Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachalarmierung NEF - Internistisch
SuperSonic
22.06.2014, 17:59
Ich habe irgendwie das Serotoninsyndrom im Hinterkopf, das ja auch potenziell lebensbedrohlich ist. :-nix
Ein junger 120-kg-Mann kann, denke ich, ruhig eine 2. Ampulle Dormicum fraktioniert bekommen. Empfohlene Höchstdosis z. B. bei Status epilepticus sind 3 Ampullen in 10-15 min Abstand laut Fachinfo.
WackenDoc
22.06.2014, 19:59
Beim Status liegt es aber wohl eher dran, dass man den Status mit ner Narkoseeinleitung unterbrechen sollte, wenn das Dormicum alleine nicht fruchtet, als dass es eine echte Höchstdosis des Dormicums wäre.
Ansonsten ergibt sich die Höchstdosis mehr aus der (fehlenden) Wirkung und den Nebenwirkungen.
Sebastian1
22.06.2014, 21:51
Ich hätte mich gegen ein MAD entschieden, da ich leider mal erlebt habe, dass jemand mit Z.n. Sturz auf den Kopf auf Steinboden bei Krampfanfall postiktal aggressiv-verwirrt war und trotz Fixierung durch die Pol beim injizieren (das brennt!) den Kopf so heftig herumgerissen hat, dass er den Metallkonus des MAD freigelegt hat und sich damit noch eine ordentliche Epistaxis dazugesellt. Dazu braucht der MAD (den ich prinzipiell echt gut finde) schon seine Zeit, bis die Maximalwirkung eintritt.
In der vorliegenden Situation wäre meine Wahl auf eine Kombination von Esketamin und Dormicum i.m. gefallen, erstmal 25/5 mg und dann ggfs nachtitrieren.
Was die Messungen betrifft stimme ich Brutus zu, da ist nix verwertbar von. Kann um sich treten und brüllen, hat also ausreichens Kreislauf und bekommt genug Luft. Sollte sich daran was ändern, bekommen wir das zweifelsfrei mit und können immer noch intervenieren.
WackenDoc
23.06.2014, 17:25
Ich bin immernoch erstaunt wie die ein EKG an so einen Patienten dran bekommen haben.
Aber ich bin auch genügsam und nehm nen Pulsoxy, ggf. auch erst dann wenn der Patient friedlich ist.
@Sebastian: Wieso Ketanest? Da hätte ich in so eine Situation Bedenken, dass die psychotrope Wirkung das Ganze nicht gerade besser macht.
grundewelle
23.06.2014, 18:00
Das EKG haben wir auf den Rücken gepackt. So ließ er sich gut fixieren und bekleben.
Unser Doc hat sich übrigens zu dem Zeitpunkt für Propofol (in Beatmungsbereitschaft usw.) entschieden. Nach 10mg Dormicum und 100mg Propofol war er dann ruhiger (!!!), aber immernoch nicht ganz entspannt. Im Treppenhaus hat er dann zwischen dem sechsten und fünften Stock nochmal 50 bekommen, weil es wieder losging... Schon ne gute Hausnummer, die er da weggesteckt hat. Ist Ketanest hierbei wirklich so clever?
Sebastian1
23.06.2014, 19:10
Naja, die psychotrope Wirkung ist bei Esketamin ja deutlich geringer ausgeprägt als beim Racemat. In Kombination mit Dormicum gehen die zwar immer noch ein bisschen fliegen, aber in der Regel ist bei adäquater Dosierung eine gute Sedierung ohne großartige Kreislaufeffekte erzielbar. Aber das ist eben auch nur meine persönliche Erfahrung mit dem Zeug...
Die ganzen Dosierungsempfehlungen kannste bei derartig agitierten Patienten vergessen. Ob das nun ein koksender Erwachsener oder ein Kind mit Trauma ist...
Mir hat gestern abend ein 10j. Kind mit 39kg nach 0,15mg Fentanyl und 200mg Propofol die Larynxmaske wieder ausgespuckt und mit den Händen die Maske weggedrückt. Dass er mich dabei die ganze Zeit angesehen hat, machte es nicht besser, vor allem nicht, weil er sich dabei den Zugang rausgezogen hatte..... :-nix
WackenDoc
23.06.2014, 20:55
Ich war bisher ein großer Freund von Esketamin. Lag wohl vor allem dran, dass wir in den meisten SanZentren keine BTMs haben und es damit bei uns das Standardmedikament bei starken Schmerzen ist.
Die Patienten reagieren aber trotz Dormicum stark auf die Umgebung. Wenn es ruhig ist, geht es halbwegs, aber die fahren alle nen ziemlichen Trip.
-wilhelmina-
11.07.2014, 18:53
*ganzvorsichtigguck* Gibt es auch noch ne offizielle "Auflösung" o. ä.?
grundewelle
12.07.2014, 15:39
Propofol und dormicum, dann spontanatmend auf its
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