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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Als sei Kinderlosigkeit nicht Strafe genug...



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Schubbe
08.08.2014, 17:53
Man kann es auch als Nachteil im vergabesystem sehen, wenn man Kinder hat. In der Zeit kann man seine wissenschaftliche Karriere nicht so voran treiben wie andere.

Drehen wir den Spieß um: Wieso musst du Kinder haben, um wettbewerbsfähig zu sein?

Meiner Meiner nach gehören solche Kriterien nicht in die Faktoren, die den Grad der Qualifikation feststellen. Als nachrangiges Kriterium? Kein Problem. Als Qualifikation? Blanker Hohn.

ehemaliger User_25062015
08.08.2014, 17:56
Dann mal die Nachfrage...haben alle, die heute ne Zulassung unter Vorbehalt bekommen haben, Kinder?

Absolute Arrhythmie
08.08.2014, 18:02
Nicht als Qualifikation, als Nachteilsausgleich. Aber die Diskussion ist an sich sinnlos, da die regeln nunmal so sind.

Schubbe
08.08.2014, 18:20
Regeln können und müssen von Zeit zu Zeit geändert werden. Ist ja nicht so, dass wir hier mit Fundamentalisten über die Auslegung einer heiligen Schrift reden, sondern um ein Auswahlverfahren, das möglichst fair sein soll.

Spricht was dagegen beide Seiten zu hören? ;)

Aufeinzweites
08.08.2014, 18:23
Natürlich ist das so, aber deine Argumentation trifft schon zu:

Am besten hast du Dienst gehabt. Dann frühbyzantinische Sexualpraktiken studiert, 2 Kinder bekommen und danach mehrere Jahre Arbeitslosigkeit, die du auf den verpassen Anschluss zurückschiebst (eigentlich liegts am Studiengang).

Alles ohne Gewähr, mit den exakten Reglementierungen nach Arbeitslosigkeit und Kinderphase kenne ich mich nicht sonderlich gut aus. Aber wie ich es verstehe ist es so:

Du bewirbst dich bei HSS und bekommst 1 Punkt für den Dienst, 2 für die Kinder (Wiedereingliederungsphase), 4 für FG4 (mehrere Jahre Arbeitslosigkeit) und nochmal 4 für die Note.

Damit hast du genau so viele Punkte wie ein promovierter Humangenetiker mit besten Abschlussnoten.

Sehe ich das richtig?

... das müsste eigentlich in den thread "Tipps für Zweitstudienbewerber".

Die Paradoxie ist: Wenn man sich flexibel zeigt auf dem Arbeitsmarkt, also nach dem Orchideenfachstudium vier Jahre ins Callcenter geht, arbeitet und Geld verdient, dann ist der Lebenslauf für eine stringente Argumentation ("habe schon immer zielstrebig meinen Weg hin zum Berufsziel xy verfolgt...") futsch. Denn die argumentative Verbindung zwischen "Orchideenfach", "Callcenter" und "Medizin" kriegt man dann nicht mehr hin.

Schubbe
08.08.2014, 18:45
... das müsste eigentlich in den thread "Tipps für Zweitstudienbewerber".


Ich bin mir sicher, dass da ein Fehler drin ist. So "einfach" kann es nicht sein ;)

Fisheye
08.08.2014, 19:29
Dann mal die Nachfrage...haben alle, die heute ne Zulassung unter Vorbehalt bekommen haben, Kinder?

Ich glaube wir sind einfach zwei jahre zu spät dran... Die messzahl steigt und steigt und ich denke, es gibt fast nur noch fg 3 aufwaerts...
Btw: 3 kinder, 6 jahre "dienst", medizinnah, absage...

Schubbe
08.08.2014, 19:35
Die richtige Formulierung wäre ohnehin: Wie viele nur durch ihre Kinder die Zusage bekommen?

Absolute Arrhythmie
08.08.2014, 19:49
Die richtige Formulierung wäre ohnehin: Wie viele nur durch ihre Kinder die Zusage bekommen?
Glaubst du wirklich, dass das so viele sind?

Espressa
08.08.2014, 19:52
Ich verstehe nicht, warum sich viele gleich so benachteiligt fühlen, wenn manchen eine Begünstigung zuteil wird.
Neulich auch die Diskussion, dass verheiratete Paare mit Kindern Steuervorteile haben, und man als Alleinerziehender "benachteiligt" sei. Ich finde: nö. Die ehe zu fördern, ist was gutes; genauso wie studierende mit Kindern zu fördern. Dass sowohl das eine als auch das andere nicht jedem vergönnt ist, macht es noch lange nicht unfair.

Coxy-Baby
08.08.2014, 19:57
Wobei es wenig Logische Gründe für die pauschale Förderung der Ehe gibt (Förderung von Kindern würde imho mehr Sinn haben).

hoppel228
08.08.2014, 20:01
Ich denke auch, dass die Messzahl immer weiter steigt und wenn man Pech hat, nie etwas in DL bekommt. Für die, die nicht so ortsgebunden sind, würd ich Österreich empfehlen: wenn man viel lernt, stressresistent ist und nicht unter Prüfungsangst leidet, hat man gute Chancen den Test zu bestehen. Über hss kann man sonst ewig probieren und kommt trotzdem nicht an einen Platz (hab's über Österreich diesmal auch geschafft, von daher bin ich nicht so ganz traurig über die Absage aus DL). Nächstes SS ist die Messzahl eh wieder so hoch und zum WS weiß man auch nicht, wie es sich entwickelt - dann hätte man mit Ösi-land wenigstens ein back-up, wenn hss die Begründung nicht akzeptiert.

Espressa
08.08.2014, 20:03
Weicht jetzt vom Thema ab, aber verheiratete leben länger etc., scheinbar ist das eingehen einer festen Verbindung (und deren beibehalten!) den Menschen durchaus förderlich.
BTW hab ich kinderlos studiert und Steuervorteile fallen flach, da wir in verschiedenen Ländern arbeiten. Neide es aber denen nicht, denen es Vorteile bringt.

Schubbe
08.08.2014, 20:07
Ich denke bei der Diskussion geht es nicht darum, ob es zu fördern ist, dass Studenten (auch Zweitstudenten) Kinder bekommen, sondern in welchem wettbewerbsverzerrenden Ausmaß das geschieht. Bis zu zwei Punkte für Kinder ist extrem viel.

Muriel
08.08.2014, 20:09
Länger lebende Ehepartner sind doch eigentlich eine Katastrophe für den Staat. Länger zu zahlende Rente ;-)

Trianna
08.08.2014, 20:14
@ Espressa

Also dieses Argument finde ich irgendwie ein bisschen strange ^^
Ich glaube auch nicht, dass das Ehegattensplitting aus diesem Grund geregelt wurde.
Mir soll das recht sein, machen wir eh nicht, so lange nur jedes Paar, das zusammenlebt, davon profitiert und nicht nur good old "Mutti Vatti Kind". Aber das ist ein anderes Thema.

Espressa
08.08.2014, 20:28
Stell dir vor, du hast 5 Kinder, und bietest extra Taschengeld, wenn Hausaufgaben gewissenhaft gemacht werden. Steht dir doch frei. Ist es jetzt unfair für die anderen Kinder, nur weil sie vielleicht trotz hausaufgabenversäumnis ordentliche Noten kriegen?
Nein.
Es ist egal. Du förderst diesen weg zum Erfolg, andere führen meist eben nicht zum erfolg, naja und wenn ab und zu doch, ist es nicht unfair.
Find ich.

Muriel
08.08.2014, 20:37
Es ist Ansichtssache, ob eine Bevorzugung der Einen automatisch eine Benachteiligung der Anderen bedeutet. Ich kann aber die Traurigkeit/Wut der TE gut verstehen. Stell Dir vor, Du hast einen großen Wunsch im Leben, der so furchtbar einfach erscheint (hey, einmal poppen und dann geht das), der dann aber nicht klappt, für den Du daraufhin jahrelang kämpfst, Deinen Körper kaputt machst, um am Ende fix und fertig einsehen zu müssen, dass Du das nie bekommen wirst. Du orientierst Dich neu, nachdem Du Dich mühsam augerappelt hast, haust rein und gehst mit prinzipiell guten Karten an den Start und scheiterst nur an einer einzigen Sache und zwar an der, für die Du vorher jahrelang umsonst gekämpft hattest und dann auch noch mit der (vermeintlichen) Unterstellung, man habe dadurch nicht genügend geleistet, um belohnt zu werden. Stell ich mir gelinde gesagt Schei§e vor. Und Kinderwunsch ist nicht der Traum vom Porsche. Ja, es muss Regeln geben und es wird immer Leute geben, die durchs Raster fallen, völlig klar. Aber in dieser Konstellation kann ich jedes Gefühl der Ungerechtigkeit verstehen.

jennyli
08.08.2014, 20:42
Wow Danke Muriel, Du triffst es auf den Punkt. Soviel Empathie haben die wenigsten.

Muriel
08.08.2014, 20:47
Ich kenne genügend Paare, teilweise gute Freunde, die mit dem Thema der ungewollten Kinderlosigkeit konfrontiert sind/waren. Auch wenn es GsD die meisten doch noch mit ICSI und co hinbekommen haben, bin ich da echt sensibel, und bin immer wieder dankbar dafür, zwei gesunde Kinder zu haben. Kopf hoch! Du wirst Dein Ziel erreichen, selbst wenn Du es neu definieren musst.