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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Suizidgedanken / enorme Überforderung Alltag in Kliniken?



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Kackbratze
04.07.2014, 18:08
Meine Familie und ich wurden (noch) nicht krank, wir haben uns entfremdet. Gewaltig. Und das wollte ich nicht, weswegen ich mich gegen das Geld entschieden habe. Das Gelöre der Kollegen aus ganz fremden Bereichen habe geflissentlich ignoriert oder einfach die Wahrheit gesagt, weswegen ich wechsele.

Klar, wie alles im Forum hier nur ein Einzelschicksal. Trotzdem ein Beispiel, dass es auch geht.

Hoppla-Daisy
04.07.2014, 18:09
@Seb: Is klar, du würdest auch mitten in der FA-Ausbildung einfach mit deinem Fach aufhören und was Anderes anfangen....

Ach ja, heute durfte ich 3,5 Stunden "Anästhesist" spielen, weil wir mal eben 8 (!) Ampullen Propofol für ne retrograde Pyelographie verpulverten. Chef und Assi unten, ich oben.... Springer? Fehlanzeige! Pfleger? Wozu braucht man Pfleger? Die werden doch auch aus Kostengründen abgezogen... Noch Fragen? Ich hab nur gebetet, dass der Patient unter meiner Titriererei nicht mit der Sättigung abrauscht und sich überlegt, JETZT mal das Atmen einzustellen.

Kackbratze
04.07.2014, 18:11
Diesen Gedanken hatte ich nach 3 Jahren Chirurgie auch schon mal (findest Du im Forenarchiv ;-) ), was ist denn mit anrechenbaren Fachbereicehn in die Du mal reinrotierst? Nur für den Abstand und ohne dabei FA-Ausbildungszeit zu verlieren?

Hoppla-Daisy
04.07.2014, 18:18
Ich hab noch 2,5 Jahre bis zum FA. Ein Fremdjahr ist drin (inkl. Praxistätigkeit als Angestellte). Heißt also, dass ich immer noch 1,5 Jahre abreißen muss in der Klinik. Und es gibt hier im Umkreis einfach zuviele Urologien. Dieser Konkurrenzkampf ist einfach nur Gift! Und wo man sich hier in der Gegend mal umhört: Überall werden Stellen nicht mehr besetzt. Und die Arbeitsbedingungen sind sehr viel schlechter geworden.

Und da sag mir nochmal einer, da solle man nicht depressiv werden! Das ist ein Hamsterrad, das sich immer schneller dreht, und aus dem man den Absprung gar nicht mehr schaffen kann. Wir sind im Team ALLE total gelähmt angesichts unserer Perspektivlosigkeit :-nix

Kackbratze
04.07.2014, 18:33
Fachfremde Anrechnung gibt es garnicht? (Anästhesie/Päd oder so?)

Hoppla-Daisy
04.07.2014, 18:39
Sagte ich doch: Ein Jahr als Fremdjahr ist drin. Verbleiben aber noch immer 1,5 Jahre.

Muriel
04.07.2014, 18:40
Ein Fremdjahr plus ein ambulantes Jahr gleich ein halbes Jahr noch da, wo Du bist :-)

Hoppla-Daisy
04.07.2014, 18:42
Nein, ein Fremdjahr INKLUSIVE ambulantem Jahr! (also entweder oder)

Muriel
04.07.2014, 18:43
Was ist denn das für ein Schwachsinn?!

Muriel
04.07.2014, 18:45
http://m.aekno.de/page.asp?mid=15&id=9622
Hier klingt das übrigens anders.

Kackbratze
04.07.2014, 18:59
Ich kann mich nicht erinnern, dass Du woanders gewesen bist.
Wenn die Zeugnisse sauber ausgestellt sind, sind Rotationsmonate kein Problem (eigene Erfahrung).

Relaxometrie
04.07.2014, 23:06
oder aber was von Mäcces
Daß gerade Du, wo Du doch sehr gerne und offensichtlich gut kochst, diesen -mit Verlaub- Fraß ißt, finde ich in der Tat erschreckend!
Den bekomme nicht mal ich runter, und ich bin aus meiner eigenen Küche weitaus Schlimmeres gewohnt, als Du aus Deiner.

(Kleiner Indsider für Muri: nein, ich kaufe keine Pizza vom Pizzadienst mehr, von der ich die zweite Hälfte am nächsten Tag zum Frühstück esse ;-)).

Rico
04.07.2014, 23:21
Nein, ein Fremdjahr INKLUSIVE ambulantem Jahr! (also entweder oder)Das würde ich aber auch nochmal überprüfen. Normalerweise ist das so, dass Du eine gewisse Zeit fachfremd (also z.B. 1a Chirugie) anrechnen kannst und von der Zeit im eigenen Fach nochmal soundsoviele Monate ambulant machen kannst.

Muriel
04.07.2014, 23:35
Und genauso steht es in der WBO, Rico, die ich verlinkt habe.

Relaxometrie
04.07.2014, 23:39
Und genauso steht es in der WBO, Rico, die ich verlinkt habe.
So wie ist das verstehe, braucht man für den FA für Urologie -sofern man die Zahlen zusammenbekommt, und man nicht doch mehr klinische Erfahrung sammeln möchte- zweieinhalb Jahre Urologie in der Klinik. Den Rest kann man sich folgendermaßen zusammenstückeln (kopiert aus der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Nordrhein):

60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon können
• bis zu 12 Monate in der stationären Patientenversorgung im Gebiet Chirurgie angerechnet werden
• 6 Monate in einem anderen Gebiet angerechnet werden
• bis zu 12 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet/angerechnet werden

Sebastian1
05.07.2014, 01:45
@Seb: Is klar, du würdest auch mitten in der FA-Ausbildung einfach mit deinem Fach aufhören und was Anderes anfangen....
Bevor ich vor die Hunde gehe: ja.
Ich hab' das Glück, dass ich seit Jahren stabile Bedingungen habe und diese Bedingungen gut sind und sich diese Frage daher nicht stellt. Aber was passiert denn mit dem FA? Wird dann alles besser? Findest du dann einen geilen Job in einer Praxis oder machst deine eigene auf? Oder ist das auch eher schwer?
Ich habe einen Kollegen, der nach 3,5 Jahren Innere die Reißleine gezogen hat und jetzt mittlerweile FA Anästhesie ist.
Und Fächer und Häuser gibt's ja genug....

Kackbratze
05.07.2014, 07:34
Im Zweifel einmal bei der Ärztekammer anrufen. Die beissen nicht. Auch eigene Erfahrung.

Hoppla-Daisy
05.07.2014, 08:55
Wir spinnen ja schon häufig rum, dass wir alle zusammen ne Praxis eröffnen bzw. eher so ne Art Tagesklinik .... selbst Schwestern wollen schon mitaufspringen! "Macht doch ne Praxis zusammen auf, und wenn ihr DAS macht, dann nehmt uns mit! Ihr seid so ein tolles Team!"

Bisher ist das alles nur Rumspinnerei. Aber irgendwie juckt es uns schon in der Nase, und das nicht erst seit heute!


So, aber jetzt mal wieder zum Thema zurück. ich bin hier schließlich nicht suizidgefährdet ;-).

medmaster
22.07.2014, 10:28
Hallo liebe Ärzte, habe im ZDF folgende Sendung gesehen. ZDFzoom: Patienten im Abseits vom 02.07.2014. Müßte in der Mediathek noch abrufbar sein. Mich interessiert weniger das Thema Betten und Fallpauschalen, sondern mehr die persönliche Situation der Ärzte. Haltet ihr die geschilderten Berichte realistisch ?
Wie sind eure Erfahrungen dazu.
Vielen Dank für eure Meinungsäußerungen.

Fr.Pelz
22.07.2014, 13:05
Medmaster,
am besten siehst du mal nach, wann der erste Beitrag dieses Threads eröffnet wurde, höchstwahrscheinlich bezieht sich schon die Ursprungsfrage auf die gleiche Sendung, die du auch gesehen hast. Damit wurden hier auch schon Antworten genannt.
Lg