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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium ohne Uni?



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Kretschmann
06.06.2014, 21:54
Pupskopf

Hammer Name alter :-))

EVT
06.06.2014, 21:56
Auch in Bayern gibt es unterversorgte Regionen, hier kann jeder nachgucken, welche das sind und wie nah oder fern die von Nuernberg weg sind: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/bedarfsplanung/article/850447/bayern-elf-planungsbereiche-unterversorgt.html
In Augsburg soll wohl auch eine Uniklinik entstehen, wahrscheinlich mit dem gleichen Hintergrund. Man kann so eine Uni ja nicht aus dem Boden stampfen, da muss man an bestehende Infrastruktur anknuepfen und die findet man eben nicht auf dem Dorf. :-nix

sanguis, natuerlich ziehe ich Argumente anderer in Betracht. Aber dass man als Landkind erst beim Studium entdeckt, was es in der Stadt alles gibt und da vorher keinen Plan von hat, glaube ich eben nicht.

Dass man sich mit der Fachrichtung vor dem Studium nicht sicher sein kann, glaube ich auch. Das werden die meisten hier selber erlebt haben, ich auch.
Daher war der Vorschlag ja, gezielt Kinder von Landaerzten anzusprechen. Die sind damit aufgewachen und haben eine Vorstellung davon und wollen vielleicht die Praxis uebernehmen. Natuerlich koennen die es sich im Studium auch noch anders ueberlegen, aber die Gefahr besteht immer. :-nix Jeder kann was vorspielen, aber man muss ja auch nicht allen schlechte Absichten unterstellen.
Ich wuerde z.B. auch noch Famulaturen und besonders PJ Tertiale auf dem Land mehr foerdern. Aber nur mit Geld ist es auch nicht getan, damit kann man bestimmt keinen ueberzeugten Staedter vom Landleben ueberzeugen.

ehemaliger User_25062015
06.06.2014, 21:56
Hammer Name alter :-))

Das ist jetzt verdammt Offtopic..aber es gibt noch was besseres als Pupskopf...es gibt hier tatsächlich nen User namens Miaufresse :-)) :-))

Sorry, weiter im Text.

ehemaliger User_25062015
06.06.2014, 22:04
sanguis, natuerlich ziehe ich Argumente anderer in Betracht. Aber dass man als Landkind erst beim Studium entdeckt, was es in der Stadt alles gibt und da vorher keinen Plan von hat, glaube ich eben nicht.


Dass man da keinen Plan von hat, was es in der Stadt alles gibt, hab ich auch nicht gemeint. Aber frag mich mal. Ich bin aufm Dorf im tiefsten Bayern aufgewachsen. Meine Kontakte zur Stadt waren nicht allzu vielfältig. Wo ich mir am Anfang des Studiums durchaus noch vorstellen konnte wieder in die Heimat zurückzugehen, weiß ich jetzt nach fast 4 Semestern in der Stadt definitiv, dass ich nicht mehr zurückgehen werden, einfach weil man erlebt, dass es auch einfacher geht, als 10km für Klopapier fahren zu müssen...Ich weiß, dass ich nicht alle Landkinder repräsentiere, aber ich denke schon, dass man manchmal erst durchs Leben in der Stadt merkt, worauf man aufm Land verzichten muss.



Jeder kann was vorspielen, aber man muss ja auch nicht allen schlechte Absichten unterstellen.
Muss ja wie gesagt nicht mal vorgespielt sein. Ein Meinungswechsel hat ja nichts mit schlechten Absichten zu tun.

EVT
06.06.2014, 22:55
mh warum hat die PMU und somit ja dann irgendwo Nürnnberg einen so schlechten Ruf? wenn patientennah unterrichtet wird und grundlagen auszureichend gelehrt werden ist das doch eigentlich nicht schlecht?

Ich glaube, das ist einfach das Schicksal der Privatunis ;-) Da haengen die Vorurteile vom erkauften Studium und connections im Raum.

ehemaliger User_11062015
06.06.2014, 22:59
kann ich verstehen, aber wirklich objektive Einschätzung zur Lehre gibt es nicht oder?
Ich weiß immer noch nicht wie ich zu der ganzen Sache stehe. Mich persönnlich würde ja nur die Beschränkung der Studienzeit auf fünf Jahre reizen, aber ansonsten hätte ich tatsächlich Bedenken, dass die Ausbildung nicht die ist, die man an einer Uni erhalten würde.
Gibts zu der Sache mehr Information?

EVT
06.06.2014, 23:03
Die Ergebnisse der PMU in Examina koennte man sich angucken, aber sonst? Alles subjektiv.

Klinisch ist die Ausbildung bestimmt gut.

ehemaliger User_11062015
07.06.2014, 01:15
...Ich weiß, dass ich nicht alle Landkinder repräsentiere, aber ich denke schon, dass man manchmal erst durchs Leben in der Stadt merkt, worauf man aufm Land verzichten muss.


mh ich denke übrigens auch, dass man das nicht pauschalisieren kann. Hast du denn so eine ausgewachsene Aversion gegen das Land, Sanguis?
Denke nämlich an sich auch, dass solche Finanzierungspläne eine prima Chance für junge Menschen sind, die sowieso von Anfang an nichts anderes als zum Beispiel Landarzt machen wollen. Wenn man mal vorsichtig in Richtung Thieme-Diskussion auf fb guckt, war soweit ich mich erinnere, zum Beispiel auch eine Person, die sich darüber beschwerte, keinen Studienplatz in naher Zukunft zu kommen auch angesichts der Tatsache, dass sie Landärztin werden will und es einen dementsprechenden Mangel gibt.
Wenn man damit nur ansatzweise junge Leute für Medizin begeistern kann, warum nicht? Sie werden ja nicht gezwungen, solche Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen und überlegen sich das sicher auch gut genug.

ehemaliger User_25062015
07.06.2014, 01:33
Ich hab nicht pauschalisiert, ich hab gesagt, dass das manchmal so ist. Und ja, ich hab ordentlich die Nase voll vom Landleben und bin froh, dass ich dank des Studiums davor "flüchten" konnte.
Und zu diesem "von Anfang an nichts anderes machen wollen", kann ich nur nochmal sagen wie ich das sehe: Ich denke, dass die wenigsten wirklich von Anfang an wissen was sie machen wollen, bzw ihre Meinung eben im Laufe des Studiums ändern. Wenn das nicht so ist, dann ist das ja schön. Mir wär das aber zu viel Spekulation als dass ich daraus irgendwie ein Stipendium basteln würde. Aber ist ja auch nur meine Ansicht.

ehemaliger User_11062015
07.06.2014, 01:47
naja wie gesagt, man ist ja nicht verpflichtet so ein Stipendium anzunehmen. Denke das ist wirklich absolut eine typfrage. Weiß zum Beispiel von einer Freundin von mir, dass sie lieber im Einzelhandel arbeiten würde, wenn sie dafür in der Kleinstadt/Dorf bleiben kann, sofern ihr keine andere Wahl bliebe. Sie hat zum Beispiel die Bewerbung fürs Medstudium zurückgezogen, weil sie dafür nach Regensburg oder München (die einzigen zwei studienorte, die für sie in Frage kamen) hätte ziehen müssen und das wollte sie nicht.
Ich bin einfach schon davon überzeugt, dass man zumindest grob abschätzen kann, wohin der Weg führt. Tiermediziner sind zum Beispiel sehr viel auf dem land unterwegs, die müssen das vorher ja auch für sich abklären, ob sie das wollen oder eben nicht. So verhält sich das denke ich mal, mit so einem Stipendium auch.

EVT
07.06.2014, 02:02
Man muss die Verträge für sowas eben wasserdicht machen, bei der Bundeswehr kommt man auch nicht mehr so leicht raus.
Also wenn man die ganzen Fördergelder plus eine Strafe wieder zurückzahlen muss, überlegt man sich doch zweimal, ob man sich darauf einlässt. Zumal man sich ja meist auch nur für ein paar Jahre verpflichten muss, die bringt man im Notfall auch noch rum.
Es werden ja auch nicht tausende gesucht, ein paar kann man sicherlich finden, die das wollen, sei es dank Familie auf dem Land oder dementsprechende Hobbies.
Man muss ja nicht mehr in dem Dorf wohnen, wo man arbeitet.
Ob man jetzt eine Stunde quer durch Berlin pendelt oder eine Stunde ins Umland ist auch egal. Wobei man natürlich auf dem Land niedrigere Mieten zahlen würde. :-))

EVT
07.06.2014, 02:02
doppelpost

][truba][
07.06.2014, 16:23
Ich finde das Stipendium auch nicht schlecht. Es sind ja auch "nur" 30 Plätze. Man "verpflichtet" sich auch nur für 5 Jahre (hab ich richtig in Erinnerung, oder?).

Wenn nun einer Medizin studieren will kann er damit gleich anfangen (sofern er ausgewählt wird) und muss hinterher 5 Jahre in nem unterversorgten Gebiet arbeiten. Ist doch besser schon mal 5 Jahre als Arzt zu arbeiten, als 6 oder 7 Jahre zu warten? Der Erfahrungsschatz wächst und dann kann man sich neu orientieren, wenn man denn möchte.

Ich kenne einige, die Allgemeinmediziner mit eigener Praxis werden wollen. Vlt die wenigsten davon in einem unterversorgten Gebiet aber auch die gibt es bestimmt.

LG Thomas

ehemaliger User_25062015
07.06.2014, 16:49
Schlecht finde ich das Stipendium auch nicht. Meine Haupt"sorge" gilt da weniger den KKs oder wer auch immer diese Stipendien ausgibt, als eher den Studenten, die dann irgendwann merken, dass es vllt doch die falsche Entscheidung war.

EVT
07.06.2014, 17:00
Bei uns wollten viel mehr Allgemeinmedizin im PJ machen als es Plaetze gab. Also so unbeliebt ist es gar nicht.

Rico
07.06.2014, 17:30
Wobei jetzt alle, die ich kenne, die das Allgemeinmedizin-Tertial gemacht haben, das nicht deshalb gemacht haben weil sie sich mehr "Lerngewinn" erwartet haben als auf irgendeiner Station und nicht weil sie unbedingt Hausarzt werden wollten.
Ich hab seinerzeit ja auch Anästhesie gemacht, damit ich später im Notfall Tubus & Laryngoskop (und v.a. den Larynx) schonmal aus der Nähe gesehen hab. Anästhesist werfen wollte ich nie (und seit der Erfindung des Larynxtubus würde sich das Tertial unter dem Gesichtspunkt auch nicht mehr lohnen...).

EVT
07.06.2014, 17:42
Natuerlich nicht, das wird es bei jedem Tertial geben, wenn man Internist werden will oder Chirurg muss man ja noch was anderes dazunehmen. Aber selbst wenn manche dann doch in der Allgemeinmedizin haengen bleiben, waere es gut. Auf jeden Fall besser als eine Pflichtfamulatur.

nie
07.06.2014, 18:19
Um mal den Bogen zurück zum Artikel zu schlagen: im Prinzip ist's dich's egal, ob sich das Gebäude, in dem gelehrt wird, Uni(Klinik) nennt oder nicht. Da sehe ich jetzt irgendwie nicht wirklich ein Problem.
Mich würde da aber auch mal spezielle die vorklinische Ausbildung interessiert. Das städtische Klinik wird wohl kaum (Bio)Chemie labore, Präpsäle etc. haben und man braucht ja auch noch das entsprechende Lehrpersonal, die die Inhalte vermitteln. Wobei man die vermutlich von irgendwo als "Honorarkräfte" anwerben kann.


Und zum Landarztstipedium: ist im Prinzip doch nichts anderes als das Studium bei der Bundeswehr. Da wird's auch genug geben, die die Chance auf nen zeitnahen (und bezahlten) Studienplatz ergreifen ohne sich wirklich im klären drüber zu sein, was es bedeutet, Soldat zu sein. Und die können ja dann auch plötzlich im Studium merken, dass sie gar nicht in einer Einrichtung der Bundeswehr arbeiten wollen, nicht in den Einsatz wollen und es auch ganz schön blöd ist, dass die Bundeswehr das gewünschte Fachgebiet nur sehr sparsam ausbildet.
Damit muss man leben, die Gefahr besteht halt, wenn man sich mehrere Jahre vertraglich bindet. An was auch immer.

Ich bin selbst auf dem Land aufgewachsen und finde es da auch nicht so überragend, dass ich da unbedingt ne Praxis aufmachen wollte. Aber ich kenne noch genug Leute, die dort aufgewachsen sind, nur dort leben wollen und die auch nur studieren, wenn sie an der Uni in pendelbarer Entfernung genommen werden. Ich hab ehemalige Mitschüler, die pendeln fast 100 km täglich statt in die Stadt zu ziehen. Nur weil man selbst das Landleben schlimm findet (was ich definitiv nachvollziehen kann) bedeutet das nicht, dass es nicht da draußen noch Leute gibt, die es total toll finden.

EVT
07.06.2014, 18:23
Das Personal kommt von einer FH und von der PMU in Salzburg, vielleicht finden dann dort auch die Praktika statt, also in der FH?
Praepsaal koennte man in der Patho einrichten, es sind ja auch nicht viele Studenten, da braucht man nicht so viel Platz.

ehemaliger User_25062015
07.06.2014, 18:27
Nur weil man selbst das Landleben schlimm findet (was ich definitiv nachvollziehen kann) bedeutet das nicht, dass es nicht da draußen noch Leute gibt, die es total toll finden.

Hat auch nie jemand behauptet.