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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Initiativbewerbung Doktorarbeit



fallenangel30487
18.06.2014, 21:50
Hallöchen...
ich wollte mal fragen wie bei euch so die Antwort-Rate auf Mail Anfragen zu einer Doktorarbeit war....Irgendwie scheint es bei uns normal zu sein, dass man so gut wie keine Antworten bekommt. Ich kenne jetzt schon mehrere Leute die > 30 Mails geschrieben haben und 2 Antworten bekommen haben. Bei mir siehts irgendwie ähnlich aus...Hab so 10 Mails geschrieben und 3 Antworten bekommen... und teilweise hieß es dann: "füllen sie mal eine Bewerbungsbogen aus was sie sich genau vorstellen und dann bekommen meldet sich jemand" und danach kommt halt auch nix mehr zurück...
Ist das bei euch auch so? Hatte dann jetzt mal versucht die Leute telefonisch oder persönlich zu erreichen, aber da bekommt man auch keinen ans Telefon oder zu Gesicht...Habt ihr irgendwelche Tips wie man an eine Doktorarbeit kommt? Ich würde gerne eine klinische Arbeit machen....
Liebe Grüße
fallenangel

EVT
18.06.2014, 22:56
Bei uns ist der Chef der Promotionskommission echt nett, da bin ich mal hingegangen und habe gefragt, was gerade so frei ist.
Da haette ich dann auch sofort mehrere Arbeiten gehabt. Ansonsten Aushaenge und Rundmails, nach der Vorlesung persoenlich ansprechen, durch Wahlfaecher..
Manchmal stehen auch auf den HPs der Arbeitsgruppen freie Arbeiten oder Ansprechpartner, die dann etwas motivierter sind ;-)
Einfach dran bleiben, hartnaeckig sein und mehrere Mails an die betreffenden Leute schicken, damit die echtes Interesse sehen.
Oder mal nette Dozenten fragen, ob die andere Dozenten kennen, die gerade auf der Suche nach Doktoranden sind, besonders PDs.

Nessiemoo
21.06.2014, 15:04
Jo, die Antwortrate hatte ich und ein paar meiner Freunde auch. ist etwas ätzend, aber am ende hat man ein thema das einem interessiert. Bei mir hat es auch 4-5 Monate gedauert.

Sonst in Lehrveranstaltungen die Dozenten fragen :)

papiertiger
21.06.2014, 15:39
Die Methode, Dozenten aus einem Gebiet, das einen interessieren könnte, direkt nach der Lehrveranstaltung anzusprechen scheint tatsächlich ganz erfolgsversprechend zu sein, kenne sehr viele Leute, die auf diese Art und Weise zu ihrer Arbeit gekommen sind. Auch die Internetauftritte der Institute mal gründlich zu durchforsten fördert oft die eine oder andere gut versteckte Ausschreibung zustande.
Gut ist es immer, wenn man nicht einfach den Chef oder seine Sekretärin oder den LOA anschreiben muss (weil es sonst keinen Anhalt gibt, an wen man sich wenden könnte), die scheinen da tatsächlich oft keine Zeit/Lust/Kapazittäten/was auch immer zu haben sondern schon einen konkreten Ansprechpartner ausfindig macht, der an einem konkreten Projekt, in dessen Rahmen man sich eine Arbeit vorstellen kann, arbeitet.

Ansonsten kann ich die Beobachtung mit der geringen Antwortrate auch unterstützen, ging mir anfangs (bis auf wenige Ausnahmen, einmal hat mich auch jemand 10 Minuten (!) nachdem die Email mit Kontaktdaten raus war auf dem Handy angerufen) auch so.
Als ich fast schon keinen Lust mehr hatte mich da weiter zu bemühen ist mir dann im Rahmen einer mündlichen Prüfung (!) im Blocksemester eine Arbeit aktiv angetragen worden, da der Dozent mich wohl für sympathisch und passend erachtete. Wurde letzten Endes zwar auch nichts, weil eine für das Projekt notwendige Kooperation frühzeitig platzte, illustriert aber, dass unverhofft eben doch oft kommt und man einfach weiter die Augen aufhalten sollte, auch wenn das Ganze oft erstmal ziemlich frustrierend ist.

Schließlich habe ich meine Arbeit dann aber doch im Rahmen einer weiteren Runde von Initiativbewerbungen bei diversen infrage kommenden Instituten bekommen.

Nicht aufgeben, dauert meistens, aber irgendwann ist dann doch auch mal ein Treffer dabei!

EVT
21.06.2014, 17:02
Ich hatte auch erst eine, die ich ueber Kontakte vom Chef der Promotionskommission bekommen habe, die ich aber dann nach vier Semestern immer noch nicht anfangen konnte wegen des Ethikantrages im Ausland^^
Meine jetzige habe ich ueber eine Famulatur gefunden, da war alles ganz einfach und unkompliziert. Ich hatte nachgefragt, ob ich fuer meine Doktorarbeit wiederkommen kann und sofort eine positive Email zurueckbekommen.
Wenn man die Leute schon ein bisschen kennt, ist es glaube ich einfacher.

Ich wuerde auch so frueh wie moeglich anfangen, danach zu schauen, es dauert oft laenger, bis man eine passende gefunden hat. Ich habe sofort nach dem Physikum angefangen.

flopipop
22.06.2014, 15:14
ich würde versuchen, weniger die chefs anzuschreiben/anzusprechen, sondern oberäzte, die in der forschung aktiv sind. die sind oft nicht nur arbeiten zu vergeben, sondern sind auch selbst am zügigen fortschreiten der studie interessiert, wenn sie selbst habilitationswillig sind. mit etwas glück geht dann alles insgesamt etwas flotter über die bühne.

Rico
22.06.2014, 16:35
Also Mails halte ich auch für ein eher ungeeignetes Medium für den Erstkontakt:

1. Checkt so ein typischer Doktorvater, der irgendwo zwischen Klinik, Arbeitsgruppen, sonstigen Vorträgen, etc. pendelt, seine Mails vielleicht mal so eben zwischendurch, die 200. Mail von einem Interessenten für eine Doktorarbeit fällt da leicht unter den Tisch. - v.a. wenn der Text so ein bisserl nach Massenmail klingt, denn....
2. ist es scheinbar ziemlich schwierig, sein Anliegen so zu formulieren, dass es einerseits nicht zu fordernd und festgelegt ("möchte die Arbeit gerne in 12 Monaten abschließen") andererseits noch ein gewisses Interesse zu signalisieren. Die besonders "gelungenen" Versuche gehen bei uns regelmäßig über den Verteiler... Im Prinzip kann man es ja fast nur verkehrt machen, da man im Erstkontakt außer dem eigenen Namen, dem Semester und ob experimentell, klinisch oder statistisch wenig mitteilen kann. Wenn man zu vielen Parametern (Dauer, zeitlicher Rahmen, Art, Methoden,...) Vorstelleungen äußert engt man sich unnötig ein, wenn man es nicht tut, dann sieht das ganze oft etwas ärmlich oder gleichgültig aus. :-nix

Ich bin gut damit gefahren, dass ich einfach in den Kliniken und Instituten, die vom Themengebiet interessant waren, ins Chefsekretariat marschiert bin und der Chefsekretärin mein Anliegen vorgetragen habe (die waren auch alle freundlich:-) ) und hab dann die Namen/Kontaktdatem von den entsprechenden Ärzten gekriegt, bzw. eine Chefsekretärin hat gleich einen angerufen und mich vorbei geschickt - das ist halt ein ganz anderer Einstieg als ne Mail, die man mal eben auf dem Smartphone an der Bushaltestelle liest.
Das bereits mehrfach genannte Ansprechen von Dozenten hab ich auch öfters mitgekriegt, hat auch öfters geklappt.

fallenangel30487
22.06.2014, 18:21
Vielen Dank für die vielen Tipps....Ich werde nächste Woche mal veruschen nach den Vorlesungen und U-Kursen ein paar Leute anzusprechen....

wandschrank2
22.06.2014, 23:51
find die gegebenen tipps sehr sehr gut, aber muss auch sagen, dass es nicht immer ganz so kompliziert laufen muss. ich promovier bei einem chefarzt und hab tatsächlich über e-mail den kontakt aufgenommen und es hat alles wunderbar geklappt danach..also einfach ausprobieren würd ich sagen und deine weisheit später teilen :D

fallenangel30487
24.06.2014, 15:08
Ich habe jetzt tatsächlich positive Antworten auf meine Mails bekommen und habe demnächst ein Vorstellungsgespräch..... mal schauen was daraus wird....

wandschrank2
24.06.2014, 21:37
na also! :) sehr cool.

Mano
09.07.2014, 11:45
Denke auch, dass es per Mail eher schwierig ist - auch wenn es bei mir so geklappt hat. Habe allerdings auch weniger was über meine Vorstellungen zur Arbeit sondern zwei, drei Punkte über mich und meine Fähigkeiten geschrieben. Ähnlich wie du in der Job-Bewerbung ja auch nicht schreibst: Würde gerne 38 Stunden arbeiten und möglichst nur OP-Dienste ;-)
Also was kannst du, welche Erfahrungen oder zumindest Interessen hast du, die dich gegenüber den anderen abheben? Arabisch-Kenntnisse - vielleicht hat der Doktorvater ja ein Projekt mit ner ägyptischen Uni am Laufen? FSJ im Kindergarten - vielleicht gibt es ein Projekt zur Entwicklung von Kleinkindern? HTML-Kenntnisse - vielleicht soll eine Online-Umfrage erstellt werden?
Bedarf dann natürlich auch ein wenig Glück, dass man den passenden Dozenten erwischt - diesem wird deine Mail aber garantiert auch unter 200 auffallen und dann hat er ein Interesse an dir und nicht nur umgekehrt!

Nessiemoo
10.07.2014, 20:06
Also, vielleicht bin ich ja in der Tat Generation y oder so, aber auch als Prof sollte man genügend Höflichkeit haben um ernsthafte Mails von interessierten Studenten beantworten, auch wenn es sich um "Leider habe ich keine Dr Arbeit anzubieten" handelt.

Auch wenn mal was über sich zu erzählen dazugehört, wird man als Doktorand kostenlos für den Prof arbeiten, insofern verdient man mMn da zumindest so viel Respekt, dass man auf eine Mail einen Antwort kriegt. Und wenn man da kein Antwort kriegt, kann man sich vorstellen, dass die Betreuung nicht so gut sein wird.

Sind etwas idealistische Vorstellungen, und es ist auch klar dass man ein paar Mails übersehen kann, aber sonst...:-nix

Kackbratze
11.07.2014, 07:47
Ich habe damals erst eine Email-Bewerbungsrunde gemacht: wenige Antworten, alles Absagen
Danach bin ich persönlich alle Sekretariate abgegangen: 4 Arbeiten angeboten bekommen, wenn man sich auf Wartelisten eintragen soll, kann man es auch gleich lassen.
Die eine Arbeit habe ich begonnen, aber wieder abgebrochen, da das Studienkonzept und die technischen Geräte nicht passten.
Die anderen Arbeiten gefielen mir nicht, oder es gab dann plötzlich ein "Bewerbungsverfahren", wo ich dann durchfiel. Gab wohl Bessere :-nix

Am Ende habe ich eine Professorin nach der Vorlesung gefragt und als sie mir vage was in Aussicht stellte immer weiter genervt/angesprochen, bis ich die Arbeit hatte.

Muriel
11.07.2014, 19:06
Eine Mail, Antwort innerhalb von zwei Stunden mit Terminvorschlag zum Treffen. Dann was erzählt, was man wie machen könnte und Angebot, mir das im Labor mal anzuschauen und dann war es das.

fallenangel30487
11.07.2014, 20:05
Mittlerweile hab ich eine Arbeit gefunden aber die Resonanz auf die Mails war doch sehr gering..... Was das an geht bin ich der gleichen Meinung wie Nessiemoo (http://www.medi-learn.de/foren/member.php?u=72801).... Man sollte schon die Höflichkeit besitzen und wenigstens ne Mail mit einer Absage senden aber dass man von 90% einfach gar keine Antwort bekommt ist schon sehr frustrierend.... Mittlerweile hab ich von vielen Doktoranden und auch Betreuern gehört man sollte am Besten direkt die Betreuer anschreiben da würde man wohl auch mehr Antworten bekommen....

Nessiemoo
12.07.2014, 20:34
Ich hab...um die 20 mails geschreben, davon drei wurden geantwortet - eine total nette Absage, einmal ein Treffen, wo der Prof nie kam, und dritte, wo sehr unkompliziert ein Treffen organisiert worden ist, da mir schon einen ziemlich genauen Plan für die Arbeit dargestellt worden ist, und die habe ich dann genommen. :) Am Anfang ist man aber schon etwas verzweifelt.

Mymla
22.09.2014, 16:17
Hat jemand von euch Erfahrungen mit diesen "Dissertationsbörsen" ala http://doktorandenboerse.info/

rirateme
22.09.2014, 17:22
@Jane90: Hab keine Erfahrung, aber habe mehrfach gehört dass man an die "besseren" Projekte durch persönliches Nachfragen kommen soll - angeblich werden eher die Projekte ausgeschrieben, für die sich länger kein Interessent gefunden hat.