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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kündigung im Ersten Jahr



Dr.Obster
11.07.2014, 22:21
Hi, an alle, bin neu hier :)

Also ich arbeite in meiner Klinik schon für ungefähr 10 Monaten (Probezeit ist vorbei), aber heute habe ich ein Mitarbeitergespräch mit dem Chef gehabt und er meinte, dass er mit "einigen Oberärzten" gesprochen hat und meinte, dass ich mir lieber eine andere Arbeitsstelle aussuchen sollte...
Laut ihn, besser wäre, wenn ich mich selber kündige, weil dann würde er mich bei der Arbeitssuche unterstützen und wenn er mich selber kündigen würde, dann würde das "überall stehen" und wäre für meine Zukunft schlecht.

Also ich habe eigentlich fast gar keine Probleme mit dem Team gehabt, weder mit Ass-Ärzten oder mit OÄ... (na ja, einer von den Oberärzten hat mir paar mal gesagt, dass ich dies und das anders machen sollte, aber nichts was mir den Eindruck, ass ich unerwünscht bin machen sollte..) Sonst habe ich keine richtige Kritik bekommen.
Das kamm also ganz überraschend zu mir, aber der Chef meinte ich kann in diesem Team einfach nicht weiter machen, obwohl ich fachlich ganz fit bin. Einen genauen Termin hat er mir nicht gegeben, es sollte aber bis zum Ende des Jahres passieren.

Also jetzt fühle ich mich ein bischen verarscht. Einerseits will ich auch nicht in einem Team, wo ich unerwünscht bin, arbeiten. Anderseits, so ein Gefühl habe ich auch wärend meiner Zeit hier nicht gehabt und ich habe echt viel Spaß bei der Arbeit gehabt.

Habt ihr vielleicht Erfahrungen oder Vorschläge zu der Sache und weiterem Vorgehen?

mfG
Dr.Obster

Matzexc1
11.07.2014, 23:05
Hallo.
Ich kann jetzt nur aus meiner Erfahrung sprechen:
Bei meinem 2.Arbeitgeber reduzierte ich nach 8 Monaten auf 80%,kurz danach wurde mir das Leben schwergemacht. Daraufhin suchte ich mir was anderes.
Das mit dem Gespräch mit den OÄ kommt mir komisch vor,aber solche Blödsinnigkeiten kenn ich nur zu gut.Man sagt dir alles okay und plötzlich treten sie auf dich ein.

Ich würde dir den Rat geben sich sofort nach einem anderen Arbeitsplatz umzuschauen,am besten eine ganze Idee weit weg von deinem jetzigen Chef. Aber verrat bloss nicht wo bevor der neue Vertrag steht.

Ich hatte zuerst versucht bei einem Haus in der Nähe unterzukommen,aber das ging daneben. Meine Chefin wurde vom dortigen Chef schnell informiert.Das erklärt auch das Verhalten des Praxisanleiterteams als sie mich zu dritt zurechtstutzten.

Mit einem Punkt hat dein Chef aber recht:Eine Kündigung vom Chef ist weniger gut als eine von dir selbst
MfG
Matzexc1

EVT
11.07.2014, 23:33
Bezueglich Arbeitslosengeld aber nicht. Aber als Arzt sollte man sich da keine Probleme drum machen muessen, nehme ich mal an. Es sei denn, du hast ein kompetitives Fach in einer beliebten Gegend?

Dr.Obster
11.07.2014, 23:37
Hallo.
Ich kann jetzt nur aus meiner Erfahrung sprechen:
Bei meinem 2.Arbeitgeber reduzierte ich nach 8 Monaten auf 80%,kurz danach wurde mir das Leben schwergemacht. Daraufhin suchte ich mir was anderes.
Das mit dem Gespräch mit den OÄ kommt mir komisch vor,aber solche Blödsinnigkeiten kenn ich nur zu gut.Man sagt dir alles okay und plötzlich treten sie auf dich ein.

Ich würde dir den Rat geben sich sofort nach einem anderen Arbeitsplatz umzuschauen,am besten eine ganze Idee weit weg von deinem jetzigen Chef. Aber verrat bloss nicht wo bevor der neue Vertrag steht.

Ich hatte zuerst versucht bei einem Haus in der Nähe unterzukommen,aber das ging daneben. Meine Chefin wurde vom dortigen Chef schnell informiert.Das erklärt auch das Verhalten des Praxisanleiterteams als sie mich zu dritt zurechtstutzten.

Mit einem Punkt hat dein Chef aber recht:Eine Kündigung vom Chef ist weniger gut als eine von dir selbst
MfG
Matzexc1

Vielen Dank für die Antwort,
das Ding ist, ich habe ja eigentlich nichts falsches gemacht und bin daher von der Kündigung geschutzt (es gibt ein Gesetz, wenn ich das richtig verstanden habe). Weil wenn der Grund wirklich so lächerlich ist...
Und wie gesagt, der Chef hat mir auch vorgeschlagen mit der Suche zu helfen (warscheinlich, so dass ich schneller gehe*gefaelltmirnicht*)

Dr.Obster
11.07.2014, 23:42
Bezueglich Arbeitslosengeld aber nicht. Aber als Arzt sollte man sich da keine Probleme drum machen muessen, nehme ich mal an. Es sei denn, du hast ein kompetitives Fach in einer beliebten Gegend?

Tja, das Fach ist schon kompetitiv und ich habe jetzt eine Wohnung, Freunde, etc. die Klinik wo ich jetzt arbeite ist auch eine der besten in der Stadt. Arbeitslosengeld macht mir jetzt am wenigsten sorgen...

dgy999
11.07.2014, 23:55
Ich an deiner Stelle würde mich nicht all zu sehr verrückt machen.

Es kann an so vielen Sachen liegen, dass die dich raushaben wollen. Es kann sein, dass einer gehen muss, es kann sein, dass du eigentlich gut integreiert bist, aber einer von den OÄ dich nicht okay findet, eifersüchtig ist auf irgend einen Mist den du hast und er net, und deshalb hat er ein schlechtes Wort für dich eingelegt. Diese Liste kann Ellenlang sein.

Was ich an deiner Stelle tun würde ist umziehen und ne andere Klinik suchen. Die Stadt wechseln lohnt sich möglicherweise auch. Denn wenn du einen einflussreichen Chef hast, dann erzählt man sich recht schnell was einem an einem nicht gefallen hat. Und Menschen, ja auch Ärzte lassen sich gerne recht schnell beeinflussen - natürlich nicht jeder.
Das alles falls du nicht durch Frau/Mann und Kind gebunden bist.


Echt scheiß Situation und du hast mein Beileid...Kopf hoch!

Rico
12.07.2014, 09:14
Hat der Chef denn gesagt, wie er Dich bei der Stellensuche unterstützen möchte? Ist ja nicht sehr wahrscheinlich, dass er für jemanden, den loswerden möchte, seine Beziehungen spielen läßt und alte Kumpels anruft, ob die ne Stelle für Dich hätten.
Die "Hilfe" könnte zum Beispiel so aussehen, dass er Dich freistellt für Hospitationen - davon würde ich exzessiv gebrauch machen, wenn Du wechseln willst.

Wenn Du lieber bleiben willst, dann müsstest Du Dich mal arbeitsrechtlich beraten lassen. Was für einen Vertrag hast Du denn, doch bestimmt einen befristeten, oder? So einen kann man nämlich nur ganz schlecht kündigen, weil er ja eh ein Haltbarkeitsdatum hat, da muss der AG schon sehr genau begründen können, wieso er den Mitarbeiter, den er eh nur eine bestimmte Zeit beschäftigen wollte, jetzt noch kürzer beschäftigen will und wieso ihm das nicht schon in der Probezeit schon eingefallen ist. Auch bezüglich einer Abfindung gibt es da vielleicht Möglichkeiten... (wenn Du doch aktiv gekündigt wirst).
Wird aber sicherlich kein Spaß, sich da gegen den Willen des Chefs festzusetzen und auf den Vertrag zu pochen. Das kann man machen, wenn es nur noch ein paar Monate bis zum FA sind, aber im 1. WBJ ...

WackenDoc
12.07.2014, 09:22
Schon merkwürdig. Wurde denn nichts zu den Gründen gesagt?

Feuerblick
12.07.2014, 10:04
Hmmmmmm, ich kenne einen ähnlichen Fall. Da wurde dem betreffenden Kollegen, trotz klarer Ansagen von OÄ und Assistenten, immer und immer wieder über die Probezeit hinaus eine Chance gegeben, obwohl klar war, dass weder seine Art noch seine Arbeitsweise zum Team passten. Dem wurde dann auch ein paar Monate nach Ende der Probezeit nahegelegt, sich was anderes zu suchen. Damals hat der betreffende Chef aber tatsächlich geschaut, wo noch Assistenten gesucht werden und mit seinen jeweiligen Kollegen gesprochen. Was er denen erzählt und ob er den unerwünschten Kollegen quasi "weggelobt" hat, weiß ich nicht. Fakt ist, dass der Kollege recht bald eine andere Stelle hatte... :-nix
Ob man so ein Angebot annehmen kann, kommt insofern auf den Chef an... Nur: Bleiben und auf meinem Vertrag bestehen, würde ich nicht. Eher suchen, viel hospitieren und auf ein gutes Zeugnis dringen.

Lava
12.07.2014, 10:28
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Chef jemanden das Leben extra schwer machen will. Wenn er sagt, er würde dich unterstützen, würde ich das glauben. Hat mir mein Chef damals auch zugesichert. Letztendlich habe ich davon keinen Gebrauch gemacht, weil alle hier im Forum mir davon abgeraten haben (wie Rico oben). Bei mir hat es allerdings einige Monate gedauert, bis ich was gefunden hatte. Ich hab dann zwar doch nur einen Monat Arbeitslosengeld bezogen, aber zwischenzeitlich hatte ich Angst und Bange, dass ich schwierig wird, was Neues zu finden. Und so ganz ohne ALG dazustehen ist auch irgendwie doof :-?

Bandwurm
15.07.2014, 12:25
Na ja. Meist ist man besser beraten, dass Angebot vom Chef anzunehmen. Ich habs zwar auch schon anders gemacht, aber dass war als ich gerade Vater geworden war und noch keine Anschlussstelle hatte, aber da konnte ich mich gütlich einigen und einen Monat später war ich auch weg.
Damit du später keinen Ärger hast: Stell einfach auch ein par Bedingungen. Wenn du so gut arbeitest, kann er dir ja schon mal ein gutes Zwischenzeugniss ausstellen (ist durchaus legitim) und (ist ein bisschen kniffliger und ist nicht ganz üblich) deine Weiterbildungsinhalte soweit auch bestätigen. Damit gehst du sicher, dass er kaum eine Chance hat "Nachzutreten", falls er doch ein falsches Spiel treibt.
Falls du bleiben willst, würde ich zumindest um ein Mitarbeitergespräch bitten, bei dem du konkret deine Stärken und Schwächen rückgemeldet bekommen möchtest und eine Zeit bis zu einer Verbesserung der angemerkten Defizite die auch Angemessen ist, Z.B. kennst dich wenig mit Medikamenten deines Faches aus und hast ein paar relevante Wechselwirkungen übersehen, die dein OA nachträglich "ausbügeln" musste, z.B. 3 Monate. Dass wäre nur fair und außerdem für eine Kündigung auch von Seiten des Chefs der Weg der zu bestreiten wäre, außer er will dich wegmobben, was ja auch nicht so unüblich wäre. Dann wäre aber wieder Schritt eins der bessere für dich.