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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizin Studium bei der Bundeswehr



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Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 23:05
Ja, aber dennoch nehmen sie Jemandem die Stelle als Sanitätsoffizieranwärter weg, der womöglich Spaß
an dem Beruf gehabt hätte und nicht nur zum Medizinstudienplatzabgreifen kommt.

So kann man das immer sehen. Auch wenn ich jetzt Medizin abbreche. Jeder muss nunmal selber sehen wo er bleibt und ist sich doch immer der nächste. Derjenige hat sich aber seine Zulassung fair erkämpft.
Man kann das lange diskutieren, aber ich wollte dem TE die Info einfach nicht vorenthalten.

EVT
11.06.2014, 23:53
Naja, fair ist das ja nicht gerade, wenn man falsche Tatsachen vorspielt.

Heerestorte
12.06.2014, 00:01
Und vor allem ist der Vergleich auch sinnlos.
Wenn man Medizin studiert und merkt, dass es keinen Spaß macht, dann ist das halt so.
Dann hat man zwar einen Platz "vergeudet", aber nicht mit Absicht.

Aber wenn man nur zur Bundeswehr geht um einen Studienplatz zu ergattern und dann direkt rausgeht,
dann ist das vollste Absicht und geplant.

Aber nun genug OT.

Xy
12.06.2014, 20:29
Danke für eure vielen Antworten.ich denke ich werde mich mal beraten lassen .aber wisst ihr wie lang man sich verpflichten lassen muss,stimmen 19jahre? Und wie ist es wenn man schwanger wird,kommt sicher mal vor;-)

WackenDoc
12.06.2014, 21:38
Die Regelverpflichtungszeit sind 17 Jahre incl. Studium und 3 Jahren Weiterbildungszeit (Studium zivil, Weiterbildung in einem der BWKs).
Je nach Fachrichtung kann man gegen eine Verlängerung von 2-4 Jahren die volle Facharztweiterbildung zugesagt bekommen- aktuell bekommen ca. 90% derer, die den vollen Facharzt wollen auch die Zusage.

Zusatzsemester müssen zwar genehmigt werden, aber 1-2 Semester sind kein Drama. Passiert schon mal, dass man durch eine Prüfung fällt.

Schwangerschaft ist auch nicht das große Problem: Damit hat man die gleichen Mutterschutzrechte wie im Zivilen. Wenn man im Studium ist, muss man halt schauen, was man noch machen darf. Es gibt auch Möglichkeiten Teilzeit zu arbeiten- in der Regel ist das aber nur zeitlich begrenzt vorgesehen, muss man aber im Einzelfall verhandeln. Die zusätzlichen Zeiten werden an die Dienstzeit hinten dran gehängt.

Auch als Elternteil kann man in den Einsatz geschickt werden. In wie weit Rücksicht genommen werden kann, hängt vom aktuellen Bedarf ab. In Elternzeit geht man natürlich gar nicht in den Einsatz, während einer Teilzeit wird das im Einzelnen abgesprochen. Was heimatnahe Versetzungen bzw. heimatnahe Dienstposten angeht, werden soziale Kriterien mit berücksichtig soweit das möglich ist.

Xy
13.06.2014, 14:21
Also nachdem Studium sind das dann noch 11jahre Verpflichtung ? Ist es sinnvoll mich vor dem Abi beraten zu lassen oder erst danach?und wie oft muss man im Jahr ins Ausland ? Super zu wissen das Teilzeit auch möglich ist,denn Job &familie lässt sich dann einfacher vereinbaren

WackenDoc
13.06.2014, 14:47
Ja, es sind nach dem Studium noch ca. 11 Jahre.
Wenn du nicht noch eine Auszeit zwischen Abi und Studium bzw. Eintritt in die Bundeswehr planst, solltest du dich mit dem letzten Ganzjahreszeugnis vor dem Abschluss bewerben. Das Bewerbungsverfahren dauert ziemlich lange.
Ein Beratungsgespräch ist obligat- beim Karriereberater bekommst du auch die Bewerbungsunterlagen, er sichtet die dann bei einem zweiten Termin, schaut, ob alles komplett ist und leitet die Bewerbung weiter.
Irgendwann bekommst du dann eine Einladung an´s Assesmentcenter nach Köln oder direkt eine Absage.

Der bisher geplante Einsatzzyklus sollte zwei Jahre Ruhe zwischen zwei vollen Kontingenten sein. Aber einige sind deutlich seltener gegangen, andere häufiger. Dazu kommt noch, dass die meisten Ärzte nicht komplette Kontingente (also 4 oder 6 Monate je nach Einsatz) machen, sondern splitten.
Aktuell ist der Bedarf nicht mehr ganz so hoch. BAT-Stellen sind kaum noch zu bekommen wenn man nicht gerade im Pool ist (BAT=beweglicher Arzttrupp- die Arzttrupps, die im Einsatz raus fahren. Für die Kliniker in der ersten Phase gibt es die Möglichkeit, sich für den BAT-Pool zu verpflichten. Dann kann man länger in der Klinik bleiben, verpflichtet sich aber öfter als BAT-Arzt in den Einsatz zu gehen und das auch kurzfristig)
Wie es in Zukunft aussieht, weiss man noch nicht.

Oft hängt es auch vom Fachgebiet ab- Anästhesisten haben wir z.B. in fast jedem Einsatz, dementsprechend haben die auch eine hohe Einsatzbelastung.
Allgemeinmediziner bzw. Truppenärzte waren bisher oft BAT-Ärzte, decken aber vor allem auch die Führungspositionen wie KpChef ab.

Ich hab z.B. 3 Einsätze hinter mir, davon zwei innerhalb eines Jahres und dann wieder 5 Jahre Pause vor dem letzten, der völlig freiwillig war.

Xy
21.06.2014, 16:19
Wie ist es dann bei der Assistenzzeit wird diese komplett in einem bundeswehrkrankenhaus absolviert?

WackenDoc
23.06.2014, 17:55
In der Verpflichtungszeit von 17 Jahren sind 3 Jahre Weiterbildungszeit inclusive. Diese werden in der Regel in einem Bundeswehrkrankenhaus absolviert.

Bekommt man die volle Facharztzusage, wird ein Plan gemacht, wo der Rest der Facharztausbildung absolviert wird. Bei Allgemeinmedizinern ist z.B. ein halbes Jahr zivile Hausarztpraxis von den Ärztekammern vorgeschrieben.

Die erste klinische Phase dauert normalerweise ca. 2 Jahre, danach wird man Truppenarzt und kehrt später für die 2. klinische Phase zurück an eines der BWKs. Allerdings gibt es nach der 1. klinischen Phase vielfältige Werdegänge.

Spark
27.06.2014, 18:08
Die Überschrift ist falsch. Die Frage lautet nicht: "studieren beim Bund oder nicht" sondern "SanitätsOFFIZIER werden oder nicht". Es handelt sich nicht um ein normales Medizinstudium mit bequemem Gehalt, sondern um eine Soldatenlaufbahn. Wer dann noch fragt ob er denn auch umziehen oder in den Einsatz muss...genau darum ist man ja zum Militärarzt ausgebildet worden: damit die Bundeswehr über solche Leute disponieren kann. Kannst genausogut fragen, ob man als Kapitän denn wirklich immer so weit auf See rausfahren muss.

Sheakysan
11.07.2014, 15:22
Ich weiß jetzt nicht, ob das hier rein gehört aber mich würde mal interessieren, wie denn die Fristen sind, wenn man im Wintersemester dann das Studium beginnen möchte. Wann ist der optimale Bewerbungszeitpunkt und wann der letzte?

Prinzipiell hat man Chancen bis man 30 ist oder?
Ich bin im Moment 23 studiere aber noch etwas anderes und ist die Überlegung, ob ich das noch vorher abschließen sollte oder nicht..

WackenDoc
11.07.2014, 17:07
Die Bewerbungsfrist kenne ich nicht auswendig- müsste aber auf der Bw-Karriereseite zu finden sein.
Bewährt hat sich eine Bewerbung ca. ein Jahr vor gewünschtem Dienstantritt.

Aber du solltest nicht vom möglichen Studienbeginn an rechnen, sondern vom Beginn der Grundausbildung (z.B. bei Heeresuniformträgern im Juli)

Gast26092018
15.07.2014, 10:40
@Wackendoc: nur so rein theoretisch: wie sind eigentlich die Chancen, dass man nach dem Erlangen einer Approbation, eine Stelle als Weiterbildungsassistent in der Inneren Medizin bei der Bundeswehr bekommt? Ist es schwierig?

WackenDoc
19.07.2014, 10:56
Ich kenne die aktuelle Stellenlage der Bundeswehrkrankenhäuser nicht. Von demher kann ich die Frage nicht beantworten.
Du wirst aber nicht als Weiterbildungsassistent eingestellt, sondern als SanOffz mit der Zusage einer bestimmten Weiterbildungszeit in einem bestimmten Fach.

Gast26092018
19.07.2014, 11:33
Ah, ok danke.

Relaxometrie
19.07.2014, 12:54
nur so rein theoretisch: wie sind eigentlich die Chancen, dass man nach dem Erlangen einer Approbation, eine Stelle als Weiterbildungsassistent in der Inneren Medizin bei der Bundeswehr bekommt? Ist es schwierig?
Ich hatte vor ca. einem Jahr mal angefragt, weil die Stellenanzeigen der Bundeswehr suggerierten, daß sie Ärztenmangel haben, und daß man als ziviler Arzt eingestellt werden könnte. Das ist aber nur in ganz wenigen, extremen Mangelfächern der Fall gewesen. Zum Zeitpunkt meiner Anfrage hätte man in der Herzchirurgie (ob allerdings als Weiterbildungsassistent, oder als Facharzt, weiß ich nicht mehr) als ziviler Arzt beginnen können.
Für die anderen Fachrichtungen hätte man sich mindestens zwei Jahre verpflichten müssen, hätte am Anfang einen "Grundlagenlehrgang" (Waffengebrauch, militärisches Grüßen und Kenntniserwerb über militärische Ränge) durchlaufen und wäre evtl. auch in einen Auslandseinsatz geschickt worden. Die Einstellungschancen wurden mir aber als relativ gut beschrieben.

Da ich Waffenbenutzung weitestgehend ablehne und nicht von Politikern in Auslandseinsätze geschickt werden will, hinter denen ich inhaltlich nicht stehe, habe ich mich gegen eine Bewerbung bei der Bundeswehr entschieden.

Gast26092018
20.07.2014, 09:56
Ja, ich glaube die haben gerade so eine Mangelphase.
Ich glaub Internisten nehmen die gerne auf. Wie ist eigentlich dann die Bezahlung, wenn man sich einige Jahre verpflichtet? verdient man merklich mehr als im zivilen Bereich?

WackenDoc
20.07.2014, 10:16
Die Frage ist, ob genau für einen Jungassistenten in der Inneren Bedarf besteht.

Was du an Geld bekommst, kannst du googeln. Du würdest mit A13 einsteigen. Erfahrungsstufe weiss ich aber nicht.
Bei den Feldwebeln ist es so, dass wenn sie als Seiteneinsteiger kommen, die Stufe so berechnet wird, als ob sie mit 21 zum Bund gekommen sind.

Von der Verpflichtungszeit ist die Besoldung allerdings unabhängig.

Coxy-Baby
20.07.2014, 10:44
Maxi man verdient im zivilen Bereich eigentlich ausreichend, 2500 Netto ohne alles, damit sollte man gut leben können. Bundeswehr sollte man aus Überzeugung machen (meine Meinung).

Brutus
20.07.2014, 11:00
Ja, ich glaube die haben gerade so eine Mangelphase.
Ich glaub Internisten nehmen die gerne auf. Wie ist eigentlich dann die Bezahlung, wenn man sich einige Jahre verpflichtet? verdient man merklich mehr als im zivilen Bereich?
Ich glaube, dass Du keine Ahnung hast.
Ferner glaube ich, dass die Bezahlung bei der BW nicht mit den TV außerhalb mithalten können. Könnte es daran liegen, dass eben "fertige" Ärzte nicht zur BW gehen? Und deren "fertige" Ärzte oftmals versuchen, eher "rauszukommen"?


Die Frage ist, ob genau für einen Jungassistenten in der Inneren Bedarf besteht.
Was du an Geld bekommst, kannst du googeln. Du würdest mit A13 einsteigen. Erfahrungsstufe weiss ich aber nicht.
Bei den Feldwebeln ist es so, dass wenn sie als Seiteneinsteiger kommen, die Stufe so berechnet wird, als ob sie mit 21 zum Bund gekommen sind.
Aber ich steige doch als fertiger Arzt nicht als Feldwebel ein, oder hat sich da soviel seit meiner Zeit bei den colorierten getan?
Wir hatten damals einen Wehrpflichtigen, der als Arzt gezogen wurde. Der lief darum als Hauptmann mit der Bezahlung eines Majors. Meine letzte Info ist, dass ich als Facharzt als Major eingestellt würde, etwaige Zusatzbezeichnungen u.U. Beförderungsgründe sein könnten... Ist aber schon etwas her. :-nix


Maxi man verdient im zivilen Bereich eigentlich ausreichend, 2500 Netto ohne alles, damit sollte man gut leben können. Bundeswehr sollte man aus Überzeugung machen (meine Meinung).
:-meinung :-top