Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Es ist kein Feuer mehr da. Kein Motivation. Was nun?
Espressa
11.06.2014, 22:11
Ich weiß genau was du meinst und das kann auch nicht der richtige Weg sein. Dennoch finde ich, dass man einen Weg finden muss um diesen Wahnsinn von schnellen Pillen zu durchbrechen. Es kann nicht sein, dass man haufenweise Kohle in Menschen pustet und diese selbst nicht mal einen Finger krumm machen wollen. Das macht mich traurig und wütend zu gleich. Es geht ja schließlich nicht um meine Gesundheit, aber dennoch quält es mich und ich finde es auch eine Frechheit das diese Menschen sich so gegenüber der Gesellschaft verhalten. Es spricht sicher nicht gehen paar Bier oder mal nen Burger, aber diese Menschen haben Lebensmittel mit Genussmitteln ausgetauscht (zumdindestens oft).
Ohje, die Leier. Und jene die selbst schuld sind an ihrer Krankheit/ Verletzung, die haben Medizin sowieso nicht verdient?
Weißt du, in meinem Fach geht's mir manchmal fast schon auf die Nerven, weil manche Patienten krampfhaft etwas selbst tun wollen, an Erkrankungen wo es nunmal nicht geht. Ja auch das gibt's, da hat man beim Großteil auch schöne Erfolge mit allem, was man für die Leute tut.
Als Arzt sollte man sich lieber früher als später damit abfinden, dass man dienstleister ist, und kein Diktator, die Patienten können und dürfen sich auch schon mal sträuben. Ein guter Arzt kann erklären und empfehlen, aber wirklich Bedingungen stellen geht nur in seltenen Fällen.
Eigentlich glaub ich könntest du ein ganz guter Arzt werden, dich demotiviert deine eigene Einstellung zur Materie, die sicherlich überarbeitungswürdig wäre.
Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 22:13
Du solltest dir das mit dem Studium überlegen, einigen Aussagen von dir finde ich schon pathologisch, leute die Hilfe wollen sollen sie bekommen, egal was du meinst was Ihnen zusteht.... Einem 60 Jährigen Raucher erzähl ich auch, dass er aufhören soll, muss aber auch anerkennen dass mir diese Worte leicht über die Lippen gehen, da ich noch nie geraucht habe und genau das sag ich auch so, ist mit Alkohol das gleiche. Aber ich würde nicht im Lebtag auf die Idee kommen dem irgendwas vorzuenthalten an Therapie....... leben und leben lassen.....
Pathologisch finde ich die heutigen Ansichten, dass die derzeitige Entwicklung normal sei. Die Menschen kommen weil sie Hilfe wollen und haben dann kein Bocke nur einen Finger krumm zu machen. Findest du das normal? Gesund? Wie auch immer?
Klar würde ich es ihm nicht vorenthalten, aber in mir stirbt jedes mal etwas wenn ich mir das mitansehen. Deshalb wird es höchste Zeit eine Lösung zu suchen und nicht zu sagen: " leben und leben lassen....."
Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 22:16
Ernsthaft? Das ist deine Antwort??
Auweia, da ist es noch ein weiter, weiter Weg bis in die Wirklichkeit ...
Ich habe bis dahin deinen letzten Beitrag nicht gelesen. Mir ist durchaus bekannt was Leistungssport anrichten kann und dennoch ist das nicht mit Lebenslangen Kosten für eine Diabetiker zu vergleichen, wenn jemand mal ein künstliches Knie braucht, weil er 30 Jahre Basketball gespielt hat.
Das reden über Kosten ist mir in der Medizin eh immer zu wider, aber es geht wohl nicht anders.
Motorradfahrer? Ich weiß nicht wie genau die Lösung aussehen sollte. Höhere Beiträge bei der KK für Raucher und co. Von mir aus. Es sind Spekulationen und ich habe kein Patentrezept. Mir geht es um die Sache an sich.
Ich habe bis dahin deinen letzten Beitrag nicht gelesen. Mir ist durchaus bekannt was Leistungssport anrichten kann und dennoch ist das nicht mit Lebenslangen Kosten für eine Diabetiker zu vergleichen, wenn jemand mal ein künstliches Knie braucht, weil er 30 Jahre Basketball gespielt hat.
Das reden über Kosten ist mir in der Medizin eh immer zu wider, aber es geht wohl nicht anders.
Motorradfahrer? Ich weiß nicht wie genau die Lösung aussehen sollte. Höhere Beiträge bei der KK für Raucher und co. Von mir aus. Es sind Spekulationen und ich habe kein Patentrezept. Mir geht es um die Sache an sich.
30 Jahre Leistungssport und dann mal ein künstliches Knie? Dass das eine wenig realistische Sichtweise ist, ist dir sicher bewusst.
Konsequenterweise müsstest du denen aber analog zu den Diabetikern auch die Therapie verweigern, sind ausschließlich selber schuld und tun nix, damit es besser wird, überbeanspruchen trotz Schmerzen weiter. Also: weg damit!
Oder??
Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 22:21
Nunja, mein Kreislauf mag ja gut sein aber ich hab durch meinen Leistungssport wahrscheinlich schon wesentlich mehr gekostet :-nix
Warum scherst du eigentlich "alle" so über einen Kamm? Ich finde deine Überlegungen (teilweise) nachvollziehbar und sinnvoll aber
a) kannst du nicht die Menschheit im Ganzen verändern, sondern vielleicht beim ein oder anderen das Gesundheitsbewusstsein fördern, das wäre ja auch schonmal was
b) sind nicht alle so, sondern viele sind auch sehr Gesundheitsbewusst
c) warum ziehst du dich an denen nicht so hoch, wie du dich an den "Schlechten" grad runterziehst? Da hättest du bestimmt mehr von ;-)
Leider ist die Statistik da anders mit über 60 % übergewichtiger Menschen in Deutschland.
Klar kann ich nicht nicht alle verändern, aber es muss neuer Wind her und nicht das alte Gelaber von ich belehre ihn mal, dann macht er schon. Die Menschen sind nunmal nicht so und die meisten folgen ihr Leben lang nur ihr Trieben: ficken, fressen, faulenzen. Das treibt die Menschheit in den Ruin.
Nun ja: Wenn bei mir einer aufkreuzt und Hilfe will und dann partout überhaupt nichts selber beisteuern will, ausser Pillen zu schlucken, dann frage ich mich schon wieso er gekommen ist. Nicht weil er wirklich gesund werden will. Mittlerweile ist es soweit, dass die Ärzte diese Menschen gar nicht aufklären, dass sie twas selbst für sich tun sollten.
Wir haben so viele Wirbelsäulen infiltriert in meiner Famulatur und hat einer der Ärzte mal versucht präventiv anzusetzen? NEEE. Ist net nötig...nach dem Motto: Dann kommt er wieder und es gibt wieder Kohle.
Das...DAS finde ich traurig.
Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 22:26
30 Jahre Leistungssport und dann mal ein künstliches Knie? Dass das eine wenig realistische Sichtweise ist, ist dir sicher bewusst.
Konsequenterweise müsstest du denen aber analog zu den Diabetikern auch die Therapie verweigern, sind ausschließlich selber schuld und tun nix, damit es besser wird, überbeanspruchen trotz Schmerzen weiter. Also: weg damit!
Oder??
Stimmt nicht. Denn ich habe nie gesagt, das man Menschen keine 2. Chance geben sollte. Aber nach 12 Mal hat es sich ausgechancet....und da muss was passieren. Klar wenn der dann mit dem künstlichen Knie wieder nur Scheisse treibt, dann sollte er fürs nächste selbst aufkommen oder wie auch immer. Mehr Beiträge zahlen oder sonst was.
Ich bin nicht mal überzeugt, dass der Weg übers Geld so richtig ist. Aber das ist das was den Menschen weh tut...das liebe Geld.
Ich denke du missverstehst mich. Es geht mir nicht darum jemanden zu benachteiligen, sondern darum einen Weg zu finden etwas zu verändern. Klar wollen es einige nicht, aber wieso soll ich für Diabetiker aufkommen die nicht für sich tun wollen?
Und mir gehts nicht ums Geld. Ich finde die Situation einfach traurig, das die Medizin sich in die Richtung von GEschöft bewegt.
Coxy-Baby
11.06.2014, 22:28
Nimms mir nicht übel, aber deine Medizinkenntnisse sind überschaubar, du siehst scheinbar nur schwarz-weiss und keine Grautöne das finde ich sehr anstrengend.... Und deine Verallgemeinerungen kannst du lassen "Mittlerweile ist es soweit, dass die Ärzte" mit solchen Aussagen diskreditiert man sich selbst.
Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 22:31
Ohje, die Leier. Und jene die selbst schuld sind an ihrer Krankheit/ Verletzung, die haben Medizin sowieso nicht verdient?
Weißt du, in meinem Fach geht's mir manchmal fast schon auf die Nerven, weil manche Patienten krampfhaft etwas selbst tun wollen, an Erkrankungen wo es nunmal nicht geht. Ja auch das gibt's, da hat man beim Großteil auch schöne Erfolge mit allem, was man für die Leute tut.
Als Arzt sollte man sich lieber früher als später damit abfinden, dass man dienstleister ist, und kein Diktator, die Patienten können und dürfen sich auch schon mal sträuben. Ein guter Arzt kann erklären und empfehlen, aber wirklich Bedingungen stellen geht nur in seltenen Fällen.
Eigentlich glaub ich könntest du ein ganz guter Arzt werden, dich demotiviert deine eigene Einstellung zur Materie, die sicherlich überarbeitungswürdig wäre.
Nein, ich finde jeder verdient eine zweite oder gar dritte Chance. So wie du es schilderst sehe ich es nicht.
Genau..Dienstleister....dazu haben sich die Ärzte in letzter Zeit entwickelt und das ist in meinen Augen keine Richtigen Entwicklung. Wir sind doch keine Restaurants bei denen man sich eine Cola bestellt und dazu noch bisschen Insulin.
Das kanns doch nicht sein. Die Menschen werden immer den einfachen Weg wollen und es sollte unsere Aufgabe sein ihnen zu zeigen, dass das bei weitem nicht der beste ist.
Ops und Medikamente sind nunmal nicht Allheilmittel.
Ja womöglich könnte ich kein schlechter Arzt werden, doch dafür muss ich mit mir selbst klar kommen und einen Weg finden mit dem hier umzugehen.
Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 22:32
Nimms mir nicht übel, aber deine Medizinkenntnisse sind überschaubar, du siehst scheinbar nur schwarz-weiss und keine Grautöne das finde ich sehr anstrengend.... Und deine Verallgemeinerungen kannst du lassen "Mittlerweile ist es soweit, dass die Ärzte" mit solchen Aussagen diskreditiert man sich selbst.
Klar sind es nicht alle. Aber nunmal der übermässige Teil dem ich begegnete bin.
Klar bin ich erst im 6. Semester und habe nicht das gleiche Wissen, wie viele von euch.
Nein. Ich missverstehe dich nicht, du denkst in zu eingeschränkter Sicht. Falls du weiterstudieren solltest kommst du irgendwann noch in der Realität an.
Der einzelne Mensch darf seine, für dich ggfs unvernünftige, Entscheidung treffen, die du zu akzeptieren hast. Kannst ja die Behandlung ablehnen. Ob es sinnvoll ist, sei dahingestellt. Verursacht halt noch mehr Folgeschäden, die ggfs nicht passiert wären, wenn du die Therapie nicht verweigert hättest (um bei deinem Thema D.M. II zu bleiben).
Ja womöglich könnte ich kein schlechter Arzt werden, doch dafür muss ich mit mir selbst klar kommen und einen Weg finden mit dem hier umzugehen.
Ja, DU solltest grad deine Priorität sein. Du verpulverst hier Energie um dich und deine Sichtweise Forumsusern und deinen Patienten klar zu machen aber es wird so schwarz/weiß, wie du es momentan siehst, nicht klappen.
Fang bei dir an, guck, was du willst, was dir gut tut und dann kannst du dir überlegen, was du draus machst.
Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 22:38
Nein. Ich missverstehe dich nicht, du denkst in zu eingeschränkter Sicht. Falls du weiterstudieren solltest kommst du irgendwann noch in der Realität an.
Der einzelne Mensch darf seine, für dich ggfs unvernünftige, Entscheidung treffen, die du zu akzeptieren hast. Kannst ja die Behandlung ablehnen. Ob es sinnvoll ist, sei dahingestellt. Verursacht halt noch mehr Folgeschäden, die ggfs nicht passiert wären, wenn du die Therapie nicht verweigert hättest (um bei deinem Thema D.M. II zu bleiben).
Es mag hier eine falsche Sicht entstehen...Ich würde NIE jemanden ohne Therapie nach Hause schicken. Aber falls dieser Mensch absolut nicht zur Behandlung beitragen will, muss er sich nicht bei mir behandeln lassen.
Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 22:45
Ja, DU solltest grad deine Priorität sein. Du verpulverst hier Energie um dich und deine Sichtweise Forumsusern und deinen Patienten klar zu machen aber es wird so schwarz/weiß, wie du es momentan siehst, nicht klappen.
Fang bei dir an, guck, was du willst, was dir gut tut und dann kannst du dir überlegen, was du draus machst.
Nun ja...du hast vermutlich recht. Ich bin leider nur noch ausgebrannt und das nicht zu letzt weil ich wegen solchen GEschihten nicht mehr schlafen kann.
Ich war ein Monat lang in der Famulatur und ich habe nach nur wenigen Tagen den Respekt vor den allermeisten Ärzten verloren...wieso? Weil es ihnen eindeutig nur um die Kohle ging.
Wenn Patienten schon fragen bei einem Subacromialen Impingement ob sie selbst etwas tun können, damit das nicht wiederkommt und der Professor mit: "Die Spritze reicht" erwidert. Wieso tut man sowas?
Ich beschäftige mich bereits sehr lange mit der der Schulter und man kann sehr wohl ganz viel machen, wenn der Patient complient und das ganz ohne Spritzen und Messer. Vokalem wenn sie jung sind.
Jeder bekam schnellstens eine Spritze in die Wirbelsäule. Kann ich was tun? Neeee. Spritze reicht.
Sicher ist es nicht schlecht fürs Geschäft, denn diese Menschen kommen bald wieder. Ich kann, will und werde nie so arbeiten.
Ich bin nicht verrückt :-D Sondern eher sehr besorgt um die Zukunft der Medizin und das wir nunmal völlig zu Dienstleitern verkommen. Die Medizin zum reinen Geschäft wird und die Menschen sich bald nur noch auf Rädern fortbewegen können.
Ich will nicht das Rädchen sein, das zu dieser Entwicklung beisteuert.
Ich will etwas verändern.
Gute Nacht...Pharma wartet.
locumo123
11.06.2014, 22:59
Hallo!
Mensch, ich weiß nicht wo dein Problem ist? Wenn du das Geld als Problem siehst, dann solltest du mit deiner Einstellung weiterstudieren. Du findest deinen Weg und du wirst sicher nicht unter die Rädchen gelangen. Schließlich gibt es nicht nur Deutschland. Und es gibt doch echt viele Möglichkeiten sein Leben zu gestalten. Du kannst ja zum Beispiel neben der Medizin auf der Bühne schauspielern. Dinge, die man gerne macht lassen einen fröhlicher stimmen. Also wegen sowas sollte man sich nicht den Kopf zerbrechen. Zieh dein Ding durch, außerdem hast du geschrieben, dass du schon ganz unten warst. Und wegen sowas ziehst du nun den Schwanz ein?
Adieu!
Die Menschen sind nunmal nicht so und die meisten folgen ihr Leben lang nur ihr Trieben: ficken, fressen, faulenzen. Das treibt die Menschheit in Ruin.
Kleiner, das hat überhaupt erst zur Entstehung der Menschheit geführt. Der Schweinehund ist essentieller Bestandteil jedes Menschen, auch bei Dir und mir.
Deine Aufgabe als Arzt ist es nicht, Patienten zu erziehen, sondern ihre Leiden bestmöglich zu behandeln. Dabei reicht die Bandbreite von "heilen" (Unfallchirurg) bis "das Allerschlimmste hinauszögern" (Gefäßchirurg, Onkologe).
Kapier das doch einfach mal...
Feuerblick
12.06.2014, 05:04
Wow! Sechs Semester Medizinstudium und eine vierwöchige Famulatur und schon weißt du, dass die allermeisten Ärzte nur scharf auf Kohle sind, keine Ahnung von Therapie und daher deinen Respekt verloren haben. Nicht schlecht. Ich Dummerle habe viele Jahre Berufserfahrung im medizinischen Bereich und traue mir immer noch nicht zu, alle Kollegen über einen Kamm zu scheren. Ich seh schon, ich bin nicht intelligent genug... :-nix
Nochmal: Lern erstmal medizinische Fakten und komm von deinem hohen "Ihr seid es alle nicht wert"-Ross runter! :-wand
Ich:1-Gott:0
12.06.2014, 06:49
Wow! Sechs Semester Medizinstudium und eine vierwöchige Famulatur und schon weißt du, dass die allermeisten Ärzte nur scharf auf Kohle sind, keine Ahnung von Therapie und daher deinen Respekt verloren haben. Nicht schlecht. Ich Dummerle habe viele Jahre Berufserfahrung im medizinischen Bereich und traue mir immer noch nicht zu, alle Kollegen über einen Kamm zu scheren. Ich seh schon, ich bin nicht intelligent genug... :-nix
Nochmal: Lern erstmal medizinische Fakten und komm von deinem hohen "Ihr seid es alle nicht wert"-Ross runter! :-wand
Ich glaub da habe ich irgendwo zu wenig geschrieben...Ich meinte natürlich die meisten an dieser Klink und nicht alle im Sinne von alle. (War wohl bisschen spät)
Moonchen
12.06.2014, 07:38
Vielleicht solltest du mal darüber nachdenken, dass es auch noch 4.567.897 andere medizinische Probleme als Wohlstandskrankheiten gibt...
Bei meiner Tätigkeit in der Pädiatrie fallen mir beispielsweise außer Alkoholintoxikation nicht allzu viele Krankheitsbilder ein, wo der Patient aktiv was dafür kann bzw. die Krankheit hätte verhindern können :-nix
Nein, ich finde jeder verdient eine zweite oder gar dritte Chance. So wie du es schilderst sehe ich es nicht. Merkst Du, was in der Büchse der Pandora drin ist, die Du aufmachst, wenn Du so denkst?
Wer verdient wieviele Chancen? Und wer legt das fest?
Wer prüft, ob der Patient wirklich seine Ernährung umgestellt hat?
Wer kontrolliert ob der Patient die körperliche Aktivität wirklich gesteigert hat?
Wer bewertet, ob vom Patienten ggf. vorgebrachte Gründe für fehlende Mitarbeit hinreichend sind? Nach welchen Kriterien?
Wer beweist bei einer multifaktoriellen Erkrankung wie Typ-2-Diabetes überhaupt erstmal, dass der Diabetes selbst verschuldet ist und nicht auch bei weniger deutlichem Übergewicht manifest geworden wäre?
Das ist alles überhaupt nicht objektiv und belastbar beurteilbar, abgesehen davon, dass es eben dem Konzept des mündigen Patienten widerspricht, der selbst entscheiden darf, welche Ratschläge und Therapien er annimmt und welche nicht.
Das Arzt-Patienten-Verhältnis ist auf einem beiderseitigen Vertrauensverhältnis begründet, das darunter massiv leidet, wenn der Arzt sich als Gesundheitspolizei, -staatsanwalt und -richter in einer Person betätigt und gegen den Patienten arbeitet, anstatt der "Anwalt" des Patienten zu sein und gemeinsam mit dem Patienten für den Patienten zu arbeiten.
Der Arzt muss den Patienten da abholen wo er steht. Wenn er bereit zur Lebensstiländerung ist, dann kann er ihn gleich mitnehmen, wenn nicht, dann muss man eben noch weiter aufklären, selbst wenn es nie dazu kommt.
Als ich hier zu deiner Eingangsfrage geantwortet habe, kannte ich dich noch nicht aus dem Forum....hab mich gewundert, warum manche dir gegenüber so unfreundlich waren. Jetzt muss ich sagen, dass du wirklich unsympathisch rüber kommst. Da du dich danach oft korrigierst, wünsche ich dir, dass es wirklich meist nur falsch ausgedrückt ist. Ansonsten wäre es nachvollziehbar, warum du dein Leben als eine Art Kampf gegen ständige Widerstände erlebst.
Ich bin auch noch vorm PJ, weiß aber jetzt schon durch die Erfahrungen in verschiedenen Kliniken, dass es nichts bringt von einer Erfahrung auf ein Gesamtbild zu schließen. Du scheinst wirklich oft in Extremen zu denken und von einem Aspekt gleich ne ganze Menge abzuleiten.
"die Ärzte"..."die Patienten"....das bringt dir gar nichts, so zu denken. Wie immer im Leben findest du auch bei den Ärzten und Patienten so ziemlich das ganze Spektrum an Persönlichkeiten, weshalb nicht alle gleich ticken....Ich hätte schon längst solch eine Sinnkrise wie deine gehabt, wenn ich bei meinen -vergleichsweise geringen- Klinikerfahrungen von einem Chef der alten Garde gleich auf alle geschlossen hätte. Denn wenn ich gedacht hätte, dass die Arbeit mit solchen Ärzten alles ist, was ich in Zukunft erwarten kann, hätte ich das Studium längst abgebrochen. Aber das waren eben nur Aspekte.
Und auch diese Famulatur in diesem sehr speziellem Spital...da musst du doch nicht erst drauf hingewiesen werden, dass das sehr eigen sein kann.
Du solltest dich einfach mal zurücklehnen und verstehen, dass du für dieses Gesamtbild noch sehr, sehr, sehr viele Erfahrungen machen musst und dass dieses Denken in Extremen für dich nur hinderlich sein kann.
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