden das PJ ausmachen?

Solara
29.05.2014, 20:30
Nein, das trifft nicht nur bei Modellstudiengängen zu (damit kenne ich mich nicht aus), sondern auch beim ganz normalen Studium HM irgendwo ;-) in Deutschland. Nix mit Block, sonst hätte ich das ganze klinische Studium nur Block gehabt ;-)

Kandra
29.05.2014, 20:46
Nur mal so als Beispiel aus München: Nächste Woche bin ich Di und Do von 07:00 Uhr bis 17:30 in der Uni, habe 2x Pause, einmal 45 Minuten Mittags und dann nochmal zwischen 15:45 und 16:30, da muss ich aber 40 min mit den Öffentlichen fahren wegen einem Klinikwechsel. Mittwoch von 8 Uhr bis 16:30, die anderen beiden Tage sind etwas kürzer. Aber reinfahren muss ich jeden Tag und das fast das komplette Semester.

EVT
29.05.2014, 20:46
Also ich mache die Klinik ja in Luebeck und da habe ich trotz zweier vorgezogener Semester und viel mehr Wahlfaecher immer noch ziemlich viel Freizeit, so einen komplett freien Tag pro Woche z.B.... Selbst wenn ich zu allen Vorlesungen gehen wuerde. So unterschiedlich kann das also sein. Aber eigentlich haben doch alle die gleiche Stundenanzahl? Oder haben manche Unis mehr Wochenstunden?

Ich hab nochmal nachgerechnet. Medizin hat 5500 Unterrichtsstunden in den sechs Jahren, also inkl. PJ.
Wenn man davon ausgeht, dass das PJ 48 Wochen dauert mit je 40 Wochenstunden (also ohne Studientag), macht das 1920 Stunden. 5500-1920= 3580 im sonstigen Studium. Bei fuenf Jahren bis zum PJ 716 Stunden pro Jahr.

Pharmazie hat in den vier Jahren bis zum PJ 3250 Stunden, also 812 Stunden im Jahr.
Also ca. 100 mehr.
Aber sie muessen insgesamt auch nur acht Wochen Famulatur machen. Wir ja drei Monate KPP und vier Monate Famulatur.

Phosphorsalzperle
29.05.2014, 21:21
Pharmazie hat in den vier Jahren bis zum PJ 3250 Stunden, also 812 Stunden im Jahr.
Also ca. 100 mehr.
Aber sie muessen insgesamt auch nur acht Wochen Famulatur machen. Wir ja drei Monate KPP und vier Monate Famulatur.
ah deswegen fühle ich mich so unstudentisch. Pharmazie schießt da echt den Vogel ab. Wie soll man sich da bitteschön noch vor und nachbreiten und die Klausuren auf Anhieb bestehen. Gibt es eigentlich ein Studium, dass noch mehr Stunden hat?

Absolute Arrhythmie
29.05.2014, 21:25
Ooooh, armes bubu! *scnr*
Gibt's irgend ein Studium, wo die Studenten so jammern? :-))

EVT
29.05.2014, 21:39
Zahn- und Tiermedizin vielleicht? Oder Humanis in der Vorklinik ;-)
Hier ist eine Studie ueber die Arbeitsbelastung:
http://cms.uni-konstanz.de/index.php?eID=tx_nawsecuredl&u=0&file=fileadmin/gso/ag-hochschulforschung/News1/News38-1Zeitbudget.pdf