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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eingeklagt! Wird man anders behandelt?



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ycr83
01.04.2015, 22:31
Dass das Einklagen früher mal viel erfolgversprechender zu sein schien, lag daran, dass Unis eher "scheiß drauf" gesagt haben, als gegen eine verlorene Platzklage Berufung oder Revision einzulegen. Genau der Punkt hat sich in den vergangenen Jahren radikal geändert.

EVT
01.04.2015, 22:47
Kommt auf die Uni an. Bei manchen kann man nie klagen, andere machen einen Vergleich.
Ins 1. Semester würde ich wohl auch eher nicht klagen, aber ins höhere Semester vielleicht schon. Aber da muss man wirklich einen ehrlichen Anwalt finden, der das mit dem Rausklagen auch sagt.

Herzkasperl
02.04.2015, 08:42
Aber das Leute mit genug geld die Möglichkeit haben schneller einen Studienplatz zu erlangen als "arme" Leute hälst du für fair? ^^

Ich halte das Schimpfen auf die Kläger für Unfug. Durch die Klagerei wurden die Unis erst gezwungen, die Plätze richtig zu berechnen. Vorher haben die einfach, weil es schön gemütlich ist mit weniger Studenten, einfach weniger zugelassen als sie von der personellen Ausstattung her gemusst hätten. Die eigentlich Schuldigen sind die Unis, die in vergangenen Zeiten nicht freiwillig alle Plätze belegt haben. Und ohne Kläger würden sie das auch wieder machen. Kein Einstieg in höhere FS, nichts gäbe es dann. Da profitieren jährlich sicher über Hundert Leute (die nicht klagen!) wenn man alles zusammennimmt. Dafür kommen halt ein paar Kläger hin und wieder unter, so what.

Die Unis machen übrigens keine "Gegenklagen", vielmehr gehen die Verfahren in die Hauptverhandlung und/oder zweite Instanz. Die Plätze werden häufig im vorläufigen Rechtsschutz vergeben und dann im Hauptverfahren (mit mehr Zeit für die Richter nachzurechnen) wieder einkassiert. Die Folge: Nicht mal die Scheine zählen was, denn sie sind ohne Rechtsgrundlage vergeben worden. Ich würds daher nicht machen.

Das System ist auch grundsätzlich "unfair" (wenn man es so sieht): Wer Geld hat, studiert im Ausland erstmal BWL oder irgendwas anderes während der Wartezeit, wer kein Geld hat, muss im Inland für wenig Geld arbeiten. Und das setzt sich fort bis zum Kauf des Eigenheims: Wer geldige Eltern hat, bekommt ein Haus mit Garten im Ballungsraum, wer die geldigen Eltern nicht hat, bekommt ne Wohnung zur Miete.

P.S.: Was übrigens nicht heißt, dass ich dieses System mit Geld von den Eltern gut finde... Wegen mir gebe es deutlich höhere Erbschafts- und Schenkungssteuern, dann würde mehr Gerechtigkeit herrschen.

@Sanguis: Genau so sehe ich es auch - abgesehen davon, dass sowieso alle Studenten gleich zu behandeln wären (was sowieso leider nicht geschieht...)

Kretschmann
02.04.2015, 10:58
Wegen mir gebe es deutlich höhere Erbschafts- und Schenkungssteuern, dann würde mehr Gerechtigkeit herrschen.


Sowas kann auch nur jemand sagen, der eine Wohnung zur Miete bekommen hat. :D

baugruen
03.04.2015, 06:05
Ich halte das Schimpfen auf die Kläger für Unfug. Durch die Klagerei wurden die Unis erst gezwungen, die Plätze richtig zu berechnen.

richtig. ich denke auch, durch dass die meisten Studenten eher Vorteile daraus ziehen, wenn andere klagen. Nicht nur bei Studienplätzen, auch bei anderen Dingen.

EVT
03.04.2015, 11:56
Das System ist auch grundsätzlich "unfair" (wenn man es so sieht): Wer Geld hat, studiert im Ausland erstmal BWL oder irgendwas anderes während der Wartezeit, wer kein Geld hat, muss im Inland für wenig Geld arbeiten.

Wer Geld hat, sollte bzw. kann dann direkt im Ausland Medizin studieren oder in Deutschland an eine Privatuni gehen, wenn er denn angenommen wird.
Aber der Weg ins Ausland/an eine Privatuni steht dank Kredit allen offen. Ob man es sich dann auch traut, ist eine andere Sache.

nie
03.04.2015, 15:32
In Göttingen war mal im Radio, dass sich superviele Leute einklagen konnten. Aber da dort auch ewig lange wegen der Teilplätze nachgerückt wird, wäre es sicherlich nicht aufgefallen.

in meinem Semester waren damals ~ 20 Leute mit eingeklagtem Teilplatz. Die wurden nach dem 2. Semester wieder rausgeklagt. Erst da war wirklich klar, wer geklagt hatte. Da sind halt zwischen April und Mai immer mal wieder Leute aufgetaucht, die nen Teilplatz hatten und es wurde auch nicht große diskutiert, wie sie an diesem Platz gekommen sind. Spekuliert wurde schon aber wirklich gewusst hat es keiner. Auch die Dozenten nicht. Zumindest hatte meine eingeklagten Komilitonen keine offensichtlichen nachteile im Präpsemester (4 mündliche Testate) und habe auch alle ihre Scheine bestanden.
Einige waren im Laufe des 3. Semester wieder da (weiter mit Teilplatz), andere haben Plätze an anderen Unis bekommen, wieder andere sind einfach verschwunden.

Hab dann mal im Radio gehört, dass die Uni "aufgerüstet" hat und sich ein Jahr später nur noch eine Person erfolgreich einklagen konnte.

pefanimus
03.04.2015, 19:32
im übrigen können nur plätze erklagt werden welche die uni unterschlägt und absichtlich falsch berechnet, um das mal hier kurz festzuhalten. bestes beispiel war letztes semester würzburg mit knapp 35 klageplätzen.

achja und in der Uni weiß eigentlich nur der Anwalt und das Zugehörige Büro für Zulassung über die Klage Bescheid, es gibt ja bestimmte Auflagen.

und klagen macht ja prinzipiell nur noch sinn nachdem physikum, ergo braucht man den platz im ausland.

und die zeiten wo papi sein geld gereicht hat sind schon ewigkeiten vorbei. Im ausland bekommt nicht jeder einen platz der sich mal denkt geil die 50 000e hab ich übrig studier ich mal. Deutsche sind ungefähr die letzte Nationalität die noch gerne genommen wird, da die Unis wissen, dass wir zurück wollen und alles dran setzen. Deswegen gibts mittlerweile Quoten (zumindest in Riga), mal ganz davon abgesehen, das NC und Empfehlungsschreiben sowie Engagement auch zählen.

davo
03.04.2015, 20:43
Noch vor ein, zwei Jahren war es allerdings zumindest an mindestens einer staatlichen Uni in Rumänien so, dass JEDER, der eine vollständige Bewerbung eingereicht hat, einen Platz bekommen hat. Besagte Uni hat nämlich die genauen Daten für alle Bewerber ins Netz gestellt ;-)

Absolute Arrhythmie
03.04.2015, 23:20
Meine Aussage bezog sich auch weniger darauf, dass es generell unfair ist zu klagen. Ich meine eher, dass es unfair ist, dass nur Leute mit Geld diese Möglichkeit haben.

JazzKo
03.04.2015, 23:27
Pfeif auf die blöden Dozenten...wie EVT schon sagte..es fällt maximal auf, wenn ein ganzer Stoß an Studenten später kommt. Aber das könnten auch Nachrücker o.ä. sein. Und ganz ehrlich..diese Missgunst darüber wie jemand an nen Studienplatz gekommen ist..nervt. Ich persönlich gönne wirklich jedem seinen Studienplatz. Wenn sich während des Studiums rausstellt, dass jemand ein Idiot ist, dann gönn ichs demjenigen auch mal, wenn er ein Semester drauf packen muss oder fliegt..aber jemandem das Leben schwer machen, weil derjenige es geschafft hat ins Studium zu kommen, egal wie..versteh ich nicht.

Wie ist denn die Quote der Abbrecher bei Euch?

Mufasa
04.04.2015, 09:24
P.S.: Was übrigens nicht heißt, dass ich dieses System mit Geld von den Eltern gut finde... Wegen mir gebe es deutlich höhere Erbschafts- und Schenkungssteuern, dann würde mehr Gerechtigkeit herrschen.



Witz des Jahres, bist wahrscheinlich einer von den Bafög Abkassierern die den Hals nicht vollkriegen können..

ehemaliger User_25062015
04.04.2015, 15:56
Wie ist denn die Quote der Abbrecher bei Euch?

Bei uns an der Uni? Ka ich kenn einen aus meinem Jahrgang. Wird wohl genauso niedrig sein wie an anderen Unis mit Humanis. Wieso?

@Mufasa Was soll das jetzt? Was gibts für nen Grund Bafög-Bezieher anzukacken?

Absolute Arrhythmie
04.04.2015, 16:07
Sozialneid

Kretschmann
04.04.2015, 16:27
Er bezog das ja nicht auf jeden Bafög-Bezieher, sondern auf die, die nicht genug bekommen vom Geld und gleichzeitig Parolen schreien wie: "Steuern rauf". Ob er/sie überhaupt Bafögbezieher ist, sei mal dahingestellt.

ehemaliger User_25062015
04.04.2015, 16:49
Aha? Bafög-Bezieher, die nicht genug kriegen vom Geld..interessantes Paradoxon

Kretschmann
04.04.2015, 16:59
Was soll daran paradox sein?

ehemaliger User_25062015
04.04.2015, 17:01
Erklär doch bitte wie das deiner Meinung nach zusammen passt.

Absolute Arrhythmie
04.04.2015, 17:01
Was soll daran paradox sein?

Erklärt doch einfach mal, wie du das meinst, bitte.
Ich als BAföG-bezieherin habe vorher sieben Jahre vollzeit gearbeitet und steuern gezahlt und arbeite auch jetzt noch neben dem Studium. Verstehe nicht, wie man mit 670€ "vom Geld nicht genug kriegen kann". Davon kann ich ohne jobben gerade eben so leben.

Kretschmann
04.04.2015, 17:03
Man bekommt eine Summe X von der Gemeinschaft gestellt (zinslos bzw. ab über 10.000 Euro "Schulden" aufwärts geschenkt). Das reicht einen aber nicht und fordert einen höheren Steuerbetrag von der Mittel-und Oberschicht (in dem Fall für das Erbe) um eine noch größere Summe Y zu erhalten.