Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : NEF Einsatz VU Fahrrad gegen PKW
Sebastian1
26.07.2014, 21:32
Werden sie auf jeden Fall, denn ich hätte gerne, wenn jemand blutet, gerne so optimale Bedingungen wie möglich wenn ich mich zu Narkose und ITN entscheide. Volumenmangelschock wird durch Narkose nicht besser, wenn da Milz, Leber oder Becken fröhlich vor sich hinbluten. Dann lieber mal den Pieks einer großlumigen Viggo.
tami...san
26.07.2014, 21:36
Wie sieht es den rechtlich aus, wenn man den großlumigen Zugang als Patient aus Angst ablehnt?
WackenDoc
26.07.2014, 21:44
Ich muss dem Patienten ja nicht sagen, wie groß die Nadel ist. Man kann aber dem Patienten verklickern, dass das es kurz weh tun wird und dass es aber notwendig ist.
Einige Patienten machen einfach nen Riesenbohei um die Nadeln- kurze, klare Ansage und rein damit hilft dabei am besten.
Ein paar Patienten haben eine echte Nadelphobie. Die sind aber gar nicht so häufig und da ist dann situatives Geschick gefragt.
Ich hab gedacht, wir hätten schon 2 große drin?
Achso für die Größe gilt- lieber eine sichere grüne als eine verstochene orangene.
... und erfahrungsgemäß sind die größten Nadelschisser auch die tätowiertesten^^
tami...san
26.07.2014, 21:50
Also ich weiß von mir selbst das ich jede bis zur grünen ohne Probleme bei mir legen lassen kann, da diese am Handrücken locker gehen sobald jemand die Ellenbeuge anpeilt da gehe ich an die Decke :D
Also bisher bin ich ohne Tatoos.
muss ja net in die Ellenbeuge, der dicke Zugang^^
Ich finde es ja am Handdrücken deutlichst unangenehmer als in der Ellenbeuge, wenn ich am falschen Ende der Nadel bin *g*
tami...san
26.07.2014, 21:58
Der Handrücken ist die schmerzfreiste Stelle. Alles andere tut weh. Also im Notfall wird ein Patient da nicht drumherum kommen. Dann sollte ich vll. Doch mal zum Blutspenden.
Der Handrücken ist die schmerzfreiste Stelle. Alles andere tut weh. Also im Notfall wird ein Patient da nicht drumherum kommen. Dann sollte ich vll. Doch mal zum Blutspenden.
Mach wie du willst, erst die in der EB nicht treffen und dann nach unten ... sicher sinnvoll ;-).
Distal vor proximale Stelle, möglichst großer Gefäßdurchmesser wäre wirklich sinnvoll.
Mir hat die 22G *g* sauber weh getan am Handrücken, die 18er in der EB nicht.
Absolute Arrhythmie
27.07.2014, 00:12
Handrücken finde ich persönlich furchtbar schmerzhaft, habe dort von ner rosa viggo ne Narbe und würde das in Zukunft bei her selektiven viggo verweigern ^^ so unterschiedlich ist das Schmerzempfinden.
Also zu den Zugängen: ob jetzt blau oder orange - Pieks ist Pieks. Und tut damit einmal kurz weh.
Wenn man jetzt nicht den Zugang ellenlang durch die cutis schiebt, sondern einmal kurz durch und ins Gefäß und gut ist, dann tun die alle gleich weh...
Zugang verweigern? - Hmm. Ist man den als Polytrauma überhaupt noch Herr seiner Sinne? Das ist das Gleiche mit der Thoraxdrainage... Legt man sie nicht, geht jemand tot. Insofern wie schon gesagt: Nicht wünsch Dir war... :D
Zur Not muss man eben warten, bis die Vigilanz langsam schwindet...
Blinki86
27.07.2014, 00:26
Mag mir kurz jemand erklären, wie es unter Spontanatmung und ohne Sog, Wasserschloß etc einzig durch eine Entlastungspunktion zur Wiederentfalltung eines kollabierten Lungenflügel kommt, so dass anschließend ein seitengleiches Atemgeräusch auskultierbar ist?
Mein patho-physiologisches Verständnis kommt hier nicht mit.
tami...san
27.07.2014, 06:49
Dann sollte ich mir das Grauen also schnell zu einer Sache machen die mir gleichgültig ist Brutus ;) Danke für die Antworten :D
WackenDoc
27.07.2014, 06:57
Ziel der Entlastungspunktion ist nicht das Wiederentfalten. Sondern die Entlastung des Überdrucks.
Mit etwas Glück ist es aber möglich dass sie sich ausreichend entfaltet, dass man ein beidseitigs AG hört.
Edit: Die meisten Polytraumata werden andere Probleme haben als ihre Nadelphobie. Zumindest früher oder später.
Markus-HEX
27.07.2014, 09:40
Mag mir kurz jemand erklären, wie es unter Spontanatmung und ohne Sog, Wasserschloß etc einzig durch eine Entlastungspunktion zur Wiederentfalltung eines kollabierten Lungenflügel kommt, so dass anschließend ein seitengleiches Atemgeräusch auskultierbar ist?
Mein patho-physiologisches Verständnis kommt hier nicht mit.
Eine Wiederentfaltung des kollabierten Lungenflügels erreicht mit mit der Thoraxpunktion nicht.
Die indikation für eine Entlastungspunktion ist ja auch nicht der simple Pneu (der ist ja, zumindest einseitig, nicht akut vital bedrohend), sondern der Pneu mit Spannungskomponente und kardiozirkulatorischen Nebenwirkungen - Mediastinalverlagerung, usw.
Durch die Entlastungspunktion schafft man aus dem lebensbedrohlichem Spannungspneu, einen für die Prognose deutlich günstigeren offenen Pneu herzustellen - die ganzen kardiozirkulatorischen Begleiterscheinungen und die Verlagerung/Kompression der anderen Lunge fällt weg.
Aber - der Lungenflügel bleibt, bei Spontanatmung, kollabiert - komit wird man auch kein seitengleiches Atemgeräusch nach Entlastungspunktion bekommen
Blinki86
27.07.2014, 12:54
Na dann schaut mal wie der Patient laut Tami...san in der Realität reagiert haben soll...
Naja, zum Einen ist es ja ein Fallbeispiel, zum Anderen kann die Lunge nach Entlastung bei maschineller Beatmung ja durchaus wieder soweit entfaltet sein, dass man ein AG bds. hören kann.
Bei maschineller Beatmung wird die Lunge ja schon belüftet, und da die Spannung raus ist, kann sie sich auch wieder etwas ausdehnen...
Stephan0815
27.07.2014, 19:09
Eine Wiederentfaltung des kollabierten Lungenflügels erreicht mit mit der Thoraxpunktion nicht. [...]
Da gehen die Meinungen auseinander. Mein Chirurgie-Prüfer im Examen stellte sogar fest, daß die Monaldi-Drainage, über ne Viggo zum Beispiel, Gefahr läuft, durch die sich wieder ausdehnende Lunge abgedrückt zu werden und daß man das häufig nicht mitbekäme. Er meinte zu uns noch, daß er deswegen wann immer möglich lieber ne ordentliche Bülau favorisiere.
Sebastian1
27.07.2014, 19:36
Bülau ist ja nett, aber präklinisch nach Hochrasanztraumata bin ich da sehr zurückhaltend. Hatte letztes Jahr mal jemanden, der bds. Thoraxdrains brauchte nach (überlebtem!) Sturz ca 40 m Höhe, aber bei so einem Unfallmechanismus gehe ich nicht zwangsläufig davon aus, dass das Zwerchfell noch intakt ist und alle Bauchorgane noch da sitzen, wo sie hinsollen. Und auch bei nichttraumatischen finde es durchaus nicht immer einfach, sicher tiewf genug aber nicht zu hoch zu landen...mit Sonokontrolle ist mir das tatsächlich lieber.
Die präklinischen Thoraxdrainagen kann ich aber auch nach wie vor an einer Hand abzählen und es bleiben noch Finger übrig.
WackenDoc
27.07.2014, 19:57
Das Abknicken passiert aber doch eher nicht durch die wiederexpandierende Lunge, sondern durch Verschiebungen der Gewebeschichten oder direkt wenn sie aus der Haut kommt.
Gibt übrigens spezielle Entlastungspunktionsnadeln, die länger, dicker und etwas stabiler als Viggos sind. Und auf die kann man am Ende über ein Lühr-Lock einen kleinen Ballon anschließen mit dem man kontrollieren kann, ob Luft ausströmt. Den sollte man aber einschneiden oder abschrauben wenn man richtig liegt, sonst kann die Luft ja nicht raus.
Ich kenn auch einen Thoraxchirurgen der der Meinung war, dass Entlastungspunktionen Unsinn sind und ne richtige Thoraxdrainage das Mittel der Wahl. Zumal die bei einigen Lungenverletzungen auch die definitive Therapie darstellt.
Ja ne ist klar. Wenn ich die Dinger täglich über Jahrzehnte lege vielleicht, aber selbst dann brauche ich Zeit die ich evtl. in dem Moment nicht habe.
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