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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : RTW: "Blutspucken" beim Kind



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WackenDoc
14.09.2014, 19:54
Habt ihr Erfahrung mit i.m.-Gaben durch die Hose?
Ist bei uns Standard für die Morphin- und Atropinautoinjektoren (wobei letztere bisher zum GLück nicht gebraucht wurden)

Muriel
14.09.2014, 19:57
Ich habe rein fachlich sonst nix beizutragen, aber dieses Vorgehen finde ich auch unter aller Sau. Das arme Mädel.

Brutus
14.09.2014, 20:06
Habt ihr Erfahrung mit i.m.-Gaben durch die Hose?
Ist bei uns Standard für die Morphin- und Atropinautoinjektoren (wobei letztere bisher zum GLück nicht gebraucht wurden)
Ja. Funktioniert. Aber würde ich wirklich nur im "Notfall" machen. Bei uns war es ein 17jähriger, der nach irgendwelchen Aufputschmitteln von 3 RA + NA nicht ruhiggestellt werden konnte. Dann eben mit der Aufziehkanüle 10mg Diazepam in den OS bekommen, nach 3 Minuten ruhiger, dann noch eine Viggo und nochmals 10mg Dia...
Danach war Ruhe angesagt. ;-)

FirebirdUSA
14.09.2014, 20:12
Um mal wieder zum Fall zurück zukommen: Jetzt wo die Patientin etwas ruhiger ist bekommen wir doch bdstimmt RR und die Daten unseres Pulsoxy?

Blaulichtgurke
14.09.2014, 20:43
Um mal wieder zum Fall zurück zukommen: Jetzt wo die Patientin etwas ruhiger ist bekommen wir doch bdstimmt RR und die Daten unseres Pulsoxy?

Wir haben einen RR von 110/70 mmHg und SpO2 von 92%, HF liegt bei 120bpm , SR.

gnuff
14.09.2014, 22:19
Die hat das Zeug ernsthaft REKTAL gekriegt? Geht's noch? Absolute Fassungslosigkeit...

Wenn es unbedingt sein muss: Esketamin 50-70mg i.m. durch die Hose wenn man absolut keine Viggo reinkriegt, also trotz "richtig" festhalten... Ruhe im Karton nach kürzester Zeit... wenn, dann richtig... aber eigentlich sollte sowas anders zu lösen sein...

Blaulichtgurke
14.09.2014, 23:09
Die hat das Zeug ernsthaft REKTAL gekriegt? Geht's noch? Absolute Fassungslosigkeit...

Wenn es unbedingt sein muss: Esketamin 50-70mg i.m. durch die Hose wenn man absolut keine Viggo reinkriegt, also trotz "richtig" festhalten... Ruhe im Karton nach kürzester Zeit... wenn, dann richtig... aber eigentlich sollte sowas anders zu lösen sein...


Wir haben nun wirklich kein Verbrechen mit der Art der Applikation der Benzos begangen, außerdem war ICH nicht der NA der das entschieden hast. Deine "Absolute Fassungslosigkeit" ist bei mir leider an der falschen Adresse :D

Brutus
15.09.2014, 04:47
IHR habt einer völlig verängstigten, panischen jungen FRAU mit 3 Kerlen die Hose runtergezogen, um ihr ein nicht gewolltes Medikament GEGEN ihren Willen rektal einzuführen. Wie nennst Du das?
Manchmal muss man auch den NÄ einfach mal sagen, dass DAS der falsche Weg ist...
Ansonsten kann sich die NÄ ja einfach mal bei mir melden, ich würde ihr das wohl demonstrieren.
Und ja, auch ich bin fassungslos!
:-meinung

McBeal
15.09.2014, 05:03
Vor allen Dingen: war es nicht eine Kindernotärztin? Die sollte doch echt daran gewöhnt sein, eine Viggo in sich völlig wehrende junge Menschen reinzustecken - ich bin es jedenfalls. Wenn Ihr alle ordentlich mit Kraft festgehalten hättet, wäre das völlig unproblematisch gewesen. Wirklich heftig! Klar, wer in dem Alter krampft (und damit nicht bei Bewusstsein ist), darf gern auch diazepam als Rektiole bekommen. Aber einem jungen ängstlichen Mädel bei vollem Bewusstsein die Hose runterziehen und ihr was rektal geben geht gar nicht.

LG
Ally

gnuff
15.09.2014, 07:20
Wir haben nun wirklich kein Verbrechen mit der Art der Applikation der Benzos begangen...

Das sehe ich anders und ein Staatsanwalt oder Richter eventuell auch... aber darum geht es hier nicht. Euer Verhalten war absolut falsch und das Team sollte sich gefälligst zusammensetzen und das durchgehen. Du kannst Dich hier nicht mit "...das war ein Befehl" rausreden, Ihr wart ein Team, und da hat jeder das Recht/die Pflicht das Maul auf zu machen!

Ich hatte Situationen in denen ich einen Patienten mit Gewalt sedieren musste bisher zweimal, ein Zwölfjähriger der sein Klassenzimmer kurz und klein geschlagen hat (auf dem vier Polizisten drauflagen als wir kamen... Viggo kein Problem) und ein 88-jähriger der sich im OP in meinem Kollegen festgebissen hatte, der hat Ketamin i.m. gekriegt... ansonsten hab ich alles diplomatisch lösen können...

*milkakuh*
15.09.2014, 08:32
Nun gut. Wir haben ihr die 5/5-Ampulle Dormicum i.m. in den Hintern reingejagt, nach kurzer Wartezeit wird sie nicht wirklich ruhiger. Nochmal das ganze?

Nebenbei gesagt finde ich deine Ausdrucksweise hier übrigens ziemlich unangepasst und respektlos. Zum Rest wurde ja schon genug gesagt...

Brutus
15.09.2014, 11:59
Back to the Fall: also wirklich gebracht hat das Dormicum ja anscheinend nichts.
Ich würde ihr also eine Viggo legen wollen und das Ganze mal iv. wiederholen.
Noch mehr traumatisieren kann man ja eh fast schon nicht mehr.
Und wenn sie dann etwas beruhigter ist, ab auf die Trage und OHNE Sonderrechte Richtung KH.

Blaulichtgurke
15.09.2014, 12:36
Nebenbei gesagt finde ich deine Ausdrucksweise hier übrigens ziemlich unangepasst...

Ich deinen Beitrag auch :-meinung

Blaulichtgurke
15.09.2014, 12:38
Back to the Fall: also wirklich gebracht hat das Dormicum ja anscheinend nichts.
Ich würde ihr also eine Viggo legen wollen und das Ganze mal iv. wiederholen.
Noch mehr traumatisieren kann man ja eh fast schon nicht mehr.
Und wenn sie dann etwas beruhigter ist, ab auf die Trage und OHNE Sonderrechte Richtung KH.

Unsere Verdachtsdiagnose war GI-Blutung, daher sind wir mit SoSi ins Klinikum gefahren, wo sie direkt ne Notfallendoskopie bekommen hat --> gastrointestinale Blutung, mehrfach geklippt u mit Supra unterspritzt. Hb war bei 7,6.

gnuff
15.09.2014, 12:45
Und? Habt Ihr das Ganze direkt im Anschluss nochmal durchgesprochen oder waren alle zufrieden mit dem Ablauf?

Blaulichtgurke
15.09.2014, 13:11
Und? Habt Ihr das Ganze direkt im Anschluss nochmal durchgesprochen oder waren alle zufrieden mit dem Ablauf?

Nope haben wir nicht. Wir vom RTW fanden das auch nicht ok, aber soll ich die NÄ jetzt bei der BÄK melden oder was?
Das Mädchen muss ohnehin bei einer so ausgeprägten Iatrophobie psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, das wird ihr auch helfen, dass "psychische polytrauma" durch uns zu verarbeiten.

Nurbanu
15.09.2014, 13:20
"Ach, das bisschen Öl, was wir noch ins Feuer gekippt haben ist doch nicht schlimm? Außerdem ist die doch selbst schuld gewesen."

Ist das echt deine Einstellung?

Thunderstorm
15.09.2014, 13:52
Bevor der Ton hier noch rauer und inadäquater wird:

Das Forum ist nicht nur dafür da, schnell und bequem an Informationen zu gelangen, sondern es bietet auch die unschätzbare Möglichkeit viel zu lernen.
Ich denke aus dieser Intention heraus werden hier solche "Lehrfälle" gepostet - eben weil sie schwierig(er) oder komplexer sind als der Durchschnitt.
Die erfahrener Kollegen teilen ihre Sichtweise der Dinge hier mit und man kann dadurch einiges lernen.
Klar treffen einzelne Kommentare auch mal das eigene Ego, aber man verfasst die Fälle ja hoffentlich nicht, um sich selbst zu profilieren, sondern um neue Herangehensweisen kennenzulernen.
Daher würde ich zu folgenden Verhalten raten: setzt Euch alle in gemütlicher Runde zusammen und übt konstruktive Kritik ohne (!!!) Schuldzuweisungen. Solche Einsätze haben die unangenehme Eigenschaft, eine eigene Dynamik zu entwickeln; und auch Notärzte können mal mit der Situation überfordert sein. Sich das im Einsatz einzugestehen und daraus die richtigen Kosequenzen zu ziehen (z.B. kurze Beratung im Gespräch mit dem verantwortlichen RA) ist gar nicht so einfach.
Daher fasst Euch ein Herz und redet miteinander. Nur so können zukünftige Einsätze besser laufen.

Und ja, der Ton und die Ausdrucksweise von Dir Blaulichtgurke ist nicht wirklich optimal. Das kann man auch fachlich gewählter ausdrücken.

Brutus
15.09.2014, 16:05
Nope haben wir nicht. Wir vom RTW fanden das auch nicht ok, aber soll ich die NÄ jetzt bei der BÄK melden oder was?
Das Mädchen muss ohnehin bei einer so ausgeprägten Iatrophobie psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, das wird ihr auch helfen, dass "psychische polytrauma" durch uns zu verarbeiten.
Nee, aber das kann man in einer Runde mal diskutieren. Auch die Notärztin kann ja lernen. ;-)
Aber eine solche Aktion geht einfach gar nicht. Ich finde, man muss sich immer selbst in die Situation des Patienten versetzen können und immer noch mit meiner Aktion einverstanden sein. Und da ist die Situation, wie Du sie oben beschrieben hast, weit von entfernt! Zur Not, wenn ich so gar keine Möglichkeit habe, einen Zugang zu etablieren, fährt sie eben ohne Zugang mit, dann haben eben die Kollegen in der Klinik die Karte.
Aber einer jungen Frau gegen ihren Willen rektal Medis zugeben, und dann auch noch in viel zu geringer Dosis, so dass man ja unter Umständen noch mal "nachgeben" muss... :-wand
Stell Dir doch nur mal vor, Du kommst mit einer Migräneattacke zu mir in die Klinik und ich sage Dir: Och, ich habe hier Paracetamol 75mg Zäpfchen. Und die ITS-Schwuppe vom Dienst findet sicherlich viel Gefallen daran, Dir gut gebautem, aber erzkonservativem Hetero, diese rektal einzuführen. Und wenn der Zapfen nicht wirkt, macht nix, wir haben die ganze 10er Packung. Das wird schon...

Alles in Allem sicher ein Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte!
Und wenn die NÄ das anders sehen sollte... wie oben beschrieben: Ich demonstriere ihr das gerne. ;-)

Und zum Schluß wirklich ein Rat: setzt Euch, wie hier schon mehrfach geschrieben, nach solchen Einsätzen zusammen und redet drüber. Denn einerseits können auch NÄ durchaus noch was lernen. Und man kann in der Runde, die den Einsatz zusammen abgearbeitet hat, noch einmal Revue passieren lassen, was gut und was schlecht gelaufen ist.